Jahreshauptversammlung 2023
Der BORUSSIAFANCLUB KLEVE lädt alle seine Mitglieder zur nächsten Jahreshauptversammlung  am Freitag, 20. Januar 2023 - 19 Uhr in seine Vereinsgaststätte "Ratskrug Materborn" ein. Die Einladungen wurden bereits versandt. Wir freuen uns über Euer zahlreiches Erscheinen!     mehr
DFL TERMINIERT BUNDESLIGA-SPIELTAGE 20 BIS 25
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die Spieltage 20 bis 25 der aktuellen Bundesliga-Saison zeitgenau angesetzt. Alle Heimspiele sind im Buchungsportal vom BORUSSIAFANCLUB KLEVE entsprechend angepasst. Borussias fixe Bundesliga-Termine in der Übersicht: 16. Spieltag: Borussia – Bayer... mehr
Fanartikel BORUSSIAFANCLUB KLEVE
Ab sofort bieten wir Euch Fanartikel vom BORUSSIAFANCLUB KLEVE an. Stöbert einfach mal durch: Fanartikel BORUSSIAFANCLUB KLEVE  (Eine vorherige Anmeldung im Mitgliederbereich ist erforderlich) mehr
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Pressespiegel

30. Jan 2023

Transferfenster bald zu: Thuram und Bensebaini bleiben – was das für Gladbach bedeutet

Die Transferperiode endet am Dienstag. Yann Sommer ist weg, Ramy Bensebaini und Marcus Thuram bleiben hingegen bis Saisonende. Welche Folgen das für Borussia Mönchengladbach hat.

 


30. Jan 2023

Fohlenfutter-Podcast: Borussia bricht den Auswärtsbann - Große Hörer-Umfrage

Unsere Reporter haben Borussias ersten Auswärtssieg live vor Ort verfolgt. Warum mit dem 4:1 in Hoffenheim nicht unbedingt zu rechnen war und welche Details dennoch dafür sorgten. Dann steht das kommende Spiel gegen Schalke im Fokus: Sind die "Königsblauen" noch zu retten?

 


30. Jan 2023

„Neuanfang ist das Beste“: Transfer offiziell – Müsel wechselt von Borussia zu Rot-Weiss Essen

In den vergangenen viereinhalb Jahren ist Torben Müsel bei den Profis von Borussia Mönchengladbach nur zweimal zum Einsatz gekommen. Nun wechselt der 23-Jährige zum Drittligisten Rot-Weiss Essen – ein Transfer, der für alle Beteiligten Sinn ergibt.

 


30. Jan 2023

Ewiger Borusse nicht im Kader: Herrmann ist nur noch Farkes 21. Mann

Patrick Herrmann musste sich Borussias ersten Auswärtssieg der Saison im TV anschauen. Trainer Daniel Farke setzte gegen Hoffenheim nicht auf den Flügelspieler. Wann Herrmann zuletzt nicht für den Kader nominiert worden war.

 


30. Jan 2023

Debatte um Borussias Sechser-Zehner: So hat das Kramer-Projekt doch noch Potenzial

Christoph Kramer als Zehner – die Maßnahme von Trainer Daniel Farke sorgte vor dem 4:1 bei der TSG Hoffenheim wieder für hitzige Diskussionen. In einer modifizierten Rolle ging das Langzeit-Experiment mit Kramer diesmal auf. Warum es gut passte beim ersten Auswärtssieg.

 


29. Jan 2023

So klug als wie zuvor

Ein erster Auswärtssieg in der Saison, noch dazu mit 1:4 Toren, und das, obwohl die gesamte Seitenwahl-Redaktion maximal ein glückliches Pünktchen im Bereich des Möglichen hielt, da ist ja wohl ein eitel Tanz und ebensolche Freud fällig, oder? Grundsätzlich natürlich schon, und ein ganz normales Bundesligaspiel in einer ganz normalen Saison hätte bei diesem Ergebnis auch jeden Zweifler verstummen lassen. Aber dies ist natürlich keine ganz normale Saison und das 1:4 bei der TSG Hoffenheim war auch kein ganz normales Ergebnis. Personell gab es durchaus Überraschungen. Der unter der Woche verletzt ausgewechselte Kramer konnte spielen und lief wiederum auf der 10 auf, was nach zuletzt überwiegend vernommener Fanmeinung eine große Fehleinschätzung Daniel Farkes darstellt. Dafür musste, was wenige antizipiert hatten, Plea weichen, denn Stindl kehrte nach Gelbsperre in die Startelf zurück, ebenso wie der genesene Hofmann, der Ngoumou ersetzte. Ansonsten veränderte sich nur die Viererkette, trotz zuletzt ordentlicher Leistungen musste Lainer seinen Platz wieder für Scally räumen. Bei allen personellen Änderungen hielt Farke also am grundsätzlichen Ansatz fest, und in der ersten Halbzeit sollte sich dies auch als erfolgreich herausstellen. Die Borussia zeigte einen konzentrierten Vortrag und hatte das Spiel weitgehend im Griff. Allerdings konnte man sich leisten, den doch sehr limitierten und harmlosen Hoffenheimern drei wirklich gute Gelegenheiten zu gestatten, weil man die eigenen, gut herausgespielten Chancen eiskalt nutzte. Zweimal bediente Stindl Hofmann und dieser bedankte sich, indem er erstmals zwei Tore in einem Spiel in der Fremde erzielte (12. und 37.). Gefühlt war es daher überraschend, dass der xGoals-Wert zur Halbzeit einen klaren Vorteil für Hoffenheim sah, was daran lag, dass die Heimmannschaft ihre Gelegenheiten zum Teil kläglich hatte liegen lassen. In der zweiten Halbzeit deutete sich zunächst ein Spielverlauf an, der sich ebenso vertraut wie ärgerlich anfühlte: Zunächst gelang es der Borussia noch relativ souverän, den Gegner vom eigenen Tor fernzuhalten; selbst aber glückte es nur noch bei einer einzigen Kontergelegenheit, Torgefahr zu kreieren. Mit zunehmender Spieldauer fassten die Hoffenheimer mehr und mehr Mut, vor allem die Hereinnahme von Bebou stellte die linke Gladbacher Abwehrseite vor Probleme. Er war es auch, der nach einer Serie von hochkarätigen Hoffenheimer Chancen den ebenso verdienten wie überfälligen Anschlusstreffer erzielte (80.). An dieser Stelle wich das Spiel vom altbekannten Drehbuch ab. Statt – wie zuletzt üblich – noch den Ausgleich zu kassieren, tauschten Hofmann und Stindl die Rollen und nach einem wiederum feinen Angriff ließ sich Stindl bei der zweiten Torannäherung in der 2. Hälfte nicht lange bitten (83.). Dem Spiel war damit der Stecker gezogen, die eingewechselten Netz und Wolf legten sogar noch eine Koproduktion zum 1:4 hin (90.+1.). Das damit mehr als deutliche Ergebnis lässt einen etwas ratlos zurück. Die ergebnisgeprägte Berichterstattung macht daraus natürlich einen überzeugenden Auftritt überlegener Gladbacher, aber über 90 Minuten betrachtet ist das wohl kaum eine zutreffende Einschätzung. Andererseits war keiner der Treffer zufällig oder glücklich entstanden (sieht man von etwas Flipperei bei Hofmanns zweitem Tor ab), sondern blitzsauber und mit Qualität herausgespielt. Hofmann und Stindl machten dabei deutlich den Unterschied zum Auftritt unter der Woche. Aber auch der viel gescholtene Kramer zeigte eine deutlich verbesserte Leistung und vermochte seine Qualitäten in die Spielgestaltung einzubringen, auch wenn allem Anschein nach seine pazifistische Grundeinstellung ihm eigene Versuche der Torerzielung weiterhin vollumfänglich verbietet. So bleibt weiterhin vieles Stückwerk. Konés dynamische Balleroberungen werden oft von unerklärlichen Fehlpässen gefolgt. Thuram fand wiederum über 90 Minuten kaum Bindung zum Spiel und blieb wenig sichtbar, auch wenn er mit manch cleverem Laufweg Gegenspieler an sich band und so durchaus an den Toren beteiligt war. Folglich setzte das Spiel die Beobachtungen der letzten Wochen nahtlos fort: Zweifellos vorhandene individuelle Klasse gepaart mit einer seltsamen Passivität, die auch Daniel Farke dem Team bisher nicht auszutreiben verstand. Man weiß also auch nach dem Spiel nicht, wie man es einordnen soll. Das Ergebnis ist natürlich überaus erfreulich und angesichts der kommenden Gegner könnte man hoffen, dass man sich in den beiden kommenden Spielen entscheidend von den Abstiegsplätzen wird absetzen können. Aber so richtig sicher ist man sich natürlich nicht. Es ist schließlich weiterhin Borussia.


