Bundesliga-Tippspiel 2022/2023 ist gestartet
Natürlich wird der BORUSSIAFANCLUB KLEVE auch in der Saison 2022/2023 sein beliebtes Online-Tippspiel durchführen. Dieses Jahr wird das Tippspiel mit einer Neuerung durchgeführt. Vor der Saison sind von jedem interessierten Mitglied Bonusfragen zu beantworten. Für jede richtig beantwortete... mehr
Ticketvorverkauf für Fanclub-Mitglieder beginnt am 02. Juli 2022
Update 08.07.2022: Die Ticketpreise im Buchungsportal für die Saison 2022/2023 sind nun aktuell!  Update 06.07.2022: Die Kategorien wurden nun seitens Borussia vervollständigt (siehe unten). Näheres zu den Preisen haben wir leider noch nicht! Es gibt nur Circa-Angaben für die... mehr
30 Jahre BORUSSIAFANCLUB KLEVE
Am Samstag, 25.06.2022 konnten wir bei bestem Wetter mit zahlreichen Mitgliedern unser 30-jähriges Jubiläum feiern. Wir hatten einen wunderschönen Abend! Ein Fanclub feiert sich selbst - NN-Online (niederrhein-nachrichten.de) mehr
SAISON 2022/2023: 22 STAMMPLÄTZE wurden bereits gesichert!
Wir freuen uns über 22 gebuchte Stammpätze im Fanbus für die Heimspiele unserer Borussia in der Saison 2022/2023.Da wir insgesamt 44 Busplätze pro Heimspiel zur Verfügung haben, freuen wir uns über 22 weitere Buchungen zu den jeweiligen Heimspieltagen. Wir werden in Kürze mit dem Vorverkauf... mehr
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Pressespiegel

07. Aug 2022

Borussias Franzose: „Unterschiedsspieler“ Koné zeigt gleich wieder seinen Wert für das Team

Obwohl er fast die gesamte Vorbereitung verpasst und nur wenige Trainingseinheiten mit der Mannschaft absolviert hatte, stand Manu Koné beim 3:1 gegen Hoffenheim in der Gladbacher Startelf – und stellte unter Beweis, was er dem Team direkt wieder zu geben vermag.

 


07. Aug 2022

0:1-Niederlage in Düren: Polanski vermisst noch „den letzten Tick Gier“ bei Borussias U23

Borussias U23 machte in der Regionalliga West beim 1. FC Düren ein gutes Spiel, musste sich indes wie schon in Kaan-Marienborn durch ein spätes Gegentor geschlagen geben. Was Trainer Eugen Polanski neben einer schlechten Chancenverwertung beim 0:1 gegen den Aufsteiger bemängelte.

 


07. Aug 2022

Fanmarsch, Auftaktsieg, Farke-Lob: Ein Feiertag für die Borussia-Fans zum Saisonstart

Mit einem Vier-Kilometer-Marsch zum Stadion demonstrierten die Borussia-Fans ihre Vorfreude auf die Saison. Der atmosphärische Neustart ist genauso geglückt wie der sportliche. Was Trainer Daniel Farke zur Stimmung beim 3:1 gegen Hoffenheim sagte.

 


07. Aug 2022

Auftaktsieg gegen Hoffenheim: Warum Borussias 3:1 mehr wert ist als nur drei Punkte

Der Start ist geglückt: Borussia hat das erste Ligaspiel gegen 1899 Hoffenheim gewonnen. Das an sich ist keine Garantie für eine erfolgreiche Saison. Und doch kann der Auftakterfolg gerade wegen der in der Vorbereitung entfachten Aufbruchstimmung besonders wertvoll sein, wie unser Autor findet.

 


07. Aug 2022

Erst „zu nervös“, dann „zu gierig“: Wie Farke den steinigen Weg zu Gladbachs verdientem Sieg erklärt

Mit einem Sprint in die Kabine sorgte Daniel Farke für eine kuriose Szene an einem ereignisreichen Nachmittag. Doch am liebsten wollte Borussias Trainer nach dem 3:1 gegen Hoffenheim über das Sportliche reden. Das tat Farke ausführlich – und sparte für die zweite Hälfte nicht mit Lob.

 


06. Aug 2022

Mit Geduld und Spucke

"Wir müssen 'aben Geduld". Der Urheber dieser (oder ähnlicher) Weisheiten, wenn es um Borussia geht, hat bekanntlich mit einer Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte geliebäugelt, eine andere alte Wirkungsstätte dann aber vorgezogen. Dass man mit Geduld gelegentlich ans Ziel kommt, hat die Gladbacher Mannschaft aber auch unter Anleitung von Daniel Farke gezeigt. Die zweite Halbzeit des ersten Ligaspiels der neuen Saison hätte kaum favriger aussehen können. Vor diese zweite Halbzeit hatte der liebe Gott aber eine schwere Prüfung gesetzt, für Spieler wie Anhängerschaft. Der erste Durchgang im gut und beeindruckend schneeweiß besetzten Borussia-Park war kein Leckerbissen. Borussias Spiel stotterte, anfangs mangelte es an Zielstrebigkeit, später zunehmend an Genauigkeit. Nach relativ ereignisarmen 19 Minuten schweinigelte Ramy Bensebaini seinen Gegenspieler Posch vom Platz. Der hatte nach einem überharten Einsteigen gegen Florian Neuhaus zu Recht Gelb gesehen. Als er kurz darauf gegen Bensebaini ungeschickt in den Zweikampf ging, fiel der Borusse spektakulär, vermutlich und korrekterweise ahnend, dass er Schiedsrichter Siebert dadurch zum Zücken von Gelb-Rot animieren würde. Die Strafe folgte auf dem Fuß durch das 0:1, bei dem Bensebaini ein Glied in einer ganzen Fehlerkette war, die zur Gästeführung beitrug. Ein Zweikampf der Art "Wenn er so hingeht, muss er'n haben" - Bensebaini rutschte aber ins Leere. Bevor der Algerier mit der ungeklärten Zukunft endgültig zum Spieler der ersten Halbzeit avancierte, legte Borussia 20 Minuten Fußball zum Abgewöhnen aufs Feld. Hoffenheim reduzierte die eigenen Anstrengungen auf das Verteidigen des eigenen Strafraums. Borussia spielte hastig und unkonzentriert, vermutete ein Gladbacher eine Schnittstelle in der Hoffenheimer Abwehr, stand auch schon ein Bein darin, das Team generierte keine Chancen und strahlte kaum Gefahr aus. Es war ein Ärgernis. Bis zur 42. Minute, als Itakura einen Eckball per Kopf verlängerte und Ramy Bensebaini das Tor des Monats fallrückzog. So ging es dann doch mit einer optimistischen Note in die Pause. In der zweiten Halbzeit machte Borussia es genau richtig, obwohl Hoffenheim weiter mit alle Mann verteidigte. Das Ballbesitzspiel erscheint sinnvoll, wenn die Mannschaft nicht mit dem Kopf durch die Wand will. So versuchte man, die Abwehr auseinanderzuziehen, ohne kopflos in imaginierte Gassen zu spielen. So entstanden Chancen, so fielen die Tore. Ein glänzend aufgelegter Alassane Pléa legte auf, Thuram und Elvedi vollendeten. Dass es für Hoffenheim kaum noch Kontermöglichkeiten gab, lag unter anderem am wohl besten Spieler der Partie, Manu Koné, dessen Verhältnis zum Ball als enge Freundschaft bezeichnet werden darf und der eine erstaunliche Zahl an Balleroberungen hinlegt oder zumindest dabei assistiert. Dass Koné überhaupt im Kader und dann direkt in der Startelf stand, überraschte viele, nachdem der junge Franzose die Saisonvorbereitung fast komplett verpasst hatte. Dass Daniel Farke trotzdem den Mut hatte, den Mittelfeldmann zu bringen, erwies sich als goldrichtig. Der Sieg ist unter dem Strich auch in der Höhe völlig verdient. Am Ende hätte Borussia sogar noch ein-zwei Tore mehr machen können, aber das wäre angesichts der nicht unbeträchtlichen Startschwierigkeiten zu viel des Guten gewesen. Gut, dass auch Daniel Farke die Probleme in der ersten Halbzeit nach der Partie offen ansprach. Dass dem Trainer das Gezeigte nicht gefiel, lässt den Schluss zu, dass das auch nichts mit seiner Vorstellung von Ballbesitzfußball zu tun hatte. Die zweite Halbzeit war erfolgreicher, attraktiver und man wünscht sich durchaus mehr davon. Einen Gegner, der es einem hinten so schwer macht, muss man erst einmal schlagen. Dass von Hoffenheim nach dem 0:1 offensiv so gut wie nichts mehr kam, macht es allerdings schwer, dem Borussen-Spiel eine Gesamtnote zu verpassen. Wie sich die Mannschaft unter mehr Offensivdruck verhält, wissen wir Stand heute noch nicht.


