Pressespiegel

Die Medien beschäftigen sich ausgiebig und gerne mit unserer Borussia. Wir suchen täglich die wichtigsten und aktuellsten Berichte rund um Borussia heraus und verlinken an dieser Stelle auf das entsprechende Online-Angebot der jeweiligen Zeitung.

08. Apr 2020

Frühlings-Sale im FohlenShop - viele Artikel reduziert

Im Onlineshop der Fohlen ist der Frühlings-Sale gestartet. Viele Heim- und Gartenartikel sind jetzt...


06. Apr 2020

FohlenElf trainiert in voneinander getrennten Gruppen

Das Gesundheitsministerium NRW hat für Berufssportler eine Ausnahmegenehmigung für Training auf dem...


06. Apr 2020

Aus dem FohlenEcho: Mario Baslers heimliche Liebe

In der Rubrik „Da ging mein Herz verlor’n“ im FohlenEcho-Mitgliedermagazin erzählen Borussen von...


05. Apr 2020

Corona-Virus: Aktuelle Informationen rund um Borussia

Um ihren Beitrag zum Eindämmen der Corona-Pandemie zu leisten und Spieler, Mitarbeiter und Fans zu...


05. Apr 2020

Der Spieler des Monats März: Die Nummer 12 – Ihr!

Borussias Fans konnten für den Monat März keinen Spieler des Monats wählen – die von „Cichon...


07. Apr 2020

Vertrag läuft aus: Gladbach-Star Raffael formuliert Wunsch für Karriere-Ende

Der Brasilianer kam zuletzt kaum zum Zug.


06. Apr 2020

„Keine Sonderstellung für den Fußball": Max Eberl will von Bonus nichts wissen

Gladbach-Manager Eberl will von Sonderbehandlung nichts wissen.


06. Apr 2020

Indiz für Wechsel?: Gladbach-Juwel lernt spanisch

Gladbachs Verteidiger Nico Elvedi lernt während der Coronakrise spanisch.


06. Apr 2020

Strenge Auflagen: Fohlen trainieren wieder im Borussia-Park

Borussia Mönchengladbach nimmt das Training in Kleingruppen wieder auf.


06. Apr 2020

Bockige Fohlen!: Gladbach-Profi hat den Rambo-Modus drauf

Stürmer Breel Embolo foult mehr als alle anderen Stürmer.


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07. Apr 2020

Dem Ex-Borussen gefällt die Aktion: Brouwers hilft den „Local Heroes“

Der frühere Borusse Roel Brouwers unterstützt das Projekt „Support your Local Heroes“. Rund 51.500 Euro sind da schön für lokale Unternehmen zusammengekommen. In Gelsenkirchen wurde das Projekt adaptiert.

 


07. Apr 2020

Yannick Reiners im Interview: Ist Konsolen-Fußball Sport? Das sagt Borussias Nationalspieler

Der 25-jährige Yannik Reiners, der zum Nationalteam gehört, spielt für Borussia an der Konsole. Er spricht über die Situation des E-Sports in der während der Corona-Krise und die Frage, ob er einen Sport betreibt oder nicht.

 


07. Apr 2020

Borussias Abwehrchef: So erlebt Matthias Ginter das Leben im „Stand by“-Modus

Die Fußballprofis sind in der Zwangspause. Training in Kleingruppen ist bei vielen erst seit Montag wieder möglich. Borussias Nationalspieler Matthias Ginter erklärt, wie es ist, nur auf „Stand by“ zu sein.

 


07. Apr 2020

Analyse zur Rest-Saison: Die Willensstärke kann Borussias Vorteil sein

Das Element, das Trainer Marco Rose dem Borussen-Spiel hinzugefügt hat, kann entscheidend sein, wenn die Saison nach der Corona-Krise wieder losgeht. Die Karten in der Mannschaft könnten dann auch neu gemischt werden.

 


06. Apr 2020

Buch-Empfehlungen bei Instagram: Das sind Yann Sommers Lesetipps für die Fans

Yann Sommer spielt Gitarre und Klavier, er schreibt sogar eigene Songs. Außerdem liest er gern. Bei Instagram gab der Schweizer nun Buch-Empfehlungen. Interesse an Literatur und Musik hat bei Borussias Torleuten durchaus Tradition.