26. Jan 2023

Toxisch

Wer schon einmal in einer toxischen Beziehung war, der weiß, wie das ist. An vielen Tagen agiert der Partner irrational-unberechenbar und enttäuscht das geplagte Herz immer wieder aufs Neue. In einzelnen Momenten ist er dagegen so wunderbar-verführerisch, dass er an die Anfangszeit erinnert, in der man sich so unsterblich in ihn verliebt hat. Dies nährt jedes Mal aufs Neue die Hoffnung darauf, dass er seinen Charakter irgendwann doch einmal in der Art dauerhaft wird ändern können, die eine glückliche gemeinsame Zukunft ermöglichen könnte. Liebe macht blind und die Hoffnung stirbt zuletzt. In den allermeisten Fällen tut sie das dann aber leider doch irgendwann. Willkommen in der Welt der Fans von Borussia Mönchengladbach, die inzwischen seit einigen Jahren in einer solch toxischen Beziehung zu ihrem Verein leben müssen. Da im Fußball ein Verlassen seines Vereins keine Option ist, erfordert das Fandasein in Mönchengladbach den Hang zur dauerhaften Selbstgeißelung. Anders lassen sich Auftritte wie zuletzt gegen Leverkusen und Augsburg kaum ertragen – schon gar nicht in Verbindung mit einer über sechsstündigen Anfahrt bei kaltem, regnerischem Wetter. Die Worte von Daniel Farke auf der Pressekonferenz nach dem Augsburg-Spiel sollten besser nicht auf die Goldwaage gelegt werden. Seine rhetorischen Fähigkeiten befähigen ihn u. a. dazu, selbst den größten Mist in wohlklingende Worte zu verpacken. Die Meinung, „es in der 1. Halbzeit in einem schwierigen Auswärtsspiel wirklich gut gemacht zu haben“, wird er hoffentlich nur für die Öffentlichkeit zur Schau gestellt haben. Es ist ihm zu wünschen, dass er mit solch euphemistischen Verzerrungen der Realität aber nicht die Hoffnung verbindet, das Selbstvertrauen seiner Mannschaft stärken zu können. Recht hat Farke dagegen mit der Einordnung des bisherigen Abschneidens dieser Saison: Nach mehreren Jahren im Tabellenmittelfeld sollte auch der letzte begriffen haben, dass diese Mannschaft insgesamt nicht zu mehr als Bundesliga-Mittelmaß in der Lage ist. Ja, ein Großteil der Spieler ist 2020 noch in die Champions League eingezogen und konnte sich dort erfolgreich gegen Real Madrid und Inter Mailand behaupten. Ja, derselben Mannschaft gelingt es auch heute noch in Spielen gegen Topklubs wie Bayern, Dortmund oder Leipzig überragend aufzutreten. Aber genau hier beginnt das Problem. In Topspielen ist die Mannschaft topmotiviert. Geht es nach Augsburg, Bochum oder Darmstadt liefert sie aber regelmäßig Leistungen ab, die mit dem Fußballsport wenig zu tun haben. Dies muss nicht einmal unbedingt am individuellen Charakter der einzelnen Spieler oder ihrer vielzitierten „Mentalität“ liegen. Das Problem entsteht vielmehr im Kollektiv. Der Mannschafts-Charakter insgesamt ist toxisch, was in dieser Konstellation vermutlich von keinem Trainer der Welt behoben werden könnte. Ja, man darf Daniel Farke kritisieren. Sei es für seine rhetorischen Beschönigungen, für seine Aufstellungen oder Einwechselungen. Das Hauptproblem liegt aber in der Zusammensetzung des Kaders, die seit Jahren zunehmend suboptimal ist. In der Defensive ist Manu Koné der Einzige, der so etwas wie Führungsqualitäten offenbart. Für einen 21jährigen, der selbst noch natürlichen Leistungsschwankungen unterworfen ist, eine zu überwältigende Aufgabe. Ko Itakura ist ein großartiger Fußballer und überragender Kämpfer. Zum Abwehrchef, der seine Kollegen mitreißt, taugt er aber ebenso wenig wie Nico Elvedi oder Manuel Friedrich. Ramy Bensebaini mag grundsätzlich ein gewisses Führungspotential andeuten. Er scheint aber nicht mehr die ganz große Motivation mitzubringen, um in seinen letzten Monaten bei der echten Borussia noch vorwegzuschreiten. In der Offensive fehlt es an Alternativen sowie an Schnelligkeit, sodass spätestens beim Ausfall von zwei bis drei Stammkräften enorme Qualitätseinbußen hinzunehmen sind. Aus diesen Gründen dümpelt die Mannschaft vor sich hin und wird dank der individuellen Qualität von Spielern wie Thuram, Hofmann, Stindl oder Plea noch die eine oder andere Partie gewinnen können. Insgesamt agiert das Kollektiv aber schwächer als es die individuellen Qualitäten der Einzelspieler in Summe erwarten lassen würden. Konstanz in den Leistungen ist leider ein nicht unwesentlicher Teil von echter Qualität. In einzelnen Spielen zu überragen, das gelingt selbst minderwertigen Mannschaften wie dem 1. FC Köln. Echte Qualität zeigt sich, wenn eine Mannschaft Woche für Woche auf oberem Niveau performt und gerade die „dreckigen“ Spiele am Ende zumeist für sich entscheidet. Keine Mannschaft gewinnt jede Partie und spielt immer in Bestform. Wenn die Gesamtqualität der Mannschaft aber hoch genug ist, wird sie in 80-90 % der Spiele eine ausreichend starke Leistung abliefern, um ihre Spiele zu gewinnen. Vor nicht allzu langer Zeit ist Borussia dies noch regelmäßig gelungen, was den mehrfachen Einzug in die Champions League zur Folge hatte. Von dieser Qualitätsstufe ist die Mannschaft aber seit inzwischen rund drei Jahren weit entfernt, sodass es Augenwischerei ist, dies immer noch von ihr zu erwarten. Die Mannschaft im Kollektiv kann es nicht (mehr) besser und steht zurecht dort, wo sie nach ihrer kollektiven Leistung hingehört. Vielmehr sollte nicht der Blick davor verschlossen werden, wo die Reise im schlimmsten Fall hingehen könnte, wenn sich gewisse Entwicklungen verselbstständigen. Der schwache Start ins neue Jahr könnte sich gut und gern in eine handfeste Krise auswachsen, wenn auch die kommenden Partien gegen ebenfalls angeschlagene Gegner aus Hoffenheim und Schalke nicht erfolgreich bestritten werden. Der Weg nach unten ist wesentlich leichter zu beschreiten als es der nach oben wäre. Nur noch sechs Punkte trennen die Mannschaft von einem Relegationsplatz. Schalke und Hertha spielen zum Glück derzeit ebenso