Die Medien beschäftigen sich ausgiebig und gerne mit unserer Borussia. Wir suchen täglich die wichtigsten und aktuellsten Berichte rund um Borussia heraus und verlinken an dieser Stelle auf das entsprechende Online-Angebot der jeweiligen Zeitung.

06. Aug 2020

flatex präsentiert Live-Übertragungen aller Testspiele

Im Rahmen ihrer Sommer-Vorbereitung wird Borussia die anstehenden Testspiele frei empfangbar auf...


06. Aug 2020

U23: Nächster Härtetest gegen Mittelrheinligist Frechen

Borussias U23 bestreitet am morgigen Freitagabend (18.30 Uhr) ihr nächstes Testspiel. Gegner auf...


05. Aug 2020

Wolf: „Ich beiße mich in die Spiele rein“

Seit gut zwei Wochen ist Hannes Wolf ein Fohlen. Heute stand der 21 Jahre alte Offensivspieler den...


05. Aug 2020

100 Personen beteiligen sich an Blutspende-Aktion

Im BORUSSIA-PARK haben sich am heutigen Mittwoch rund 100 Personen an einer gemeinsamen...


05. Aug 2020

Nachmittagstraining am Mittwoch entfällt

Die für den heutigen Mittwochnachmittag (16:00 Uhr) angesetzte Trainingseinheit der FohlenElf...


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06. Aug 2020

Eberls Strategie mit dem Nachwuchs: Pedri und Co. – das sagt etwas über Borussia aus

Die Transfer-Gerüchte um Borussia drehen sich aktuell vor allem um Nachwuchsspieler aus dem Ausland. Top-Talente von außen zu holen ist ein Weg, der andere ist, eigene „Fohlen“ aufzubauen. Das gehört zum Geschäftsmodell des Klubs, zu seiner DNA.

 


06. Aug 2020

Aus sportlichen Gründen: Borussia verzichtete auf die Endrunde der Europa-Leage

Champions-League-Teilnehmer Borussia Mönchengladbach wurde vom DFB gefragt, ob er Spiele des Europa-League-Finalturniers ausrichten wolle. Er sagte ab, um den Erfolg in der neuen Saison nicht zu gefährden.

 


06. Aug 2020

Sie spielten früher zusammen: Dieser Rose-Kumpel will vom Borussia-Coach lernen

Borussias Trainer Marco Rose hat sich in seinem ersten Jahr in der Bundesliga einen hohen Stellenwert erarbeitet. Seine Idee vom schnellen Umschaltspiel kommt an, wird in Fachkreisen geschätzt. Und das offenbar so sehr, dass sein alter Kumpel Balitsch etwas von ihm lernen möchte.

 


06. Aug 2020

Köln-Antwort in Quiz-Sendung verweigert: Damit belohnte Borussia den „Gefragt - Gejagt“-Kandidaten

Borussia Mönchengladbach hat den Fan gefunden, der bei der Quiz-Show „Gefragt - Gejagt“ nicht den Namen des Erzrivalen aus Köln aussprechen wollte und mit einer Belohnung gedankt.

 


06. Aug 2020

Borussias Ex-Torwart: Große Wertschätzung für ter Stegen von Barca-Präsident Bartomeu

Der Ex-Borusse Marc-André ter Stegen wurde beim FC Barcelona zum Spieler der Saison gewählt, nun lobte der Klub-Präsident Josep Maria Bartomeu den 28-Jährigen und will langfristig mit ihm verlängern. Auch in Gladbach gilt er nach wie vor als Vorzeige-Fohlen.

 


22. Jul 2020

Re-Start me up!

