Pressespiegel

Die Medien beschäftigen sich ausgiebig und gerne mit unserer Borussia. Wir suchen täglich die wichtigsten und aktuellsten Berichte rund um Borussia heraus und verlinken an dieser Stelle auf das entsprechende Online-Angebot der jeweiligen Zeitung.

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27. Sep 2020

10.383 Fans im Borussia-Park: Die Stimmung passte zum Ergebnis

Wie wird die Stimmung im Borussia-Park sein, wenn nur rund 10.000 Zuschauer dabei sein dürfen und die Corona-Umstände keinen normalen Stadionbesuch zulassen? Das Spiel gegen Union Berlin hat darauf eine erste Antwort gegeben.

 


27. Sep 2020

Regionalliga West: Quizera erneut stark beim 5:1 der U23

Mit 5:1 hat Borussias U23 in der Regionalliga West deutlich gegen den Wuppertaler SV gewonnen. Youngster Famana Quizera machte wieder ein starkes Spiel, Jacob Italiano traf doppelt.

 


27. Sep 2020

Union bestraft Passivität: Borussia hat zwei Punkte verschenkt

Die Borussen waren nach der 1:0-Führung gegen Union Berlin sportlich und mental im Vorteil, haben ihn aber nicht genutzt, weil sie zu passiv waren.

 


27. Sep 2020

Zurück in der Startelf: Das sagt Thuram nach seiner Rückkehr

Marcus Thuram erzielte gegen Union Berlin das erste Saisontor der Borussen. Am Ende reichte sein Treffer allerdings nicht zum Sieg. Für Thuram selbst war es dennoch ein wichtiger Schritt.

 


26. Sep 2020

Stindl zu Borussias 1:1: „Wir haben uns in vielen Situationen falsch verhalten“

Borussia Mönchengladbachs Trainer Marco Rose und Kapitän Lars Stindl erklären nach dem 1:1 gegen Union Berlin, warum es trotz der Führung durch Marcus Thuram nicht zum Sieg gereicht hat.

 


25. Sep 2020

Fehlstarter und Querdenker

Jetzt geht die Saison erst richtig los, so ist die Haltung vieler Borussia-Fans vor dem ersten Heimspiel. Die obligatorische Niederlage in Dortmund hatten sie schon eingepreist. Dass es erneut nicht einfach nur eine simple Niederlage war, sondern eine mit mindestens diskutablen Schiedsrichter-/VAR-Entscheidungen und dass das Ergebnis die im Großen und Ganzen ordentliche Leistung nicht widerspiegelt, entspricht leider fast schon den Erwartungen. Gegen Union Berlin am Samstag wird das alles keine Rolle mehr spielen. Bei einem Sieg im partiell entgeisterten Borussia-Park, spricht niemand mehr über Dortmund. Wenn man Borussia einen Vorwurf machen bzw. ein Problem ausmachen kann, ist das die mangelnde Durchschlagskraft im Angriff. Angesichts der Verletzungsthematik muss das im Hinblick auf den weiteren Saisonverlauf nicht viel heißen, für das nächste Spiel möglicherweise aber schon. Dass Marcus Thuram und vor allem Alassane Plea noch nicht wieder die Alten sind, war in der zweiten Halbzeit, als Marco Rose mit der Einwechslung der Franzosen das Spiel noch zu drehen hoffte, recht deutlich zu sehen. Breel Embolo ist ohnehin noch kein Kandidat für den Kader, auch wenn er gesundheitlich Fortschritte macht. Den Versuch mit zwei falschen Stürmern – Stindl und Wolf – zu wiederholen, drängt sich nicht auf. Möglichweise ist Thuram schon weiter als am vergangenen Wochenende, außerdem spricht einiges für den Einsatz des auch in Dortmund vielfach in der Sturmspitze erwarteten Patrick Herrmann. Auch die Defensive dürfte mit der Rückkehr zur Viererkette anders formiert sein. Opfer dieser Umstellung wird Oscar Wendt, der sich voraussichtlich trotz ordentlicher Leistung in der Dreier-/Fünferordnung auf der Bank wiederfinden wird. Wenn in den vergangenen Wochen über Union Berlin gesprochen wurde, gab es zwei Themen: Max Kruse und die Rückkehr der Zuschauer. Was die Rückkehr des Publikums angeht, zeigt sich Berlins Präsident Zingler als Bundesliga-Variante von Querdenken 711. Seit dem Sommer kämpft er öffentlich für Spiele vor vollem Haus, ohne Abstand und Maske. Seine Ideen kamen meist unausgegoren bis realitätsfremd daher. Erreicht hat er damit bis dato wenig. 