desolat. Es wäre aber naiv sich nur darauf zu verlassen, dass diese beiden sowie der VfB Stuttgart allesamt ihre schwache Form bis zum Saisonende aufrechterhalten werden. In den letzten Jahren haben Vereine wie Mainz, Bielefeld oder Köln immer wieder gezeigt, dass selbst schwach wirkende Teams in aussichtslos scheinenden Situationen zu unerwarteten Siegesserien fähig sind. Borussia wird sich selbst helfen müssen, um noch mindestens 15 Punkte für den dann hochwahrscheinlichen Klassenerhalt einzufahren. Gerade auswärts werden dazu bessere Leistungen erforderlich sein als zuletzt. Nach der blutarmen Vorstellung in Augsburg beim nächsten direkten Konkurrenten aus Hoffenheim zu verlieren, wäre da ein verheerendes Signal. Andere Abstiegskandidaten wie Bochum und Augsburg haben zuletzt an Form zugelegt und/oder sich im Winter – anders als Borussia – nachhaltig verstärkt. Auf solche Verstärkungen hat Borussia bewusst verzichtet. Schon im vergangenen Sommer rieben sich viele Beobachter verwundert die Augen, warum für die Sturmmitte keine Alternative zu Marcus Thuram gefunden worden ist. Der Verein hat großes Glück, dass dieser eine solch überragende Hinrunde gespielt hat. Ansonsten wäre die Vakanz einer Alternative noch viel deutlicher offenbar geworden. Aber auch so ist es indiskutabel, für eine derart wichtige Position keinerlei Optionen bereitzuhalten. Borussias Management wurde in den vergangenen Wochen zurecht dafür gelobt, die verzweifelten Bayern bis zum letzten Cent ausgequetscht und für einen 34jährigen Torhüter noch 8-10 Mio. Euro als fünfmonatige Leihgebühr erhalten zu haben. Dasselbe Feilschen um jeden Cent scheint aber auch auf der Einkaufsseite das Handeln des Vereins zu bestimmen. 2021 scheiterte z. B. der Transfer von Willian Pacho daran, dass Borussia nicht bereit war, drei Millionen Euro für ihn auszulegen. Etwas mehr als ein Jahr später wird derselbe Spieler für 16 Mio. Euro nach Frankfurt wechseln. Auch der Kauf einer weiteren Offensivalternative scheiterte im Sommer am Veto der Finanzabteilung. Niemand möchte zurück ins Jahr 1999 als Borussia kurz vor dem wirtschaftlichen Kollaps stand. Natürlich hat Corona erhebliche Löcher in die Finanzen des Vereins gerissen, die unbedingt zu beachten sind. Dennoch kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der für seine Sparsamkeit berüchtigte Geschäftsführer Stephan Schippers spätestens mit dem Abgang von Max Eberl erheblich an Macht im Verein zugelegt hat und nicht unwesentlich auf die sportliche Ausrichtung Einfluss nimmt. Die Verdienste von Schippers um den Verein sind unbestritten und können nicht hoch genug gelobt werden. Dennoch sollte ihm der verdienteste Borusse aller Zeiten ein warnendes Beispiel sein. Helmut Grashoff hat den Verein über ein Vierteljahrhundert zu dem aufgebaut, wofür er noch heute von Millionen Menschen geliebt wird. Ende der 1980er Jahre wurde aber selbst er von der neuen, zunehmend kommerziellen Entwicklung des Fußballs überrollt. Die Rezepte, die 20 Jahre lang goldrichtig waren, wurden durch die Kommerzialisierung ausgehebelt. Der Fußball verändert sich – das gilt ebenso im taktischen Bereich wie auf dem Transfermarkt. Wer sich oben halten möchte, der muss diese Entwicklungen antizipieren, sich ihnen flexibel anpassen und schneller sowie cleverer sein als die Konkurrenz. Insbesondere dann, wenn er wirtschaftliche Nachteile aufweist. Genau das war Borussias Erfolgsrezept in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrzehnts und ermöglichte die sportlichen Erfolge des Vereins. In den letzten Jahren scheint im Verein aber eine bestimmte Bequemlichkeit eingezogen zu sein, die wieder einmal die These bestätigt, dass im Erfolg die meisten Fehler begangen werden. Die Jugendarbeit wird seit Jahren komplett vernachlässigt. Im Management verließ man sich viel zu lange auf die Allmacht einer einzigen Person – selbst dann noch, als diese offensichtliche Anzeichen einer Überforderung erkennen ließ. Eberls krasse Fehler in den letzten Jahren seiner Amtszeit dürfen aber nicht als dauerhafte Ausrede für die zukünftige Entwicklung des Vereins herhalten. Seit mittlerweile einem Jahr ist Borussia neu aufgestellt und weiß seitdem ganz genau, welche Herkulesaufgabe ihr bevorsteht. Die auslaufenden Verträge von Thuram und Bensebaini sind eine enorme Belastung. In der kommenden Saison wird der Verein einen Marktwert von über 50 Mio. Euro ablösefrei verlieren. Doch dies ist seit langer Zeit bekannt, sodass es die Verantwortlichen nicht unvorbereitet trifft. Ablösefreie Wechsel sind kein borussen-spezifisches Problem und treffen jeden Verein. Eintracht Frankfurt drohen zum Saisonende Ndicka, Kamada und Knauff ohne Gegenwert zu verlassen. Beim FC Köln sind es z. B. Skhiri und Hector. Der BVB muss sich auf einen kostenlosen Abgang von Guerreiro, Reus und Hummels einstellen. Youngster Moukoko konnte nur durch eine kräftige Gehaltserhöhung und ein Handgeld von 10 Millionen Euro vom Verbleib überzeugt werden. Auch dies ist ein Zeichen der neuen Zeit: Die Corona-Pandemie hat die Machtposition weiter in Richtung Spieler und Berater verlagert. Während es für Durchschnittsspieler ggf. schwieriger geworden ist, können begehrte Topspieler ihre vorteilhafte Situation zunehmend ausnutzen. Selbstverständlich wäre es für Borussia wünschenswert gewesen, wenn in diesem Winter lukrative Angebote für Thuram und Bensebaini eingegangen wären. Warum aber sollten diese Spieler den Verein freiwillig vorzeitig verlassen, wenn sie im kommenden Sommer gegen ein entsprechend höheres Handgeld wechseln können? Das Beispiel Moukoko zeigt die Größenordnungen auf, in denen sich Topspieler hierbei inzwischen bewegen. Es ist als Fußball-Romantiker leicht gesagt, der Spieler möge „seinem“ Verein doch bitte schön die dringend benötigte Ablöse gönnen. Wenn wir alle einmal ehrlich zu uns