04. Aug 2022

Es geht wieder los!

Und die neue Saison beginnt mit dem Duell, das die alte Saison beendete: Zum Auftakt der 60. Bundesligasaison trifft Borussia Mönchengladbach auf den sympathischen Traditionsverein aus dem Kraichgau, die TSG „1899“ Hoffenheim. Bei beiden Vereinen ist nicht wirklich klar, wo sie zu Saisonbeginn stehen. Hoffenheim ist - wie Borussia Mönchengladbach – in den Testspielen ungeschlagen, tat sich dort aber immer dann schwer, wenn es gegen ernsthafte Gegner ging. Hoffenheim ist souverän in die nächste Pokalrunde eingezogen, wenn auch nicht so torreich wie Gladbach. Hoffenheim hat wie Gladbach einen neuen Trainer: Andre Breitenreiter, der in der Bundesliga zuvor mit durchschnittlichem Erfolg Paderborn, Schalke und Hannover trainiert hat, wurde zuletzt mit dem FC Zürich Schweizer Meister. Hoffenheim hat wie Gladbach seine Transferaktivitäten noch nicht abgeschlossen: Der spektakuläre Abgang von David Raum nach Fuschl am See überdeckt, dass mit dem Leihende von Chris Richards und dem ablösefreien Abgang des immer noch vereinslosen Florian Grillitsch zwei weitere wichtige Spieler den Verein verließen. Anders als Borussia Mönchengladbach kann Hoffenheim aber bereits mehrere Zugänge vermelden. Grischa Prömel kam von Union Berlin, mit Finn Ole Becker holte man von St. Pauli ein hoffnungsvolles Talent, das am Auschwung der Hamburger in der letzten Saison großen Anteil hatte. Mit Kabak, Nsoki und Quaresma kamen zuletzt noch drei Innenverteidiger neu in den Kader – wahrscheinlich bitter nötig, da sich bei Ermin Bikakcic ein verletzungsbedingtes Karriereende abzeichnet und auch die in der Vergangenheit wichtigen Abwehrspieler Kevin Voigt, Benjamin Hübner und Pavel Kaderabek nicht unbedingt jünger werden. Unklar ist noch, ob und wie Raum ersetzt wird – das sollte aber für das Auftaktspiel noch nicht relevant sein. Fehlen werden bei Hoffenheim aus der erweiterten Stammelf lediglich Bebou, Bikakcic und Hübner. In der Vorbereitung agierten die Kraichgauer in einem 3-5-2, im Pokal mit Hübner, Vogt und Posch in der Abwehrkette. Da Hübner verletzt ist, könnte Kabak nachrücken oder einer der anderen Neuzugänge zu seinem Debüt kommen. Im Mittelfeld agiert Samassekou zentral defensiv, auf den Außenbahnen kann man links Skov und rechts Kaderabek erwarten, davor eher offensiv orientiert Prömel und Baumgartner. Im Sturm gibt es viele Variationsmöglichkeiten, zuletzt begannen Kramaric und Bruun Larsen, vorstellbar ist aber auch ein Startelfeinsatz für Rutter. Bei Borussia fällt Stindl aus, wohingegen nach den Angaben von Daniel Farke in der Pressekonferenz sowohl Sommer als auch Sippel wieder fit sein sollten. Beyer, Friedrich, Koné und Wolf seien im Mannschaftstraining, wobei sich Farke nur vage dazu äußerte, ob die genannten im Kader sein werden – in der Startelf sollte man sie wohl eher nicht erwarten. Demgegenüber ist der Einsatz von Luca Netz fraglich, der aus gesundheitlichen Gründen mit dem Training ausgesetzt habe. Keine Aussage ließ sich Farke im Hinblick auf einen möglichen Stindl-Ersatz entlocken, die aus der Runde der Pressevertreter geäußerten Ideen (Herrmann, Borges-Sanchez oder ein Vorrücken von Florian Neuhaus) bezeichnete er allesamt als „gute Ideen“, ohne sich aber festzulegen. Befragt zu seinen Erwartungen an das Spiel betonte Farke, dass er offensives Spiel und offensive Gegner wie Hoffenheim mag, mit einem 6:5 jedoch nicht zufrieden wäre, weil dies schlechtes Abwehrverhalten beweisen würde. Betont wurde, wie wenig das bevorstehende Spiel mit dem letzten Saisonspieltag 21/22 vergleichbar sei, es gäbe neue Trainer, personell veränderte Mannschaften und natürlich eine andere Ausgangssituation, weil es am letzten Spieltag für beide um nichts mehr ging. Farke äußerte sich zufrieden mit der Vorbereitung, betonte Ballbesitz als Basismerkmal, deutete aber auch an, dass man in der Arbeit gegen den Ball erhebliche Fortschritte gemacht und sich auf ein körperlich sehr hohes Niveau gebracht habe. Farke wirkte entspannt, fokussiert, konzentriert und zuversichtlich, im Grunde voller Vorfreude auf das erste Spiel, auch wenn es sich für ihn nach 6 Wochen Vorbereitung in Mönchengladbach schon ziemlich vertraut anfühle. Kann die Mannschaft die Zufriedenheit mit der Vorbereitung in Leistung und Resultate umsetzen? Am Samstag kommt die erste Nagelprobe, auch wenn sowohl Farke als auch Roland Virkus recht zu geben ist, die beide betonten, dass man das erste Saisonspiel auch nicht überhöhen darf. Dennoch – ein guter Start wäre schön. Der SEITENWAHL-Tipp: Uwe Pirl: Man merkt dem Team auch gegen einen Bundesligisten die Spielfreude an. Gladbach macht klar, dass mit den Fohlen wieder zu rechnen ist. 3:1 für Borussia. Thomas Häcki: Eine Gala wie zum Saisonende wird es nicht geben. Da aber auch die Kraichgauer noch nach ihrer Bestform suchen, fährt die Borussia einen unterhaltsamen 3:2 Erfolg ein. Christian Spoo: Das Farkefeuer hat bei vielen Borussenfans den Optimismus neu entflammen lassen. Diese Fans mögen enttäuscht sein, dass es zum Saisonauftakt nur ein 2:2 gegen Hoffenheim gibt. Michael Heinen: In der Vorbereitung hat Borussia kein Spiel verloren, gegen Gegner der Kategorie Hoffenheim aber ausnahmslos Unentschieden gespielt. Dies setzt sich am Samstag mit einem 1:1 fort. Volkhard Patten: Vor über 50.000 Zuschauern startet Borussia mit einer nicht optimal besetzten Mannschaft mit einem torlosen Unentschieden in die neue Spielzeit. Michael Oehm: Über so ein 1-1 freut sich keiner so richtig, zumal der Gegner aus der Kategorie „schlagbar“ stammt und man zuhause spielt. Aber es knirscht halt noch hier und da, auch wenn die Borussia näher am Sieg ist. Mike Lukanz: Alles andere als ein 5:0 zum Auftakt wäre eine herbe Enttäuschung.