Eines der Paradoxa der Corona-Krise ist, dass zwar lange Zeit so gut wie nichts stattfinden durfte, dafür aber doch recht viel passiert ist. Das gilt auch für den Fußball, wo die neue Normalität sich größte Mühe gibt, sich der alten immer mehr anzupassen. Der heimische Liga-Betrieb wurde abgeschlossen, man diskutiert inzwischen weniger ob, sondern eher wie Zuschauer in die Stadien zurückkehren können und in wenigen Wochen werden dann auch die internationalen Wettbewerbe fortgeführt. Da gerät fast in Vergessenheit, wie umstritten der Re-Start der Bundesliga vor 10 Wochen noch war. In ihrer fast zwei Jahrzehnte andauernden Geschichte hatte die DFL wohl kaum eine schwierigere Aufgabe zu lösen. Primär ging es natürlich erstmal darum, eine Strategie für einen Spielbetrieb zu entwickeln, der weder Spieler, Umfeld noch die Restbevölkerung gesundheitlich gefährden würde. Gleichzeitig musste man sich aber mit Gegenwind aus sehr unterschiedlichen Richtungen beschäftigen. Zum einen gab es die Entrüstung, warum denn der Fußball eine Ausnahme bilden sollte, wo die sonstige Unterhaltungsindustrie (Gastronomie, Kultur, etc.) wie auch große Teile der Wirtschaft stillgelegt waren, und ob denn überhaupt jemand Fußball gucken wolle, während die Nachrichten überfüllte Krankenhäuser quer durch Europa zeigten. Ganz andere Bedenken gab es aus dem harten Kern der Fanszene, wo man befürchtete, die geplanten Geisterspiele seien nur der erste Schritt zur Entmachtung der Ultras: Hat man erstmal etabliert, dass Fußball auch ohne Fans prima funktioniert, dann würde man bestimmt im nächsten Schritt auch nur die wieder hereinlassen, die brav alles abklatschen und höchstens mal „Hopp, Du Impfstoff-Retter!“ skandieren. Wie sehr sich die Diskussion dann geändert hat, sieht man daran, dass im März noch viele Frankreich und die Niederlande dafür lobten, die Lage realistisch einzuschätzen und mit der Einstellung des Ligabetriebs das einzig Richtige zu machen. Mittlerweile mehren sich die Stimmen, dass man in diesen Ländern mit einer voreiligen Entscheidung dem Fußball großen Schaden zugefügt habe. Auch SEITENWAHL hat damals Stellung bezogen und das durchaus mit kontroversen Ansichten in den eigenen Reihen. Ex-Redakteur Joachim Schwerin forderte am 26. März gekonnt polemisch die baldige Rückkehr zum Spielbetrieb, während Uwe Pirl am nächsten Tag die Gegenposition einnahm, zur Vorsicht aufrief und Schwerin vorwarf, dem Fußball zu viel Bedeutung zuzumessen. Am 3. Mai, also knapp 2 Wochen vor dem tatsächlichen Re-Start, gab die SW-Redaktion unter dem Titel „The show must go on?“ noch einmal persönliche Stellungnahmen zu dem Thema ab. Nun wissen wir sehr gut, dass Experten auch mit den dämlichsten Einschätzungen durchkommen, weil meist kein Mensch später ihre vergangenen Prognosen noch einmal überprüft. Gott sei Dank herrschen hier beim ältesten Internet-Fan-Portal der Borussia aber höhere Standards, sodass alle Redakteure noch einmal kommentieren dürfen (höre ich müssen?), wie sie den Re-Start und ihre ursprüngliche Meinung dazu im Nachhinein sehen und auch wie sich das auf die Beurteilung der nächsten Schritte auswirkt. Christian Spoo: Es ist gut gegangen - zumindest, was die Gesundheit der Spieler und aller, die am Abwickeln der Saison vor Ort beteiligt waren, angeht. Das ist die beste Nachricht nach dem Ende der Bundesliga-Saison. Das Hygiene-Konzept der DFL hat funktioniert, vorausgesetzt man geht nicht davon aus, dass in erster Linie glücklicher Zufall eine Corona-Welle innerhalb des Systems verhindert hat. Dass man ein solches Hygiene-Konzept auch weiterhin brauchen wird und dass man dabei nicht im Geringsten nachlassen sollte, zeigt das Beispiel Schweiz, wo die halbe Mannschaft des FC Zürich mit Infektion aus dem Spiel genommen wurde. Dass das Interesse am Produkt Fußball nachlassen würde, hatte ich vor dem Re-Start der Liga für möglich gehalten. Ist es so gekommen? Ich weiß es nicht. Zuschauerzahlen, an denen man das messen könnte, gibt es naturgemäß nicht. Von zahllosen zusätzlichen Sky- oder DAZN-Abonnenten war nichts zu lesen und zu hören, aber wer sich für die Bundesliga interessiert, dürfte ohnehin schon ein Abo gehabt haben. Allein, dass viele, die dem Phänomen "Fußball unter Corona-Bedingungen" skeptisch entgegenstanden sich am Ende doch darauf eingelassen haben, deutet darauf hin, dass die Skepsis meinerseits vielleicht zu groß war. Dass Geisterspiele nicht "the real deal" sind, bestreitet niemand, der dem Fußball emotional verbunden ist. Die meisten können sich ganz offenbar aber darauf einigen, dass sie besser sind, als nichts. Ich persönlich hatte vor Wiederaufnahme des Spielbetriebs keine Lust auf Bundesliga, habe die Spiele nicht sonderlich genossen und fühlte nach der Niederlage gegen Leverkusen - die ich wie viele für das Ende der borussischen Champions-League-Ambitionen hielt - fast nichts. Umso erstaunlicher, dass es mich dann zum Ende hin doch noch ein bisschen gepackt hat. Am letzten Spieltag verspürte ich erstmals wieder Nervosität einige Stunden vor dem Anpfiff und Herzklopfen während des Spiels. Am Ende stand Freude über das Erreichen des vierten Platzes, gleichzeitig getrübt von der Vorstellung, wie es wäre, den Sieg gegen Hertha im Block und später mit diversen Litern frisch gezapften Altbiers zu feiern. Unterm Strich aber tatsächlich: Besser als nichts. Ob es schlau ist, die Rückkehr der Zuschauer schon zum Start der neuen Saison anzupeilen, weiß ich nicht. Wohl ist mir bei der Idee nicht und ich werde sicher nicht zu denen gehören, die sich um die vermutlich knapperen Plätze im Stadion bewerben werden. Die Diskussion um dir Rückkehr zeigt eins definitiv: Der Fußball möchte dahin zurück, wo er vor der Krise war. Die Vorstellung, dass der Fußball aus Corona lernt und danach nicht zum turbokapitalistischen Alltagsgeschäft zurückkehrt, hatte ich freilich ohnehin nie. Es wird, sobald es möglich ist, alles sein wie vorher. Und das ist - am langen Ende, wie wir Borussen zu sagen gelernt haben - die schlechte Nachricht. Thomas Häcki: Sportlich gesehen kann man vor den Fohlen nur den Hut ziehen. Den knappen Vorsprung auf den Verfolger aus Leverkusen vor Zwangspause konnte man nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs halten und sich so den Platz an der Champions.League-Sonne sichern. Souverän? Sicherlich nicht immer. Verdient? Ohne jeden Zweifel. Wer neben den viertmeisten Punkten auch die viertmeisten Tore, viertwenigstens Gegentore, viertwenigsten Niederlagen, die viertbeste Tordifferenz sowie die drittmeisten Siege aufweist, der hat am Ende den vierten Platz ganz offensichtlich mehr als verdient. Platz 5 in der Nachpausentabelle ist aller Ehren wert! Was dieses Team auszeichnet sind seine Nehmerqualitäten. Rückschläge führen nicht wie so oft in der Vergangenheit zu Negativläufen, sondern werden offensiv beantwortet. Das Erreichen der Champions League ist somit weniger das Ergebnis der versammelten individuellen Klasse sonder vielmehr das Produkt einer echten Mannschaftsleistung. Ich gebe zu, dass ich selbst daran nicht mehr geglaubt habe. Die Niederlage in Freiburg, als man einen Gegner dominierte, um dann mit leeren Händen die Heimreise anzutreten, war ein Stich ins Borussenherz. Danach wollte ich mir keine Partie mehr anschauen, das Bayernspiel habe ich dem schönen Wetter geopfert. Erst der beherzte Auftritt gegen