30 Jahre BORUSSIAFANCLUB KLEVE
Der BORUSSIAFANCLUB KLEVE feiert in diesem Jahr sein 30jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass laden wir alle Mitglieder/innen mit Ihren Partnern zu unserem Jubiläum ein. Wann?   Samstag, 25.06.2022 - 18.00 Uhr Wo?   Vereinslokal Ratskrug Materborn, Dorfstraße 43 in 47533... mehr
BORUSSIAFANCLUB KLEVE fährt wieder zu Heimspielen
Ab sofort bietet der BORUSSIAFANCLUB KLEVE wieder Fahrten zu den Heimspielen unserer Borussia an. Die Busfahrten führt das Busunternehmen "Der Kervenheimer" durch. Die Abfahrten erfolgen ab unserer  Vereinsgaststätte Ratskrug Materborn, Dorfstraße 43, 47533 Kleve. Neben den Busfahrten... mehr
DFL terminiert restliche Bundesliga-Spieltage
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die restlichen Spieltage der aktuellen Bundesliga-Saison terminiert.  Borussias fixe Bundesliga-Termine in der Übersicht: 28. Spieltag: Borussia – 1. FSV Mainz 05 (Sonntag, 3. April, 17:30 Uhr) 29. Spieltag: SpVgg Greuther Fürth –... mehr
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Pressespiegel

22. Mai 2022

„Er wird Spielzeit bekommen“: Gladbachs Scally darf sich auf ein besonderes Debüt freuen

Einmal war Joe Scally bislang für das Nationalteam der USA nominiert, sein Debüt durfte er allerdings noch nicht feiern. Trainer Gregg Berhalter hat dem Verteidiger von Borussia Mönchengladbach nun sein erstes Länderspiel in Aussicht gestellt. Schon in Kürze wird es so weit sein.

 


22. Mai 2022

Ranking: Nur für zwei Borussia-Profis hat sich die Leihe wirklich ausgezahlt

Sechs Borussia-Profis waren in der abgelaufenen Saison an andere Klubs verliehen. Für wen hat sich die Leihe am meisten gelohnt und wer hat in Gladbach keine Perspektive mehr? Von Platz eins bis sechs – hier gibt es das Leihspieler-Ranking.

 


21. Mai 2022

Blick auf die Mannschaftsteile: Auf der Torhüterposition hat Borussia klare Vorstellungen

In einer kleinen Serie nehmen wir Borussias Mannschaftsteile unter die Lupe. Wir schauen auf die vergangene Saison, auf das Personal und mögliche Veränderungen für die kommende Spielzeit. Zum Start sind die Torhüter an der Reihe. Dort hängt viel von Yann Sommers Plänen ab.

 


21. Mai 2022

Seltsames Borussia-Jahr: Für Kramer war der 5. März ein Knackpunkt

Christoph Kramer kann seine Saison bei Borussia Mönchengladbach vor allem in zwei Phasen teilen: in die Zeit bis zum 5. März 2022 und in die danach. Hinter dem 31-Jährigen liegt eine skurrile Saison. Der Trainerwechsel dürfte ihm entgegenkommen.

 


21. Mai 2022

Pokalfinale in Berlin: Über eine Niederlage wird sich Borussia am Samstag besonders ärgern

Der SC Freiburg und RB Leipzig treten am Samstagabend im Pokalfinale in Berlin an. Borussias Fans, aber auch die Mannschaft dürfte aus diversen Gründen eine Mischung aus Wehmut und Wut umtreiben.

 