03. Aug 2022

Borussen-Check 2022/23 - Teil 2

Teil 1 des Borussen-Checks 2022/23 hat deutlich gemacht, dass viel Ungewissheit über der neuen Saison schwebt. Borussia befindet sich am Scheideweg und die kommenden 12 Monate dürften sehr wesentlich darüber entscheiden, wie der Weg des Vereins auf lange Sicht weitergehen wird. Gelingt (mittelfristig) die Rückkehr in die Bundesliga-Spitze? Etabliert sich der Verein dauerhaft im Bundesliga-Mittelmaß? Oder droht das Schicksal anderer Traditionsvereine und ggf. sogar ein Absturz in die zweite Liga? Im Folgenden erfahrt Ihr, was die Seitenwahl-Redakteure zumindest von der kommenden Saison erwarten. Die Einschätzung der Redaktion Michael Heinen: „Unter der Voraussetzung, dass der derzeitige Kader nicht durch Wechsel oder Verletzungen allzu sehr geschwächt wird, sollte ein Abschneiden zwischen Platz 5 und 9 realistisch sein. Müsste ich mich festlegen, würde ich mich unter Abwägung aller Unwägbarkeiten für Rang 7 entscheiden. Thomas Häcki: „Quo vadis Borussia? Nachdem der längst überfällige Umbau im Nachwuchsbereich schnell und konsequent angegangen wurde, stockt die Umsetzung im Profi-Bereich weiterhin. Mit Embolo wurde einer der wenigen Lichtblicke der vergangenen Rückrunde abgegeben. Allerdings wäre es auch fraglich gewesen, ob der Schweizer ins vom neuen Trainer präferierte Spielsystem gepasst hätte. Weitere Abgänge (Plea, Bensebaini) sollen folgen, zeichnen dich derzeit aber allenfalls ab. Auf der Habenseite verzeichnet der Verein demnach auch nur Talent und einen zweitligaerfahrenen, polyvalenten Defensivspezialisten. Auch wenn zu erwarten ist, dass sich im August noch Wesentliches am Kader verändern wird, bleibt die Borussia 2022 vorerst eine Baustelle. Die Saison 2022/23 steht somit unter dem Stern des Umbruchs, mit all seinen Vor- und Nachteilen. Vieles wird Hoffnung auf eine positive Zukunft geben. Gleichzeitig werden die Fohlen aber auch Rückschläge einstecken und die Grenzen ihrer Qualität aufgezeigt bekommen. Einen automatischen Anspruch auf eine Rückkehr in das europäische Geschäft sollte daher niemand ableiten. Die Borussia wird die Saison mit einem undankbaren achten Platz beschließen, mehr wäre ein Erfolg.“ Michael Oehm: „Nach drei Jahren, die vom Eberlschen Irrglauben geprägt waren, Borussia müsse sich ausgerechnet vom Retortenclub aus Leipzig besonders viel abschauen, wurde die Reißleine gezogen und ein neuer Kurs eingeschlagen. Ob der zuletzt nahezu freie Fall nur gebremst, aufgehalten oder sogar umgekehrt werden kann, wird diese kommende Saison zeigen. Die Baustellen, die dieser Kader bietet, stellen Aufgaben für Neutrainer Farke und Roland Virkus, beides Neulinge im Bundesligageschäft. Das zeigt sich jetzt schon im zähen Spielerverschieben und den vielen Unklarheiten beim Personal. Und diesem will der neue Trainer einen neuen Spielstil vermitteln, der eine Abkehr von all dem ist, was in den letzten Jahren - erfolglos - zu etablieren versucht wurde. Bei der Summe diesen Schwierigkeiten und Unwägbarkeiten wäre eine Stabilisierung schon als Erfolg zu werten. Mit dem typischen Seitenwahloptimismus, dem sich der Autorenneuling natürlich nicht entziehen kann, erwarte ich daher einen soliden Platz 10. Back to graue Mittelfeldmaus, was eben dennoch besser ist als ehemaliger Topverein auf dem Weg in Liga 2. Für positive Überraschungen bin ich durchaus offen.“ Claus-Dieter Mayer: „So viel Unsicherheit gab es wohl lange nicht mehr rund um die Borussia vor dem Saisonstart. Oder ist es vielleicht sogar Verunsicherung? Die wäre nach den Ereignissen der letzten anderthalb Jahren zumindest nicht unverständlich. Der Rückzug Max Eberls Anfang des Jahres mag den „Knick in der Kurve“ (11-Freunde Titelseite vom April) erst deutlich gemacht haben, aber in den höheren Ableitungen hatte sich schon vorher einiges abgespielt. Das betrifft vor allem auch die Transferpolitik, denn nun wartet man schon den dritten Sommer in Folge auf einen größeren Umbruch. Was man von der Borussia erwarten kann/darf wird deswegen auch dieses Jahr erst nach Ablauf der Transferperiode am 1.9.2022 so richtig klar sein. Der Wunsch frühzeitig Klarheit zu haben, und wenn möglich einige Spieler vor ihrem Vertragsende 2023 zu verkaufen und durch Neueinkäufe zu ersetzen, hat sich nicht erfüllt. Sollte dies jetzt noch im August geschehen, droht der Borussia, mit einer uneingespielten Mannschaft bis zur WM+Winter-Pause agieren zu müssen (mein Tipp für diesen Fall: Platz 11). Tut sich nichts mehr auf dem Transfermarkt hat man zwar einen gut bestückten und wettbewerbsfähigen Kader, aber auch ein potenzielles Riesenproblem im Sommer 2023 und wie die beiden Vorjahre gezeigt haben, ist auch das Zusammenhalten der Mannschaft keine Garantie dafür, dass diese auch ihr Potential ausschöpft (sollte das eintreten, tippe ich auf Platz 7). Und dann gibt es noch die Möglichkeit, dass uns die Stars (Hofmann, Neuhaus, Thuram, Plea, Bensebaini…) so kurz vor Ende der Transferperiode weggekauft werden, dass man nicht mehr selbst reagieren kann und mit einer Mischung aus U19 und Weisweiler-Elf in die Saison geht (dann sehe ich uns eventuell um den Abstieg spielen und hoffe auf Platz 14). Und so ruhen die Hoffnungen vieler nicht so sehr auf der Mannschaft, sondern auf dem neuen Trainer. Vor 15-20 Jahren galt Werder Bremen oft als das große Vorbild für die Borussia, inzwischen ist die Entwicklung der Hanseaten in den letzten Jahren das Horror-Szenario, vor dem sich viele Gladbach-Fans fürchten. Hoffen wir mal, dass Daniel Farke nicht als die Gladbacher Version von Florian Kohfeldt in die Geschichte eingeht.