Wolfsburg hat wieder sowas wie Begeisterung entfacht. Wenn man mit deutlich über 60 Punkten Fünter würde, dann wäre es eher ein Zeichen der Stärke der anderen und nicht der eigenen Schwäche. Am Ende steht pure Begeisterung. Dass mich diese zwischenzeitlich verlassen hat, liegt allerdings auch am Ausschluss der Zuschauer. Fußball ohne Fans ist wie Whisky aus der Dose. Kann man trinken, aber nicht genießen. Fairerweise muss man aber zugeben, dass alles andere definitiv nicht durchsetzungsfähig war. In einer von Hysterie geprägten Debatte um ein Virus wäre ein Sonderweg Bundesliga gesellschaftlich schlichtweg untragbar gewesen. Dies zeigt sich schon an den teilweise lächerlichen Diskussion um jubelnde Spieler oder Spielerfrauen auf der Tribüne. Die DFL war hier sicherlich auch getrieben von den Versuchen der Gesundheitsbehörden, Sicherheit zu simulieren, wo es keine geben kann. Unter diesen schwierigen Rahmenbedingungen muss man daher auch der DFL Respekt zollen. Ein fader Beigeschmack bleibt allerdings bei der Verteilung der wirtschaftlichen Risiken. Die wirtschaftliche Not der Vereine bei ausbleibenden Fernsehgeldern hat die Wiederaufnahme ja erst alternativlos werden lassen. Die Fernsehgelder konnten gerettet werden, auf den Kosten des Ausschlusses der Fan bleiben die Vereine hingegen weitestgehend sitzen, und zwar in einem deutlich unterschiedlichen Ausmaß. Dies wird die Schere zwischen den reichen und armen Vereinen zwangsläufig weiter auseinandergehen lassen. Eine Diskussion um die Neuverteilung der Gelder und financial Fairplay wäre somit wünschenswert. Diese Chance wurde allerdings verpasst. Claus-Dieter Mayer: Die Herren bei der DFL werden von sich selbst höchst begeistert sein. Mit kleineren Ausnahmen (Kalou, Dresden, Heiko Herrlichs Handcreme-Krise…) hat es prima geklappt. Ja, hier und da mag wer geschrieben haben, der Ruf des Fußballs sei ruiniert, weil jetzt jeder wisse, dass es nur um Geld geht, aber das ist in einer kapitalistischen Gesellschaft ein ziemlich naiver Vorwurf. Der Inhaber des italienischen Restaurants um die Ecke hat seinen Laden auch nicht deswegen zugemacht, weil er so große Sorgen um die Gesundheit seiner Kundschaft hatte und er hat ihn auch nicht wiedereröffnet um altruistisch das Menschenrecht auf Pizza zu schützen. Aber bevor jetzt jemand aber Christian Seifert als Gesundheitsminister fordert, sollte man sich bewusstmachen, dass das Hygiene-Konzept der DFL im Wesentlichen nur eine PR-Maßnahme war nach dem Motto: „Schaut her, wie vorsichtig wir sind! Masken, Abstand …fast wie bei normalen Menschen!“. Man darf davon ausgehen, dass die peniblen Regeln in der Kabine, auf dem Trainingsplatz im Hotel vielfach nicht eingehalten wurden, nur waren die meisten nicht so dumm, Videos davon zu posten. Dass es keinen Corona-Ausbruch in der Liga gab, lag weniger an den Hygiene-Maßnahmen, sondern daran, dass die Prävalenz des Virus Mitte Mai in Deutschland schon wieder so niedrig war, dass das Risiko dafür überschaubar war. Etwas Glück ist beim Fußball halt auch immer nötig. Ähnlichen Dusel hatte man auch was die Akzeptanz der Bevölkerung anging. Der ursprüngliche kolportierte Widerstand wurde sicher dadurch verringert, dass die Menschen selbst wieder in Biergärten und Geschäfte durften. Rein sportlich war es eine gelungene Aktion. Die Spiele waren insgesamt auf erstaunlich hohem Niveau. Dortmund, Leverkusen und Fortuna Düsseldorf können kaum Corona für ihr Abschneiden verantwortlich machen, sondern haben es - wie sich das gehört - auf dem Platz verbaselt, was erheblich befriedigender ist als Meisterschaft und Abstieg per Gerichtsentscheid. Was das persönliche Erlebnis angeht, so muss ich sagen, dass Geisterspiele natürlich nicht dasselbe sind, ich aber an den Borussia-Spielen (und sonst habe ich mir wenig angeschaut) schon Freude hatte und das Spiel als solches genießen konnte. Schwieriger wird es da schon bei Spielen, die eigentlich ein Event sein sollten, wie z.B. ein Derby oder Endspiel. Kein Wunder, dass das DFB-Pokalfinale die niedrigsten Einschaltquoten seit Jahren hatte. Interessant ist, wie es weitergeht. Die Möglichkeit, dass im Herbst Zuschauer teilweise wieder zugelassen sind, dann der Impfstoff oder ein anderes Wunder geschieht und 2021 alles wieder ganz wie früher sein wird, besteht, aber verlassen sollte man sich auf solch ein Best-Case-Szenario vermutlich nicht. Die Krise hat gezeigt, dass, auch wenn das Spiel als solches unverwüstlich sein mag, der Fußball als Geld-spuckendendes Massenphänomen erheblich verwundbarer ist, als man das vielleicht gedacht hätte (das gilt für viele andere Branchen natürlich ähnlich, sofern es nicht gerade Hersteller von Gesichtsmasken oder Desinfektionsmitteln sind). So mancher Geschäftsführer oder Sportdirektor wird in der näheren Zukunft vielleicht weniger auf Tabellenplätze oder Transfersummen schauen als auf r-Werte und Neuigkeiten von klinischen Studien. Mike Lukanz: In der SEITENWAHL-Redaktion pflegen wir einen Gruppenchat via WhatsApp (ja, auch alte Männer nutzen das noch). Dort ging es zu Beginn der Corona-Pandemie zwischenzeitlich hoch her, weil wir wie alle anderen Bürger dieses Landes - die Politik eingeschlossen - mit dieser neuen Situation umgehen mussten und schlicht überfordert waren. Dass schon wir intern teils erheblich unterschiedliche Auffassungen von Maßnahmen, Interpretationen von R-Werten, Sterblichkeitsraten oder neuesten Aussagen von Professor Drosten oder Karl "Dr. Doom" Lauterbach hatten, zeigt mir rückblickend nur, wie komplex diese Situation für jeden Einzelnen war und wahrscheinlich noch immer ist. Das Wort "rückblickend" könnte hier freilich implizieren, dass wir die Pandemie überstanden haben. Haben wir natürlich nicht, auch nicht intellektuell oder argumentativ. Noch immer tobt in Familien, in WhatsApp-Gruppen oder sozialen Medien der gleiche Kampf zwischen denen, die inzwischen versuchen, einen normalen Alltag zu erleben und denen, die sich noch immer maßlos darüber echauffieren, wenn sie am Ufer eines Sees mehr als zehn Leute nebeneinander ohne Maske sitzend sehen. Wie oft habe ich in den vergangenen Wochen Menschen "Die Quittung sehen wir dann in zwei Wochen!" unken gehört - eine Prognose, die trotz Black-Lives-Matter-Demonstrationen mit zehntausenden Teilnehmern oder leichtsinnigen Rave-Parties auf der Spree in Berlin dann doch nie eingetreten ist. Zum Glück. Es ist nach wie vor eine trügerische Situation. Allerdings, und diese Bemerkung sei mir erlaubt, empfinde ich dieses Land und seine Bürger als sehr viel verantwortungsvoller und disziplinierter, als dies durch hysterische Reaktionen oder Medienberichte bisweilen den Anschein hat. Wir haben gelernt, damit umzugehen - und rücksichtslose Idioten gibt es leider immer. Womit wir beim Fußball und der Bundesliga sind. Ich war in der Debatte um die Wiedereröffnung des Spielbetriebs überraschend emotionslos. Was daran lag, dass ich dem Fußball allgemein relativ emotionslos gegenüberstand. Einfach, weil es ganz offensichtlich andere, wichtigere Probleme gab als die Frage, ob meine Lieblingsmannschaft am Samstagnachmittag gegen den Ball treten darf. Das Fazit fällt dennoch positiv auf. Die leeren Ränge konnte ich nach ein, zwei Spielen Gewöhnung ausblenden, gegen Ende war ich wieder mit ganzer Sache dabei und habe mich gefreut wie ein kleines Kind, dass sich Borussia in dieser