20. Mai 2022

Weg zurück nach vorn

Es ist mal wieder ein Donnerstag, der 19.Mai. Im Fernsehen läuft das Relegationshinspiel, und mit einer Mischung aus Interesse und Schaudern sieht man die Bemühungen der Vereine aus Hamburg und Berlin, den letzten Platz auf der oberen Reihe der Stecktabelle der kommenden Saison zu ergattern. Ganz entspannt schaut der Anhänger von Borussia Mönchengladbach nicht auf dieses Spiel. Zum einen, weil alleine das Wort „Relegation“ nicht nur Gedanken an die Erlösung durch die Tore von Reus und de Camargo zurückbringt, sondern weil man sich immer auch noch an die Anspannung und Angst in den Stunden davor erinnern kann. Der stete Aufruf, dies („wo wir herkommen“) nicht zu vergessen, war seit jeher so nötig wie die Ermahnung des Zehnjährigen, vor dem Schlafengehen den Spalt unter dem Bett auf Monstereinzug zu prüfen. Das vergisst man nicht. Zum anderen aber auch, weil dieselben Fans vor gar nicht so langer Zeit auf die Stecktabelle blickten und überlegten, ob die Borussia nicht am heutigen Abend würde spielen müssen. Bekanntlich ist dies nicht der Fall. Borussia Mönchengladbach beschließt die Saison auf Platz 10 mit einem gesunden Punktepolster auf Platz 16 und demzufolge hat sich alle Sorge als unbegründet erwiesen. Will man diese Saison, die Sorgen der Anhänger und die Verwerfungen zwischen ihnen und dem Verein nun einordnen, dann muss man aber weiter zurückblicken als nur bis zu Saisonbeginn. Vor etwas mehr als drei Jahren, am 2. April 2019, gab Borussia bekannt, die Zusammenarbeit mit Dieter Hecking zum Ende der Saison beenden zu wollen. Das lag sicher nicht nur an etwas durchwachsenen Ergebnissen in der Zeit davor, sondern, wie Max Eberl später erklärte, auch daran, dass der Verein einen neuen Impuls suchte. Borussias Weg war seit der überstandenen Relegation recht gradlinig verlaufen. Zwar weitgehend nach oben, aber nun schien man nicht mehr so recht vorwärts zu kommen. Max Eberl hatte entschieden, dass man diesen Weg nun verlassen wollte. Weil er nicht zu den Zielen zu führen schien, die ihm vorschwebten. Borussia suchte und fand seinen dafür nötigen Impulsgeber vermeintlich in Marco Rose. Bis hier hin ist keiner der Parteien etwas vorzuwerfen. Hecking schien überrascht und enttäuscht und konnte einem leidtun, hatte er doch nun wirklich keine schlechte Arbeit abgeliefert, aber wenn man glaubte, dass auf diesem Weg nicht mehr viel zu erreichen war, auf einem anderen aber schon, dann war die Solidität eines Heckings eben nicht mehr genug. Wenn man davon überzeugt war, schien das eine logische Konsequenz, und sie wurde mit aller Wertschätzung für den scheidenden Coach auch ordentlich begründet. Das ließ sich nachvollziehen. Der neue Trainer kam und das erste Jahr schien Eberl recht zu geben. Die Skeptiker, die ob der Herkunft Roses aus dem RaBa-Imperium nicht bedingungslos mit Liebe werfen wollten, verstummten bald, auch wenn im DFB-Pokal in der 2. Runde Schluss war und auch die Euroleague-Vorrunde wenig erbaulich mit Platz 3 endete. Neben der unglücklichen Heimniederlage gegen Erdogan-Lieblingsclub Basaksehir aus Istanbul blieb auch noch eine Klatsche daheim gegen den Wolfsberger AC im Gedächtnis. Aber am Ende der Saison stand die CL-Qualifikation, Marco Rose saß mit einer Bitburger-Flasche auf der Trainerbank und tat den mittlerweile berüchtigten Ausspruch über den "lässigen Verein”. An der Stelle hätte man es wissen müssen. Borussia Mönchengladbach ist so ziemlich alles, aber bestimmt nicht “lässig”. Lässig hingegen nahm es Marco Rose mit der Vereinstreue. Nach einem beeindruckend unsouveränen Herumgeeiere gab er im Februar 2021 endlich zu, dass er sich die Ausstiegsklausel mit gutem Grund hatte in den Vertrag schreiben lassen. Zwischenzeitlich war der Motor trotz einer guten CL-Saison etwas ins Stottern geraten. Irgendwie schien es, als verlöre das Team seine Selbstverständlichkeit. Das Derby zuhause ging verloren. Und nach der Verkündigung des Wechsels befanden sich Trainer und Mannschaft in freiem Fall. Max Eberl hielt trotz allem am Trainer fest. Weil er offensichtlich sehr von seiner Idee überzeugt war. Proteste tat er ab, wie er das schon zuvor an anderer Stelle getan hatte. Vielleicht hat Max Eberl an der Stelle einfach nicht verstanden, warum Marco Roses Abgang