“ Uwe Pirl: „"Wenn …" Gefragt nach einer Einschätzung zur Rolle und den Aussichten von Borussia Mönchengladbach in der bevorstehenden Bundesligasaison fängt jede denkbare Antwort mit dem Wort „Wenn …“ an. Warum? Weil im Grunde noch nicht klar ist, mit welchen Voraussetzungen Borussia Mönchengladbach in die kommende Saison geht. Vervollständigen wir also den mit „Wenn …“ beginnenden Satz und denken in Szenarien: Wenn es gelingt, die Verträge von Hofmann, Thuram und Plea zu verlängern und wir deshalb neben Embolo vielleicht nur noch Bensebaini verlieren, gehen wir weitgehend mit der Startelf der letzten Jahre in die Saison. Das bedeutet: Gladbach ist eingespielt, die Mannschaft hat eine hohe Qualität. Spieler wie Neuhaus, Koné, Scally, Netz werden weitere Entwicklungsschritte machen. Da sich die Spieler zudem lobend über die Vorbereitung und den fußballerischen Ansatz des neuen Trainers Daniel Farke geäußert haben, wären das gute Voraussetzungen, wieder um die Plätze 5-7 mitzuspielen, also die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb anzustreben. Wenn dagegen – um mal in das andere Extrem zu verfallen – in dem verbleibenden Monat bis zum Ende der Transferperiode neben Embolo und Bensebaini auch noch Hofmann, Thuram und Plea entdecken sollten, dass das Gras woanders grüner (und der monatliche Scheck dicker) ist als in Gladbach und mit entsprechendem Nachdruck einen Wechsel forcieren, stünde Borussia Mönchengladbach möglicherweise so blank da wie die Bundeswehr vor der Zeitenwende. Zweifelhaft, ob in einem solchen Szenario gleichwertiger Ersatz für Abgänge beschafft werden kann. Spieler wie Neuhaus, Koné, Scally und Netz, die sich im optimistischen Szenario an der Seite der Erfahreneren entwickeln könnten, müssten in diesem Szenario Führungsaufgaben übernehmen, bevor sie eigentlich reif für so etwas sind. Besteht dann unsere Stammformation in der Offensive aus Wolf, Stindl, Müsel und Herrmann, kann die Perspektive ganz schnell in Richtung Abstiegskampf gehen. Szenarien zwischen diesen beiden Extremen laufen wohl auf ein „Übergangsjahr“ hinaus, wobei nicht ganz klar ist, ob es sich um einen Übergang wieder hin zu besseren Zeiten oder – angesichts des bevorstehenden ablösefreien Abgangs weiterer Spieler in 2023 – um die Einleitung eines weiteren Abstiegs in die Niederungen der Tabelle handeln wird.“ Volkhard Patten: „Die kommende Saison ist in vielen Punkten ein Neuanfang für Borussia. Die neue sportliche Leitung geht in ihre erste komplette Saison. Die Arbeit des neuen Sportdirektors kann man erst nach dem Ende der Transferphase beurteilen. Und da wird auch viel davon abhängen, ob es Vertragsverlängerungen mit den Stammspielern gibt, deren Verträge auslaufen. Sollte es Roland Virkus schaffen, die Verträge von Sommer, Plea, Thuram und Hofmann zu erneuern, ist auf der Einnahmeseite kaum Luft zum avisierten Kaderumbau. Sollten alle vier Spieler gehen, wird er zeigen müssen, ob er es schafft, junge, entwicklungsfähige Spieler zu verpflichten. Gerade ein Stürmer mit einer zweistelligen Quote dürfte in den letzten Zügen der Transferphase nur sehr schwer zu finden sein. Bei Bensebaini kann Virkus zeigen, ob er auch im Geschäftssinn hart ist. Nur weil der Spieler wegwill, heißt das nicht, dass man ihn verramschen muss. Großes Faustpfand in dieser Phase des Umbruchs ist die Scoutingabteilung der Borussia, die über lange Jahre gezeigt hat, dass auf sie Verlass ist. Daniel Farkes Arbeit kann man schon ein Stück weit bewerten. Und kommt schnell zur Erkenntnis, dass das Team wieder eine Mannschaft ist, dass das System angenommen wird und junge Spieler ihre Einsatzzeiten bekommen. Es ist aber auch noch viel Luft nach oben, wenn man sich die Defensivleistung ansieht. Viel wird davon abhängen, ob Borussias Stammspieler verletzungsfrei durch die Saison kommen. Die Tiefe im Kader, die lange Jahre ein Garant für den Erfolg war, ist nicht mehr gegeben. Die Verletzung von Stindl ist ein herber Rückschlag zum Saisonbeginn. Auch eine eingespielte Viererkette ist in der Liga Gold wert, da ist Borussia aber noch weit von entfernt. Die von vielen als „Übergangsjahr“ ausgemachte Saison 22/23 ist eher der Scheideweg. Gelinget es, den Umbau zu vollziehen und Borussia für die kommenden Jahre in der Bundesliga fit zu machen? Oder gehen wir weiter den Weg von Werder Bremen und Schalke 04 und müssen den Blick in der Tabelle eher nach unten richten? Die oftmals zitierte „Einstelligkeit“ wäre in dieser Spielzeit schon ein Erfolg.“ Christian Spoo: „Borussia wollte sich neu erfinden bzw. ein Mitarbeiter von Borussia wollte Borussia neu erfinden. Wir haben gesehen, wo das hingeführt hat und nach der Demission des Mitarbeiters scheint sich auch der Verein wieder auf das besinnen zu wollen, was ihn einst ausgemacht hat. Aber reicht das, um das Umfeld, die anspruchsvoll gewordenen Fans zufrieden zu stellen? Dass Borussia in dieser Saison um die Europapokal-Plätze mitspielt, scheint mir sehr unwahrscheinlich zu sein. Das Team ist weitgehend dasselbe wie in der vergangenen Saison. Und auch wenn alle beteuern, dass bei Daniel Farke alles viel toller ist, als zuvor bei Adi Hütter, sind es am Ende dieselben Benesbainis, Pleas, Thurams und Neuhäuser, die in der vergangenen Spielzeit häufig kilometerweit unter ihren Möglichkeiten unterwegs waren. Ich fände es folglich nicht so wahnsinnig überraschend, wenn es zunächst mal so weitergeht, wie bisher. Die Mannschaft ist zu gut, um wirklich in den Abstiegskampf zu müssen, sie ist potenziell gut genug für das erste