tollen Saison dann doch mit dem vierten Platz belohnen konnte. Selbst aus Leverkusen kamen nach Abpfiff des 34. Spieltags anerkennende Worte Richtung Niederrhein. Für Marco Rose ist es ein überragender Erfolg, die Mannschaft hat uns allen sehr viel Freude (und erneut ein paar graue Haare mehr) bereitet. Das Mitfiebern hat mir ganz persönlich dann irgendwie doch geholfen, ein bisschen Alltag und Gewohntes nach der wochenlange Schockstarre und Ungewissheit zu erleben . Die Frage, ob die DFL einige Fälle gegebenenfalls unter den Tisch hat fallen lassen oder nicht, ist müßig und hier nicht entscheidend. Hinter den Kulissen, und das ist reine Mutmaßung, wird es Gespräche zwischen der DFL und der Politik gegeben haben. Und Populisten wie Laschet und Söder haben schnell verstanden, welche sinnstiftende Bedeutung der Fußball haben kann. Auch der Rechteinhaber Sky hatte sein ganz eigenes Interesse, die Übertragung wieder und weiter zu gewährleisten, stand doch gleichzeitig die Ausschreibung der Rechte für die kommenden Jahre auf dem Spiel. Das erklärt die teils krude wirkenden Maßnahmen von Sky, das mit gefühlt zehn Meter Abstand, Masken vorm Mund und Schutzfolie übern Mikro Interviews führte oder seine Kommentatoren mit Maske vorm Mund Einschätzungen geben ließ, während die Menschen in diesem Land schon längst wieder in Biergärten nebeneinander sitzen durften. Damit wir uns nicht falsch verstehen: zu viel Vorsicht ist immer besser als zu wenig, insofern ist hiermit kein Vorwurf oder gar Häme verbunden. Das Konzept der DFL ist - vielleicht mit ein bisschen Glück - aufgegangen. Das gilt es anzuerkennen. Wir wissen alle nicht, was in 2021 ist, ob es einen Impfstoff gibt oder doch die "zweite Welle", und das sollten wir uns einfach eingestehen. Und vielleicht noch Max Eberl zitieren: "Wir denken von Spiel zu Spiel." Vielleicht war dieser Satz nie wahrer als jetzt. Uwe Pirl: In meinem als Antwort auf Joachim Schwerins Artikel „Spaß muss sein“ verfassten Beitrag „Wie wichtig ist Fußball?“ habe ich Ende März eine Fortsetzung der Saison eher skeptisch gesehen und im Spannungsfeld zwischen der grassierenden Pandemie und den finanziellen Nöten der Vereine nur unter bestimmten Voraussetzungen für sinnvoll gehalten: „…, bekommen wir die Pandemie in den Griff, sind wir vielleicht an einem Punkt wie China oder Südkorea jetzt, wird niemand etwas dagegen einwenden, sich wieder mit Spaß dem Fußball zuzuwenden. “ Im Nachhinein muss ich DFL und DFB gratulieren zum Wiederanpfiff der Saison. Vermutlich war Mitte Mai exakt der Zeitpunkt, an dem einerseits die Pandemie hinreichend im Griff erschien und andererseits das Bedürfnis des Publikums nach Zerstreuung bereits wieder wuchs. Zudem hat trotz des nicht besonders schlauen Zahnpastakaufs des Herrn Husefack das Hygienekonzept erstaunlich gut funktioniert, so dass erfreulicherweise die Saison – mit Ausnahme des Falls Dynamo Dresden – ohne Wettbewerbsverzerrungen zu Ende gespielt werden konnte. Natürlich sind Geisterspiele nicht der Weisheit letzter Schluss – interessant war die Erfahrung trotzdem. Hatte ich am Anfang das Gefühl, die Atmosphäre gleiche dem Kick zweier Thekenmannschaften, den ich regelmäßig samstags beim Dehnen vor und nach dem Laufen sehen kann, fand ich es zunehmend spannend, einmal all die hereingerufenen Anweisungen verstehen zu können (bzw. das babylonische Sprachengewirr zu registrieren, in dem dies manchmal erfolgt). Und schließlich hat mich – wie kann es anders sein – am Ende auch die Spannung bzgl. der Qualifikation für die Champions League gepackt. Entlarvend war in dem Zusammenhang, auch welch tönernen Füßen das Geschäftsmodell manches Konkurrenzvereins steht. Für skandalös halte ich den Versuch, eine selbstverschuldete Finanzkrise durch eine Landesbürgschaft lösen zu wollen (aber gut, wenn der Ex-Aufsichtsratsvorsitzender Staatshilfen für die selbst verursachte Betriebsunterbrechung will, verhält man sich ja eigentlich nur konsequent). Verwundert hat mich, dass die Politik darauf eingeht – gerade in einem Land wie NRW mit seinen ausgeprägten lokalen Rivalitäten erscheint das mit Blick auf eine angestrebte Wiederwahl nicht besonders schlau. Die Hoffnung, dass der Profifußball aufgrund des Lockdowns seine Strukturen und sein wirtschaftliches Gebaren überdenkt, habe ich aber ohnehin nicht, erst recht nicht mehr nach dem Urteil des CAS im Fall Manchester City. Eher halte ich es für möglich, dass interessierte Kreise unter dem Vorwand hygienischer Notwendigkeiten einen neuen Anlauf zur dauerhaften Abschaffung der Stehplätze und/oder zur Einführung personalisierter Tickets unternehmen werden. Es bleiben also spannende Zeiten. Michael Heinen: Es hätt noch immer jot jejange. Selten behalten Kölner mit irgendetwas Recht, aber bezogen auf den Bundesliga-Re-Start in Zeiten von Corona passt dieser dritte Paragraph des Kölsches Grundgesetzes grundsätzlich ganz gut. Was aber nicht bedeutet, dass es nicht auch hätte schiefgehen können. Und trotz des insgesamt relativ erfolgreichen Verlaufs gibt es ein paar negative Punkte, die in der öffentlichen Gesamtbetrachtung etwas kurz kommen: Dynamo Dresden hatte vor der Corona-Pause einen guten Lauf, wurde dann aber durch die zwischenzeitliche Quarantäne und den anschließenden Zeitdruck im Abstiegskampf erheblich benachteiligt. Ein fairer Wettbewerb war nicht nur dort kaum gegeben. Wäre dies den Bayern oder dem BVB passiert, würde die Öffentlichkeit heute ganz anders über den "Erfolg" des Re-Starts urteilen. Ferner hat dieser vielen Menschen das ersehnte Gefühl von "Normalität" ein Stück weit zu sehr zurückgebracht und damit zu einer abnehmenden Vorsicht z. B. beim Tragen von Masken und anderen Hygienevorschriften beigetragen. Zu guter letzt war absehbar, dass durch diverse Feierlichkeiten - ob beim Aufstieg der Bielefelder Arminia oder beim Klassenerhalt in Bremen und Hamburg - Menschenmassen unvermeidlich waren, die das Risiko der viel beschworenen "zweiten Welle" deutlich erhöht haben. Man stelle sich vor - im best case - Borussia oder - im worst case - der BVB wären Deutscher Meister geworden und es hätte tatsächlich Fans gegeben, die diesen Titel hätten feiern können - vermutlich zu Hunderttausenden. Wir befinden uns noch immer in einer Pandemie, von der keiner so recht weiß, wie sich weiter entwickeln wird. Deutschland hat in den letzten Monaten vieles richtig gemacht - auch der Fußball, der trotz aller Kalous und Herrlichs ein sehr professionell-überzeugendes Hygienekonzept auf- und durchgezogen hat. In anderen Ländern sieht die Lage aber ganz anders aus und es wäre naiv zu glauben, wir wären vor solchen Entwicklungen per se immun. Von daher würde ich mir nicht anmaßen bewerten zu wollen, ob die Vollendung der Bundesliga-Saison aus epidemiologischer Sicht ein Erfolg gewesen ist. Insgesamt können wir uns aber glücklich schätzen, dass wir die Saison zu einem nicht nur für Borussia erfreulichen Ende gebracht haben und die Pandemie in Deutschland trotzdem weiterhin in überschaubaren Bahnen verläuft. Es ist uns allen zu wünschen, dass dies in den kommenden Monaten so bleibt und sich somit im Laufe des nächsten Jahres nicht nur in der Bundesliga wieder so etwas wie echte Normalität mit echten Fans in echten Stadien einstellt. Am besten schon zum Start der Champions-League-Saison mit einem Heimspiel gegen den FC Liverpool vor 46.291 Zuschauern.