die Fans so aufbrachte. Oder, nicht nur vielleicht, denn hätte er es verstanden, hätte er nicht zwei Monate später mit genau derselben Masche wie die Dortmunder Rose aus Gladbach lotsten, Adi Hütter aus Frankfurt geholt. Die Parallelen waren mannigfaltig. Hütter hatte eine (immerhin etwas höhere) Ausstiegsklausel im Vertrag für den Fall, dass ein potenterer Verein einen Job frei hätte. Auch Adi Hütter stammte aus der RaBa-Schule. Auch er hatte ein unwürdiges Schauspiel um seine Zukunft in Frankfurt veranstaltet; sich sogar zu einem eindeutigen Dementi hinreißen lassen. Und nach dem Feststehen seines Abgangs verpasste er mit seiner alten Mannschaft die zuvor mehr als machbar erscheinenden Ziele. Eigentlich ist nur verwunderlich, warum Adi Hütter in Gladbach nicht von Anfang an mehr Gegenwind entgegenschlug. Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe des Wechsels stand die Eintracht mit 7 Punkten Vorsprung auf Dortmund auf einem Championsleague-Platz. Borussia war im Niemandsland der Tabelle versunken. Dieser Wechsel war von außen betrachtet mit nichts zu erklären, außer mit der Aussicht auf ein höheres Gehalt. Die Fans hatten Marco Roses Verhalten mit Recht deutlich kritisiert. Jetzt setze man ihnen eine erstaunlich exakte Kopie vor. Ist Max Eberl vorzuwerfen, sich nicht beizeiten von Rose getrennt zu haben? In der Rückschau selbstverständlich. War sein Verhalten ohne dieses Wissen über die Zukunft nachzuvollziehen? Vielleicht. Aber wie ist die Entscheidung für Hütter als Nachfolge auf diesem Wege und mit dieser Geschichte im Rücken zu beurteilen? Max Eberl muss sehr überzeugt gewesen sein, dass er mit allem Recht hatte und Roses Ausstieg nur ein zu korrigierender Unfall war. Was folgte, war wiederum ein kurzes Hoch nach holprigem Start. Dieses eine, großartige Spiel der Hütterzeit gegen den FC Bayern überstrahlte dabei lange Zeit alles, in dem Sinne, dass doch nicht alles falsch sein konnte. Aber das war es. Es folgte der sportliche Einbruch, ja Totalausfall. Über die Gründe, auch diejenigen, die Hütter sicher nicht zu verantworten hatte, ist genug geschrieben worden. Aber es wurde bald offensichtlich, dass der Trainer zumindest Teil des Problems und ganz sicher nicht Teil der Lösung sein würde. Beim verlorenen Derby konnte man es schon sehen, beim darauffolgenden Spiel gegen Freiburg wurde es mehr als offensichtlich: Der Trainer hatte keine Idee, wie er der Probleme Herr werden sollte. Das setzte sich in einer beispiellosen Serie von Misserfolgen fort. Beispiellos nicht deshalb, weil sie Ergebnisse an sich so außergewöhnlich waren, sondern weil im gesamten Profifußball Europas sich kaum ein Verein finden wird, der eine derartige Geduld mit einem so offensichtlich glück- und hilflosen Trainer zeigen würde. Aber Max Eberl hielt auch hier wieder zum Trainer, und nach seiner Demission tat es ihm sein Nachfolger gleich, vermutlich, weil es bei Borussia plötzlich an allen Ecken brannte und man nicht noch eine Baustelle gebrauchen konnte. Immerhin hat Roland Virkus am Ende der Saison den längst überfälligen Schritt vollzogen. Die Frage ist nun, welche Schlussfolgerung der Verein ziehen wird. Unter Max Eberl hat Borussia die alten Leitplanken durchbrochen und einen neuen Weg gesucht, der Erfolg versprach. Gehalten hat er nichts. Im Gegenteil, der Verein hat wahnsinnig viel verspielt in den letzten beiden Jahren. Er hat an Attraktivität für Spieler verloren. Er musste andere Vereine an sich vorbeiziehen lassen, die einst neidisch nach Gladbach geblickt hatten. Für die Zukunft des Vereins wird entscheidend sein, welchen Weg er jetzt einschlägt: Wird er versuchen, auf den alten Weg zurückzukehren? Wird ein neuer Weg eingeschlagen in der Hoffnung, dass es diesmal der richtige ist? Oder wird man an der Strategie der letzten drei Jahre festhalten festgehalten und sich an einen weiteren Trainer dieser Ausrichtung binden in der Hoffnung, dass aller guten Dinge drei sind? Für den ersten Weg stünde ein Favre, für den zweiten zum Beispiel ein Farke. Für die dritte Variante fände sich bestimmt noch ein ehemaliger Salzburg- oder Liefering-Trainer mit Ausstiegsklausel. In dem Falle erhöhten sich die Chancen, dass man bald ein donnerstägliches Relegationsspiel nicht am Fernsehen guckt. Sondern im Borussia-Park.