Tabellendrittel, faktisch aber eben nicht. Viel liegt dabei a) an Daniel Farke, der die Spreu vom Weizen trennen und eine zukunftsfähige Mannschaft aufbauen muss, aber auch b) an der Kaderentwicklung, die zu diesem Zeitpunkt vor dem ersten Bundesligaspieltag noch nicht abgeschlossen zu sein scheint. Die Verletzung von Lars Stindl im Pokal führt dazu, dass man den möglicherweise wechselwilligen Alassane Plea nicht einfach abgeben kann. Bei Bensebaini wundert man sich über angeblich fehlende Angebote und läuft Gefahr, hier einen hochveranlagten, aber niedrigmotivierten Spieler mitschleppen zu müssen. Bei Yann Sommer und Jonas Hofmann hofft alles, das die Raute irgendwo trägt, auf eine Vertragsverlängerung, realistisch betrachtet ist ein Abgang beider nach der WM aber eine wahrscheinliche Variante - was dann einen Team-Umbau mitten in der Saison zur Folge hätte. Will sagen: Der neue Trainer macht einen guten Eindruck, wichtig ist aber aufm Platz und was da passiert, war selten vor einer Saison so wenig vorhersehbar. Der Optimismus im Umfeld ist erfreulich, aber vermutlich nur teilweise begründet. Borussia wird am Ende auf Platz neun (plusminus eins) einlaufen." Christian Grünewald: „ Saisonprognosen sind generell gern vage und geraten zu einer Ansammlung von „dürfte, könnte, sollte“. Oder aber sie hauen im Boulevard-Stil mal richtig einen raus: „Gladbach steigt ab“ verkündete das SportBild-Sonderheft etwa nach der Rettung und vor der Saison 1998/99 – und hatte damit ebenso bedauerlicher Weise einmal recht. Doch wie klar eine Prognose auch ausfällt – es bleibt immer ein Balanceakt zwischen dem „Gefühl“ und einer Vielzahl an Faktoren, die sich für eine solche Einschätzung heranziehen lassen. In diesem Jahr geht das Ganze aber noch einen Schritt weiter: Die Gemengelage in und um den Verein Borussia Mönchengladbach ist derart kompliziert, dass sich selbst das sonst so untrügliche Bauchgefühl nicht so recht einstellen mag. Sogar die Frage, was letztlich Gegenstand der Prognose sein soll, war selten so unklar – geht es um die reine Bewertung der sportlichen Aussichten für die Saison, allen Nebengeräuschen zum Trotz? Sollten nicht auch die Weichenstellungen und Zukunftsaussichten des Vereins hier mit Beachtung finden? Was ist überhaupt der Maßstab für Erfolg oder Misserfolg in der Saison 2022/23? Hauptgrund für die Vielzahl an Unbekannten ist das Geflecht aus vergangenen, aber nachwirkenden und bevorstehenden, aber noch nicht getroffenen Entscheidungen im Verein – allesamt im Umfeld seit Monaten heiß diskutiert – die wie eine dunkle Wolke über den Borussia-Park hängen. Denn wir könnten es auch einfach machen: Ja, in Bestbesetzung ist Borussia eine Mannschaft, die einen einstelligen Tabellenplatz erreichen SOLLTE, im besten Fall sogar etwas weiter nach oben schauen kann. Der neue Trainer macht in Sachen Kommunikation und Spielweise einen guten, ersten Eindruck, die vermutliche Stammelf hat nachgewiesene Qualität und es scheint nach den Unruhen und Personalwechseln der letzten Saison wieder so etwas wie Aufbruchsstimmung einzukehren. Doch dann kommen die Gegenargumente: Der Kader ist unfertig, die vieldiskutierte Vertragssituation von Spielern, die das Tafelsilber der Vereins darstellen, ist nicht nur perspektivisch, sondern ganz akut belastend, wenn es um mögliche Zu- und Abgänge bis zum Transferschluss geht. Schon jetzt zieht es sich hin, zum Saisonstart ist mit Itakura ein einziger Spieler neu dabei, der eine sofortige Verstärkung darstellen kann – und das in der Defensive, wo der Schuh deutlich weniger drückt als vorne. Stindls Ausfalls in der ersten Pokalrunde zeigt das Dilemma der fehlenden Breite in der Offensive nochmals auf – es fehlen Alternativen für die Flügel, und eigentlich müsste nach dem Embolo-Abgang auch in der Sturmspitze noch etwas passieren. Und dann die Frage: Wer geht noch? Bevor dies nicht (schon im laufenden Saisonbetrieb) geklärt werden kann, bleibt Borussias Kader eine Baustelle. Der neue Sportdirektor muss sich (nicht nur in Bezug auf seine Außendarstellung) bald finden, hat von seinem Vorgänger aber eben auch einen richtig dicken Rucksack mitbekommen. Nicht nur befindet er sich vielfach in einer ungünstigen Verhandlungsposition, er muss zudem darauf hoffen, dass die Spieler, die bleiben, auch wieder bereit sind ihr volles Potential auszuschöpfen. Das fehlte in der vergangenen Saison über weite Strecken. So manch einer im Kader wird froh sein, dass vieles letztlich (erneut) auf dem Rücken des gescheiterten Ex-Trainers abgeladen werden konnte. Denn dass der Großteil des Kaders zwar schon mit Champions League und Top-Platzierungen in der Bundesliga glänzen konnte, aber eben auch drei Trainer gegen Ende ihrer Amtszeit weitestgehend im Stich ließ, darf nicht vergessen werden. Deswegen muss Roland Virkus sehr bald die entscheidenden Weichen für einen Umbruch stellen, der eigentlich schon letzte Jahr hätte geschehen sollen und nun erneut vertagt wurde. Den sonst hilft wohl nur ein Erreichen der Champions League, um die wirtschaftlichen Schäden der Kaderpolitik seit 2019 aufzufangen. Im Umfeld scheint es so, dass viele Hoffnungen derzeit auf Daniel Farke ruhen. Und seiner positiven Art, Mannschaft und Fans anzusprechen. Und darauf, dass die Profis im WM-Jahr nochmals zu besonderen Leistungen zu motivieren sind. Und dass es noch ein paar Last Minute-Transfers gibt, die sich zu echten Volltreffern entwickeln. Und dass Yann, Jonas und Co. doch noch verlängern. Es muss wahrscheinlich viel davon eintreten, damit es eine gute Saison für Borussia wird."