 


31. Mär 2020

Im Blindflug

Wir alle wollen Sicherheit. Wir wollen aber auch planen. Wir wollen nach vorne schauen und etwas sehen. Wir sehnen uns nach Normalität und suchen den Himmel nach einem Silberstreif ab. Allein: Da ist im Moment nichts. In der Corona-Krise lautet die Antwort auf fast alle Fragen: Weiß man im Moment noch nicht. Das trifft auch den Fußball. Der kommt damit aber nicht klar. Und so hält man in der Liga und bei den Vereinen unverdrossen daran fest: Die Saison muss weitergehen. Und am besten am 30. Juni halbwegs regulär ausgespielt sein. Eine Debatte über eine Exit-Strategie aus dem umfassenden Lockdown ist in der Politik tabu, so nötig es wäre, sie zu führen. Da es zur Zeit keine belastbare Prognose gibt, wann man irgendetwas wird lockern können, scheuen Politiker auch die Diskussion darüber, in welcher Reihenfolge und unter welchen Bedingungen man denn irgendwann mal irgendetwas wird lockern können. Die Sorge, bei den Menschen Hoffnung zu wecken, die man dann enttäuschen muss, ist übergroß. Man kann nur hoffen, dass die Diskussion unter Ausschluss der Öffentlichkeit trotzdem seriös geführt wird. Man braucht keine Zeitpunkte festzulegen, um sich zu überlegen, wie das Leben denn eines Tages sinnvoll wieder anlaufen könnte. Der Fußball macht es anders. Er führt seit Wochen eine sehr öffentliche Diskussion darüber, was am besten möglichst bald wieder gehen können muss. So wurde an diesem Dienstag zwar die Bundesliga-Pause auch offiziell bis zum 30. April ausgedehnt, verbunden aber mit dem erneuten Bekenntnis dazu, die Saison aber nun wirklich und am liebsten im Mai weiterzuspielen. Von der Vorstellung, Spiele mit Publikum austragen zu könne, hat man sich dabei immerhin verabschiedet. Stattdessen will man nun ausloten, unter welchen Bedingungen man Geisterspiele abhalten und ins Fernsehen bringen kann. Angesicht der eingangs erwähnten kompletten Unsicherheit, was alle Entwicklungen angeht, die weiter als vier Tage in der Zukunft liegen, ist dieses Vorgehen kaum ernst zu nehmen. Aber sollen sie mal planen, mit irgendetwas müssen sich die Fußball-Funktionäre ja beschäftigen. Man muss kein Fachmann sein, um zu prognostizieren, dass jeder Plan, der dabei herauskommt, eine Haltbarkeit vergleichbar mit der eines Pfundes frischen Rinderhacks haben wird. Einfach abzuwarten, weil es nicht anders geht, wäre die ehrlichere Vorgehensweise. Dass das nicht funktioniert, weil für die Menschen im System viel auf dem Spiel steht und weil sie sich gegenseitig permanent Handlungsfähigkeit und -willen beweisen müssen, geschenkt. Wir sind im Moment fast alle in einem Modus unterwegs, der einen gewissen Schuss Irrationalität beinhaltet. Dass die Wirtschaftsunternehmen, die wir Fußballvereine nennen, von der Corona-Krise gebeutelt sind, stellt niemand in Abrede. Die Existenzen, die dabei gefährdet sind, sind vor allem alle diejenigen Rädchen im System, deren Namen wir in der Regel gar nicht kennen. Schon jetzt haben einige Vereine – darunter Borussia Mönchengladbach – Kurzarbeit angezeigt. Ohnehin geht Borussia mit der Lage transparent um und Max Eberl und sein Team scheinen eine realistische Sicht auf die Dinge zu haben. So sollten künftig auch Appelle an die Fans unterbleiben, auf die Rückerstattung ihrer Dauerkarten-Ausgaben zu verzichten. Wer sich das leisten kann, wird sich das vermutlich selbst überlegen. Oder entscheiden, das Dauerkarten-Geld nach der Krise irgendwo anders auszugeben – vielleicht beim Buchhändler oder im Plattenladen um die Ecke, denen der Lockdown das Genick zu brechen droht. Borussia spürt die Krise, keine Frage. Aber die Existenz des Vereins ist nicht gefährdet. Das weiß man sicher auch in der Geschäftsstelle. Denn Max Eberl gehört erfreulicherweise zu den bisher eher wenigen Fußballfunktionären, die offen einräumen, dass die Probleme des Profifußballs nicht zu den gravierendsten gehören, mit denen sich die Gesellschaft im Angesicht der Corona-Krise konfrontiert sieht. Alles in Allem nimmt sich der Fußball in diesen Zeiten aber immer noch sehr wichtig und vermutlich nimmt er sich wichtiger, als er ist. Die Frage, ob und wann es weitergeht, ob es einen Deutschen Meister 2020 geben wird, ob Spieler X bei Verein Y bleibt oder zu Verein Z wechselt – es scheint einer großen Mehrheit auch derjenigen, die sich über solche Fragen sonst viele und ausgiebige Gedanken machen im Moment vollständig egal zu sein. Die großartige Ablenkung, die ein Haufen Geisterspiele irgendwo in leeren Stadien in Deutschland einem von Einschränkung und Verbot gebeutelten Volk angeblich bringt, dürfte nicht viel mehr als Fiktion sein. Dass die Menschen Brot und Spiele wollen, diese schon sehr alte Weisheit ist im Angesicht des Corona-Phänomens hinfällig. Die Menschen wollen vielmehr Brot und Klopapier. Und gesund bleiben.