4000 Menschen durften die 1:3-Heimniederlage gegen den FC Augsburg im Stadion erleben. Zingler drängt aber weiter auf Experimente in der Alten Försterei. Im Borussia-Park sind wegen des deutlich größeren Stadions auch deutlich mehr Fans erlaubt. 10.804 Zuschauer dürften die Partie gegen Union sehen, dass der Vorverkauf vergleichsweise schleppend lief, hat bundesweit für hochgezogene Augenbrauen gesorgt. Dass Zögern der Borussia-Fans spricht dabei vermutlich weniger für schwindenden Enthusiasmus aLS für eine vernunftgeprägt Anhängerschaft. Ob die Karten am Ende alle weggehen, ist Stand Freitagmorgen noch offen – ist aber am Ende auch egal. Auch für Union Berlin hat die Saison nicht wunschgemäß begonnen. Das Überraschungsteam der vergangenen Saison unterlag auf eigenem Platz dem Überraschungsteam jeder Saison. Die im Grunde fast jedes Jahr als potenzieller Absteiger gehandelten Augsburger konterten die optisch überlegenen Gastgeber aus. Auch Union zeigte sich dabei durchschlagsschwach. Mehr Effizienz erwarten sich die Berliner von ihrem Stareinkauf Max Kruse. Der Spieler der Kategorie Wandervogel ist für viele überraschend an der Alten Försterei gelandet. Gegen Augsburg wurde der Ex-Gladbacher erst in der Schlussphase eingewechselt. Auch am Samstag wird er nach Aussage seines Trainers Urs Fischer noch nicht in der Startelf stehen. Kruse sei nach einer Sprunggelenksverletzung noch nicht so weit. Dagegen dürfte der zweite Top-Neuzugang von Beginn an dabei sein. Union hatte den Nigerianer Taiwo Awoniyi erst am vergangenen Wochenende vom FC Liverpool ausgeliehen. Die Bundesliga ist für den früheren Mainzer kein Neuland, und Fischer ist von seiner Form und seine Anpassung an das Berliner Spiel nach eigener Aussage überzeugt. Anthony Ujah dagegen fehlt weiter verletzt. Ihr Heil im Angriff zu suchen wird aber unabhängig von der Besetzung der erste Reihe nicht die Herangehensweise der Berliner sein. „Eklig sein, defensiv spielen und dann Nadelstiche setzen“, so beschrieb der frühere Sportdirektor Christian Beeck das Union-Spiel bei nominell stärkeren Gegnern. In der Hecking-Zeit müsste den Borussen-Fans angesichts dieser Erwartung Angst und Bange werden, gerade gegen solche Teams tat man sich seinerzeit oft schwer. Unter Marco Rose haben die Borussen in der vergangenen Spielzeit aber gezeigt, dass sie sich zu wehren gelernt haben und ihre fußballerischen Vorteile auch gegen Gegner auf den Platz bringen können, die kratzen und beißen. Mögliche Aufstellung Borussia : Sommer – Lainer, Elvedi, Ginter, Bensebaini – Kramer, Neuhaus – Herrmann, Hofmann – Stindl, Thuram Berlin : Luthe – Friedrich, Knoche, Schlotterbeck – Trimmel, Andrich, Prömel, Lenz – Invartsen, Bülter – Awoniyi. SEITENWAHL-Prognose Christian Spoo : Nach dem erwarteten Tiefschlag gegen Brych, Köln und Dortmund gilt es, die eigenen Ansprüche zu untermauern. Gegen Union Berlin gelingt das mit einem ungefährdeten 4:2-Sieg. Claus-Dieter Mayer : Noch läuft nicht alles rund, aber beim 3:1 Sieg gegen Union deutet der VFL an, dass er auch dieses Jahr wieder zu den Anwärtern auf einen Champions-League-Platz zu zählen ist. Mike Lukanz : 0:0 (Anmerkung der Redaktion: Eine Begründung für diesen ausgesprochen nüchternen Tipp blieb Mike leider auch uns schuldig) Uwe Pirl : Gladbach findet langsam in die Saison. Das 2:0 gegen Union wird ein Arbeitssieg. Passt. Thomas Häcki : Die gute Nachricht: Es sind endlich wieder Zuschauer im Stadion. Und diese werden auch mit einem schnörkellosen 3:0 Heimsieg belohnt. Es geht wieder voran. Michael Heinen : Borussia wird eine Weile brauchen, um die eisernen Gäste zu knacken. Am Ende langt es aber zu einem 2:0-Heimsieg.