selbst sind: Wer von uns würde für seinen Arbeitgeber ernsthaft auf ein zusätzliches 2-3 Jahresgehalt verzichten? Der freie Markt und die europäischen Arbeitnehmerrechte bieten den begehrten Fußballprofis diese Möglichkeiten. Ihnen vorzuwerfen, dies im eigenen Interesse zu nutzen, ist leider heuchlerisch und naiv. Der Verein kann nichts Anderes tun, als das Beste aus dieser misslichen Lage zu machen. Der törichte Skiunfall des vor Urzeiten besten Torhüters Deutschlands erwies sich als glückliche Fügung, um zumindest den ablösefreien Abgang von Yann Sommer zu verhindern. Alassane Plea und Jonas Hofmann ließen sich zu einer Verlängerung überreden, die vermutlich mit einer überschaubaren Ausstiegsklausel erkauft worden sein wird. In den kommenden Monaten wird daher noch weiter viel Arbeit auf Roland Virkus und sein Team zukommen. Es werden auslaufende Verträge kleinerer Vereine abzuklopfen sein. Und es werden schlaue Transfers nötig werden, für die Borussia im letzten Jahrzehnt zurecht gefeiert wurde. Die öffentlichen Lorbeeren bekam hier zumeist Max Eberl ab. Den Hauptanteil an der Findung, Beobachtung und Rekrutierung der zuvor weitgehend unbekannten Spieler gebührte aber einem Team vieler Leute, von denen die meisten weiterhin im Verein sind. Doch auch diese müssen sich den neuen Gegebenheiten im Markt anpassen. Spieler, die bei ihrer Entdeckung durch Borussia noch am Anfang ihrer Karriere stehen (wie einst z. B. Reus, Xhaka, Zakaria, Koné) sind inzwischen kaum noch zum Schnäppchen-Tarif zu haben, da immer mehr Vereine in ein verbessertes Scouting investiert und sämtliche Märkte gezielt im Blick haben. Dieselben Rezepte, die 2011-2015 noch sehr gut funktioniert haben mögen, funktionieren heute nicht mehr auf gleiche Weise und müssen flexibel angepasst werden. Dies erfordert aber ggf. mehr Mut und Risiko als der Verein bislang bereit war zu investieren. Was gestern reichte, reicht heute nicht mehr unbedingt. Ohne eine entsprechende Flexibilität und Anpassungsfähigkeit wird der Verein sportlich immer weiter zurückfallen und schon bald nicht einmal mehr das bisherige Einstelligkeitsmantra aufrechterhalten können. Wenn Virkus und Farke schon beim aktuellen Kader dazu aufrufen, mehr als Platz 9 sei nicht realistisch. Welche Zielsetzungen sind dann erst nach dem Abgang des laut Trainer-Euphemismus „besten Stürmers“ und „besten Linksverteidigers“ der Bundesliga sowie ggf. 2-3 weiterer Basisspieler in der kommenden Spielzeit zu erwarten? Der aktuelle Kader hätte im vergangenen Sommer – spätestens aber in dieser langen Winterpause, gezielt verstärkt werden müssen, um die relativ ordentliche Ausgangslage nach dem 15. Spieltag bestmöglich zu nutzen. Der bis zum nächsten Sommer ohnehin unvermeidliche Umbruch im Kader hätte so zum Teil vorbereitet und die Wahrscheinlichkeit auf einen Platz im europäischen Wettbewerb erhöht werden können. Dies wurde leider versäumt, sodass man weiter auf das Glück angewiesen sein wird, möglichst wenige Ausfälle verkraften zu müssen. Gerade in einer Rückrunde ist es normal, wenn pro Partie drei bis vier Basisspieler ausfallen. Damit hatte auch der FC Augsburg genau wie am Samstag die TSG Hoffenheim umzugehen. Wenn Borussia nicht in der Lage ist, dies zu kompensieren, dann ist dies als Ausrede unbrauchbar. Dann muss sich der Verein vielmehr hinterfragen, warum er gegen diesen, seit langem bekannten Missstand nichts unternommen hat. Da die aktuelle Transferperiode in der kommenden Woche endet und nichts darauf hindeutet, dass sich bis dahin noch Entscheidendes am Borussen-Kader ändert, wird Daniel Farke mit dem auskommen müssen, was ihm vorgesetzt wurde. Das sollte immer noch dazu reichen, mindestens den aktuellen Platz verteidigen zu können. Dafür muss sich die Mannschaft aber endlich den Realitäten stellen und sich mit voller Konzentration gegen die aufziehende Krise stemmen. Sollten die angeschlagenen Jonas Hofmann und Christoph Kramer weiter ausfallen, so wäre dies selbstredend eine große Schwächung, die mangels allzu großer Alternativen nur schwer zu kompensieren wäre. Abgesehen von der Rückkehr eines Lars Stindl darf dies aber nicht als Ausrede dafür dienen, gegen die sicherlich nicht stärker besetzte TSG Hoffenheim erneut so armselig aufzutreten wie zuletzt in Augsburg. Hoffenheim: Baumann – Brooks, Kabak, Nsoki – Kaderabek, Rudy, Geiger, Angelino – Baumgartner – Bebou, Krmaric Borussia: Omlin – Lainer, Itakura, Elvedi, Bensebaini – Weigl, Koné – Stindl, Hofmann, Plea – Thuram SEITENWAHL-TIPPS Michael Heinen: „Blickt man nur aus Borussen-Sicht auf die bevorstehende Partie, so gibt es wenig, was Hoffnung macht. Hätte die TSG Hoffenheim Fans, so würden diese aber vermutlich ähnlich negativ urteilen. Von daher will ich mal relativ optimistisch auf ein 2:2-Unentschieden tippen.“ Volkhard Patten: „Die dritte Niederlage in Folge lässt den Blick immer weiter in den Tabellenkeller wandern. Dazu kommt dann noch eine veritable Trainerdiskussion. Es ist mal wieder nicht schön Borusse zu sein.“ Christian Spoo: „Die spannendste Frage vor diesem Spiel: Kann man sich auch die dritte Niederlage in Folge schönreden? Vor die Antwort hat der liebe Gott das 3:0 für Hoffenheim gesetzt.“ Thomas Häcki: „Die Borussia belohnt sich nicht, im Moment fehlt uns das Glück bla bla bla. Man hat nach dem 2:4 in Hoffenheim ein Deja Vu. Will die Borussia nicht schleichend in die 00er Jahre zurückkehren, wird sie den Finger in die Wunde legen und Lösungen generieren müssen.“ Michael Oehm: „Beim letzten Gastspiel vor etwas mehr als einem Jahr holte die Borussia mit mehr Glück als Verstand ein Unentschieden, und das, obwohl man den Ausgleich erst in der Nachspielzeit kassierte. Man weiß beim besten Willen nicht, woher man den Optimismus beziehen soll, zumindest einen ähnlichen Ausgang vorherzusehen. Nie gefährdeter Heimsieg: 3-0."