16. Mai 2022

Ende eines Missverständnisses

Als Borussia Mönchengladbach im Sommer 2021 auf Trainersuche ging, war Adi Hütter nicht unbedingt mein absoluter Wunschkandidat und seine Verpflichtung wurde auch in der SEITENWAHL-Redaktion kontrovers diskutiert. Sowohl wegen der sportlichen Eignung als auch wegen der Begleitumstände des Wechsels, die dem Umzug der Probstheidaer Ich-AG nach Dortmund nicht ganz unähnlich waren. Ich persönlich hätte lieber Tedesco oder Seoane auf der Gladbacher Bank gesehen. Dem gegenüber stand der Fakt, dass Hütter – wo immer er vorher auch tätig war – stets Erfolge feiern konnte und in der Regel ein bisschen mehr erreicht hatte, als man von seinen jeweiligen Teams erwarten durfte. Deshalb herrschte am Ende die Überzeugung vor, mit Adi Hütter eine gut Lösung für die nähere Zukunft des Vereins auf der Trainerbank gefunden zu haben. 12 Monate später sind wir klüger und Hütter und der Verein haben gerade ihre einvernehmliche Trennung bekanntgegeben. Ob die Initiative dazu von Hütter oder vom Verein ausging, werden wir – hoffentlich – nicht erfahren, wenn sich beide Seiten an die offensichtlich getroffene Vereinbarung einer stilvollen Trennung halten. Fakt ist, es hat nicht gepasst zwischen Adi Hütter und Borussia Mönchengladbach, deshalb ist die Trennung eine logische und vermutlich für beide Seiten die bessere Entscheidung als ein Weitermachen auf dem bisherigen Weg. Über die Ursachen für den sportlichen Verlauf der Saison ist in den letzten Tagen schon viel geschrieben worden und wird vermutlich auch noch viel geschrieben werden. Zweifelsohne spielte der Verlauf der Sommertransferperiode 2021 (oder besser gesagt ihr Nichtverlauf in Mönchengladbach) eine Rolle, gepaart mit der desolaten Führung des Vereins ab Herbst bis zu Max Eberls Abgang im Januar. Am Ende liegt die Wahrheit aber auf dem Platz und nicht in der Büroetage. Selbst ohne Neuverpflichtungen und auch mit einem angeschlagenen Max Eberl durfte man von Hütter und seinem Trainerteam erwarten, dass sie mit einem so hochkarätig besetzten Team wie Borussia Mönchengladbach es in der abgelaufenen Saison hatte ein tragfähiges fußballerisches Konzept entwickeln und eine Mannschaft auf den Rasen schicken, die fit ist für 90 Minuten. Beides war nicht der Fall und deshalb liegt auch die Verantwortung für den Saisonverlauf zum größten Teil beim Trainerteam. Adi Hütter muss bei seiner Verpflichtung gewusst haben, dass er ein Team vorfindet, welches zwar im ersten Jahr unter Rose mehr Aktivität gegen den Ball gelernt hatte, welches aber im Endeffekt immer noch künstlerisch wertvollen Fußball aus dem Ballbesitz oder einer Konterhaltung heraus besser beherrschte und auch lieber spielen wollte, als sich zur hoch anlaufenden Pressingmaschine umschulen zu lassen. Auch bei einem Verkauf von Thuram und Zakaria im Sommer 2021 und zwei-drei Neuverpflichtungen hätte sich diese Grundcharakteristik nicht wesentlich geändert. Adi Hütter muss auch gewusst haben, dass sein Kader für ein Spiel mit Dreierkette gewisse Defizite aufweist und dass es – auch wenn Embolo das zuletzt herausragend gemacht hat – keinen typischen Mittelstürmer gibt. Zwar ist nachvollziehbar, dass Hütter versucht hat, der Mannschaft seinen Stil zu vermitteln. Da aber – von Ausnahmespielen abgesehen – über weite Teile der Saison recht offensichtlich war, dass das Team damit fremdelt, stellt sich entweder die Frage nach der Vermittlungsqualität oder – wenn das vermitteln eher in ein „aufzwingen“ umgekippt sein sollte – die Frage danach, warum man nicht an irgendeinem Punkt verstanden hat, dass es so nicht funktioniert. An dem Punkt hätte man das System adaptieren können, ja müssen. Dies umso mehr, als gerade in der Rückrunde Fitnessdefizite bei der Mannschaft unübersehbar waren, die vielleicht auch gar nicht in der Lage war, das aufwendige Spiel entsprechend den Vorgaben des Trainerteams umzusetzen. Stattdessen hat man zunehmend passiv sein System durchgezogen, gepaart auch mit dem fast vollständigen Fehlen von Reaktionen während des Spiels, z.B. auf taktische Umstellungen oder auch nur Gegnerdruck in der Schlussphase. Rätsel gibt des Weiteren der menschliche Umgang mit einigen Spielern auf. Ja, Matthias Ginter sollte im Winter verkauft werden und ab einem gewissen Zeitpunkt stand sein Abgang fest. Ja, Christoph Kramer hat nach einem Spiel ein kritisches Interview gegeben, in einem sachlichen Ton übrigens. Beide Spieler phasenweise ohne Not gar nicht mehr oder nur noch im absoluten Notfall einzusetzen, sie also für Vorgänge abzustrafen, die außerhalb des Platzes liegen, zeugt von wenig Souveränität im Trainerteam. Am Ende steht eine Trennung, die folgerichtig und notwendig war. Könnte man einen Wunsch an den Verein äußern, dann wäre es der, dass sich der Verein bei der Trainersuche wieder an der fußballerischen DNA orientiert, die Borussia Mönchengladbach seit 2011 stark gemacht hat. Dabei muss der neue Trainer nicht unbedingt Lucien Favre heißen. Es sollte aber jemand sein, der Wert auf eine gewisse Struktur legt, der Fußball als Spiel mit dem Ball begreift und der die Stärken und Schwächen des Teams erkennt und sich daran orientiert.