21. Sep 2020

Fehlstart beim Angstgegner

So langweilig sie erscheinen mag, ist die Sommerpause womöglich die schönste Zeit des Jahres für einen Fußballfan. Mit jeder Woche ohne Pflichtspielniederlage verblassen eventuelle negative Erinnerungen ans Vorjahr; jeder Testspielsieg gegen einen unterklassigen Gegner zeigt fantastische Frühform, jeder Neueinkauf oder hochgezogene Jugendspieler hat das Potenzial, der neue Messi zu sein. Es ist wunderbar, wäre da nicht diese dumme Realität, die einem am ersten Spieltag dann in die Quere kommt. Zumindest konnte die Borussia in den letzten vier Jahren diesen Moment der Wahrheit ungeschlagen überstehen. Die letzte Auftaktniederlage gab es 2015: gleicher Gegner, gleicher Ort, gleicher Optimismus im Vorfeld, ähnliches Ergebnis. Kein Wunder, dass eine gewisse Ernüchterung in Mönchengladbach herrscht. Vermutlich waren nicht nur die Gladbacher, sondern auch so mancher neutrale Verfolger des Spiels enttäuscht, der ein Spektakel erwartet hatte zwischen zwei Teams, die ja vor allem für ihre Offensive bekannt sind. Allerdings ignorieren solche Erwartungen etwas die Veränderungen, die sich beim BVB in diesem Kalenderjahr ergeben haben. Gab es zu Jahresbeginn noch ein vogelwildes 5:3 in Augsburg, konnte Lucien Favre mit der Etablierung der Dreierkette wieder mehr defensive Ordnung schaffen und in 9 der 16 folgenden Spiele blieb man ohne Gegentor, darunter schmucklose aber effiziente 1:0 Siege gegen Hertha, Freiburg oder Düsseldorf. Dieses neue Favre-Dortmund präsentierte sich auch am Samstagabend. Die Heimmannschaft begann keineswegs stürmisch, sondern taktisch diszipliniert und legte es erstmal darauf an, mit frühem Stören das Gladbacher Offensivspiel zu behindern. Es entwickelte sich ein vorsichtiges Abtasten, bei dem die Dortmunder den Gladbachern für ein Auswärtsteam erstaunlich viel Ballbesitz gewährten. Auf Gladbacher Seite witterte man hingegen, dass dies durchaus Teil der Favre-Taktik war: Der Ball lief zumeist quer, immer wieder wurde der angedeutete Versuch des Vertikalspiels aus Angst vor Dortmunder Kontern abgebrochen. Dass diese Angst durchaus angebracht war, zeigte sich in der 22. Minute als Haaland einmal steil geschickt werden konnte und Elvedi im letzten Moment den Schuss noch ablenken konnte. Darauf folgte die aus Gladbacher Sicht hoffnungsvollste Phase der Partie. Der Ballbesitz fand nun etwas weiter in der Dortmunder Hälfte statt und die Pfiffe der 9300 Zuschauer deuteten an, dass man in Dortmund allmählich ungeduldig wurde. In der 32. Minute zeigte die Borussia, dass man zur Not auch auf engem Raum kombinieren kann. Torhüter Bürki hatte großes Glück, dass er den Abpraller nach Hofmanns Abschluss gerade noch so mit der Hand vorm heranstürmenden Neuhaus abwehren konnte. Leider sollte es die beste Gladbacher Chance des Spiels bleiben. Die Dortmunder Führung kam dann doppelt überraschend: Zum einen lag sie nicht in der Luft, zum anderen war sie nicht das Resultat eines Gladbacher Ballverlusts mit anschließendem Dortmunder Konter, sondern eine billige Flanke aus dem Halbfeld, ein missglückter Klärungsversuch von Elvedi, schnelles Schalten von Bellingham und ein gekonnter Abschluss von Reyna bedeuteten urplötzlich den Rückstand für den VFL. Pech nennen das die einen, höhere individuelle Qualität auf Dortmunder Seite konstatieren die anderen. So nahm das Schicksal dann seinen Lauf, das Spiel wurde etwas munterer (Sancho per Kopf und Lainer nach Einzelaktion hatten vor der Pause noch Torchancen), aber früh in der zweiten Halbzeit war das Bonbon dann zerkaut: diesmal war es einer dieser schnellen Dortmunder Angriffe, Bensebaini setzte (unnötig) zur Grätsche von hinten an, traf weder Ball noch Gegner, aber beide waren weg bzw. letzterer lag am Boden. Schiedsrichter Brych ließ zuerst weiter spielen wurde dann aber aufgefordert sich das Ganze noch mal am Bildschirm anzuschauen. Man kann nur vermuten, dass er dabei eine Berührung erkannte, auf jeden Fall gab es Elfmeter, den Haaland verwandelte. Noch bitterer fühlte sich das Ganze an als später der eingewechselte Thuram nach Zweikampf mit Hummels im Dortmunder Strafraum zu Boden ging, der VAR aber keinen Anlass sah einzuschreiten. Mit den hinzugekommenen Plea und Thuram hatte das Spiel der Fohlen nun etwas mehr physische Präsenz im Sturm, aber beiden fehlte dann doch die Spielpraxis, um der Partie noch eine Wende zu geben. In der 78. Minute mussten die aufgerückten Borussen dann den schwer vermeidbaren tödlichen Konter kassieren und mit Haalands 3:0 war dann endgültig alles entschieden. Angesichts der Tatsache, dass mit Zakaria, Lazaro, Embolo, Plea und Thuram in der Startelf gleich 5 potentielle Stammspieler fehlten, ist solche eine Niederlage in Dortmund durchaus erklärbar. Das sonstige Herz des Gladbacher Kombinationsspiels Neuhaus-Hofmann-Stindl wurde trotz engagierter Leistung der drei von den Dortmundern geschickt stillgelegt (Hannes Wolf soll laut DFL-Spielberichtsbogen auch bei der Partie mitgewirkt haben). Insgesamt war die Gladbacher Offensive einfach zu harmlos, was ein Wert von 0.51 xGoals (expected goals) ziemlich deutlich reflektiert. Das Endergebnis ist sicher um ein Tor zu hoch ausgefallen, aber man tut sich keinen Gefallen damit, dass Spiel mit Benachteiligung durch den Schiedsrichter oder aufgrund von Zweikampf oder Ballbesitz Statistiken gefühlter Augenhöhe schönzureden. Zumindest in diesem Spiel zeigte sich, dass der BVB die höhere Qualität in seinen Reihen besitzt, was angesichts der Umsatz-Zahlen, die Max Eberl am Tag darauf ja noch einmal zitierte, auch völlig normal ist. Positiv ist, dass Thuram und Plea wieder zur Verfügung stehen, so dass man in den nächsten Wochen sicher eine andere Borussia auf dem Platz sehen wird und dass gegen Gegner (Union, FC, Wolfsburg), die nicht an das hohe Niveau des BVB heranreichen. Eine Bundesliga-Saison ist kein Sprint, sondern eher ein Marathon, da sollte man solch einen Fehlstart nicht überbewerten, aber vielleicht tut man ganz gut daran, nicht allzu viel über ganze hohe Ziele nachzudenken, sondern so bescheiden wie der Gegner vom Samstag nur „von Spiel zu Spiel“ zu denken. Die Stimmen der anderen Seitenwähler: Christian Spoo: Kaum Torgefahr, das ist das Eine. Die recht klare Benachteiligung durch das Feld-/Videoschiedsrichtergebaren - wieder in Dortmund - ist das Andere. Ohne die wahlweise wirre oder dreiste Praxis bei den Elfmeterentscheidungen wäre vielleicht ein Punkt drin gewesen. Das 3:0 ist definitiv zu hoch. Michael Heinen: Lange Zeit war es ein ausgeglichenes Match auf Augenhöhe. Während Borussia aber in der ersatzgeschwächten Offensive die Durchschlagskraft fehlte, zahlte sich die individuelle Klasse des Dortmunder Sturms im entscheidenden Moment aus. So wurde es am Ende eine verdiente Niederlage, die um zwei Tore zu hoch ausfiel. Mike Lukanz: Lange Zeit war es ein ausgeglichenes Match auf Augenhöhe. Während Borussia aber in der ersatzgeschwächten Offensive die Durchschlagskraft fehlte, zahlte sich die individuelle Klasse des Dortmunder Sturms im entscheidenden Moment aus. So wurde es am Ende eine verdiente Niederlage, die um zwei Tore zu hoch ausfiel. Thomas Häcki: Am Ende war es Business as usual. Den Dortmundern reichte es, sich auf ihre Qualität zu verlassen, um einen verdienten und nie gefährdeten Sieg nahezu mühelos einzufahren. Haben die Fohlen deshalb enttäuscht? Nein, das Rose Team zeigte sich insgesamt sehr sortiert, musste sich aber aber am Schluss der höheren Klasse des Gegners beugen. Egal, Mund abwischen, die Punkte waren eh nicht eingeplant und müssen gegen andere Gegner geholt werden.