26. Jan 2023

Erst wenig, dann nichts

Borussia ist nicht gut aus der Winterpause gekommen. Oder ist Borussia etwa noch gar nicht im Jahr 2023 angelangt? Im zweiten Spiel des Jahres zeigte die Mannschaft noch weniger als gegen Leverkusen, was sie auf dem Platz eigentlich will. Die Niederlage beim FC Augsburg war hochverdient und hätte gut und gerne noch höher ausfallen können. Fast genauso ungläubig, wie während des Spiels im Angesicht des Dargebotenen ist man als gewogener Beobachter danach, wenn man sieht, wie die Beteiligten die Partie bewerten. Dass sich die Leistung der ersten von der der zweiten Halbzeit unterschied, haben alle richtig erkannt. Für die erste Halbzeit allerdings eine andere Schulnote als „mangelhaft“ geben zu wollen, spricht nicht für Daniel Farke und sein Team. Die zweite war „ungenügend“, da sollte es eigentlich keine zwei Meinungen geben. Schon vor der Pause war es schwer, einen Plan im Spiel Borussias zu erkennen. So wie erwartet – Borussia macht das Spiel, Augsburg reagiert - war es auch da schon nur in Grenzen. Borussia hatte zwar etwas mehr den Ball, aber die Feldüberlegenheit war lange nicht so augenfällig wie später behauptet. Schon vor der Pause wurden Bälle im Mittelfeld hergegeben und vor allem fehlte, wie schon im Spiel gegen Leverkusen, der Zug zum gegnerischen Tor. Eine Chance durch einen 16-Meter-Schuss von Stefan Lainer und eine halbe durch den ansonsten bestenfalls unauffälligen Marcus Thuram, mehr hatte Borussia vorne nicht zu bieten. Auf der anderen Seite hatte Augsburg zwei klarere Gelegenheiten, spielte engagiert und machte kurz vor der Pause ein Tor, das nur wegen einer hauchzarten Abseitsstellung zurückgenommen wurde. Nach einer Ecke war Jonas Omlin der Ball aus den Fingern geflutscht, Beljo stand bei der Kopfballverlängerung vor dieser Aktion einen halben Fuß breit im Abseits. Omlin sah sich zudem unfair attackiert, das hatte Schiedsrichter Schlager aber offenbar anders bewertet – und man neigt dazu, ihm Recht zu geben. Christoph Kramer spielte erneut vorne und fiel vor allem dadurch auf, dass er in einer Situation dem schussbereiten Nathan Ngoumou den Ball vor der Nase wegköpfte – ins gegnerische Toraus. Damit ist im Grunde auch schon alles über die angeblich gute erste Halbzeit gesagt. Die zweite könnte man sehr kurz abhaken. Borussia spielte furchtbaren Fußball. Gehen wir dennoch etwas ins Detail und gleichen das Gesehene erneut mit dem später Gesagten ab: „Nicht mehr so stabil in der Ordnung gegen den Ball“ sei man gewesen, sagt der Trainer. „Völlig ungeordnet“ träfe es wohl eher. Alle statistischen Werte sprechen für Augsburg, der subjektive Eindruck ist: Borussia spielte ideen- und lustlos. Es ist unmöglich, zu erkennen, was der Plan für diese Halbzeit war, nachdem man nach der ersten eigentlich wissen musste, dass man es mit einem nicht ganz schlechten Gegner zu tun hat. Die Stockfehler und unmotiviert verdaddelten Bälle aufzuzählen, würde hier den Rahmen sprengen. Zählen wir lieber die gelungenen Offensivaktionen und Torchancen: . Augsburg erspielte sich ein deutliches Übergewicht, wurde von Minute zu Minute selbstsicherer und gefährlicher. Eine Viertelstunde vor Schluss machte sich bei denen, die es mit Borussia halten, das Gefühl breit, mit einem Punkt hier ausgesprochen freundlich bedient zu sein. Dazu kam es nicht. Ein planlos zu, Gegner geköpfter Ball in der Augsburger Hälfte führte zum entscheidenden Gegenstoß. Aber nicht dieses eine Tor machte am Ende den Unterschied, wie Gladbachs Trainer später meinte. Den Unterschied machte eine Mannschaft, die das Spiel unbedingt gewinnen wollte. Und die hieß nicht Borussia. Platz neun nach der Hinrunde ist okay, sagt Julian Weigl. Für eine Mannschaft, die so spielt, wie Borussia im Moment, stimmt das zweifellos. Dass die Ambitionen vor der Saison andere waren, darf man an dieser Stelle aber gerne noch einmal erwähnen. Zudem wird es bei Platz neun nicht bleiben, wenn das Team so weitermacht wie zuletzt. Eine intensive Wintervorbereitung hat bisher keine spürbaren Folgen auf dem Platz, zumindest keine positiven. Was will Daniel Farke von seiner Mannschaft? Wie stellt er sich das Spiel Borussias vor? Davon ist nichts zu sehen. Selbst in den besseren Momenten ist das Team ungefährlich. Gehört „Toreschießen“ am Ende gar nicht zum vor der Spielzeit so gerne zitierten Farke-Fußball? Bei Daniel Farke ist es zurzeit ein bisschen wie bei Olaf Scholz: Man will ihn gerne verstehen, weiß aber nicht wirklich, was ihn umtreibt. Und hofft, dass er das wenigstens selbst weiß. Halten wir fest: Borussia 2023 spielt ohne Mut, ohne sichtbares Konzept, ist bisher ungefährlich vor dem gegnerischen Tor, dafür gefahrenanfällig vor dem eigenen. Wie es aussieht, wenn eine Mannschaft als solche auftritt, hat Augsburg demonstriert. Borussia ist von einer solchen Anmutung weit entfernt. Sollten Trainer und Mannschaft das Ruder – wie auch immer – nicht sehr schnell herumreißen, sollten wir den Blick jetzt nach unten richten. Borussia schickt sich an, wieder da anzuklopfen, wo sie irgendwann mal hergekommen ist.