15. Mai 2022

Sommerfußball: Angenehm und versöhnlich

Am Ende wurde es Sommerfußball der angenehmen und versöhnlichen Sorte. Borussia Mönchengladbach schlägt den sympathischen Traditionsverein aus dem Kraichgau mit 5:1 und beendet trotzdem eine alles in allem enttäischende Bundesligasaison erstmals nach elf Jahren nicht einstellig. Die Fehler, die dazu führten, wurden nicht am 34. Spieltag gemacht. Diese aufzuarbeiten, soll deshalb auch nicht Teil dieses Artikels werden. Dennoch ist das Spiel symptomatisch für den Verlauf der Saison, nämlich in der Form, dass man auch in diesem Spiel sehen konnte, was die Mannschaft in guten Phasen kann, aber auch, welche Defizite bestehen. Anders als in den letzten Spielen bekamen wir dieses Mal die Defizite bereits am Anfang des Spiels zu sehen. Bereits nach drei Minuten sorgte eine schöne Ballstaffette der Hoffenheimer für das 0:1. Ermöglicht wurde dieser aber nur durch eine kollektive Tiefschlafeinlage der Gladbacher defensive, die es trotz in der Entstehung des Spielzuges einigermaßen gut besetzter Räume verweigerte, sich den Gegenspielern auf eine zweikampftaugliche Distanz zu nähern und stattdessen vornehm abstand hielt. So ging es dann noch eine Weile weiter. Kipppunkt des Spiels war wohl die vergebene Großchance von Kramaric nach schönem Zuspiel von Raum in der 16. Minute. Wären die Gäste hier 2:0 in Führung gegangen, hätten wir wohl einen Saisonabschluss der eher unschönen Sorte erlebt. Denn wir wissen alle, dass eine der grundlegenden Schwierigkeiten unseres Teams ist, mit Rückschlägen umzugehen und nach Rückständen nicht auseinander zu fallen. Kramaric war aber gnädig und deshalb gab es Raum für die Wende im Spiel. Borussia schoß dann vor der Halbzeit drei Tore. Zunächst einmal zeigte die Mannschaft etwas, was über die ganze Saison nur selten zu sehen war: Systematisches Anlaufen verbunden mit einem Schließen der sich hinter und neben dem anlaufenden Spieler befindlichen Räume. Das Ergebnis war ein Ballverlust im Hoffenheimer Aufbauspiel, aus dem Plea zunächst einen Schuß und Stindl danach ein Abstaubertor machte. Es folgte ein von Plea sicher verwandelter Elfmeter, den Embolo mit einem Störmanöver nach einem Slapstick-Querpass der Hoffenheimer im eigenen Strafraum herausholte. Danach demonstrierte Borussia die fußballerische Extraklasse, die uns in dieser Saison so oft vorenthalten wurde, von der man aber immer wusste, dass sie vorhanden ist. Neuhaus Chipball auf Hofmann und dessen Verarbeitung zum Tor sind dafür ein gutes Beispiel. Gleiches gilt für die Zusammenarbeit des Duos Hofmann und Embolo vor dem 4:1 und die schnelle Reakion von Plea gepaart mit der Coolness und Präzision von Hofmann vor dem 5:1. Am Ende hätte Herrmann mit einem schönen Seitfallzieher beinahe noch das sechste Tor gemacht - aber das wäre wohl auch des Guten zuviel gewesen. Wollte man aus dem Spiel (und der letzten Saisonphase) Erkenntnisse ziehen, dann wohl folgende: Ohne Hofmann sinkt die Qualität des Kollektivs signifikant. Jonas Hofmann ist - bei aller Wertschätzung für die anderen zehn Spieler auf dem Platz - im Moment der Gladbacher, der allein durch seine Anwesenheit seine Mitspieler besser macht. Seit er nach Verletzungspause wieder dabei ist, läuft es besser. Embolo in der aktuellen Verfassung ist ebenfalls ein Unterschiedsspieler, den man unbedingt halten sollte. Und: Durch die wieder überzeugenderen Leistungen hat sich die Mißstimmung zwischen Team und Fans etwas relativiert. Auch in dieser Beziehung war es wichtig, mit einem Erfolgserlebnis in die Sommerpause zu gehen. Nach dem Spiel kam dann - nicht gänzlich unerwartet - die Bekanntgabe durch Adi Hütter, dass man im gegenseitigen Einvernehmen beschlossen habe, die Zusammenarbeit zu beenden. Was in diesem Zusammenhang "gegenseitiges Einvernehmen" bedeutet, ist schwer zu sagen. Von "Hütter wollte nicht mehr, weil man ihm die großen Versprechen anlässlich seiner Verpflichtung im Hinblick auf den Kader damals wie heute nicht erfüllen konnte bzw. kann" bis hin zu "Borussia möchte sich von Hütter trennen, weil man nicht mehr an eine erfolgreiche Zukunft mit ihm glaubt" ist vieles denkbar. Wie auch immer man diese Trennung bewertet, erfreulich am Ablauf ist die Tatsache, dass man anders als beispielsweise die Protagonisten des FC Augsburg ohne gegenseitige Vorwürfe auskam und dass die handelnden Personen kein böses Wort übereinander verloren. Nach der holprigen Kommunikation der letzten Wochen war bereits das alles andere als selbstverständlich.


