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Wir möchten eigentlich alle nur Eines: Das wir alle unbeschadet durch diese für uns alle sehr schwierige und ungewöhnliche Zeit kommen und so schnell wie möglich wieder Normalität herrscht. Sowohl in unserem privaten Bereich als auch bei der schönsten Nebensache der Welt. Dazu möchte der... mehr
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Pressespiegel

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04. Dez 2020

Stefan Lainer im Interview: „Haben international Werbung gemacht für Gladbach“

Borussias Rechtsverteidiger spricht im Interview über die Champions-League-Abenteuer, Gladbachs Ansehen in Europa und das kommende Spiel beim SC Freiburg.

 


04. Dez 2020

Borussias portugiesisches Talent: Das Projekt Quizera ist reizvoll, aber hoch sensibel

Borussias Portugiese hat sich die Saison anders vorgestellt. Er muss nun lernen, was ihm fehlt ein Bundesligaspieler zu sein. Doch wissen die Gladbacher auch, dass Geduld bei jungen Spielern endlich ist.

 


04. Dez 2020

Zakaria, Beyer, Lang: Borussia sucht den Innenverteidiger für Freiburg

Borussia hat vor dem Spiel gegen den SC Freiburg weiter große Abwehrsorgen. Trainer Marco Rose hat trotzdem noch mehrere Möglichkeiten, das aufzufangen.

 


04. Dez 2020

Fohlenfutter-Ticker: Eberl „überrascht“ von Spielverlegungen im DFB-Pokal

Der FC Bayern und Bayer 04 Leverkusen dürfen ihre Zweitrundenspiele im DFB-Pokal im Januar austragen - wegen der hohen Belastung vor Weihnachten. Gladbachs Manager Max Eberl hat sich ein wenig darüber gewundert, wie er am Freitag erklärte.

 


04. Dez 2020

Ex-Borusse Vincenzo Grifo: „La Vince Vita“ gab es nur einmal in Gladbach

2017 war es eine gute Idee, den Italiener Vincenzo Grifo zu holen. Doch es passte nicht mit ihm und Borussia Mönchengladbach. Bei einem Spiel sorgte Grifo allerdings für ein besonderes Fußballerlebnis.

 


04. Dez 2020

Wird scheiße. Wie immer. 0:1. Oder doch nicht?