16. Jul 2020

Mögliche Gegner in der Champions League

Die Corona-Pandemie hat den europäischen Fußball ziemlich durcheinandergewirbelt, sodass eine Vorhersage schwerfällt, welchen Vereinen Borussia Mönchengladbach bei der Auslosung am 1. Oktober 2020 in Athen zugelost werden könnte. Fest steht – Stand heute – dass die ersten Spiele der Gruppenphase am 20. und 21. Oktober 2020 um 18.55 Uhr sowie 21 Uhr stattfinden. Die Hinspiele der Gruppenphase werden an den beiden darauffolgenden Dienstagen und Mittwochen fortgesetzt. Nach einer dreiwöchigen Pause ab Anfang November starten dann ab dem 24. und 25. November 2020 erneut im Wochenrhythmus die jeweiligen Rückspiele der Gruppenphase, die am 9.12.2020 abgeschlossen werden. Dann entscheidet sich, ob Borussia als einer der beiden Gruppenersten ab Februar 2021 im Achtelfinale der Champions League weitermachen darf oder als Gruppendritter in die erste K-O-Runde der Europa League einzieht. Besonders optimistische Optimisten können sich den 29.05.2021 vormerken, an dem im Atatürk-Olympiastadion von Istanbul das Endspiel um die Champions-League-Krone stattfinden wird. Das Teilnehmerfeld an der Champions League Gruppenphase ist bereits gut zur Hälfte bekannt, obwohl noch nicht alle Ligen ihre aktuelle Saison abgeschlossen haben und anschließend im Sommer noch eine für einige Vereine ggf. langwierige Qualifikationsrunde folgen wird. Während die deutsche Bundesliga ihre Saison zu einem halbwegs ordnungsgemäßen Ende gebracht hat, wurde die Spielzeit in der französischen Ligue 1 vorzeitig abgebrochen. Hier stehen die Teilnehmer an den europäischen Wettbewerben also bereits fest. In den laufenden Ligen von Italien und Spanien sind die Verhältnisse zumindest soweit geklärt sind, dass die je vier Teilnehmer an der Gruppenphase (so gut wie) sicher sind. Umkämpft ist dagegen z. B. der 4. Platz in der englischen Premier League, um den sich u. a. Leicester City, Manchester United und die Wolverhampton Wanderers balgen. Schon jetzt steht fest, dass Borussia bei der Auslosung keinesfalls in einem der ersten beiden Lostöpfe landen wird. Lostopf 1 ist ohnehin für die Meister der gemäß UEFA-Koeffizient besten europäischen Ligen sowie für die Sieger der Champions und Europa League 2019/20 vorbehalten. Bis auf die beiden letzteren stehen die qualifizierten Teams hier bereits fest, die in der untenstehenden Übersicht fett markiert sind. In den Töpfen 2 bis 4 entscheidet dann ausschließlich nur noch der UEFA-Koeffizient über die Einteilung, der durch das Abschneiden in den europäischen Wettbewerben der letzten fünf Jahre bestimmt wird. Borussia konnte hier 26,000 Punkten sammeln und liegt damit selbst schlechter als die ebenfalls bereits qualifizierten Lokomotive Moskau und FC Brügge. Lostopf 2 ist bereits relativ sicher gefüllt. Einzige Einschränkungen: In England muss der FC Chelsea noch zwei Spiele lang seine Position verteidigen. Sollten zudem weder Barcelona, Neapel, Lyon oder Atletico Madrid die diesjährige Königsklasse gewinnen, würde der FC Porto als portugiesischer Meister in den höchsten Topf nachrücken und in Topf 2 einen Platz für ein bisher noch nicht fix qualifiziertes Team freimachen, das voraussichtlich Benfica Lissabon oder Ajax Amsterdam heißen wird. Die Teams im Lostopf 3 werden sich in diesem Sommer bis auf RB Leipzig erst noch qualifizieren müssen. Neben Borussia, Lokomotive Moskau und Brügge stehen ansonsten noch Olympique Marseille und Basaksehir Istanbul als fixe Teilnehmer an der Gruppenphase fest, die zumeist beste Chancen auf eine Eingruppierung im Lostopf 4 haben. Hier werden sich durch die Qualifikationsrunden im Sommer aber noch unvorhersehbare Verschiebungen ergeben, sodass die folgende Betrachtung vorläufig noch als „nette Spielerei“ verstanden werden sollte. Sollte sich an den aktuellen Platzierungen in der Liga nichts mehr ändern und sich in den laufenden UEFA-Wettbewerben sowie in der Qualifikation die Teams mit dem besten UEFA-Koeffizienten durchsetzen, könnte die Einteilung der Lostöpfe z. B. wie folgt aussehen – fettgedruckt sind die Teams, die bereits sicher für die Gruppenphase qualifiziert sind. In Klammern findet sich der jeweilige UEFA-Koeffizient. Pro Gruppe darf nur jeweils ein Team aus einem Landesverband starten, was die Zahl der möglichen Gegner auf sieben je Lostopf reduziert. Borussia könnte also z. B. auf den FC Liverpool, FC Barcelona und Ajax Amsterdam treffen. Alternativ wäre aber z. B. auch eine Gruppe mit Zenit St. Petersburg, FC Porto und Olympiakos Piräus möglich. Lostopf 1 Real Madrid (134.000) Bayern München (123.000) Juventus Turin (115.000) Paris Saint-Germain (105.000) FC Liverpool (99.000) Zenit St. Petersburg (64.000) Sieger Champions League 2019/20 Sieger Europa League 2019/20 Lostopf 2 Atletico Madrid (126.000) FC Barcelona (124.000) Manchester City (112.000) FC Sevilla (88.000) BVB (85.000) FC Chelsea (83.000) Shakhtar Donezk (77.000) FC Porto (75.000) Lostopf 3 Benfica Lissabon (70.000) Ajax Amsterdam (69.500) Dynamo Kiew (55.000) RB Salzburg (53.500) RB Leipzig (44.000) Olympiakos Piräus (43.000) Lazio Rom (41.000) Lokomotive Moskau ( 33.000) Lostopf 4 Atalanta Bergamo (32.500) Inter Mailand (32.000) Olympique Marseille (31.000) FC Brügge (28.500) Borussia Mönchengladbach (26.000) Leicester City (22.000) Basaksehir Istanbul (21.500) Stade Rennes (14.000)


02. Jul 2020

Stolzer Blick zurück...