13. Mai 2022

Duell der Enttäuschten

In einem letztendlich bedeutungslosen Spiel stehen sich zum Abschluss der Bundesligasaison 2020/21 Borussia Mönchengladbach und der sympathische Traditionsverein aus dem Kraichgau, die TSG „1899“ Hoffenheim gegenüber. Beide Teams stehen im Niemandsland der Tabelle, beide können weder absteigen noch in der Tabelle Verbesserungen erreichen. Es wird ein Duell der Enttäuschten, beide Teams dürften mit der Saison nicht zufrieden sein. Während auf Gladbacher Seite von vornherein alle Ziele verfehlt wurden, ist es bei den Kraichgauern vermutlich nicht die Abschlussplatzierung in absoluten Zahlen, die unzufrieden macht, sondern der Umstand, dass man nach der Hinrunde mit Tuchfühlung zu den Champions-League-Plätzen auf Rang 5 und nach dem 25. Spieltag auf sogar auf Platz 4 lag, ehe nach dem Sieg in Köln Anfang März eine Serie von 8 Spielen ohne Sieg alle Träume vom internationalen Fußball zunichtemachte. Während Borussia aufgrund interner Querelen sowohl im Team als auch im Verein und eines diffusen Gefühls des Nichtzueinanderpassens zwischen Trainer und Mannschaft daran scheiterte, das ohne Zweifel vorhandene Potential auszuschöpfen, lassen sich in Hoffenheim die Ursachen relativ klar benennen: Zu viele Verletzte ließen dem Team auf der Zielgeraden buchstäblich die Luft ausgehen. Auf der Ausfallliste für den kommenden Spieltag stehen mit Munas Dabbur, Florian Grillitsch, Ermin Bicakcic, Benjamin Hübner, Chris Richards, Dennis Geiger, Marco John, Fisnik Asllani und Havard Nordtveit 9 Spieler, davon 6 potenzielle Startelfkandidaten. Möglicherweise kommt auch noch Ihlas Bebou dazu. Einen Abschied auf Hoffenheimer Seite, der leider nicht auf dem Platz stattfinden wird, gilt es gesondert zu erwähnen: Mit Havard Nordtveit verlässt ein Spieler die Bundesliga, der die meisten seiner Bundesligaspiele für Borussia Mönchengladbach gemacht hat und der einer der Protagonisten von Borussia Barcelona war. Dass Nordtveit nach seiner Gladbacher Zeit nirgends mehr richtig Fuß fassen konnte, teils verletzungsbedingt, teils, weil es einfach nicht passte, ist schade für ihn, zeigt aber auch, dass Borussia Mönchengladbach in der Verfassung der letzten Jahre ein guter Ort war für Profis gehobener Qualität, die aber nicht die absolute Klasse für die ganz großen Vereine hatten. Ob das in Zukunft noch so sein wird, ist fraglich. Denn während die Borussia der Jahre 2011 -2020 sich nicht nur durch sportlichen Erfolg auszeichnete, sondern auch durch ein augenscheinlich gesundes internes Klima, das von manchem sogar als zu ausgeprägte Wohlfühloase verunglimpft wurde, erinnert der Verein momentan mehr an die Borussia von Peter Pander und Dick Advocaat: Misslungene Pressekonferenzen, die mehr Fragen aufwerfen, als dass sie welche beantworten; Spieler, die in Podcasts beunruhigende Innenansichten des Vereins liefern; mündige Spieler, die für angemessen formulierte kritische Töne in Interviews offensichtlich durch