Die Aufgabe, einen Vorbericht für das Spiel in Freiburg zu schreiben, ist ambivalent. Da ist einerseits die nicht wegzudiskutierende Serie von mittlerweile 13 Jahren ohne Sieg in Freiburg. Da die letzten Spiele im Grunde genommen einen immer wieder ähnlichen Verlauf nahmen (Freiburg eklig, Borussia verängstigt und irgendwie nicht richtig da) gerät man als Verfasser leicht in Gefahr, sich zu wiederholen. Deshalb stand bei SEITENWAHL im Raum, entweder einfach auf einen beliebigen Vor- oder Spielbericht der letzten Jahre zu verlinken oder ganz auf einen Vorbericht zu verzichten und einfach den ersten Teil der Überschrift dieses Artikels auf die Homepage zu stellen. Alternativ wurde noch vorgeschlagen, einfach die Ergebnisse der Auswärtsspiele in Freiburg aus den letzten 18 Jahren aufzulisten. Ganz so einfach ist es andererseits natürlich doch nicht. Vor allem deshalb, weil das, was unser Redaktionskollege Spoo als zusammenfassende Antwort auf die Frage nach dem Warum des Scheiterns gegen Inter Mailand formulierte, so nicht mehr stimmt. „Weil wir Borussia sind …!“ steht nicht mehr automatisch für tragisches, unfähiges, unglückliches Scheitern und auch nicht mehr automatisch dafür, einen kriselnden Gegner aufzubauen. Ungeachtet der Niederlage gegen Inter Mailand und der vergebenen Vorsprünge in den letzten Monaten steht Borussia Mönchengladbach seit dem Amtsantritt von Marco Rose auch für Effizienz und Selbstvertrauen. Dazu kommt, dass Borussia Mönchengladbach in den letzten Jahren doch eine Reihe schwarzer Serien beendet hat; und bekanntlich gilt auch: Je länger eine Serie gehalten hat, desto wahrscheinlicher ist ihr Ende … (keine Ahnung, ob diese Hans-Meyer-Weisheit sich irgendwie statistisch untermauern lässt …). Im Grunde bleibt einem auch gar nichts anderes übrig, als jedes Jahr wieder zuversichtlich nach Freiburg zu fahren und zu hoffen, dass es dieses Mal klappt. Und tatsächlich stehen die Vorzeichen gar nicht so schlecht. Freiburg hat vor der Saison mit Schwolow, Koch und Waldschmidt wichtige Stammspieler verloren, die Neuzugänge haben sich noch nicht uneingeschränkt eingelebt und der Start war bisher recht holprig, negativer Höhepunkt eine Niederlage gegen Mainz, in der die Freiburger alle Tugenden vermissen ließen, die sie normalerweise auszeichnen. So sind die Freiburger seit dem Sieg am 1. Spieltag in Stuttgart seit 8 Bundesligaspieltagen sieglos. Borussia Mönchengladbach dagegen hat sich zuletzt in der Bundesliga stabilisiert und den Anschluss an die Ränge hinter Bayern München gehalten. Bei Borussia ist die Personallage vor allem in der Defensive problematisch: Neben dem sicheren Ausfall von Elvedi, Bensebaini und Hofmann ist auch Jantschke angeschlagen und – so Rose in der Pressekonferenz – sehr fraglich. Sollte dieser ausfallen, stünden Beyer (nahezu ohne Spielpraxis und lt. Rose mit noch „einigen fehlenden Prozenten“) und Zakaria (sollte eigentlich langsam aufgebaut werden, zudem ist Innenverteidigung eigentlich nicht seine Position) zur Auswahl. Darüber hinaus stellt sich natürlich die wahrscheinlich auch für das Trainerteam nicht ganz einfache Frage nach der Prioritätensetzung: Soll man maximal rotieren, um am Mittwoch in Madrid ein ausgeruhtes 1a-Team an den Start zu bringen? Also alles auf das Achtelfinale der Champions League setzen, dabei aber das Risiko eingehen, in der Bundesliga den Anschluss zu verlieren? Oder soll man in Freiburg mit der bestmöglichen Elf antreten (bzw. nur sehr behutsam rotieren), um die Erfolgswahrscheinlichkeit zu erhöhen und aus einem Sieg positive Energie für Madrid zu ziehen? Am wahrscheinlichsten ist wohl eine behutsame Rotation, die Bankplätze für Plea und/oder Thuram, Startelfeinsätze stattdessen z.B. für Embolo, Herrmann und/oder Wolf mit sich bringt. Wenn Rose in den letzten Wochen relativ häufig von Lernprozessen seiner Mannschaft gesprochen hat, sollte das auch beinhalten, dass diese Rotationen nicht wie in Mainz zuerst mal zu einem fast vollständigen Verlust der Struktur führen, der dann am Ende doch von der Stammbesetzung behoben werden muss. Klappt das, ist ein Sieg in Freiburg nicht fern. Der SEITENWAHL-Tipp Uwe Pirl: Träfen meine Tipps immer zu, wäre Borussia vermutlich Deutscher Serienmeister. Ich kann mir den Optimismus dennoch nicht verkneifen und traue Borussia einen Sieg zu. Mit dem 2:1 in Freiburg geht eine der längsten Negativserien zu Ende. Christian Spoo: Wird scheiße. Wie immer. 0:1. Mike Lukanz: Petersen trifft. Mehr muss man über dieses Spiel nicht wissen. Michael Heinen: In den letzten Jahren hat Borussia so einige mehr oder weniger historische Negativserien beendet, ob in Bremen, Leverkusen oder Hoffenheim. Da wird es Zeit, nach gefühlten 92 Jahren endlich auch mal wieder in Freiburg zu gewinnen - und zwar mit 2:1. Thomas Häcki: Freiburg. Also verlieren wir 1:2. Bitte belehrt mich eines besseren, ich wäre dankbar. Claus-Dieter Mayer: Mit dem 1:1 im Breisgau können beide Teams leben, richtig helfen tut das Resultat aber auch keinem.