18. Sep 2020

Das Verfolger-Duell

Heute Abend eröffnen die beiden Borussias die Bundesligasaison. Heute Abend? Dachte man vor einigen Wochen für eine kurze Phase, ehe es sich der FC Bayern doch noch anders überlegte und damit offenbar wurde, wie Entscheidungsprozesse beim DFB bzw. der DFL wohl ablaufen, wenn sie den selbsternannten Branchenführer betreffen. Fast schon ein Wunder, dass Uli Hoeneß angesichts der Entscheidung, wegen der Corona-Lage nun doch keine Zuschauer zum Eröffnungsspiel zuzulassen, noch nicht verbal Amok gelaufen ist und mindestens bei Söder interveniert hat. Zyniker und Pessimisten in den Reihen der Gladbacher waren über die Rückverlegung des Spiels auf Samstag allerdings nicht unglücklich, sei es doch besser, wenn nicht die übliche (hohe) Niederlage der Gladbacher in Dortmund im Free-TV gezeigt werde, sondern wie nach Verl und Uerdingen nun auch Bayern München den Schalkern eine hohe Anzahl von Toren einschenken darf. Orientiert man sich an den Ergebnissen der letzten Jahre, müsste Dortmund in der Tat klarer Favorit sein. Kein Vorbericht kommt ohne die Feststellung aus, dass Borussia Mönchengladbach die letzten 12 Spiele gegen den BVB allesamt verloren hat. Und auch ein Blick auf die Kadersituation macht keinen Mut: Während Lucien Favre im Grunde aus dem Vollen schöpfen kann und auf der Ausfallliste in der Vorschau des Kicker der häufigste Grund „nicht berücksichtigt“ ist, fallen bei Borussia Mönchengladbach mit Benes, Embolo, Lazaro und Zakaria gleich vier ernstzunehmende Alternativen in Mittelfeld und Offensive aus, dazu kommen mit Plea und Thuram zwei Rekonvaleszenten, die zwar im Kader stehen, mutmaßlich aber nicht Luft für 90 Minuten intensives Spiel in Dortmund haben werden. Und dennoch darf man sicher sein, dass in den Dortmunder Vorbesprechungen mindestens einmal der Satz „Es wird serr schwär!“ gefallen sein wird. Nicht nur, weil das bei Lucien Favre – wie wir wissen – zu Folkore gehört und auch im Pokal gegen Oberligisten fällt. Nein, auch deshalb, weil sich die Wahrnehmung von Borussia Mönchengladbach in der Branche mittlerweile Schritt für Schritt gewandelt hat. Das gilt nicht nur für die SEITENWAHL-Redaktion, in deren Borussen-Check selbst die notorischen Pessimisten schlimmstenfalls Platz 6, wahrscheinlicher aber eine neuerliche Qualifikation für die Champions League prognostizieren, sondern auch für die Konkurrenz. Zwar werden wir noch nicht zwingend als Meisterschaftskandidat gesehen. Wenn jedoch beispielsweise Rummenigge auf die Frage nach potentieller Konkurrenz die Bemerkung fallen lässt Mönchengladbach dürfe man ebenfalls nicht unterschätzen, spricht das für eine veränderte Grundhaltung (die bei Bayern ja auch nachvollziehbar ist, denn wie wir wissen haben die ein gewisses Gladbachtrauma, so wie Dortmund ein Bayerntrauma und Gladbach ein Dortmundtrauma hat). Und auch die letzten Spiele gegen Dortmund machen Mut. Hatte man in den früheren Jahren in der Regel die Hosen voll, was sich in klaren Niederlagen ausdrückte, lief es in der Saison 2019/20 auf dem Spielfeld eigentlich ganz flüssig, auch wenn am Ende drei knappe Niederlagen standen. Spielerisch jedenfalls – so die allgemeine Einschätzung – ist man auf Augenhöhe angekommen. Nun beginnt eine neue Saison natürlich mit erheblichen Unsicherheiten. Da die Pokalspiele auf beiden Seiten nicht als Referenz taugen, weiß keiner so ganz genau, wo er steht. Auf Dortmunder Seite ist da insbesondere die Frage, wie weit die Integration der beiden Youngster Reyna und Bellingham und des ungleich erfahreneren Meunier schon fortgeschritten ist und ob die beiden sehr jungen Spieler, die in der Startelf erwartet werden, tatsächlich schon so weit sind … Auf Gladbacher Seite ist es – siehe oben – eher die Liste der Ausfälle und Angeschlagenen, die Sorge bereitet. Insofern ist eine Prognose, wie das am Samstagabend ausgeht, schwierig, insbesondere, weil es ja die Zukunft betrifft. Deshalb bleibt eigentlich nur, der neuen Saison und deren erstem Spiel auch unter den besonderen Bedingungen mit Spannung und Vorfreude entgegenzusehen. Vorhang auf! Der Seitenwahl-Tipp Christian Spoo: Reus und Hazard treffen mindestens einmal pro Nase. Dann gibt’s da noch Bellingham, Sancho und den Trump-Fanboy. Das ergibt eine deftige 0:5-Auftaktschlappe aus Sicht der wahren Borussia. Egal. Danach rollen wir das Feld quasi von hinten auf. Michael Heinen: Wenn es je etwas in Dortmund zu holen geben sollte, wäre ein 1. Spieltag nicht die schlechteste Wahl. Borussia hat im letzten Jahr auch im Signal-Iduna-Park bewiesen, dass sie sich vor keinem Gegner in der Bundesliga (bzw. außerhalb Österreichs) verstecken muss. Von daher sollte sie die Auftaktpartie selbstbewusst angehen. Am langen Ende siegt aber leider meistens das Böse, weshalb es einen 1:0-Heimsieg geben wird. Mike Lukanz: Im Saisoncheck spürte ich einen leichten Wind von Optimismus in der sonst so tiefgründig pessimistischen Redaktion. Kaum steht ein halbwegs ernstzunehmendes Pflichtspiel an, zittern die Kollegen wie Espenlaub. Den 3:1-Auswärtssieg werden sie dann umso euphorischer bejubeln. Claus-Dieter Mayer: Mein Tipp: Die Borussia macht Fortschritte: Unter Marco Rose wird man in Dortmund nicht mehr vom Platz gefegt, sondern verliert ganz normal. Auch nach der 3:1-Niederlage gibt es wieder Lob für die Fohlen, die sich aber nichts dafür kaufen können. Immerhin: Die Meisterschaft hat man trotzdem noch in eigener Hand! Thomas Häcki: "Sollten wir es trotzdem schaffen, verspreche ich, das erste Spiel in der neuen Saison auf Sieg zu tippen. Egal, wie es lautet." war mein Versprechen aus der vergangenen Saison. Jetzt könnte ich mich natürlich mit Oberneuland rausreden, aber das wäre nicht fair. Insofern löse ich mein Versprechen hiermit ein und tippe auf einen 2:1 Auswärtssieg für die echte Borussia. Uwe Pirl: Ohne Tore geht es nicht ab. Insofern gehe ich mit dem Kollegen Spoo mit, dass erneute Treffer von Reus und/oder Hazard nicht unwahrscheinlich sind. Allerdings denke ich, dass Gladbach wieder einen Schritt nach vorn gemacht hat und zwar so, dass sich das – anders als Kollege Mayer das sieht – auch in Punkten ausdrückt. So optimistisch wie die Kollegen Lukanz und Häcki bin ich aber nicht – 2:2 lautet mein Tipp.