27. Mär 2020

Wie wichtig ist Fußball?

Ein regelmäßiger Leser von SEITENWAHL (und vergleichbaren Seiten) wird vermutlich nur eine Antwort kennen: Sehr wichtig! Aber ist Fußball – wie unser ehemaliger SEITENWAHL-Kollege Joachim Schwerin hier meint – wirklich momentan wichtiger als zuvor? Ist er nicht! Fußball ist und bleibt eine Nebensache, vielleicht eine wichtige Nebensache, Fußball ist aber nicht existenziell. Deshalb kann die von Joachim Schwerin formulierte These auch nicht unwidersprochen bleiben. Zunächst aber erst einmal Zustimmung, wo der Artikel Zustimmung verdient: Richtig ist, dass die derzeit von Staatenlenkern gern gebrauchte Kriegsrhetorik vollkommen Fehl am Platze ist. Unter anderem auch aus dem Grund bin ich – auch wenn ich die derzeitige Kanzlerin nie gewählt habe – froh, momentan eine eher nüchtern und rational agierende Person an der Spitze zu sehen, die nicht zu Überhöhungen neigt. Richtig ist auch, dass jedenfalls im Osten dieses Landes die Krise der 90er Jahre deutlich tiefere Einschnitte hinterlassen hat als z.B. die Finanzkrise der Jahre 2008ff. Insofern mag es vielleicht zutreffen, dass die Einschätzung der derzeitigen Situation als „schwerste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg“ verfrüht ist. Andererseits kann man diesbezüglich zu bedenken geben, dass man das Ausmaß einer Krise schwer einschätzen kann, wenn man sich noch mittendrin befindet und nicht weiß, ob die Talsohle schon erreicht ist. Deshalb werden wir wahrscheinlich erst hinterher wissen, ob es die größte Krise seit … „wann auch immer“ … war. Zudem trifft es dieses Mal alle und eben nicht nur einige noch nicht blühende Landschaften, die aus dem Westen querfinanziert werden können. Schwierigkeiten habe ich mit dem Artikel vor allem dort, wo er das Funktionieren von Politik beschreibt. Ich teile nicht den Widerwillen dagegen, dass sich Politik von Fachleuten – hier von Virologen, Epidemologen und sonstigen Gesundheitsexperten – beraten lässt. Wenn diese Fachleute ziemlich einhellig die Auffassung vertreten, dass die Infektionswelle mit drastischen Maßnahmen eingedämmt und verlangsamt werden muss, um die Funktionsfähigkeit unseres Gesundheitswesens aufrechtzuerhalten und Zustände zu vermeiden, wie wir sie derzeit in Italien beobachten müssen, glaube ich das erstmal. Und wenn Politik diesen Ratschlägen folgt, ist das für mich verantwortungsvolles Regieren und kein Zeichen dafür, dass das Regieren den Virologen überlassen wird. Genauso wenig empfinde ich es als Kennzeichen eines totalitären Systems, wenn ein Politiker zum Ausdruck bringt, dass er eine Entscheidung nach Abwägung verschiedener Möglichkeiten für „alternativlos“ halte. Und was wäre denn in der derzeitigen Situation die Alternative? Alles laufen zu lassen, auf dass es „der Wirtschaft“ gut gehe? Zunächst einmal würde das schon aufgrund unserer Einbettung in eine globalisierte, vernetzte Weltwirtschaft gar nicht funktionieren, wenn um uns herum alle Länder dieser Welt eine Vollbremsung machen. Darüber hinaus ist es angesichts der im Raum stehenden Ansteckungsszenarien vollkommen unrealistisch, keine Wirtschaftskrise