24. Jan 2023

Heim- gegen Auswärtsdeppen

Nach der 2:3-Niederlage gegen Angstgegner Leverkusen wartet auf Borussia bereits am Mittwoch ab 20.30 Uhr das Auswärtsspiel beim nächsten Angstgegner aus Augsburg. Eine weitere Niederlage kann sich die Fohlenelf kaum leisten, da sie sonst zum Hinrundenende endgültig im Tabellen-Niemandsland versacken würde. Mit 6 Siegen, 4 Remis und 6 Niederlagen könnte die Bilanz schon jetzt nicht mittelmäßiger sein. Insbesondere auswärts sind die Leistungen dieser Saison zu schlecht, als dass der Traum von Europa realistisch erscheint. Der langjährige Augsburg-Fluch konnte immerhin 2020 durch einen 3:2-Erfolg gebannt werden – passenderweise dank eines Doppelpacks von Lars Stindl. Im neunten Erstligaspiel war dies Borussias erster Auswärtssieg im Schwabenstadion. 2021 wurde aber bereits eine neue Negativserie gestartet mit zwei weiteren Niederlagen – zuletzt mit 0:1. Mit ihrer kampfbetonten Spielverhinderungstaktik sind die Fuggerstädter genau der Typ Gegner, der Borussia klassischerweise nicht liegt. Der Elf von Enrico Maaßen gelingt es regelmäßig, qualitativ stärker besetzte Gegner auf ihr Niveau herunterzuziehen. Diese Erfahrung machte zuletzt der BVB, der am Sonntag nur mühsam 4:3 gewinnen konnte. Damit wartet der FCA inzwischen seit neun Spielen auf einen Sieg. Zuletzt konnte am 2. Oktober 2022 beim FC Schalke mit 3:2 gewonnen werden. Davor gab es den einzigen Heimsieg der bisherigen Saison, der bezeichnenderweise gegen Bayern München erzielt wurde. Mit fünf Punkten ist Augsburg die heimschwächste Mannschaft der Liga. Neben den Bayern waren Wolfsburg und Leipzig die einzigen Punktelieferanten. Das macht Hoffnung, denn offensichtlich fällt es Augsburg gegen Spitzenteams leichter zu punkten als gegen Mannschaften der Kategorie Mönchengladbach. Mit bislang vier Punkten ist Borussia auswärts sogar noch schlechter als Augsburg daheim. Gegen die Werkself war die Defensive trotz der erfolgreichen Rückkehr von Ko Itakura und dem ordentlichen Debüt von Jonas Omlin der gewohnte Schwachpunkt. Nico Elvedi kann als 26jähriger bereits auf eine großartige Karriere mit 212 Bundesligaspielen und 43 Länderspielen sowie je zwei WM- und EM-Teilnahmen zurückblicken. Trotzdem ist nicht zu übersehen, dass er in den letzten Jahren allzu sehr in seinen Leistungen stagniert und den Schritt hin zum Führungsspieler bislang nicht gehen konnte. Zudem streuen sich zuletzt wieder vermehrt Fehler ein, die an seine Anfangsjahre als Profi erinnern und die er sich auf seinem Anspruchsniveau nicht erlauben darf. Eine Pause könnte ihm daher in der englischen Woche guttun. Allerdings hat auch Marvin Friedrich in dieser Saison bislang nicht wirklich besser abgeliefert, sodass die grundsätzlichen Defensivprobleme mit ihm kaum behoben würden. Dies umso weniger, als dass auch Ramy Bensebaini und Julian Weigl bei „ihren“ Gegentoren sehr unglücklich aussahen und Borussia insgesamt viel zu naiv und offen verteidigt hat gegen die pfeilschnelle und effiziente Bayer-Offensive. Borussias Angriff konnte bis zur Einwechselung von Stindl so gut wie gar keine Gefahr entfachen. Christoph Kramer hat gegen RB Leipzig überragend auf der 10er-Position agiert. Seitdem sind aber acht weitere Spiele vergangen, in denen sich sehr deutlich gezeigt hat, dass dies keine dauerhaft geeignete Position für ihn ist. Sofern Daniel Farke seinen „Lieblingsspieler“ bereit ist zu opfern, könnte Florian Neuhaus wieder ins Team rutschen. Durch den Ausfall von Marcus Thuram zeigte sich am Sonntag einmal mehr, wie schwach Borussia in der Breite besetzt ist. Farke kann es rhetorisch hervorragend verpacken, dass kein Verein den Ausfall des „besten Bundesligastürmers“ verkraften könnte. Kein anderer Bundesligist sähe sich aber gezwungen, das Sturmzentrum in diesem Fall mit einem unerfahrenen Außenläufer zu besetzen, der bei seinen bisherigen Pflichtspiel-Auftritten sehr deutlich offenbart hat, noch weit von einer Bundesligatauglichkeit entfernt zu sein. Die 8-10 Millionen Euro Ablöse, die Ngoumous Transfer im Sommer gekostet hat, werden sich hoffentlich langfristig noch