02. Dez 2020

Weil wir Borussia sind

Lange Gesichter im Borussia-Park, lange Gesichter vor den Fernsehern in den Wohnungen der Fans. Borussia hat das erste „Endspiel“ um den Einzug ins Achtelfinale der Champions League verloren – und das auf eine Art und Weise, die zumindest in Fankreisen nach dem Abpfiff vielfach als „typisch borussisch“ klassifiziert wurde. Wie ein Seitenwahl-Redakteur treffend bemerkte: Warum können wir eigentlich nur Drama? Tat sächlich hatte das Spiel durchaus Potenzial, in die leider lange Reihe der unglücklichen – manche mögen sagen unfairen – Niederlagen der Borussen-Geschichte einzugehen. Die Möglichkeit besteht, dass die komplette Gruppenphase der diesjährigen Champions-League am Ende einen Verlauf nimmt, der die Schlagzeilentexter europaweit quasi verpflichten wird, die Gruppe B am Ende mit dem Attribut „verrückt“ zu belegen. Aber wie unglücklich oder gar unfair war die Niederlage gegen Inter Mailand? Sind es vor allem Gladbacher Selbstmitleid und das ewige Underdog-Selbstbild, das die Emotionen nach dem Spiel so hoch trieb, oder war Mailand wirklich mit dem Teufel oder dem Schiedsrichter im Bunde? Klar sollte nach Ansicht der 90 Minuten sein, dass Borussia keineswegs die klar bessere Mannschaft war. Zwar gab es eine lange Phase im Spiel, in der das Team dominierte, man war aber jederzeit verwundbar. Das lag vor allem an großen Lücken, die sich immer wieder in der Defensive auftaten. Die gedachte Ordnung war offenbar zunächst Viererkette in der Rückwärts-, Dreierkette in der Vorwärtsbewegung, die Vermutung liegt nahe, weil Marco Rose nach dem Spiel erklärte, durch das Ausscheiden von Tony Jantschke „auf Dreierkette umgestellt“ zu haben. In Wahrheit standen die Außenverteidiger aber schon in der ersten Halbzeit stets sehr hoch, klafften große Lücken in der Abwehr, was die Mailänder zu mehreren Chancen kommen ließ. Die Befürchtung, Romelo Lukaku würde den für den verletzten Elvedi ins Team gerutschten Jantschke schwindelig spielen, bewahr heitete sich lediglich ein Mal, Jantschke verteidigte sonst gewohnt solide und verhinderte mit Einsatz aller legal verwendbaren Körperteile einen früheren Rückstand. Schwerer ins Gewicht fiel das Fehlen von Ramy Bensebaini. Sein Vertreter Oscar Wendt war an zwei von drei Gegentoren entscheidend beteiligt. Rausrücken zur falschen Zeit und Zweikampfvermeidung führten mittelbar zum 0:1 und zum 1:3. Im Zustandekommen dieser beiden Treffer hatten weder Teufel noch Schiedsrichter Aktien. Mailand profitierte von der lockeren Staffelung der Defensive, vom für das Spiel mit Dreierkette vielleicht etwas zu geringen Tempo einiger Borussen und natürlich auch davon, dass erwähnter Lukaku von kaum einem Verteidiger über 90 Minuten aus dem Spiel zu nehmen ist. Auch offensiv tat sich Borussia zeitweise schwer. Mailand stand sicher und in den ersten knapp dreißig Minuten des Spiels war Borussia fast mitleiderregend ideenlos. Aus gefühlten 90 Prozent Ballbesitz vermochte die Mannschaft nicht das geringste Kapital zu schlagen. Das 0:1 war mitnichten ein überraschender Wirkungstreffer sondern folgerichtig. Die gute Phase der Borussen begann im letzten Drittel der ersten Halbzeit. Die Mannschaft besann sich auf schnelles, direkteres Spiel und zeigte damit die Verwundbarkeit der Mailänder Abwehr auf. Ebenso folgerichtig wie der Rückstand war der Ausgleich nach einem sehenswerten Angriff und einer punktgenauen Flanke von Lazaro auf den Kopf von Alassane Plea, der sich dank eines geschickten Laufwegs enormen Platz im Mailänder Strafraum geschaffen hatte. Bis zum nicht gegebenen 3:3 blieb es dabei: Borussia hatte Mittel, um Mailand gefährlich zu werden, bot dem Gegner aber auch immer wieder die erwähnten Lücken an, um selbst in Gefahr zu geraten. So weit, so unterhaltsam war die Partie. Derart offen gestalteten beide Teams das Spiel, dass ein knapper Sieg für beide Gegner oder ein Unentschieden am Ende als gerecht hätten empfunden werden können – wenn, ja wenn da nicht die zwei mit entscheidenden Szenen vor dem 1:2 und dem vermeintlichen 3:3 gewesen wären. Borussenbrille auf: Vor dem 2:1 durch Lukaku wurde Marcus Thuram im Mittelfeld von zwei Gegenspielern in die Zange genommen und gefoult, wodurch er den Ball verlor und Mailand einen schnellen Angriff fahren konnte, den Lukaku zugegeben brillant veredelte. Beim nicht gegebenen Ausgleichstreffer stand Breel Embolo zwar am Fünfmeterraum und auch einen Zentimeter im Abseits, griff aber weder ins Spiel ein noch nahm er dem Torwart die Sicht. Pleas drittes Tor war korrekt, schon gar nicht lag eine klare Fehlentscheidung vor, die das Eingreifen des VAR nötig gemacht hätte. Borussenbrille ab: Vor dem 1:2 verliert Thuram einen harten aber noch regelkonformen Zwei- bzw. Dreikampf und geht dabei eher freiwillig zu Boden, wird für diese Einlage aber nicht belohnt. Beim nicht gegebenen Ausgleich steht Embolo Abseits und irritiert den Torwart allein durch seine Anwesenheit und sein Hochspringen, als der Schuss von Plea an ihm vorbei ins Tor rauscht. Dass der VAR eingreift, ist richtig, dass der Schiedsrichter sich umentscheidet und den Treffer nicht gibt, ist hart, aber vertretbar. These, Antithese – aber keine Synthese in diesem Fall. Die Borussenbrille hat man auf oder eben nicht. Wie SEITENWAHL bebrillt ist, muss nicht weiter ausgeführt werden. Es bleibt noch anzumerken, dass mit der Entscheidung, den Ausgleich abzuerkennen, ein Bruch im Borussenspiel war. Der Wille, noch etwas auszurichten, war zu sehen, die Fähigkeit nicht. Borussia spielte in den letzten Spielminuten zu hastig und unpräzise, wollte viel und erreichte nichts mehr. Dass der Schiedsrichter eine lange Unterbrechung der Nachspielzeit nicht einrechnete und einen letzten Angriff mit seinem Schlusspfiff unterband, passt ins Bild: Formal korrekt, trotzdem ätzend. Wie unter dem Strich der ganze Abend. Vor dem letzten Spieltag in Gruppe B haben noch alle Teams die Möglichkeit, das Achtelfinale zu erreichen. Borussia kann das nach wie vor aus eigener Kraft. Ob die allerdings reicht, um bei Real Madrid zu bestehen? Gleichzeitig ist das Szenario gar nicht unwahrscheinlich, dass Borussia am Ende hinter der Mannschaft landet, die sie spielübergreifend mit 10:0 besiegt hat. Sollte Borussia das Achtelfinale verpassen, liegt das an der Kombination aus sehr späten Gegentreffern und ausnahmslos negativ ausgefallenen Kann-Entscheidungen eines Schiedsrichters. Ob man am Ende eigene Blödheit, großes Pech oder teuflisches Schicksal dafür verantwortlich macht, mag jeder mit sich selbst ausmachen.