zu bekommen. Oder meint jemand ernsthaft, dass die Leute bei - im worst case - 50 Mio. Corona-Infizierten in Deutschland (das entspräche etwa der schlimmstenfalls prognostizierten Ansteckungsrate von 60%), davon 2,5-5 Mio. (5-10%) schwereren Fällen, die eine Behandlung im Krankenhaus bräuchten, und ca. 500.000 Todesfällen (1%) innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne weiterhin brav zur Arbeit gingen, business as usual betrieben und nach Feierabend fröhlich im Biergarten sitzen bzw. samstags Fußballspiele besuchen würden? Hier kommen wir zum Eigentlichen: Joachim Schwerin überschätzt die Bedeutung des Fußballs. Fußball ist Unterhaltung, Fußball ist Spaß, Fußball stiftet Identitäten, Fußball bietet ein Ventil für Emotionen. Fußball ist auch ein Wirtschaftsfaktor. Alles richtig. Aber schon im Normallfall strukturiert Fußball nicht meine Woche – jedenfalls dann nicht, wenn ich keine Schreibaufgaben auf SEITENWAHL habe. In Krisenzeiten hingegen verschieben sich die Prioritäten. Man besinnt sich auf das Wesentliche – z.B. den Einkauf von Klopapier, Nudeln und Hefe. Man bemerkt, welche der Luxuriositäten unserer Gesellschaft eigentlich total entbehrlich sind. Profifußball gehört jedenfalls im Moment dazu. Keiner der Fußballfans in meinem Umfeld befasst sich im Moment mit dem Wohl und Wehe von Borussia Mönchengladbach, Waldhof Mannheim, des KSC oder der TSG Hoffenheim (letztgenannte sind die Vereine, mit denen ich in meinem räumlichen Umfeld konfrontiert werde). Keinen beschäftigt wirklich ernsthaft die Frage, ob und wann die Saison zu Ende gespielt wird oder nicht. Keiner wacht nachts auf und denkt darüber nach, ob Zakaria nach der Saison verkauft wird oder auch nicht. Die kollektive Stimmung ist momentan einfach nicht danach, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Die kollektive Stimmung hat aber momentan eine sehr feine Wahrnehmung für Individuen und Kollektive, die wirtschaftliche Partikularinteressen über das Gemeinwohl stellen. Solange die Zahl der Infizierten weiter steigt und solange deshalb die bestehenden Beschränkungen in unser aller Alltagsleben aufrechterhalten werden, braucht es „Brot und Spiele“ nicht. Jedenfalls keine Spiele. Sollte sich der Profifußball in dieser Situation entscheiden, die Saison fortzusetzen und ohne Zuschauer zu Ende zu spielen, wird dies in erster Linie als wirtschaftliche Entscheidung zur Sicherung der ausstehenden Fernsehgelder gewertet werden. Dann wird es nicht dabei bleiben, das System Profifußball mit dem immer weiter spielenden Orchester auf der Titanic zu vergleichen. Das passendere Bild wäre in diesem Fall eher das des ungebremst auf einen Eisberg zurasenden Schiffs, wobei der Eisberg die ohnehin immer weiter zunehmende Entfremdung zwischen dem System Profifußball und seinem Publikum symbolisiert. Kommt es anders, bekommen wir die Pandemie in den Griff, sind wir vielleicht an einem Punkt wie China oder Südkorea jetzt, wird niemand etwas dagegen einwenden, sich wieder mit Spaß dem Fußball zuzuwenden. Denn wir können Fußball nur genießen, wenn wir halbwegs darauf vertrauen dürfen, gesund zu bleiben.