Copyright: Christian Verheyen/Borussia „Alle Analysen sind egal, wir stehen auf dem 4. Platz “ sagte Jonas Hofmann nach dem Sieg gegen die Hertha am letzten Samstag und fasste damit das harte Los jeder Begegnung am 34 Spieltag zusammen: entweder interessiert sich schon vorher kein Mensch mehr dafür oder aber es zählt einzig und allein das Ergebnis. An dem „Wie“, der Taktik, der Form einzelner Spieler usw. ist nach Abpfiff niemand interessiert, denn das nächste Spiel liegt fern und wird mit komplett neu gemischten Karten gespielt werden, so what? Deswegen haben wir bei Seitenwahl auch von unserem üblichen Nachbericht abgesehen. Wollte am Sonntag oder Montag wirklich noch wer diskutieren warum Stindl den Ball frei vorm Tor in der 41. Minute an den Pfosten setzt, warum man das Spiel „nur“ 2:1 gewonnen hat, obwohl ein sehr viel deutlicher Sieg möglich gewesen wäre? Eben! Sobald der letzte Spieltag gespielt ist, gehen die Gedanken schon zur neuen Saison hin. Bei Borussia wurden neues Trikot und neuer Sponsor vorgestellt, diverse Abgänge sind mittlerweile klar, was Neuzugänge angeht, gibt es bislang nur Gerüchte. Aber ganz so unkommentiert wollen wir diese bemerkenswerte Spielzeit dann doch nicht lassen. Deshalb hier die Statements der SW-Redaktion zur Saison 2019/2020. Claus-Dieter Mayer : 10, 10, 9, 8…nein, das sind nicht die Alter zufällig ausgewählter Grundschul-Kinder, sondern die erzielten Tore von Thuram, Plea, Stindl und Embolo, Gladbachs besten Torschützen der Saison. Gemessen an Lewandowskis 34 Treffern mag das bescheiden aussehen, aber es deutet eine große Stärke der Borussia an: der Erfolg ruhte auf vielen verschiedenen Schultern. Das zeigt sich auch an der Personalie Denis Zakaria. Der Schweizer spielte bis zu seiner Verletzung eine fantastische Saison und galt als vielleicht einziger Spieler als „unersetzbar“. Umso verblüffender daher, dass die Borussia in den 24 Spielen vor Zakarias Ausfall den nahezu identischen Punktedurchschnitt (1.92) aufweist wie in den 10 Spielen danach (1.9). Borussia hat einen über Jahre aufgebauten breiten Kader, der sich enorm robust gegenüber Rückschlägen, Formkrisen und Ausfällen zeigte. Waren Thuram, Zakaria oder Lainer die Stars der Hinrunde, so waren das zuletzt Neuhaus, Hofmann und Stindl. Irgendwer war immer da, um es zu richten (ausser in der Europa-League, aber das lassen wir hier mal unter den Tisch fallen). Einen Riesenanteil hat natürlich auch der Trainer. Mancher war skeptisch gegenüber dessen was man so von Marco Roses Vorstellung im Vorfeld hörte. Würde ausgerechnet die für gepflegten Fußball stehende Borussia in eine krawallige Pressingmaschine verwandelt werden, während in Leipzig ein Nagelsmann ganz im Gegenteil versucht, RB zu entrangnicken? Das erste Heimspiel gegen Schalke war nicht ermutigend. Man presste und spielte vertikal nur um zu pressen und vertikal zu spielen. Es sah ähnlich unbeholfen aus wie ein 4-jähriger der sich zum ersten Mal auf ein Fahrrad ohne Stützräder setzt. Umso bemerkenswerter wie schnell sich die Mannschaft den Vorgaben des Trainers anpasste, aber auch wie schnell Rose sich den Fähigkeiten seines Kaders anpasste. Das Gladbacher Spiel ist weiterhin geprägt durch schönen Kombinationsfussball, aber hinzugekommen ist eine Intensität verbunden mit körperlicher Robustheit, die zuvor gefehlt hat. Als Rasenfunk-Moderator Max Jacob Ost der Tage meinte, die Borussia habe den vielleicht spiel-intelligentesten Kader der Liga wollte man auf jeden Fall nicht widersprechen. Und dann sei noch mal der Saisonabschluss gewürdigt. Ich kann mich nicht erinnern, wann die Borussia jemals eine Spielzeit mit 3 Siegen abgeschlossen hätte. Und das nach 2 sehr unglücklichen Niederlagen, dem Abrutschen auf den fünften Platz und dem Ausfall der beiden Topstürmer. Die Selbstverständlichkeit mit der man die letzten Spiele gewann, war alles andere als selbstverständlich. 30 Punkte in der Rückrunde bedeuten, dass Marco Rose nun Platz 1 und 3 in den Halbserien der letzten 5 Post-Favre Jahre belegt. Es gab eben keinen Einbruch wie in den Vorjahren. Die 5 Punkte Unterschied lassen sich sehr einfach mit Glück/Zufall erklären. Wo man in der Hinrunde noch eher durchschnittliche Spiele in Mainz oder Hoffenheim gewinnen konnte, ließ man in der Rückrunde in bei sehr viel überzeugenderen Auftritten in Leipzig oder Freiburg Punkte liegen. Das passiert, aber insgesamt gab es keine echte Krise, kein Nachlassen. Nur wie man 2:0 in Gelsenkirchen verlieren konnte, wird wohl nie jemand verstehen… Copyright: Christian Verheyen/Borussia Michael Heinen: Das bittere Ausscheiden und teils peinliche Auftreten in Europa darf bei einer Analyse dieser Saison leider nicht verschwiegen werden. Es wird aber überlagert von einer herausragenden Leistung in der Bundesliga, die am langen Ende mit der Rückkehr in die europäische Königsklasse gekrönt wurde. Dieser Erfolg hat viele Gründe - und an allererster Stelle muss hier stets Max Eberl genannt werden, der es mit seinem Team seit Jahren versteht, die finanziellen Nachteile gegenüber der Konkurrenz durch Schnelligkeit und Bauernschläue wettzumachen. Mit Bensebaini, Embolo, Lainer und Thuram wurden erneut vier Leistungsträger verpflichtet, die auf Anhieb eingeschlagen sind und ihre Erwartungen sogar übererfüllten. Dafür wurden insgesamt weniger als 40 Mio. € Ablöse ausgegeben, was in Zeiten, in denen bei den Bayern ein 50-Mio.-Transfer als Schnäppchen durchgeht, besonders bemerkenswert ist. Ein echter Schnapper war auch Borussias neuer Trainer, der sein neues Spielsystem innerhalb weniger Wochen erfolgreich implementierte, obwohl ihm eine längere Eingewöhnungszeit nicht vorzuwerfen gewesen wäre. Dass Borussia über mehrere Monate von der Tabellenspitze grüßte, konnte nur eine Momentaufnahme sein und war insbesondere dem zwischenzeitlichen Schwächeln der vier- bis fünfmal so finanzstarken Bayern zu verdanken. Mit Leverkusen, Wolfsburg und Schalke wurden dagegen drei Kohle-Klubs mit extremer externer Hilfe - teilweise deutlich - distanziert. Die Aussage von Eberl, dass Borussias Saisonergebnis so etwas wie eine "Meisterschaft" sei, ist daher keinesfalls übertrieben. Bayern-Fans, die über die erneute Meisterschaft ihres Klubs jubeln, freuen sich vermutlich auch, wenn sie ihre 4jährige Tochter beim Schach besiegen. Borussen-Fans dagegen haben echten Grund, auf ihren Verein und seine weit bemerkenswertere Leistung stolz zu sein. Was besonders beeindruckt war die Charakterstärke der Mannschaft in der Schlussphase dieser Saison. Spätestens nach dem unglücklichen 0:1 in Freiburg schien es angesichts des Positivlaufs der Bayer-Elf auf eine Wiederholung des Vorjahres-Ergebnisses hinauszulaufen. Anstatt sich aber mit einem letztlich immer noch hervorragenden 5. Tabellenplatz zufriedenzugeben und diesen zu feiern, wurde die Parole ausgegeben, die Saison unbedingt auf Platz 4 beenden zu wollen. Und dieser Ansage folgten dann in den letzten drei Saisonspielen eindrucksvolle Taten. Der Tabellennachbar aus Wolfsburg wurde ebenso wie die neureiche Hertha und der Absteiger aus Paderborn dominiert und souverän geschlagen. Während Bayer in den Spielen in Berlin und auf Schalke Nerven zeigte, war Borussia im entscheidenden Moment voll da - und dies ohne drei ihrer wichtigsten Spieler (Zakaria, Thuram, Plea). Auch wenn man sich stets darüber klar sein muss, dass ein solch erfreuliches Saisonergebnis nur möglich ist, wenn vieles passt: Es ist nicht einzusehen, warum die Entwicklung dieser Mannschaft damit schon am Ende sein sollte. Im Vergleich zu anderen Vereinen ist Borussia auch finanziell gut aufgestellt und selbst durch die Corona-Krise nicht in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Der Einzug in die Champions League wird es ihr zudem erlauben, den starken Kader weitgehend beisammen zu halten. Raffael und Johnson spielten bei all ihren Verdiensten schon jetzt keine Rolle mehr bei Marco Rose. Für Strobl kommt mit Beyer ein talentierter Defensivspieler zurück, sodass die Qualität insgesamt mindestens gehalten werden kann. Um die internationale Doppelbelastung, die nächste Saison hoffentlich etwas länger Bestand haben wird, abzufedern, werden vermutlich noch zwei bis drei weitere Ergänzungsspieler kommen. Wenn Borussias Scouting hier ein ähnliches Näschen beweist wie im Vorjahr, könnte sogar der eh schon große Konkurrenzkampf im Team noch weiter verschärft werden. Man darf also gespannt sein, was Marco Rose in seiner zweiten Saison als Borussen-Trainer auf die Beine stellen wird. Es ist nicht vermessen, daran zu glauben, dass Platz 4 nicht der letzte "Titel" sein wird, den Borussia in vielen weiteren erfolgreichen Roseberl-Jahren wird feiern dürfen. Christian Spoo: Abpfiff gegen Hertha, zehntausende liegen sich in den Armen. Die Nordkurve hüpft, die Spieler davor. "Auf auf auf in die Champions-League" klingt es durch den Borussia-Park. Euphorisiert strömen schließlich die Massen aus dem Stadion und trinken die Gladbacher Kneipen leer. So wäre es ohne Corona gelaufen und das Fehlen all dieser Aspekte macht aus dem Erreichen des großen Ziels eine weit weniger emotionale Angelegenheit, als das normalerweise der Fall gewesen wäre. Inwieweit die äußeren Bedingungen in diesem merkwürdigen letzte Saisondrittel den Ausgang beeinflusst haben, wollen wir ein andermal verhandeln. Fest steht: Borussia hat zum Ende der Saison große Qualitäten bewiesen. Nach der verdienten Niederlage gegen Leverkusen und den unglücklichen in Freiburg und München hatten nicht wenige Platz vier schon abgehakt - mich eingeschlossen. Aber Borussia ließ sich nicht hängen sondern holte aus den letzten drei Spielen das Maximum an Punkten und damit die Grundlage dafür, vom Leverkusener Patzer in Berlin profitieren zu können. Trotz vieler Ausfälle spielte das Team zum Ende hin guten Fußball. Schon bei den genannten unglücklich punktlos gebliebenen Partien war das so. Mit Jonas Hofmann gehörte dabei ein Spieler zu den entscheidenden, den nicht wenige Anhänger bis dahin am liebsten auf der Bank sahen. Die Breite des Kaders erwies sich als Garant für den Erfolg. Den Ausfall dreier Leistungsträger wie Plea, Thuram und Zakaria derart kompensieren zu können, ist nicht selbstverständlich. Unter dem Strich war es sportlich eine großartige Saison. Borussia spielte endlich ansehnlichen Fußball, der physischere Spielstil unter Marco Rose kam beim Publikum spürbar gut an. Was sich Borussia vom neuen Trainer versprochen hat, wurde gehalten. Der Sachse schaffte es schnell, seinen Stil zu implementieren und war gleichzeitig pragmatisch genug, sich in Detailfragen zu korrigieren. Das fußballerische Element, das manche schon auf dem Rückzug wähnten, blieb Teil des Borussenspiels. Die Kombination aus Physis und Willen und den spielerischen Fähigkeiten der Akteure machte so manches Spiel erst attraktiv. Bemerkenswert bleibt aber, dass die Mannschaft immer dann Probleme bekam, wenn ein Gegner sie mit ihren eigenen Waffen bekämpfte. Gegen ihrerseits hoch stehende und aggressiv pressende Teams tat sich Borussia in mancher Partie extrem schwer. Exemplarisch sei das Euro-League-Heimspiel gegen den Wolfsberger AC genannt. Das Auftreten in diesem Wettbewerb ist der eine weniger erfreuliche Punkt einer ansonsten tollen Saisonbilanz. Der andere ist die Effizienz. Borussia brauchte - auch und gerade im letzten Saisondrittel - extrem viele Chancen, um Tore zu erzielen. Mit dem Ausfall von Alassane Plea ist das nur unzureichend erklärt. Denn auch der Franzose, wie auch sein Landsmann Marcus Thuram, zeigten sich nicht immer treffsicher vor des Gegners Tor. Das aber sind Kleinigkeiten gemessen an dem, was Borussia erreicht hat. Der Trainerwechsel, die Neuverpflichtungen, Max Eberl hat alles richtig gemacht. Borussia 2020 macht Spaß - bzw. würde Spaß machen, wenn das leidige Thema Corona nicht wäre. Copyright: Christian Verheyen/Borussia Uwe Pirl: Vor der Saison tat ich mich schwer damit, klare Erwartungen zu formulieren. So sah ich denn in der Saisonvorschau einige Fragezeichen, mit denen Borussia Mönchengladbach in die abgelaufene Saison startete. Zeit, diese Fragen zu beantworten: Wird es dem neuen Trainer gelingen, sein Spielsystem zu implementieren? Uneingeschränkt ja. Der Fußball, den man von Borussia Mönchengladbach in der abgelaufenen Saison gesehen hat, unterschied sich deutlich von dem eher verwaltenden Ansatz der Vorjahre. Und das von Anfang an. Von wenigen – leider folgenreichen – Ausnahmen wie den Heimspielen gegen Wolfsberg und Basaksehir abgesehen, konnte man eine viel aktiver spielende, körperlicher agierende Mannschaft sehen. Borussia in der Saison 2019/20 zuzuschauen hat überwiegend Spaß gemacht! Gibt es einen tauglichen Kompromiss zwischen Ballbesitz und Pressing? Ganz offensichtlich. Denn was man sehen konnte war nicht nur aggressives Pressing, sondern eine Mannschaft, die – geführt von Spielern wie Ginter, Zakaria und Stindl – sehr oft in der Lage war, zwischen Ballbesitz und Pressingphasen zu variieren, mal das Tempo herauszunehmen und den Ball kontrolliert laufen zu lassen und dann wieder anzuziehen, um den Gegner unter Druck zu setzen. Ist der nur punktuell ergänzte Kader bereit, diese Herausforderung anzunehmen? Ja, ja und nochmals ja. Je länger die Saison dauerte, desto klarer wurde auch der Mentalitätswandel. Gab es im Herbst trotz zeitweiliger Tabellenführung noch einige Aussetzer, bei der man die alte Bequemlichkeit zu erkennen glaubte, wurde im Frühjahr und vor allem in den letzten Spielen sehr deutlich, dass die Mannschaft auch psychisch robuster geworden und mit Rückschlägen umgehen konnte. Funktioniert das System Rose auch in einer Liga, in der man jede Woche Vollgas spielen muss? Ja, aber nur weil Borussia Mönchengladbach einen sehr breiten Kader hat, aus dem heraus die unvermeidlichen Ausfälle, die mit der intensiveren Spielweise wohl zwangsläufig einhergehen, fast jederzeit kompensiert werden konnten. Schlagen die Neuzugänge ein? Lainer, Embolo, Thuram, Bensebaini – alles Volltreffer, mehr muss man dazu nicht sagen. Hält Yann Sommer einen Elfmeter? Ja, gegen Bremen. Kann man den Abgang von Thorgan Hazard kompensieren? Wessen Abgang? Zusammenfassend hat das erste Jahr unter Rose ungemein Spaß gemacht. Soviel Spaß, dass ich schon vergessen habe, dass er aus Probstheida kommt. 😊 Tabellenführung. Qualifikation für die Champions League. Ein paar wirklich herausragende Spiele. Was will man mehr? Mike Lukanz: XXX Christian Heimanns: XXX