02. Aug 2022

Borussen-Check 2022/23 - Teil 1

Es heißt, die Hoffnung beginne dort, wo die Verzweiflung endet. Genau dies ereignete sich im Borussia-Park am 4. Juni 2022 bei der Präsentation des neuen Cheftrainers. Groß war die Verzweiflung zuvor gewesen bei Borussias Fangemeinde. Nach einer ernüchternden Saison mit dem Rückfall in die Zweistelligkeit der Bundesliga-Tabelle hatte die Ernennung von Roland Virkus zum Sportdirektor relativ wenig Aufbruchstimmung erzeugt. Als dieser am 30. Mai 2022 auf der Mitgliederversammlung die bereits als sicher geltende Rückkehr von Lucien Favre auf Borussias Trainerstuhl absagen musste, war der emotionale Tiefpunkt erreicht. Kein Trainer, ein unerfahrener Sportdirektor, eine Vielzahl offener Vertragsbaustellen und relativ wenig Geld auf dem corona-geplagten Konto. Das Ende dieser Verzweiflung nahte nur wenige Tage später. Eine rhetorisch hochklassige Pressekonferenz von Daniel Farke genügte, um die Aufbruchstimmung und den vermeintlich letzten Funken Hoffnung wieder anzuheizen. Es gibt wenig, was so unberechenbar berechenbar ist wie die Emotionen eines echten Fußballfans. Nirgendwo sonst wird der Sprung von tiefster Verzweiflung zu neuer Hoffnung so schnell vollzogen. Unsichere Vertragslage erschwert Planungen Viele der Probleme, die noch vor dem 4. Juni Tristesse verursachten, bestehen allerdings auch unter Farke. Die unsichere Situation konnte nur bei Breel Embolo durch einen Verkauf geklärt werden. Weiterhin besteht eine Vielzahl ungeklärter Fragezeichen durch die schlecht geplante Vertragslage, die zum Ende der neuen Saison einen ablösefreien Wechsel allzu vieler Stammspieler ermöglichen könnte. Yann Sommer, Rami Bensebaini, Jonas Hoffmann, Alassane Plea und Marcus Thuram auf einen Schlag ohne finanzielle Kompensation zu verlieren, wäre der Super-Gau für einen Verein, der finanziell auf eigenen Füßen steht und zudem seit zwei Jahren keine internationalen Einnahmen mehr zu verzeichnen hat. Eine Verlängerung konnte bislang nur bei Patrick Herrmann verzeichnet werden. Bei Christoph Kramer und Lars Stindl, deren Verträge ebenfalls zum Saisonende auslaufen, sollte dies gleichermaßen gelingen können. Bei den übrigen Spielern wird es insbesondere eine Preisfrage sein, ob sie bis zum Ende dieser Transferperiode am 01. September 2022 abgegeben werden, um zumindest noch etwas Geld einzunehmen. Am wahrscheinlichsten erscheint dies derzeit bei Bensebaini und Plea. Der Algerier scheint schon seit einiger Zeit mit Borussia abgeschlossen zu haben und sollte in der aktuellen Form relativ leicht zu ersetzen sein. Mit Luca Netz steht ein talentierter Spieler bereit, dem in dieser Saison der nächste Schritt hin zum Stammspieler zuzutrauen ist. Schwieriger wäre es, einen gleichwertigen Ersatz für Plea zu finden, der mit seiner Torgefahr und seinen spielerischen Impulsen zuletzt einer der wichtigsten Offensivspieler gewesen ist. Sportliche Schwächung vs. finanzielle Nöte Jonas Hofmann wird mit Blick auf die bevorstehende Weltmeisterschaft nicht unbedingt Ambitionen haben, an seinem Status Quo Entscheidendes zu ändern und einen sofortigen Wechsel zu forcieren. Durch seine konstant guten Leistungen bei Borussia hat er sich auch für Hans-Dieter Flick unverzichtbar gemacht. Es wäre zu wünschen, dass er die Nöte seines Vereins ein wenig mehr bei seiner persönlichen Lebensplanung berücksichtigt. Zwingen kann man ihn dazu aber nicht. Wenn ein Vertrag bis 2023 unterschrieben wird, dann sollte er für beide Seiten als bindend gelten. Borussia ist schließlich nicht der FC Bayern. Sollte Hofmann eine erfolgreiche WM absolvieren, wäre unter Umständen immer noch ein Winterwechsel wie zuletzt bei Denis Zakaria vorstellbar. Ideal wäre allerdings eine Verlängerung des Vertrags – ggf. ergänzt um eine relativ niedrige Ausstiegsklausel in den Folgejahren. Der Verein muss sich darüber im Klaren sein, dass ein Abgang jedes Stammspielers voraussichtlich mehrere Punkte in der Endtabelle kosten wird. Bei Plea, Hoffmann oder Sommer würde die sportliche Schwächung besonders deutlich ausfallen. Die entsprechenden Ablösen müssten daher schon ausreichend hoch sein, um dies zu berücksichtigen. Allein deshalb war die Meldung der französischen L´Equipe unsinnig, die einen Wechsel von Sommer nach Nizza für einen läppischen Betrag von 2,5 Mio. Euro vorsah. Der Schweizer Nationalkeeper hat es sich durch seine starken Leistungen der letzten Jahre verdient, mit einem neuen Vertrag über zwei bis drei weitere Jahre zu einem Topverdiener bei Borussia aufzusteigen. Mit einer Verlängerung würde er ein wichtiges Zeichen setzen und endgültig zur Vereinslegende aufsteigen. Ordentliche Aussichten in der Defensive Vor Sommer wird voraussichtlich eine Viererkette auflaufen, in der sich rechts Joe Scally und Stefan Lainer um den freien Posten balgen. Der Amerikaner erlebte in der Vorsaison Höhen wie Tiefen und sollte sich in dieser Saison in seiner Leistung stabilisieren. Links läuft es derzeit ebenfalls auf einen Zweikampf zwischen einem etablierten Spieler (Rami Bensebaini) sowie einem aufstrebenden Talent (Luca Netz) hinaus. In der Vorbereitung wurde allerdings auch Hannes Wolf in