auszahlen. Kurzfristig ist der Franzose aber bisher leider keine Verstärkung, sondern nicht nur gegen Topspieler aus Leverkusen hoffnungslos überfordert. Es bleibt zu hoffen, dass Thuram am Mittwoch wieder spielfit ist. Sollte er auflaufen, wäre damit vermutlich auch ein Winter-Wechsel vom Tisch. So bitter ein ablösefreier Abgang im Juli wäre. Sportlich ist der Vize-Weltmeister offensichtlich nicht zu ersetzen. Sofern er in Augsburg weiter ausfällt, bieten sich angesichts von Stindls Gelbsperre kaum brauchbare Alternativen an. Alassane Plea wäre noch der logischste Kandidat für die Sturmmitte. Unabhängig von einem Verbleib Thurams wäre ein weiterer Stürmer noch in diesem Winter eine sinnvolle Investition (gewesen). Lange Zeit galt hierfür Dion Beljo als aussichtsreichster Kandidat. Der Transfer des Kroaten in die Bundesliga scheiterte im letzten Sommer aber an überzogenen Ablöseforderungen. Jetzt kam er doch noch zustande. Für vermeintliche 3 Millionen Euro sicherte sich aber nicht Borussia, sondern der FC Augsburg die Dienste an dem 1,95 Meter großen Stoßstürmer. Mit einer Torvorlage führte er sich in seinem ersten Bundesligaspiel ordentlich ein und ersetzte den gelbgesperrten Topstürmer Berisha. Gegen die echte Borussia könnten beide gemeinsam stürmen, da sich Ruben Vargas in Dortmund verletzte. Demirovic würde dann vermutlich auf Linksaußen ausweichen. Ebenfalls verletzt sind mit Reece Oxford, Andre Hahn und Tobias Strobl alle drei Ex-Borussen im Kader der Augsburger. Manager Stefan Reuter nutzte die lange Winterpause für insgesamt 5 Zukäufe. Neben Beljo stand der 19jährige 6er Arne Engels (ehemals Club Brügge) am Sonntag direkt in der Startelf. Zwei Spieler mit prominenten Nachnamen kollaborierten kurz nach ihrer Einwechselung zum zwischenzeitlichen 3:3. Kelvin Yeboah setzte den Ball zunächst an den Pfosten, von wo ihn David Collina erben und zum Ausgleich abstauben konnte. Im offensiven Mittelfeld kam mit Irvin Cardona eine weitere Joker-Option für den Trainer, der ebenfalls einen prominenten, wenngleich minderwertigen, Namensvetter vorweist. Schiedsrichter der Partie wird ein alter Bekannter der Fohlenelf sein. Daniel Schlager pfiff u. a. beim letzten Einsatz der Borussia in Bayern, wo er mit Hilfe des VAR das vermeintliche Führungstor des Rekordmeisters aberkannte. Ende des vergangenen Jahres zelebrierte er zudem in Bochum eine sehr eigentümliche Interpretation des so genannten deliberate play. Ein kontrolliertes Spiel wird von Borussia am Mittwoch gegen einen höchst unbequemen Gegner verlangt, um dem Mittelmaß doch noch zu entfliehen und die Hinrunde dieser Saison erfolgreich zu beschließen. Augsburg: Gikiewicz – Gumny, Gouweleeuw, Uduokhai, Pedersen – Engels, Rexhbecaj – Maier, Demirovic – Beljo, Berisha Borussia: Omlin – Scally, Itakura, Friedrich, Bensebaini – Weigl, Koné – Hofmann, Kramer, Plea – Thuram Seitenwahl-Tipps Michael Heinen: „Es ist zu verlockend, die Saisonbilanz auf teuflische 6 – 6 – 6 zu stellen. Nach dem 1:1 in Augsburg und Hoffenheim ist Borussia endgültig in der absoluten Mittelmäßigkeit angekommen.“ Michael Oehm: „Borussias Achterbahnfahrt geht weiter und lässt den geneigten Fan zwischen Hoffnungslosigkeit und Optimismus oszillieren: im Moment ist wieder eine Bergfahrt dran. Borussia gewinnt überraschend mit 1:2 in der Fuggerstadt.“ Christian Spoo: „Ein Gegner, der Borussia traditionell nicht liegt und der Daniel Farke vermutlich nicht den Gefallen tun wird, das Spiel seinen Vorstellungen anzupassen. Da müsste unser Trainer sich mal was Neues überlegen. Tut er aber nicht. Und so können wir von Glück sagen, dass es trotzdem einen Punkt gibt. 1:1.“ Volkhard Patten: „Augsburg Härte und die gut gestaffelte Defensive sind nichts für Ballbesitzfußball. Die Jungs aus der Fuggerstadt gewinnen 2:1.“ Thomas Häcki: „Im Duell um das Mittelmaß schlägt Aggressivität Ballbesitz mit 2:0.“ Claus-Dieter Mayer: „Immerhin kann Borussia mit dem Abstiegskandidaten Augsburg mithalten und ein 2:2 erringen. Ein Punktgewinn für die Moral der Truppe, 2 Punkte Verlust, was irgendwelche höheren Ambitionen in dieser Saison angeht.“