25. Jun 2020

Die letzte Hürde

Als am 11. März dieses Jahres das Rheinderby gegen den FC Köln unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, glaubte manch einer schon, dies sei das Endspiel für Borussia um die Championsleague-Qualifikation. Mit einem Sieg konnte man wieder an Bayer Leverkusen vorbeiziehen und angesichts des drohenden vorzeitigen Saisonendes schien es gut möglich, dass der vierte Platz damit sicher wäre. Wie wir wissen kam es anders: im Gegensatz zu anderen Ländern wie Frankreich oder den Niederlanden ruhte die Liga in Deutschland lediglich und kommt jetzt nach mehreren Wochen Geisterschaft zu ihrem Ende. Verblüffenderweise hat sich die Ausgangslage in diesen Wochen so gut wie nicht geändert. Sowohl Bayer 04 als auch die Borussia haben eine sehr wechselhafte Phase hinter sich, aber der 2-Punkte Vorsprung vom 11.3 gilt immer noch, wobei die Borussia inzwischen im Torverhältnis noch etwas mehr Distanz aufbauen konnte. Die möglichen Szenarien sind vermutlich unseren Lesern allen gegenwärtig. Bei Sieg von Borussia oder Nicht-Sieg von Leverkusen ist der VFL in der Champions-League, bei einem Unentschieden in Gladbach müsste Bayer mit 9 Toren unterschied gewinnen. Letzteres scheint sehr unwahrscheinlich, aber man erinnere sich an den letzten Spieltag der Vorsaison als der VFL Wolfsburg mit einem 8:1 Sieg bereits gerettete und unmotivierte Augsburger wegfegte und beinahe der Borussia noch den fünften Platz weggeschnappt hätte. Personell wird Marco Rose für dieses Spiel vermutlich wenig umstellen, nicht zuletzt, weil es aufgrund Verletzungen wenig Optionen gibt. Thuram, Plea (bei dem Marco Rose auf der PK noch zarte Hoffnungen auf einen Einsatz machte) , Zakaria, Strobl und wohl auch der scheidende Raffael fehlen weiterhin, Traore und Wendt haben sich nicht aufgedrängt, einzig Laszlo Benes könnte womöglich überraschend in die Startelf rücken, die aber vermutlich identisch mit der aus dem Paderborn-Spiel sein wird. Gerade offensiv war es beeindruckend wie die Mannschaft zuletzt die Ausfälle der beiden französischen Stürmerstars kompensieren konnte. Lars Stindl ist gerade zur rechten Zeit wieder in Top-Form gekommen und könnte am Samstag gar noch das Rennen um die vereinsinterne Torjägerkanone gewinnen. Breel Embolo war zwar zuletzt bei seinen Abschlüssen eher unglücklich, zeigte sich jedoch als ein ganz wichtiges Element im Rose-Pressing und bewies bei seinem Uwe-Bein-Gedächtnis-Preis-würdigem Pass zum ersten Tor gegen Wolfsburg, dass er auch spielerisch einiges kann, auch wenn das nicht immer so aussehen mag. Hinzu kommt noch ein Jonas Hofmann, der wohl noch nie so wertvoll für die Borussia war wie dieser Tage. Allerdings hängt die Borussia im Moment auch sehr von diesen drei Akteuren ab: sollte einer von ihnen ausfallen oder einen schwarzen Tag haben, gibt es kaum noch echte Alternativen auf der Bank. Mit der Hertha kommt die momentan vielleicht formstärkste Mannschaft unterhalb von Platz 5 in den Pappkameraden-Park. Seit dem Restart haben die Berliner 13 Punkte geholt, genauso viele wie die Championsleague-Kandidaten aus Gladbach und Leverkusen. Vermutlich ist es nicht so schwierig als Trainer gut auszusehen, wenn die Vorgänger Covic, Klinsmann und Nori heißen, aber wie schon in Wolfsburg beweist Labbadia, dass der „schöne Bruno“ allen Vorurteilen zum Trotz ein recht kompetenter Trainer ist. Labbadia mag kein visionärer Taktikrevolutionär sein, aber scheint die Qualität eines Kaders erkennen und diese dann auch abrufen zu können. Und das alles angesichts einer langen Ausfalliste, die durch die Vielzahl an Gründen beeindruckt: 5. Gelbe Karte, Verletzungen, Mandelentzündung, pfeiffersches Drüsenfieber, misslungenes Kabinenvideo, die alte Dame hat einiges zu bieten, wenn es darum geht warum ein Spieler am Samstag nicht mitwirken kann. Ähnlich wie die Borussia hat die Hertha die Ausfälle bislang aber gut kompensiert und der 2:0 Sieg der Berliner gegen Leverkusen war gleichermaßen erfreulich für die Borussia, wie er auch ein Warnzeichen sein sollte, dass das Spiel am Samstag keinesfalls ein Selbstläufer sein wird. Ein Spieler auf Berliner Seite, den man in Mönchengladbach besonders beobachten wird, ist der serbische Mittelfeldspieler Grujic, der Medienberichten zu Folge als Neuzugang bei Borussia im Gespräch ist. Auch wenn die Leihgabe vom FC Liverpools nicht die beste Saison hinter sich hat (wer hat das schon auf Berliner Seite?), so wäre er sicher eine interessante Personalie, wenn auch auf einer Position, die im Moment sowieso schon recht gut besetzt ist. Respekt vor der „neuen Hertha“ ist auf jeden Fall angebracht, aber es geht kein Weg daran vorbei, dass die Borussia am Samstag einfach den Sack zu machen muss, was die Champions-League angeht. Dass man auch so schon (3-Punkte mäßig) die zweitbeste Saison der letzten 38 Jahre gespielt hat, wird wenig Trost sein, sollte man doch noch auf der Zielgeraden stolpern. Seitenwahl-Tipps: Claus-Dieter Mayer: Dass der 3:1 Sieg gegen die Hertha nach einer sehr konzentrierten Leistung angesichts des Unentschiedens zwischen Leverkusen und Mainz gar nicht nötig gewesen wäre, ist am Ende egal. Die Borussia veredelt eine insgesamt tolle Saison. Christian Spoo: Die Chance auf die Champions League am letzten Spieltag zu vertölpeln, das wäre... Aber weil diese Saison eine in vielerlei Hinsicht außergewöhnliche ist, lasse ich das Adjektiv weg und tippe stattdessen einen stets gefährdeten 2:1-Sieg. Thomas Häcki: Als Ralph Wiggum Präsidentschaftskandidat der Republikaner wird (wieder ein Fall, in dem die Simpsons die Realität voraussehen), antworteten die Demokraten: "Wir wissen noch nicht, wie wir es versauen, aber wir versauen es". Insofern spiele ich das faule Ei und tippe auf 0:2. Sollten wir es trotzdem schaffen, verspreche ich, das erste Spiel in der neuen Saison auf Sieg zu tippen. Egal, wie es lautet. Michael Heinen: Es wird ein Stück weit gezittert, aber am langen Ende gewinnt Rose mit seiner Elf 2:1 und landet damit auf demselben Rang wie sein Vorgänger eine Liga tiefer.