dieser Rolle getestet, was die Variationsmöglichkeiten erhöht. Die Innenverteidigung ist mit Nico Elvedi, Marvin Friedrich und Jordan Beyer ordentlich aufgestellt. Der vielseitige Ko Itakura und Routinier Tony Jantschke stehen bei entsprechenden Ausfällen als Alternativen zur Verfügung. Defensiv erscheint der Kader damit in Spitze und Breite ordentlich genug aufgestellt, um einen Rückgang der zuletzt allzu hohen Gegentorzahlen von 56 (Saison 2020/21) bzw. 61 (Saison 2021/22) bewerkstelligen zu können. Sehr stark wird es für dieses Ziel aber auf das defensive Mittelfeld ankommen, wo Itakura primär eingeplant ist. Neben ihm runden Koné, Kramer und Neuhaus das Kandidatenfeld ab. Sind alle einsatzfähig, wird es Farke schwerfallen, sich jeweils für die zwei zu entscheiden, die am besten miteinander harmonieren. Verbesserungsbedarf in der Offensive Etwas weniger breit sieht das Bild in der Offensive aus, was nicht erst durch den aktuellen Ausfall von Lars Stindl offenbar geworden ist. Die Startformation aus dem Pokalspiel ist mit Stindl, Hofmann, Plea und Thuram absolut hochklassig. Der Ersatz fällt aber mit dem unermüdlichen Herrmann und dem unberechenbaren Wolf qualitativ recht stark ab oder ist mit Talenten wie Borges Sanches, Fraulo oder Noss noch unerfahren. Roland Virkus hat daher bereits angekündigt, auf der Suche nach einem Nachfolger für den abgewanderten Embolo zu sein. Wird Plea noch verkauft, sollte es sogar mindestens zwei weitere Neuzugänge in der Offensive geben, damit Borussia beruhigt in die Saison gehen kann. Insgesamt verfügt Borussia über einen Kader, der nicht nur von der Gehaltstruktur überdurchschnittlich ist. Mit den vier Topklubs aus München, Dortmund, Leverkusen und Fuschl am See kann die Fohlenelf zwar monetär nicht mithalten. Aber ansonsten wird nur noch in Wolfsburg deutlich mehr gezahlt als am Niederrhein. Zumindest in der Stammbesetzung gibt es keinen Verein unterhalb von Platz 4, vor dem sich Borussia verstecken bräuchte. In einzelnen Partien kann die Mannschaft sogar jeden schlagen, wie im Vorjahr Bayern, Dortmund und Leipzig eindrucksvoll miterlebt haben. Mit Farke in eine bessere Zukunft? Schaut man etwas genauer hin, dann war in der letzten Saison vieles, aber nicht alles schlecht. Obwohl es Adi Hütter nicht gelang, konstante Leistungen aus seinem Team herauszukitzeln und ihm so etwas wie eine nachvollziehbare Handschrift zu verpassen, holte er in der Rückrunde immerhin 26 Punkte, was einem 7. Platz entsprach. Allein in den letzten 10 Partien waren es 18 Zähler – die einzige Niederlage in diesem Zeitraum gab es ausgerechnet im Derby, was die Stimmungslage gewaltig eintrübte. Ein guter Trainer sollte mit etwas Glück in der Lage sein, mehr aus der Mannschaft herauszuholen als es Hütter gelang. Das souveräne 9:1 beim Oberligisten Oberachern sollte da aber ebenso wenig zu Euphorie verleiten wie die erfolgreiche Vorbereitung ohne Niederlage. Immerhin gab es gegen erstklassige Teams nur Unentschieden und nicht immer waren die Leistungen ausnahmslos gut. Die Unsicherheiten im Kader machen es ohnehin schwierig bis unmöglich, eine Prognose über den Saisonverlauf von Borussia abzugeben. Bleibt das aktuelle Team beisammen und wird offensiv noch um einen Qualitätsspieler ergänzt, dann ist es Daniel Farke zuzutrauen, um die europäischen Plätze mitzuspielen. Dafür sollte es aber nicht zu größeren Verletzungswellen kommen, denn auf der Ersatzbank ist der Verein nicht mehr ansatzweise so gut besetzt wie noch vor einigen Jahren. Andererseits hat sich Farke bei Norwich City u. a. dadurch hervorgetan, dass er junge, unbekannte Akteure zu Leistungsträgern entwickelt hat. Man sollte sich nicht darauf verlassen, dass z. B. Yvandro Borges Sanches, Oscar Fraulo, Conor Noß oder Rocco Reitz bereits in dieser Saison der große Durchbruch gelingt. Ein wenig mehr Entwicklung und Verbesserung einzelner Spieler als in den letzten Jahren bei Hütter und Rose zu erkennen war, darf sich aber von Farke schon erhofft werden. Auf der Su che nach einer nachhaltigen Perspektive Dies wird letztlich fast wichtiger für die Bewertung des Saisonergebnisses sein als der nackte Stand in der Endtabelle. Gelingt es dem Trainer, seinen „Farke-Ball“ erfolgreich bei Borussia zu etablieren und der Mannschaft ein glaubwürdiges Spielsystem zu verpassen? Gelingt es ihm, seine Spieler weiterzuentwickeln und dafür zu sorgen, dass die Mannschaft geschlossen besser auftritt als es die Summe ihrer Einzelteile vermuten ließe? Nach den erfolglosen Abwegen des unpassenden Bullenfußballs benötigt Borussia wieder eine echte, nachhaltige Perspektive. Der Verein sollte sich dabei nicht kleiner machen als er ist. Auch wenn der (sportliche) Vorsprung gegenüber einigen Konkurrenten geschmolzen ist, hat die Mannschaft immer noch das Potential, bei gutem Saisonverlauf um die europäischen Plätze mitzuspielen. Kaum jemand wird ihr aber ernsthaft böse sein, wenn sie auch dieses Jahr wieder „nur“ im gesicherten Mittelfeld landet, solange sie mit Leidenschaft und Authentizität auftritt und eine nachhaltige Perspektive aufzeigt, wie sich Mannschaft und Verein in den folgenden Jahren entwickeln können.