Versetzung auf die Bank und demonstrative Nichteinwechslung selbst dann bestraft werden, wenn auf ihrer Position für jeden ersichtlich Notstand herrscht. Das alles ist eine ungesunde Mischung aus Zeiten, die man vergangen glaubte. Dies aufzuarbeiten, würde aber den Rahmen des Vorberichts sprengen. Denn noch ist ein Spiel zu spielen. Bei Borussia sind bis auf den gesperrten Elvedi und den operierten Jantschke alle mehr oder weniger fit (d.h. eine Halbzeit halten sie vermutlich durch). Vermutlich wird der Trainer in seinem letzten Spiel dieser Saison an der Grundordnung wenig ändern. Auch wenn Ginter ein Abschiedsspiel zu wünschen wäre steht zu vermuten, dass die Dreierkette aus Beyer (wenn die Muskeln mitmachen), Friedrich und Bensebaini bestehen wird. Davor wird natürlich Koné nach abgesessener Gelbsperre wieder ins defensive Mittelfeld zurückkehren, aber ansonsten wird man die vertrauten Gesichter sehen. Auch wenn Hoeneß dahingehend zitiert wird, dass er morgen keinen Sommerfußball sehen möchte – ganz vermeiden wird sich das wohl nicht lassen. Zwei Varianten von Sommerfußball sind denkbar. Da ist einerseits der Nichtangriffspakt, also ein öder Kick, auf den eigentlich keiner Lust hat. Und da ist andererseits ein von taktischen Fesseln und Erfolgsdruck befreites Spiel zweier Mannschaften, die offensiv besser sind als defensiv und das jetzt einfach nochmal zeigen wollen. Hoffen wir, dass es letzteres wird. Der SEITENWAHL-Tipp: Uwe Pirl: Da es für niemanden mehr um etwas geht, kann man frei aufspielen. Das endet 3:3. Danach geht in Gladbach hoffentlich die Aufarbeitung los. Christian Spoo: War das Ukraine-Spiel die letzte Niederlage von Adi Hütter als Trainer von Borussia Mönchengladbach. Möglich wär‘s, denn zum Ausklang der unerträglichsten Bundesligasaison seit 2020/21 gewinnt seine Mannschaft nochmal mit 2:1 gegen Hoffenheim. Michael Heinen: Borussia startet furios in die Partie und führt zur Halbzeit mit 2:0. Ein Sieg zum Abschluss würde aber nicht zu dieser Saison passen. Das fällt zum Glück auch der Mannschaft noch gerade rechtzeitig auf, sodass sie sich am Ende mit einem 2:2 ins Ziel rettet. Die Borussen-Fans können trotzdem feiern: Endlich ist diese elendige Saison vorbei. Claus-Dieter Mayer: Beim launigen 3:3 am letzten Spieltag zeigen beide Teams nochmal alles, was sie ausmacht: Jede Menge Potenzial gepaart mit katastrophalem Defensivverhalten und teilweise mangelnder Einstellung. Volkhard Patten: Nach einer Saison wie ein Autounfall ist das einzig Positive an diesem Nachmittag das neue Trikot. Nach der 1:4-Klatsche geht's in die unruhige Sommerpause. Thomas Häcki: Ein Spiel mit Unterhaltungswert, welches man schon nach dem Stadionbesuch vergessen hat... Trotz der 7 Tore beim 4:3 Christian Grünewald: So manch einer auf und neben dem Platz sagt Ade/i, Abwehrreihen existieren bei beiden Teams ohnehin größtenteils auf dem Papier. Daher darf man auf ein fröhliches Hin- und Her bei sonnigem Wetter hoffen. 2:4.