26. Mär 2020

Spaß muss sein

Die „Spaßveranstaltung“ Fußball sieht sich mit einem Image konfrontiert, das dem des Orchesters an Bord der „Titanic“ gleicht: Das Schiff sinkt, also warum wollen die noch spielen? Eine solche Einschätzung wäre dumm, schädlich und asozial. Das Schiff sinkt nicht, und Fußball ist wichtiger als zuvor. Eine Vorbemerkung: Dieser Beitrag richtet sich nicht gegen irgendwelche Virologen. Jeder, ob Virologe, Ökonom, Psychologe oder Repräsentant einer anderen Berufsgruppe, kann sich äußern, wozu er will. In Krisenzeiten muß man auch nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Schädlich wird es, wenn Politiker meinen, sie könnten das Regieren den Virologen überlassen, und diesem Zustand nähern wir uns an. Glaubt man manchen Äußerungen, dann sind wir im Krieg, haben die schwerste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg und sollten Spaßveranstaltungen ganz unten auf die Aufgabenliste setzen. Nichts ist weniger wahr. Wir sind nicht im Krieg. Ich kannte genug Leute, die im Krieg waren, und was diese Menschen über Jahre ertrugen (und was sie noch Jahrzehnte danach traumatisierte), ist ungleich härter als alles, was aktuell passiert. Ja, es spielen sich im Kranken- und Pflegesystem schreckliche Szenen ab, aber wenn das Krieg ist, dann ist jeder Feuerwehrmann, der Leichen aus Autos schneidet, die sich um Bäume gewickelt haben, täglich im Krieg. Das könnte man so sehen, doch Formen von „Dauer-Krieg“ bringen uns in der Einschätzung der Situation nicht weiter. Wir haben auch nicht die schwerste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Ich lade Frau Merkel ein, mit diesem Slogan auf Wahlkampftour in Sachsen-Anhalt zu gehen. Die sich momentan abzeichnende Krise wird voraussichtlich größer sein als die Finanzkrise vor gut zehn Jahren. Die Wende jedoch vor dreißig Jahren hatte in weiten Teilen Deutschlands kurz- und langfristige wirtschaftliche und soziale Folgen, von denen wir derzeit noch weit entfernt sind. Die Gefahr, daß wir uns in eine solche Richtung entwickeln können, darf jedoch nicht unterschätzt werden. Dies wäre dann aber nicht die Folge der chinesischen Grippe, sondern die Konsequenz der politischen Reaktion auf sie. Wir retten aktuell kurzfristig tausende, vielleicht zehntausende Leben. Das ist sehr gut, aber nicht alternativlos – das Wort „alternativlos“ ist ein Kennzeichen totalitärer Systeme. Wir erkaufen dies nämlich langfristig mit Millionen gefährdeten oder zerstörten wirtschaftlichen Existenzen, was wiederum massiv Gesundheit und Leben zerstört. Ich bin Ökonom, kein Virologe. Ich sehe jeden Tag Kleinbetriebe mit verzweifelten Arbeitgebern und -nehmern, deren wirtschaftliche Not sich in psychische, soziale und letztlich gesundheitliche Probleme übertragen wird. Natürlich gewähren die Staaten, die es sich noch leisten können, gewaltige Wirtschaftshilfen, die aber notwendigerweise zeitlich und inhaltlich begrenzt sein werden und zudem vor allem von denen (über zukünftige Steuereinnahmen) zurückgezahlt werden müssen, denen sie kurzfristig zugutekommen sollen. Mit anderen Worten: Der Staat versucht vorne halbwegs zu erhalten, was er hinten mit seinem Arsch zertrümmert. In Belgien hatten wir an einem Tag im Februar auf allen Bahnlinien des Landes zusammengenommen sieben Selbstmorde. Sieben. An einem Tag. Auf die Bevölkerungszahl Deutschlands umgerechnet wären das 53. An einem Tag. Hierüber darf in Belgien nicht berichtet werden, um keine Nachahmer zu ermutigen. Nicht berücksichtigt: aufhängen, Tablettenmißbrauch und noch Unappetitlicheres. Und das war vor der Krise. Aktuell berichten Hilfskräfte