31. Jul 2022

Erfolgreicher Auftakt in Oberachern

Borussia ging – abgesehen von dem durch die Verletzung von Sommer verursachten Einsatz von Moritz Nicolas im Tor – mit einer absolut experimentfreien Stammelf ins Spiel. Vor Nicolas spielten Bensebaini, Elvedi, Itakura und Scally eine Viererkette hinter einer aus Kramer und Neuhaus bestehenden Doppelsechs. Davor standen mit Hofmann, Stindl, Thuram und Plea vier Offensivspieler, die in guter Verfassung jederzeit in der Lage sind, nicht nur gegen einen unterklassigen Gegner ein Feuerwerk an Spielfreude abzubrennen. Oberachern begann das Spiel in den ersten Minuten ziemlich forsch, ging weit in der Gladbacher Hälfte ins Pressing und machte den Borussen in den ersten Minuten durchaus das Leben schwer. Allerdings dauerte die Herrlichkeit ganze zwei Minuten, ehe nach der ersten gut angesetzten Kombination ein Abpraller voll im Lauf von Thuram landete, der daraus die 1:0-Führung für Gladbach machte. Danach folgte eine Halbchance der Gastgeber, ehe die Offensive der Borussia dann ihre individuelle Klasse schonungslos ausspielte, und mit 2 weiteren Thuram-Toren (Hattrick!), zweimal Hofmann und Bensebaini zum Halbzeitstand von 6:0 kam. Dabei waren zum einen schöne Ballstafetten zu sehen und erkennbar, dass es das Ziel der Gladbacher war, auch bei Balleroberungen im Mittelfeld schnell nach vorn zu spielen. Falls zu diesem Zeitpunkt noch irgendwer Zweifel an einem souveränen Sieg der Fohlenelf gehabt haben sollte, wurden diese mit dem 7:0 durch Lars Stindl endgültig beseitigt. Der Rest war Sommerfußball, Borussia strahlte – insbesondere in Person von Hofmann und Thuram – weiterhin Spielfreude aus und suchte den Weg nach vorn. Das 8:0 durch Scally war ein Resultat dieser Bemühungen, bei denen manchmal allerdings die Tendenz erkennbar war, den Ball ins Tor tragen zu wollen. Welche Risiken eine hoch stehende Viererkette beinhaltet, wurde dabei auch herausgearbeitet: In der 61. Minute kamen die Gastgeber über einen relativ schlichten langen Ball in die Schnittstelle zum Ehrentreffer. Nach einigen Wechseln ging das muntere Spiel weiter – Neuhaus durfte zum 9:1 vollenden, bei dem es dann auch blieb. Aus diesem Spiel tiefergehende Erkenntnisse zu ziehen, ist aufgrund des Klassenunterschiedes zum Gegner naturgemäß schwierig. Positiv ist zu festzuhalten, dass die Mannschaft zu keinem Zeitpunkt in einen reinen Verwaltungsmodus verfiel, sondern auch nach Erreichen eines standesgemäßen Ergebnisses immer noch weiter nach vorn spielte. Hofmann und Thuram waren hier die Protagonisten, denen die Freude am Spiel deutlich anzusehen war. Sichtbar wurde auch, dass Ballbesitz nicht mehr verpönt ist, sondern wieder ein strukturiertes Kombinationsspiel gepflegt werden soll. Insbesondere zwischen Mittellinie und Strafraum versuchten die Gladbacher immer wieder ein schnelles Kurzpassspiel aufzuziehen, dem es allerdings manchmal noch an Präzision mangelte. Defensiv lässt sich wenig sagen. Itakura hatte beim Gegentor kein gutes Stellungsspiel, hat aber andererseits vor allem im Spielaufbau gezeigt, warum er geholt wurde: Präzise Flachpässe durch die Mitte gehörten zuletzt nicht zum Repertoire des Gladbacher Aufbauspiels. Ein dicker Wermutstropfen ist natürlich die Verletzung von Stindl, dem Vernehmen nach etwas muskuläres, das eine gewisse Ausfallzeit mit sich bringen wird. Am Ende bleibt ein standesgemäßer Sieg im ersten Pflichtspiel, das ist mehr, als manch rheinischer Rivale in dieser Pokalsaison vorweisen kann … !


05. Aug 2022

Interview: Jetzt geht das Rennen für Debütant Daniel Farke los

Vor 30 Jahren startete Bernd Krauss als neuer Cheftrainer von Borussia Mönchengladbach mit einer Niederlage. Das gab es im Premierenspiel für einen Gladbacher Bundesliga-Trainer seitdem nie wieder. Ein gutes Omen für den Auftakt gegen Hoffenheim?


05. Aug 2022

Fußball: Borussia Möchengladbach verlängert Vertrag mit Alassane Plea bis 2025

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04. Aug 2022

Gladbachs Vorzeige-Kämpfer: Was Tony Jantschke von den Fußballer-Gehältern hält

Seit 2006 ist Tony Jantschke bei Fußball-Erstligist Borussia Mönchengladbach. Der Abwehr-Allrounder gilt auf dem Feld als verlässlich und abseits als meinungsstark. Das beweist er in unserem längeren Gespräch, in dem es auch um seine Heimat und seine Zukunft geht. Und er verrät, was er von den Gehältern für Profifußballer hält.


30. Jul 2022

Bundesliga : Gladbach-Kapitän Stindl: Trainer Farke „eine Bereicherung“

Der Kapitän der Fohlen sieht in dem neuen Übungsleiter bereits jetzt schon eine Verstärkung. Am Sonntag steht für die Gladbacher das erste Pflichtspiel beim DFB-Pokal an.


28. Jul 2022

Jahrhundertspiel in Freiburg: Daniel Farke blickt optimistisch auf erste Runde im DFB-Pokal

Gegen Mönchengladbach zieht der Fünftligist Oberachern in der ersten DFB-Pokalrunde nach Freiburg um, empfängt dort die Fohlen, die als haushoher Favorit antreten.


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