15. Sep 2020

Borussen-Check 2020/21

17 Bundesligisten haben wir in der vergangenen Woche einer kurzen Prüfung unterzogen und unsere Einschätzung kundgetan, wo die jeweiligen Clubs sich am Ende der Spielzeit wohl tabellarisch wiederfinden werden. Einer fehlt noch: Der Grund, wadum wir alle überhaupt nur hier sind. Der, Grund, dass ein Großteil der Redaktion und sicher auch einige unserer Leser sich überhaupt noch mit Profifußball beschäftigten. Seitenwahl-Publikum, bist Du bereit? Hier ist die Bestandsaufnahme nebst Saisonprognose der kompletten Seitenwahl-Redaktion für Borussia Mönchengladbach: Thomas Häcki : Ganz klar, heiß war diese Transferperiode sicherlich nicht. Die Borussia setzte auf Beständigkeit und machte bereits sehr früh klar, dass man nicht gedenkt, auch nur einen Leistungsträger abzugeben. Mehr noch, mit Wolf und Lazaro gelang es, die Qualität des Kaders zumindest auf dem Papier noch zu erhöhen. Umso erfreulicher ist es, dass in der Vorbereitung noch einige Talente auf sich aufmerksam machten, von denen man einiges erwarten darf. Endlich möchte man sagen, den mit Nachwuchs aus den eigenen Reihen hatte man sich in den vergangenen Jahren schwer getan. Berücksichtigt man zudem, dass die Borussia zudem ein komplett neues Spielsystem mittlerweile verinnerlicht hat, kommt man zu dem Schluß, dass die Borussia besser ist, als in der vergangenen Saison - auf dem Papier wohlgemerkt. Die direkte Konkurrenz kann das indess nicht so zweifelsfrei behaupten. Leverkusen hatmit Harvetz und Volland zwei Basisspieler verloren, die den Unterschied ausmachten. Wolfsburgs Verstärkungen sind eher ein Versprechen in die Zukunft, Freiburg leidet unter enormen Qualitätsverlust, Hertha kämpft mehr mit facebook, als mit dem Gegner und Hoffenheim... na ja Hoffenheim zählt nicht. Ist die Borussia also erneut ein Kandidat für die Champions League? Ja,die Antwort muss sein, dass auch in der kommenden Saison mit der Borussia gerechnet werden muss - auf dem Papier wohlgemerkt. Denn auch am Niederrhein ist nicht alles Gold was glänzt. Die ersten drei der Tabelle haben im Vergleich zu der klug und besonnen agierenden Borussia eben noch tiefer in die Tasche gegriffen. Es ist damit zu rechnen, dass sich der qualitative Abstand noch einmal vergrößert haben dürfte. Bereits in der vergangenen Saison konnte die Borussia - nimmt man mal die zerpfiffene Partie in Leipzig aussen vor - zwar Achtung erringen, war aber spielerisch in jedem Duell teilweise deutlich unterlegen. Das galt auch für die Begegnungen gegen Leverkusen. Wer aufgrund der aktuellen Transferperiode die Borussia automatisch stärker als den Konkurrent aus der Chemiestadt sieht, der sieht die Welt schon rosarot. Hinzu kommt, dass mit Plea, Thuram und Zakaria gleich drei wichtige Basisspieler die gesamte Vorbereitung verpasst haben. Embolo fehlt zudem auf unbestimmte Zeit. Daneben dürfte das System Rose zwar weiterhin variabel sein, aber der Überraschungsmoment hält sich zunächst in Grenzen. Die Borussia startet mit verbesserten Vorzeichen in die neue Saison. Die Mannschaft ist in der Breite qualitativ deutlich besser aufgestellt, als noch in der Vergangenheit. Der Spieler, der den Unterschied ausmacht, fehlt allerdings. Und das wird man in den Spielen gegen die Spitzenmannschaften weiterhin schmerzhaft spüren. Dem steht eine mannschaftliche Geschlossenheit entgegen und ein Teamspirit, der über die gesamte Saison den Unterschied ausmachen KANN, nicht muss. Eine erneute Qualifikation für Europa muss daher das Saisonziel sein, alles andere wäre eine Enttäuschun. Eine erneute Qualifikation für die Champions League wäre hingegen ein Geschenk. Da man Geschenke nicht zwingend erwarten sollte, tippe ich daher auf einen soliden Platz 5. Michael Heinen: Nein, auch wenn es weh tut: Borussia wird 2021 nicht Deutscher Meister. Genauso wenig 2022 oder 2023. Die Wahrscheinlichkeit, dass es in diesem Jahrzehnt überhaupt einmal gelingen wird, dürfte im unteren einstelligen Prozentbereich liegen. Weit wahrscheinlicher ist es, dass der FC Bayern auch in den 20er Jahren weiter die Liga dominieren und einen Großteil der nationalen Titel einheimsen wird. Der Wettbewerb an der Bundesliga-Spitze ist tot und könnte nur durch dubiose externe Geldgeber wiederbelebt werden, die dann aber ihrerseits wiederum den Wettbewerb massiv verzerren würden. Soweit die schlechten Nachrichten, die einen Borussen aber nicht zu sehr betrüben müssen. Ein 4. Platz ist für Gladbach den gegebenen Voraussetzungen tatsächlich wie ein Titel zu bewerten und mindestens eine genauso starke Leistung wie das öffentlich weit mehr beachtete Triple der Bayern. Die Ausgangslage für die neue Saison erscheint so günstig wie selten zuvor: Borussia musste keinen Stammspieler verkaufen und hat den Kader sogar noch ergänzt. Die Konkurrenz kämpft da aktuell mit ganz anderen Problemen, sodass auf den ersten Blick viel dafür spricht, dass die Elf von Marco Rose ihren “Titel” verteidigen kann. Aber Vorsicht: Der Fußball folgt nicht immer der offensichtlichen Logik. Letzte Saison verlief in der Liga ziemlich optimal. Die Mannschaft hatte überschaubare Verletzungssorgen und konnte sich relativ früh auf den Bundesliga-Alltag konzentrieren. Die Neuzugänge schlugen allesamt voll ein. Das System des neuen Trainers griff bereits nach wenigen Wochen. Das alles ist kein Zufall, sondern das Produkt einer überragenden Teamleistung im Verein. Aber es ist leider kein Selbstläufer, der sich unbedingt jedes Jahr wiederholen muss. Die gute Nachricht: Selbst wenn es eine schlechte Saison werden solle, ist kaum vorstellbar, dass Borussias Einstelligkeitsserie ihren 10. Jahrestag nicht wird erleben können. Zu schwach erscheint die Konkurrenz ab dem oberen Ligamittelfeld. Selbst das Erreichen der Europa League sollte selbst bei einzelnen Schwächephasen ein realistisches Mindestziel sein. Außer Bayern und dem BVB gibt es keinen Verein, der Borussias Kader überbieten kann. Borussia wird daher am langen Ende einen Platz zwischen 3 und 6 einnehmen und kann ein Stück weit zufrieden in die Zukunft blicken. Mike Lukanz: Ich habe vor einigen Wochen in unserer geschätzten