über einen massiven Anstieg häuslicher Gewalt, und psychische Probleme steigen flächendeckend. Weniger Einkommen bedeutet auch weniger Ausgaben für die Gesundheitsvorsorge. Alte Menschen werden isoliert, damit sie enkelfrei und einsam sterben. Das alles ist nur der Anfang. Es kann kein Zweifel daran bestehen, daß eine Verschärfung dieser Situation langfristig tausende, vielleicht zehntausende Leben fordern wird. Und damit kommen wir zum Spaß. Spaß an sich ist und bleibt wichtig, aber hier geht es um noch mehr als das. Fußball ist nicht einfach Spaß. Fußball ist auch nicht einfach ein Wirtschaftsfaktor. Fußball gibt der Woche Struktur und setzt damit einen stabilen Rahmen. Er ist ein Ventil, das Frustration und Aggression in positive Emotion verwandeln kann. Er hat eine soziale Funktion, die weit über physische Nähe hinausgeht. Er ist etwas, auf das man sich freut und das jeden Tag ablenkt. Es gibt kaum etwas, wo so wenig real passiert und worüber gleichzeitig so viel mit positiver Emotionalität gesprochen wird. Nichts davon ist neu, aber gegenwärtig wird dies massiv unterschätzt – ja man muß sich fast entschuldigen, wenn man es erwähnt. Es ist auch nicht so, daß der Mensch nun den Spaß bis 2021 nur noch einzeln in seinem Keller ausleben wird. Vielleicht haben wir in der Vergangenheit im Alltag den Spaßfaktor zu sehr überbewertet. Im Umkehrschluß heißt das jedoch nicht, daß wir jetzt über Monate oder Jahre („Fußball frühestens 2021“ – was heißt denn das? 2022 dann?) alle 24/7 ernst, einsam und gehorsam vor uns in vegetieren werden. Ich trage die aktuellen Maßnahmen mit, weil ich sie als sinnvoll erachte – für drei, maximal fünf Wochen. Danach nicht mehr. Nicht weil ich asozial bin, sondern weil das Gegenteil der Fall ist: Weil eine Gesellschaft nur sinnvoll existiert, wenn ihre Mitglieder ihren ganz normalen Aktivitäten nachgehen können – denn dies rettet auch Leben, weil es überhaupt erst die wirtschaftliche und emotionale Basis des Lebenserhalts formt. Der Ball muß im Mai, spätestens im Juni wieder rollen, daran habe ich keinen Zweifel. Ich bin genauso wie die allermeisten kein Freund von Geisterspielen, aber ich kann von professionell Berufstätigen erwarten, daß sie knapp zweistündige Veranstaltungen in Kleingruppen regelmäßig und risikominimal organisieren können. Ich denke auch nicht, daß es seitens des Sports hierzu ernsthaft Widerspruch gibt. Daß Geisterspiele den Anlaß böten für Gruppen von Fans, sich außerhalb des Stadions zu versammeln, kann ich als Gegenargument nicht akzeptieren: Viele werden sich ab Mai oder Juni nicht mehr einsperren lassen, sondern mit Freunden feiern, egal wo und wie; erst im kleineren Kreis, aber immerhin. Ich auch. Egal, wie die Regeln sein werden. Ich habe es versucht, samstags um halb vier: Borussia gegen die falsche Borussia, 1978, 12:0, als Re-Live mit über 40 Jahren Verzögerung. Nach fünfzehn Minuten habe ich ausgeschaltet und auf dem Internet gesucht, ob es irgendwo irgendetwas live gibt, und wenn es Hüntertüpfüng gegen Entenhüsün wäre, fünfte türkische Liga. Keine Konserve ersetzt die Emotionalität des Live-Events, und wenn er virtuell wäre. Gut, daß es noch das Schach-Kandidatenturnier für die WM gibt. Ach ja, das wurde ja soeben abgebrochen. Es geht hier nicht um ein Milliardengeschäft, sondern die ganz einfachen Grundlagen. Wir brauchen Live-Fußball aus einer Vielzahl von wirtschaftlichen, sozialen und psychologischen Gründen. Der Fußball wird uns allein nicht aus der Krise führen, aber er gibt uns Kraft, Energie, Spaß. Spaß muß sein. Kurzum: Wir brauchen Live-Fußball, wenn wir gesund bleiben wollen.