20. Jun 2020

In der eigenen Hand

Der vorletzte Spieltag einer merk- und denkwürdigen Saison ist vorbei - und er lief so, wie sich Anhänger von Borussia Mönchengladbach es sich vorher kaum hätten träumen lassen. Alle spielten für Borussia, inklusive Borussia. Damit hat es die Mannschaft von Marco Rose in der eigenen Hand, sich für die Champions-League zu qualifizieren. Liefe der kommende Spieltag ähnlich optimal wie dieser, landeten sie sogar noch auf Platz drei. Der Reflex leidgeprüfter älterer Borussenfans nach diesem zumindest ergebnistechnisch traumhaften Samstag ist: Dann verkacken wir es halt nächste Woche. Tatsächlich wird das Team gegen Hertha BSC mehr auf den Platz bringen müssen, als das in Paderborn geschehen ist. Aber die Qualifikation für die sogenannte Königsklasse ist Stand jetzt doch ein sehr wahrscheinliches Szenario. In Paderborn brachte Marco Rose eine gegenüber dem 3:0 gegen Wolfsburg leicht veränderte Startelf auf den Platz. Bensebaini kehrte nach seiner Sperre zurück ins Team, Jantschke spielte für den gesperrten Elvedi Innenverteidiger und rechts vorne ersetzte Patrick Herrmann Traoré. Dieser Tausch zahlte sich schon nach fünf Minuten aus, als Herrmann aus spitzestem Winkel traf. Embolo hatte aus aussichtsreicher Position geschossen, Paderborns Torwart Zingerle wehrte zur Seite ab und Herrmann brachte den Ball aus alles anderer als idealer Position im Tor unter. Borussias Auftakt war in jeder Hinsicht ein Statement. Die Mannschaft übernahm vom Anpfiff an die Kontrolle, belohnte sich zeitig und machte erst einmal genau so weiter. Die durchaus emsigen Paderborner wurden früh attackiert und das Spiel nach vorne lief zügig. Nach 24 Minuten hätte ein Angriff zum Erfolg führen müssen, Embolo, von Hofmann bedient, löffelte den Ball über das Tor. Das sollte charakteristisch für den weiteren Verlauf des Spiels werden. Die alte Borussenkrankheit "mangelnde Chancenverwertung" brach einmal mehr aus. Ohne Garantie auf Vollständigkeit, hätten Embolo und Hofmann, Herrmann und Stindl teils mehrfach die Führung ausbauen können bzw. müssen. Das alles, obwohl die Dominanz der Gladbacher Mitte der ersten Halbzeit etwas nachließ. Deutlich war man die bessere Mannschaft, ließ Paderborn aber immer häufiger in die Nähe des eigenen Strafraums kommen. Bis zur Pause ging das gut, im zweiten Durchgang dasselbe Bild: Borussia besser und schwach in der Chancenauswertung und auch nach hinten nicht mehr konsequent genug. Die Folge: Der Ausgleich. Der frühere Borusse Sven Michel überwand Sommer nach einem schönen Doppelpass. Das 1:1 war für Paderborn nicht wirklich verdient, die Gladbacher aber hatten sich das Ei durch ihre fehlende Zielstrebigkeit im Grunde selbst gelegt. Aber schon im Gegenzug gab es die Chance zur Rehabilitation. Der Angriff nach dem Wiederanpfiff führte zu einem Foulelfmeter. Hünemeier hatte Stindl am Bein getroffen. Den fälligen Strafstoß verwandelte der Kapitän sicher zum 2:1. Wenige Minuten später eine Szene von vorentscheidendem Chakter: Hünemeier foulte den aufs Tor zueilenden Embolo. Der rappelte sich auf, umspielte Zingerle zunächst, ließ sich aber abdrängen und brachte den Ball abermals nicht am Keeper vorbei. Doch Schiedsrichter Welz war das Foul von Hünemeier nicht entgangen. Die folgende gelbe Karte war die zweite nach dem Foul vor dem Strafstoß - Paderborn war fortan nur noch zu zehnt. In Unterzahl vermochten es die Ostwestfalen nicht mehr, Borussia wirklich unter Druck zu bringen. Stattdessen erzielte Lars Stindl nach Flanke von Bensebaini das 3:1. Zunächst verwehrte Welz dem Treffer wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung des Flankenden die Anerkennung, der VAR korrigierte diesen Fehler jedoch. Das Spiel war entschieden. Ein sehenswertes Tor von Laszlo Benes kurz vor Schluss zählte nicht, weil der des eingewechselte Mittelfeldmann tatsächlich, wenn auch knapp im Abseits stand. Weil Leverkusen gleichzeitig bei Hertha BSC Berlin mit 0:2 verlor und auch Leipzig Dortmund unterlag schob sich die Borussia wieder auf Platz vier mit der leisen Hoffnung auf noch mehr. Das letzte Saisonspiel gegen Berlin wird freilich kein Selbstläufer. Dass die Hertha die "Großen" ärgern kann, hat sie jetzt bewiesen. Und in Sachen Abschlusssicherheit und was das Engagement über 90 Minuten angeht, muss Borussia nächsten Samstag im Vergleich zum Paderbornspiel noch deutlich zulegen. Wenn das gelingt, dann wird diese merk- und denkwürdige Saison zu einem erfreulichen Ende gebracht. Und 54.022 Zuschauer im ausverkauften Borussia-Park liegen sich in den Armen. Ach nee. Die Stimmen der restlichen SEITENWAHL-Redaktion Michael Heinen : Ein Spieltag wie gemalt für Borussia. Ohne die Topscorer fehlte es zwar deutlich an Effizienz, was den Fans so manches Haar gekostet haben wird. Letztlich wurde der Pflichtsieg aber souverän eingefahren und selbst das Gegentor warf die Mannschaft nicht aus der Bahn. Da Leverkusen gleichzeitig extrem schwach in Berlin agierte, stehen die Chancen auf die Champions League jetzt 90:10 für Borussia. Entschieden ist aber noch lange nichts. Claus-Dieter Mayer : Vierter nach 33 Spieltagen... das konnte Dieter Hecking auch! Im Ernst: Das war kein einfaches Spiel und man hat es letztendliche seriös und souverän zu Ende gespielt Thomas Häcki : Hinten hat der Fuchs die Eier Mike Lukanz : Wir brauchen nur einen Punkt. Wir brauchen nur einen Punkt. Wir brauchen nur einen Punkt...


04. Aug 2020

Trainingsstart in Mönchengladbach mit 28 Spielern

Am Dienstag ist Borussia Mönchengladbach vollständig in die Vorbereitung auf die neue Saison gestartet. Nach medizinischen Tests an den letzten beiden Tagen ging es erstmals auf den Trainingsplatz. Marco Rose konnte dabei 28 Spieler begrüßen.


28. Jul 2020

Kein Eckpfeiler wird verkauft und einer soll noch kommen

Sportdirektor Max Eberl legt sich fest, dass im Sommer keiner der Leistungsträger abgegeben werden soll. Er will das Team zusammenhalten und neben Hannes Wolf soll noch ein neuer Spieler kommen - wahrscheinlich ein ‘Achter’.


22. Jul 2020

Wunschspieler Wolf wird eine Herausforderung für Rose

Borussia Mönchengladbach verpflichtet Hannes Wolf und holt mit ihm einen Spieler, der in seiner Heimat Österreich als ‘Problem-Bulle’ bezeichnet wird. Noch mehr als andere Neuzugänge wird sich Wolf bei Borussia auf dem Platz beweisen müssen.


15. Jul 2020

Zuschauer ab September? DFL legt Leitfaden vor

Wird die neue Saison in zumindest teilweise gefüllten Stadien angepfiffen? DFL und DFB haben einen Leitfaden vorgelegt, der als Grundlage für die individuellen Konzepte dient, welche die Vereine erarbeiten müssen.


04. Jul 2020

Die große Ungewissheit vor der neuen Saison

Borussia Mönchengladbach hat die ‘Corona-Saison’ sportlich erfolgreich beendet und ist finanziell bislang mit einem blauen Auge davon gekommen. Dennoch besteht eine große Ungewissheit, wie es weitergeht in der neuen Saison.


05. Aug 2020

Fußball-Bundesliga: Aufgalopp der Fohlen vor 300 maskierten Fans

Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach hat mit dem ersten öffentlichen Training die Saison eröffnet. Thuram und Zakaria noch nicht dabei.


30. Jul 2020

Nach Vertragsende in Gladbach: Raffael kann sich Fortuna „super vorstellen“

Stürmer Raffael hat sich nach seinem Vertragsende nach sieben Jahren bei Borussia Mönchengladbach öffentlich dem Fußball-Zweitligisten Fortuna Düsseldorf angeboten.


29. Jul 2020

Zugang Hannes Wolf: Unter dem alten Förderer soll die Karriere wieder Fahrt aufnehmen

Spätestens durch die Corona-Pandemie ist bewusst geworden, dass im Leben Planungen von jetzt auf gleich null und nichtig sein können. Doch auch ohne Problem-Virus läuft nicht immer alles so wie gewünscht.


27. Jul 2020

Interview: Max Eberl: Wir geben keinen Eckpfeiler her

Der Sportdirektor von Fußball-Erstligist Borussia Mönchengladbach über seine Personalpläne, eine SMS von Thuram und die Frage nach Gerechtigkeit in der Liga


24. Jul 2020

Bundesliga: Roses Liebeserklärung an die Spieler

Im vereinsinternen Magazin hat Borussia Mönchengladbachs Trainer Marco Rose regelrecht von seinem Team geschwärmt.


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