Seitenwahl-Redaktion ein kleines Experiment gestartet. Mitten im Sommerloch, irgendwo zwischen Geister-Pokalendspiel und Geister-Champions-League, schrieb ich in der internen WhatsApp-Gruppe, dass ich 100 Euro auf die Meisterschaft Borussias in der kommenden Saison setzen werde. Bei einer Quote von 50:1 ein durchaus lohnendes Investment. In den Tagen danach und bis zuletzt wiederholte ich bei jeder Gelegenheit, dass ich es tatsächlich und auch nüchtern betrachtet für absolut realistisch halte, dass wir die Schale im Mai 2021 im Borussia-Park in den Händen eines Gladbacher Spielers sehen werden. Die Reaktionen der Kollegen waren natürlich vorhersehbar: zuerst müde lächelnd, dann mir zuletzt den Gemütszustand eines träumenden 12-Jährigen attestierend bis zu ernsthaft formulierten Fragen, die stets mit den Worten „Mal Spaß beiseite …“ begannen. Um eine breitere Grundlage (auch für diesen Text) zu haben, weitete ich das Experiment auf weitere Personengruppen aus. Freunde, Arbeitskollegen, Familie – Fans von verschiedenen Vereinen. Überall das gleiche Spiel: „Hahaha!“, „Da kannste die 100 Euro auch direkt in den Mülleimer werfen“ über „der kleine Mike träumt mal wieder“ bis hin zu ernsthaft vorgetragenen Belehrungen der Art „Das ist faktisch ausgeschlossen“. Aber ist es das? Es fasziniert mich bis heute, wie chancenlos eine Mannschaft betrachtet wird, die „nur“ vier Punkte von der Vize-Meisterschaft entfernt war. Und wie übermächtig stets die direkte Konkurrenz gesehen wird. Bei Borussia wird immer geunkt, was drohe, wenn Leistungsträger ausfallen. Haben nicht selbst die Bayern fast unerklärliches Glück, dass Robert Lewandowski nie verletzt ist? Ist es ausgemacht, dass Leipzig seinen Top-Stürmer ersetzen wird? Um den Elefanten im Raum zu adressieren: Natürlich wird einzig der FC Bayern München entscheiden, wer Deutscher Meister wird. Wenn Hansi Flick es schafft, die Spannung nach acht (oder sind es 15?) Titeln in Serie inkl. Triple in der abgelaufenen Spielzeit aufrechtzuerhalten, wird sich die Liga strecken können, wie sie will. Diese Erkenntnis ist jedoch weder kreativ noch neu, gilt diese Weisheit seit mindestens 30 Jahren. Jeder der Meister in dieser Zeit, der nicht Bayern München hieß, galt vor dem jeweiligen Titelgewinn nicht wirklich als Favorit. Selbst der BVB 2012 nach der gewonnenen Meisterschaft ein Jahr zuvor nicht. Borussia hat enormes Potenzial, vielleicht so viel wie seit 40 Jahren nicht mehr. In den sechs (inkl. Pokal sieben) direkten Duellen mit den Bayern, Leipzig und Dortmund war man nur in einer Halbzeit chancenlos: Im Hinspiel gegen die Bayern. Dass am Ende aus 18 möglichen Punkten und einem Sieg im Pokal nur vier Zähler und ein Pokal-Aus heraussprangen, war ein Zusammenkommen von Pech bzw. fehlendem Spielglück, Naivität bzw. fehlendem Killerinstinkt und merkwürdigen Schiedsrichterentscheidungen. Rein sportlich musste sich Borussia aber nicht verstecken. Wie schnell Marco Rose seine Spielidee implementieren konnte, war faszinierend zu sehen. Borussia hat im Gegensatz zur direkten Konkurrenz (Werner, Havertz) keinen Schlüsselspieler abgeben müssen, sie hat sogar zwei weitere Wunschspieler Roses (Wolf, Lazaro) hinzubekommen. Viele zentrale Figuren (Zakaria, Thuram) haben ihren Zenit noch nicht einmal erreicht. „Ja, aber dann darf man eben nicht in Freiburg oder Berlin verlieren“, höre ich jetzt einige Leser sagen. Ja, das ist richtig. Aber gilt das im gleichen Maße nicht auch für den BVB, Leipzig oder Leverkusen? Wer Meister werden will, muss natürlich über 34 Spieltage abliefern. Wir reden hier also, und nur darum geht es mir, nicht über das fehlende Potenzial der Mannschaft, sondern einzig über die zu oft zur Schau gestellte Unfähigkeit, diese Spiele in Freiburg, bei Union oder in Wolfsburg zu gewinnen. Das muss Rose in den Griff bekommen und ich bin mir ziemlich sicher, dass er es versucht. Borussia ist stark genug, um jeden Gegner in der Bundesliga zu besiegen. Prognosen sind immer schwierig, die für die Meisterschaft noch einmal mehr. Die Chancen, dass im nächsten Sommer bei ähnlich gutem Verlauf der Saison ein Ausverkauf - inklusive Trainerteam - droht, sind leider nicht klein. Die Chance, dass der übermächtige FC Bayern nach dem Triple doch einmal ein Jahr durchatmen wird, jedoch auch. Dazu hat, das zeigen schon wieder die vielen Vorberichte auf die Saison, niemand Borussia wirklich auf dem Schirm. Vielleicht öffnet sich gerade in dieser Saison einfach diese Meistertür. Man muss nur durchgehen. Ich weiß, und das hat mein Experiment wenig überraschend gezeigt, dass Borussen-Fans sich qua DNA und Erfahrung mit dem Gedanken schwertun. Doch eines muss ein Deutscher Meister immer tun, Kader hin, Spielglück her: daran glauben. Claus-Dieter Mayer: Um ganz ehrlich zu sein, wusste ich selten so wenig vor einer neuen Saison über die Borussia zu schreiben wie diesmal. Die Vorsaison war großartig, der Trainer ein Glücksgriff, die Mannschaft konnte – Stand Jetzt! – zusammengehalten werden und noch um zwei sinnvolle Leihen bereichert werden. So sehr wir bei Seitenwahl uns auch als ein „kritisches“ Portal verstehen, fällt einem wenig zum rumnörgeln ein. Die Tatsache, dass Zakaria, Plea und Thuram nach langer Verletzungszeit zu Saisonbeginn erstmal keine Option zu sein scheinen, ist ein kleiner Wermutstropfen, aber der Rest des Teams hat im Mai und Juni gezeigt, dass es auch solche Hochkaräter ersetzen kann und in einer langen Saison mit zusätzlicher Champions-League-Belastung kann es durchaus ein Plus sein, im Laufe der Saison personell noch einmal eine Schippe drauflegen zu können. Es sieht alles sehr gut aus bei der Borussia im Sommer 2020, so gut wie zuletzt vielleicht vor 5 Jahren, als Lucien Favre gerade mit einer grandiosen Rückrunde Platz 3 eroberte hatte. Damit sind wir schon beim einzig wahren leichtem Bauchdrücken angelangt: Ist es vielleicht ein wenig Zuviel der Zufriedenheit und guter Laune rund um den Borussiapark? Wird die Mannschaft genauso hungrig und fokussiert sein wie in der Vorsaison? Auch 2015 reiste man mit viel Euphorie zum ersten Bundesligaspiel nach Dortmund, bekam eine Klatsche und 5 Wochen