23. Jan 2023

Gefällig aber nicht gefährlich

Borussia hat das erste Pflichtspiel des Jahres 2023 verdient verloren. Bayer Leverkusen war nicht das von Trainer Daniel Farke erwartete „Team auf Augenhöhe“. Die Mannschaft von Xavi Alonso war hinten stabil und vorne effizient und konnte Borussia letzten Endes ohne großen Aufwand besiegen. Die beiden Gladbacher Tore in der Schlussphase übertünchen ein wenig die Probleme, die das Team 85 Minuten lang hatte. Nach vorne fehlte jede Durchschlagskraft. Ohne einen echten Stürmer entwickelte Borussia so gut wie keine Gefahr vor dem gegnerischen Tor. Für den neuen Torwart Jonas Omlin war es ein Einstand, wie er unangenehmer kaum sein kann. Der Schweizer hatte kaum Gelegenheiten, sich auszuzeichnen und musste dennoch dreimal hinter sich greifen. Dabei war er an keinem der drei Gegentore ursächlich beteiligt und spielte ohne Fehler. Seine Vorderleute allerdings waren offenbar nicht auf das hohe Tempo der Leverkusener Angreifer vorbereitet. Immer wieder stand die Defensive hoch, so dass Leverkusen mit den schnellen Frimpong, Adli und Diaby zum Kontern eingeladen wurden. Selbst die weniger fußlahmen unter den Borussen kamen da nicht hinterher, wie Bensebaini und Elvedi erfahren mussten – mit fatalen Konsequenzen. Bensebaini verlor vor dem 1:0 im Angriff den Ball und wurde von Frimpong abgehängt. Elvedi hätte das 2:0 durch Adli nur noch mit einer Notbremse verhindern können. Im Laufduell sah Elvedi blöd aus, de facto war der französische Angreifer schlicht nicht aufzuhalten. Auch von den Kontersituationen abgesehen stimmte in der Abwehr das Timing oft nicht richtig. Ko Itakura hatte gelegentlich Probleme in der Luft, Julian Weigl spielte ungewohnt unpräzise Bälle. Vor dem vorentscheidenden 3:0 ließ die komplette Hintermannschaft Leverkusen am Strafraum ohne sichtbaren Versuch, an den Ball zu kommen, gewähren. Zwischen den Strafräumen sah das, was Borussia spielte, zeitweise gar nicht so schlecht aus. Optisch hatte die Mannschaft durchaus Vorteile, die Ballbesitzstatistik entschied man wie so oft recht klar für sich. Jonas Hofmann versuchte sich unermüdlich als Antreiber, allerdings erzeugte die Offensive überhaupt keine Gefahr. Die Abschlüsse, die es aus dem Spiel heraus gab, waren samt und sonders harmlos. Daniel Farkes Idee, den offiziell als verletzt geführten Thuram durch Nathan Ngoumou zu ersetzen, verpuffte. Der junge Franzose konnte seine Stärken nicht einbringen. In eine Situation, in der er seine Schnelligkeit hätte gewinnbringend einsetzen können, kam Ngoumou kein einziges Mal. Gegen die robusten Leverkusener Verteidiger wirkte er noch schmächtiger, als er ohnehin schon ist. Auch Farkes Lieblingsprojekt, die Umschulung des Christoph Kramer zum Offensivspieler, war – nicht zum ersten Mal – ein Rohrkrepierer. Zwar war der (in Abwesenheit von Lars Stindl) Kapitän wie immer äußerst engagiert und tat einiges für die Kilometerstatistik, gefährliche Situationen konnte er aber weder einleiten noch selbst erzeugen. Zugausfall zum gegnerischen Tor und fehlende Handlungsschnelligkeit muss man Kramer attestieren. Der Mann, der ihn als Kapitän und Offensivkraft ersetzte, zeigte spät, zu spät, wie es gehen muss. Und nicht nur Lars Stindl, auch Hannes Wolf, erwies sich nach seiner Einwechslung als belebendes Element. Mit den beiden entwickelte Borussia endlich so etwas wie Griffigkeit und den nötigen Punch – das 3:0 für Leverkusen fiel zur Unzeit. Die Stindl-Tore am Ende waren lediglich Ergebniskosmetik. Leverkusen war ein guter, zu guter Gegner. Die Mannschaft von Xavi Alonso überzeugte durch exzellente Organisation. Vorne verließ man sich erfolgreich auf das Tempo der Offensivspieler, so dass die Hintermannschaft im Prinzip 90 Minuten lang stabil stand und sich nicht über die Mittellinie locken ließ. Auffällig: Borussia konnte nicht ein einziges Mal eine Überzahlsituation schaffen. Die Dramaturgie der Partie spielte Leverkusen zudem in die Karten. Wäre Elvedi mit seinem Kopfball in der 55. Minute nicht am starken Hradecki gescheitert, hätte das Spiel womöglich eine ganz andere Dynamik bekommen. Diese Chance infolge eines Eckballs allerdings war tatsächlich die einzige echte, die Borussia hatte, bevor das Spiel entschieden war. Unter dem Strich steht eine verdiente Niederlage, Daniel Farke muss sich vorwerfen lassen, seine Mannschaft nicht hinreichend auf die Stärken des Gegners eingestellt zu haben. Was Effizienz und Durchschlagskraft angeht, muss sich der Trainer etwas einfallen lassen, vor allem, falls Marcus Thuram nicht zurückkommen sollte. So wie am Sonntagabend geht es nicht.


28. Jan 2023

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