12. Mär 2020

Geistersieg

Gespenstisch, bizarr, dystopisch. Adjektive wie diese beschreiben, was viele empfunden haben mögen, die das Derby von Borussia Mönchengladbach gegen den 1.FC Köln vor Fernseher oder Computer verfolgt haben. Fast unglaublich für ein Spiel dieser Historie und (zumindest nach jetzigem Stand) sportlichen Relevanz: Das Resultat spielt in der Nachschau fast eine Nebenrolle. Zu ungewöhnlich war - noch? - das Setting. Ein fast menschenleerer Borussia-Park. Ein merkwürdig halliger Sound bei den Pfiffen des Schiedsrichers, den Rufen der Trainer und Spieler und den eher verhaltenen Reaktionen der wenigen Zeugen des Spiels - Journalisten, Betreuer und einige vermutlich in mehr oder weniger offizieller Funktion anwesende Menschen auf der Westtribüne. Von draußen drangen gelegentlich Anfeuerungsrufe der trotz gegenteiliger Bitte des Vereins vor die Nordkuve gezogenen Fans herein. Ach ja, Fußball wurde auch gespielt. Auf dem Rasen war von Derbystimmung nicht viel zu spüren. Die fehlende Emotionalität von außen hatte anscheinend Auswirkung auf die Emotionalität auf dem Rasen. Was für ein Unterschied zum Derby in der Hinrunde - man erinnere sich an den wilden Auftritt des Debütanten Ramy Bensebaini und viele andere Aktionen der Spieler vor allem auf Borussenseite, die seinerzeit einen 1:0-Sieg zu sichern halfen. Ramy Bensebaini durfte gestern bis auf wenige Minuten vor dem Schlusspfiff gar nicht mittun und überhaupt erstaunte Marco Rose viele Borussen-Fans, und vermutlich nicht nur die, durch die Startaufstellung. Der zuletzt so erfolgreiche Lars Stindl saß neben Bensebaini auf der Bank. Breel Embolo übernahm seine Rolle als zweiter zentraler Offensiver. Statt dem gegen Dortmund nach seiner frühen Einwechslung auffällig starken Tony Jantschke durfte zudem Tobias Strobl im defensiven Mittelfeld ran. Ob das Signal an Köln "wir schlagen Euch auch mit der A2-Elf" sein sollte oder ob Rose die Wechsel aus Gründen der Belastungssteuerung vornahm, ist bisher nicht überliefert. Festzustellen bleibt, dass sich keine dieser personellen Veränderungen als Griff in die Tonne erwies. Oscar Wendt spielte anstelle von Bensebaini solide, ähnliches gilt für Strobl, auch wenn das, was er auf den Platz bringt, oft die Antithese zu dem darstellt, was man sich immer noch als "Rose-Fußball" vorstellt. Strobl ist keine Pressingmaschine, kein offensichtliches Laufwunder und bedient sich im Aufbau gerne anderer Mittel als des scharfen Vertikalpasses. Als wirklich effektiv erwies sich der Tausch Stindl/Embolo, denn der Schweizer war an den beiden Toren entscheidend beteiligt. Das erste machte er selbst, beim zweiten brachte seine scharfe Hereingabe von links Meré zu der verunglückten Rettungsaktion, die den Ball ins eigene Tor bugsierte. Die Frage, ob der Ball, wäre der eingesprungene Jorge unterblieben, Beute von Timo Horn geworden oder beim mitgelaufenen Marcus Thuram gelandet wäre, ist auch nach mehrfacher Ansicht der Szene nicht klar zu beantworten. Über 90 Minuten betrachtet war das Spiel an Höhepunkten eher arm. Dass Borussia den stärkeren Kader hat, zeigte sich über fast die gesamte Spielzeit. Die Mannschaft bestimmte das Spiel, ohne den Gegner allerdings zu dominieren. Dass es allerdings am Ende extrem spannend wurde, hat das Team sich selbst zuzuschreiben. Der Anschlusstreffer zum 1:2 fiel aus dem Nichts und war das Resultat eines haarsträubenden Patzers von Yann Sommer, der beim Abstoß wegrutschte. Dass Borussia bei knappen Spielständen kein Team ist, das eine Partie ruhig zu Ende bringt, hat sich in dieser Saison schon mehrfach gezeigt. Die späten Gegentreffer in der entscheidenden Europa-League-Partie gegen Istanbul oder im Bundesliga-Heimspiel gegen Hoffenheim sind allen noch gut in Erinnerung, beides waren Spiele, in denen die Anteile ähnlich klar verteilt waren, wie jetzt gegen Köln. Den Knockout in der Schlussphase ersparte Borussia sich und den vor den Endgeräten schwitzenden Fans diesmal, auch wenn der FC in den letzten fünf Minuten zwei bis drei exzellente Möglichkeiten hatte, das Spielgeschehen noch zumindest in die Seitenlage zu bewegen. Unter dem Strich zeigt sich: Geisterspiele sind Mist. Sollte es noch viele davon geben, werden wir uns vermutlich trotzdem daran gewöhnen und die Spieler vielleicht auch. Ob es noch viele geben wird, ist angesichts der extrem dynamischen Entwicklung an der Corona-Front kaum zu prognostizieren. Dass es in dieser Saison noch Bundesliga-Spiele mit Zuschauern geben wird, ist Stand jetzt mehr als unwahrscheinlich. Ob die Saison überhaupt regulär zu Ende gespielt wird, ist zumindest fraglich. Ob und wie der Sieg im Geisterderby dann überhaupt in die Wertung einfließt, welchen Wert dieses 2:1 also am Ende gehabt haben wird, weiß der liebe Gott. Seitenwahl-Einschätzungen: Claus-Dieter Mayer: Der Fußball in den Zeiten der Corona ist ein eher bizarres Ereignis; irgendwie wird die schönste Nebensache der Welt im Moment einfach nur noch zur Nebensache, die höchstens noch als Gradmesser für die Auswirkungen der Pandemie nützlich ist. Trotzdem freut man sich irgendwie über einen Derbysieg, darüber dass Embolo mal wieder getroffen hat und dass man wieder auf einem Platz steht der für einen Wettbewerb qualifiziert, von dem man noch nicht mal weiß, ob es ihn in diesem Jahr überhaupt geben wird.