später schien alles in Schutt und Asche zu liegen, was man sich seit Favres Amtsantritt erarbeitet hatte. Wird sich das wiederholen? Theoretisch möglich ist im Fußball natürlich immer alles, aber ein solch düsteres Szenario ist dann doch eher typischer Fan-Aberglaube. Es gibt kein Anzeichen, dafür, dass der VFL zuletzt über seinem eigenen Niveau gespielt hat, sondern das Gesamtpaket aus Kader und Umfeld gehört einfach zum Besten in der Liga. Man hat keine extrem junge Mannschaft, aber auf vielen Schlüsselpositionen (Elvedi, Zakaria, Thuram, Bensebaini) befinden sich Spieler, die noch lange nicht den Zenit ihrer Karriere erreicht haben und bei denen die Gefahr nach einer guten Saison „satt“ zu sein gering erscheint. Gleiches gilt auch für den Trainer und seinen Stab. Um nicht nur im Herbst, sondern vielleicht auch mal im Frühjahr die Tabelle anzuführen, müsste schon einiges zusammenkommen (vor allem ein Schwächeln der Bayern wäre nötig), aber ein Champions-League-Platz erscheint auch in diesem Jahr ein realistisches Ziel. Uwe Pirl: Borussia Mönchengladbach ist einer der wenigen Bundesligavereine, die nach dem Ende der letzten Saison keinen einzigen Stammspieler verloren haben. Strobl, Johnson und Raffael waren verdiente Spieler, haben aber zuletzt keine große Rolle mehr gespielt. Borussia Mönchengladbach hat einen Trainer, der in seinem ersten Jahr bewiesen hat, dass er auch in der Bundesliga eine Mannschaft sehr erfolgreich führen kann und der mit der Qualifikation für die Champions League die Vorschlusslorbeeren, mit denen er bedacht wurde, mehr als gerechtfertigt hat. Borussia Mönchengladbach hat Spieler wie z.B. Ginter, Elvedi, Bensebaini, Zakaria, Neuhaus, Benes oder auch Thuram (Aufzählung beispielhaft, nicht abschließend), die nicht am Ende ihres Leistungsvermögens angekommen zu sein scheinen, sondern eine weitere Steigerung versprechen. Borussia Mönchengladbach hat mit Wolf und Lazaro Neuzugänge verpflichtet, die entweder den Trainer oder die Bundesliga kennen und den Kader in der Breite verstärken. Borussia Mönchengladbach hat ein eingespieltes Team voller Selbstvertrauen, das hinter dem Trainer steht und darauf brennt, „den nächsten Schritt zu gehen“ (5 Euro ins Phrasenschwein). Wohin dieser Schritt führt? Es wäre – auch angesichts der personellen Entwicklungen bei direkten Konkurrenten wie Leverkusen oder Hoffenheim – Tiefstapelei, wollte man immer noch von „Einstelligkeit“ oder „wenn es optimal läuft, schaffen wir es nach Europa“ reden. Mit dem Kader, dem Trainer und dem Umfeld ist Borussia ein klarer Kandidat für einen der ersten vier Plätze. Das darf man inzwischen auf offensiv formulieren. Kann es weiter hoch gehen, gar ganz hoch? Nicht vollkommen ausgeschlossen, aber das hängt nicht nur von Borussia ab, sondern auch von den anderen: Kann die Dosenmarketinggesellschaft den Abgang des notorischen Elfmeterschinders kompensieren? Stirbt Dortmund wieder in Schönheit, schafft es aber nicht zu Konstanz? Sind die Bayern endlich satt? Gibt es eine Überraschungsmannschaft, an die wir alle nicht denken, die aber alles in Grund und Boden spielt? Borussia Mönchengladbach wäre jedoch nicht Borussia Mönchengladbach, würde man nicht das tragische Scheitern sofort mitdenken. Wie hoch ist also das Absturzrisiko? Eher gering, lautet meine Antwort, zu gefestigt erscheint mittlerweile die Struktur, zu breit die Qualität des Kaders. Deshalb bin ich optimistisch wie selten vor einer Saison und denke, dass wir auf den Plätzen 1-3 landen. Christian Spoo: Wer sich unsere Checks der 17 Bundesligisten, die nicht Borussia Mönchengladbach heißen, ansieht, dem fällt auf: Die meisten basteln wenige Tage vor dem Saisonstart noch am Kader. Bestenfalls geht es um Ergänzungen, andere konnten ihre Abgänge noch gar nicht kompensieren und scheinen zunehmend verzweifelt zu prüfen, was der Markt noch hergibt. Wieder anderen droht gar kurz vor der neuen Spielzeit noch der ein oder andere Abgang. Nicht so bei Borussia. Max Eberl hat sich früh festgelegt: Es wird kein Leistungsträger abgegeben. Und wer dachte, bei unmoralischen Angeboten würde man in Gladbach schon noch schwach werden, der muss jetzt feststellen, dass Eberl standhaft geblieben ist – oder dass es die befürchteten unmoralischen Angebote gar nicht gab. Dazu beigetragen haben könnte, dass drei der potenziell für andere interessantesten Spieler in der Vorbereitung nicht oder nur eingeschränkt dabei waren. Und für einen angeschlagenen Zakaria gibt womöglich auch ein scheichgepamperter Premierligist keine Mondsumme aus. Wie auch immer: Borussia 20/21 dürfte nicht schwächer sein als Borussia 19/20 – und die war schon gut. Mit Wolf und Lazaro hat Marco Rose offensiv neue Varianten zur Auswahl. Die Offensive ist ohnehin das Prunkstück des Kaders. Selbst wenn Embolo, Thuram und Plea erst einmal noch nicht zu 100 Prozent einplanbar sind, kann Rose eine mehr als schlagkräftige Formation auf den Platz bringen. Wenn es irgendwann einmal eng werden könnte, dann weiter hinten. Im defensiven Mittelfeld wird die Planstelle des nach Augsburg transferierten Tobias Strobl intern besetzt. Florian Neuhaus hat sich am Ende der Vorsaison dort bewährt, in der Vorbereitung zeigte auch Ramy Bensebaini, dass er diese Position spielen kann. Dank der Vielseitigkeit fast jedes Defensivspielers im Kader wären mögliche Ausfälle immer intern zu kompensieren. Ein zusätzlicher gelernter Innenverteidiger würde Borussia aber eventuell noch gut zu Gesicht stehen, zumindest solange man beim bedauernswerten Mamadou Doucouré bei jedem Schritt befürchten muss, dass es der letzte seiner Karriere gewesen sein könnte. Aber für mehr war auch wegen Corona kein Geld da und es gibt im Grunde nichts zu kritisieren. Wenn es keine eklatanten Schwächephasen gibt, spricht wenig dagegen, dass die neue Spielzeit sportlich mindestens so erfreulich wird, wie die abgelaufene. Ähnlich optimistisch war ich zuletzt vor der Saison 2015/16… Aber da ich ein sonniges Gemüt mit optimistischer Grundausrichtung mein Eigen nenne, wie der geneigte Seitenwahl-Leser seit Jahren weiß, prognostiziere ich Platz drei oder vier in der Abschlusstabelle.