03. Mai 2022

Enttäuschte Erwartungen

Borussia Mönchengladbach gegen die Vertriebsabteilung eines österreichischen Getränkeherstellers: Auf der einen Seite taktisch durchkomponierter Fußball, geprägt von technisch hoher Qualität, geprägt von Effizienz, angeleitet von einem überaus fähigen Übungsleiter – auf der anderen Seite Borussia Mönchengladbach. Das waren nicht nur meine Erwartungen an das gestrige Spiel. Dass der Gegner am Donnerstag in der Europa League tätig war? Geschenkt. Dass Borussia an guten Tagen auch Bayern oder Dortmund schlägt? Geschenkt. Die Mannschaft, die zuletzt nicht mehr als eine gute Halbzeit zu spielen in der Lage war, würde gegen die von Tedesco wieder um Ballbesitz ergänzte Pressingmaschine aus Fuschl unweigerlich einem solchen Druck auf die eigene Abwehr ausgesetzt sein, dass die momentan regelmäßigen Aussetzer nur eine Frage der Zeit wären. Aber Borussia wäre nicht Borussia, wenn sie nicht in schöner Regelmäßigkeit alle Erwartungen enttäuschen würde. So auch gestern. Zunächst dadurch, dass man sich nicht dazu verleiten ließ, in der im Lauf der Saison leider oft gepflegten Manier unkoordiniert offensiv zu pressen. Stattdessen stand Gladbach defensiv eher tief und strukturiert (fast als hätte Lucien Favre unter der Woche Kettenverschieben trainieren lassen), schaffte es auch, die Räume für die Österreicher eng zu halten und diese damit nicht in ihr schnelles Kombinationsspiel kommen zu lassen. Zur Wahrheit gehört auch, dass Getränkevertriebler es in der ersten Halbzeit – aus welchen Gründen auch immer – nicht ernsthaft versuchten, die Fohlenelf unter Druck zu setzen. So entwickelte sich zunächst ein eher ereignisarmes Spiel, in es allerdings Borussia Mönchengladbach – ähnlich wie in den letzten Wochen schon öfter - schaffte, zwei recht ordentliche Kombinationen in Ziel zu bringen und zwei Tore zu schießen. Unterbrochen wurde das von einem der unvermeidlichen Aussetzer, einem der leider nicht wenigen vermeidbaren Ballverluste des im Kombinationsspiel eher schwachen Neuhaus, der vom Gegner mit einem schnellen Angriff zum zwischenzeitlichen Ausgleich ausgenutzt wurde. Für die zweite Hälfte konnte man nun einen Sturmlauf der Gäste erwarten. Tatsächlich geriet Borussia ziemlich unter Druck, phasenweise wurde minutenlang der eigene Strafraum mutig gegen Belagerer verteidigt, ohne sich allerdings so richtig befreien zu können. Als dann auch noch Nico Elvedi gerechtfertigter Weise des Feldes verwiesen wurde, schien es nur eine Frage der Zeit, bis das Spiel kippt und am Ende eine Niederlage steht. Aber an diesem Punkt überraschte uns Borussia erneut. Nicht nur, dass die Defensive zunehmend wieder konsequenter agierte – nein, der an diesem Tag überragende Hofmann und Beyer – defensiv eigentlich schon länger überzeugend, jetzt aber auch mit dem Selbstvertrauen für Vorstöße ausgestattet – nutzten einen der wenigen Entlastungsangriffe zum 3:1, das auch dem Endstand entsprach. Natürlich gab es auch danach Angriffe und Chancen für die Gegner – im Gegensatz zu den letzten Auftritten geriet der Gladbacher Abwehrverbund aber nie mehr so ins Schwimmen, dass man förmlich um das Gegentor zu betteln schien. So reichte ein regelkonform agierender VAR (bei zwei Szenen im Gladbacher Strafraum gab es Berührungen, aber keine klare Fehlentscheidung) und der gewohnt formstarke Yann Sommer zur Sicherung des Sieges. Nach dem Spiel war die erste von Journalisten gestellte Frage an die Protagonisten, was wohl in dieser Saison möglich gewesen wäre, hätte man immer so gespielt wie an diesem Tag. Wir fragen uns das auch.


20. Mai 2022

Kommentar: Warum Favres Rückkehr für Gladbach so wichtig wäre

Es braucht Aufbruch in Mönchengladbach. In einem Neuanfang mit Lucien Favre läge Risiko, aber noch mehr Chance. Ein Kommentar.


20. Mai 2022

Eilmeldung: Favre kehrt laut Bild nach Gladbach zurück - Vorstellung am Sonntag

Fast sieben Jahre nach seiner plötzlichen Flucht aus Mönchengladbach wird Trainer Lucien Favre wohl zum zweiten Mal als Trainer bei Borussia Mönchengladbach arbeiten. Der Schweizer soll am Niederrhein an alte Erfolg anknüpfen.


20. Mai 2022

Termin für Trainingsauftakt steht: Borussia testet gegen Rot-Weiß Essen

Am Sonntag, 26. Juni, beginnt die Vorbereitung auf die Saison 2022/23. Am 1. Juli geht es zum ersten Test zum Drittligisten aus Essen. Auch ein Test gegen den spanischen Erstligisten Real Sociedad San Sebastián steht auf dem Plan.


20. Mai 2022

Bundesliga: Trainingsauftakt bei Borussia Mönchengladbach ist am 26.06. - Testspiele stehen bereits fest

In der Vorbereitung auf die kommende Saison trifft die Borussia unter anderem auf Real Sociedad. Das Trainingslager wird im bayerischen Rottach-Egern am Tegernsee abgehalten.


19. Mai 2022

Flicks Team für die Nations League: Nur einer von drei Gladbachstars hat es in den DFB-Kader geschafft

Hansi Flick gibt seinen Kader für die anstehenden Nations League-Spiele bekannt. Dabei verzichtet er auf zwei von drei Gladbachprofis.


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