10. Mär 2020

Geisterderby im Borussia-Park

Das für morgen angesetzte Bundesliga-Spiel Borussia gegen den 1.FC Köln findet statt - aber ohne Zuschauer. Das hat die Stadt Mönchengladbach eben offiziell bekannt gegeben . Man setze damit um, was die Gesundheitsminister von Bund und Land zum Schutz vor dem Coronavirus empfehlen, sagte Oberbürgermeister Hans-Wilhelm Reiners zur Begründung. Gleichzeitig verteidigte er die Entscheidung, das Spiel gegen Dortmund am vergangenen Wochenende noch unter normalen Bedingungen erlaubt zu haben. Eine Entscheidung, wie es in der Liga nun weitergeht, ist offiziell noch nicht gefallen. Es werden nach unseren Informationen bereits verschiedene Szenarien durchgespielt, auch ein Verzicht auf Zuschauer in der ganzen Liga für den Rest der Saison. Die Möglichkeit, nur Spiele in besonders betroffenen Regionen unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen zu lassen, steht ebenfalls im Raum, wird aber vor allem bei den West-Vereinen kritisch gesehen, weil sie einen Wettbewerbsnachteil befürchten. In Italien sind die Spiele der Serie A wegen des Coronavirus komplett gestoppt. Ob und wie die Saison dort überhaupt zu Ende gespielt wird, ist derzeit völlig unklar.


06. Apr 2020

Borussia: Training in getrennten Kleingruppen

Ab Montag (6. April) haben die Profis von Borussia Mönchengladbach das Training wieder aufgenommen. Allerdings nur unter erheblichen Auflagen in voneinander getrennten Gruppen. An ein gewohntes Mannschaftstraining ist weiterhin nicht zu denken.


31. Mär 2020

Saison »regulär zu Ende spielen« - Geisterspiele ab Mai

Wie erwartet hat die Deutsche Fußball Liga am Dienstag den Beschluss gefasst, dass der Spielbetrieb bis Ende April ruhen soll. Alsdann soll die Saison mit Geisterspielen bis möglichst 30. Juni zu Ende gespielt werden. Soweit die Theorie.


24. Mär 2020

Stillstand bis mindestens Ende April

Erwartungsgemäß wird die Fußballbundesliga noch eine geraume Zeit stillstehen. Die DFL wird beschließen, dass der Spielbetrieb zunächst bis Ende April ausgesetzt wird. Ob und wie es weitergeht, ist komplett offen.


19. Mär 2020

»Die Mannschaft hat angeboten, auf Gehalt zu verzichten«

Die Spieler von Borussia Mönchengladbach haben angeboten, auf Gehalt zu verzichten, um dem Klub und damit auch den Mitarbeitern zu helfen. Borussia wird von dem Angebot Gebrauch machen. Geschäftsführer Stephan Schippers spricht von der »schwierigsten Situation seit 1999«.


17. Mär 2020

Geisterspiele als »einzige Überlebenschance«

Der Spielbetrieb der Liga ruht offiziell bis zum 2. April, doch diese Entscheidung der DFL ist nur eine reine Formalie ohne Aussagekraft. Niemand gibt sich der Illusion hin, dass Borussia Mönchengladbach am 3. April bei Werder Bremen antreten wird. Für die Bundesliga geht es um die Existenz.


07. Apr 2020

Borussia Mönchengladbach: Matthias Ginter genießt mehr Zeit mit seinem Sohn

Für das Familienleben von Nationalspieler Matthias Ginter (26) hat die Corona-Zwangspause auch Vorteile.


07. Apr 2020

DFL-Plan: Bundesliga: Geisterspiele mit insgesamt nur 239 Personen im Stadion

Bei möglichen Geisterspielen in der Bundesliga will die Deutsche Fußball Liga einem „Bild“-Bericht zufolge nur noch 239 Menschen ins Stadion lassen.


06. Apr 2020

Borussia Mönchengladbach: Geschäftsführer Stephan Schippers verspricht: Kein Ausverkauf der Gladbach-Stars

Stephan Schippers von Borussia Mönchengladbach verspricht, dass es trotz drohender Millionen-Verluste bei dem Verein keinen Ausverkauf von Stars geben wird.


06. Apr 2020

Die 18 Clubs im Überblick: So trainieren die Bundesligisten in Corona-Zeiten

Bis Ende April ist die Saison in der Fußball-Bundesliga noch ausgesetzt. Die Deutsche Fußball Liga hofft auf einen Wiederbeginn im Mai. Die Bundesligisten bereiten sich allmählich auf den Tag X vor.


05. Apr 2020

Gladbach-Profi: Kramer: „Nichts ist schlimmer, als gar nicht zu spielen“

Weltmeister Christoph Kramer hat seine Meinung über Geisterspiele in der Fußball-Bundesliga geändert.


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