14. Sep 2020

Ein erster Schritt

Maximal 53 Pflichtspiele erwarten die Borussia in dieser Saison, vorausgesetzt die UEFA verramscht nicht wieder Ihre Titel in einem Sonderschlussverkaufs-Turnier und hilft damit einem Schmarotzer-Team wie dem FC Bayern mit einem Billig-Tripel die Vereinsvitrine aufzumotzen. Seit Samstag wissen wir immerhin, dass es auch mindestens 42 Begegnungen werden. Bevor wir uns kurz dem Spiel selbst widmen, hier noch die offensichtliche Beobachtung: Nein, auch eine erste DFB-Pokal-Runde macht unter Corona-Bedingungen nur halb so viel Spaß! Wo die Partie „Klein gegen Groß“ sonst Anlass zum Volksfest ist, man Spieler A kurz vor Spielbeginn noch die Kühe melken oder die Post austragen sieht (natürlich gefaket, denn in echt ist man auch in der Regionalliga Voll-Profi) und rührende Bilder aus der Kabine erwachsene Männer bei bizarren hanseatischen Ritualen zeigen, fand diesmal alles ganz steril im fast leeren Bundesligastadion statt. So fielen auch die Pokaleigenen-Gesetze der Machtergreifung durch die Pandemie zum Opfer und nur die zuverlässige Hertha schaffte es, als einziger Bundesligaverein sich am Ende doch noch zu blamieren. Also kein Wunder, dass sich die Borussia am Samstag relativ mühelos gegen den Viertligisten aus dem Bremer Stadtteil Oberneuland durchsetzen konnte, aber immerhin tat sie das auch so überzeugend wie es eben möglich ist. Marco Rose, der wegen der roten Karte im Herbst in Dortmund auf der Bank durch Alexander Zickler vertreten wurde, hatte dabei bis auf die Torhüterposition (Sippel für Sommer), so in etwas das aufgestellt, was man angesichts der zahlreichen Ausfälle momentan als A-Elf bezeichnen darf, offensiv durften Hoffmann, Hermann, Stindl und Wolff ran. Gegen erwartungsgemäß tief stehende Oberneuländer war weniger klassischer Rose-Pressing-Fussball gefragt als vielmehr geduldiges Kombinationsspiel. Das zogen die Fohlen dann auch von Beginn an auf und hätten eigentlich nach 10 Minuten bereits 3:0 führen können. So war es dann Fohlen-Legende Patrick Hermann überlassen, zu zeigen, dass er sich in guter Frühform befindet und mit einem Doppelpack innerhalb einer Minute das Spiel vorzuentscheiden. Der Rest war Formsache, aber man muss anerkennen, dass der VFL konzentriert weitermachte und dann bis zur 35. Minute auf 5:0 stellen konnte und dabei durchweg Spielfreude und Kombinationssicherheit zeigte. Ansonsten ist noch zu vermerken, dass Marcus Thuram nach gut einer Stunde erstmals wieder mitwirken und etwas Spielpraxis sammeln konnte, aber im Gegensatz zum mit eingewechselten Traoré keinen Treffer erzielen konnte. Am Ende wurde es ein 8:0 und damit bislang der immerhin höchste Sieg in der diesjährigen ersten DFB-Pokal-Runde. Auch wenn solch ein Spiel nur wenig Aussagekraft für den Bundesligastart am kommenden Wochenende hat, wirkte die Mannschaft in ansprechender Verfassung und zeigte vor allem die Einstellung die nötig ist, um solch eine Pflichtaufgabe in dieser Souveränität zu lösen. Wie es mit der Fohlenelf weitergeht, in dieser Saison werden wir Euch im großen Borussen-Check morgen verraten.


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