30. Nov 2020

Die Chance zum Meilenstein

“Can Mönchengladbach play in this competition every year, please?” Mit dieser Frage beendete der Live-Ticker des Guardian am 30.0.2015 seine Berichterstattung vom fantastisch anzuschauenden 1:2 der Borussia in der Champions-League gegen Manchester City und ich kann mich gut erinnern, dieses Zitat sofort an diverse Whatsapp-Kontakte geschickt zu haben. Der Stolz, gegen einen übermächtigen Gegner ein tolles Spiel geliefert zu haben, überwog klar den Ärger, eine Führung noch verspielt zu haben. Das ist fünf Jahre her (Trainer war ein gewisser Andre Schubert), aber irgendwie charakterisiert es die Fortsetzung der Europapokalgeschichte Borussias nach 15 Jahren Pause: Man war froh wieder dabei zu sein, aber ganz im olympischen Sinne war das dann eigentlich auch schon alles. Schön mal eine Halbzeit gegen Barcelona mitzuhalten, ein 3:3 gegen Lazio im Hinspiel herauszuholen, aber die eigentliche Wahrheit lautete doch eher 0:4 im Nou Camp oder 0:4 im Etihad Stadium. Die Bundesliga sei das „Kerngeschäft“, konnte Max Eberl nicht häufig genug betonen und schon beim allerersten Auftritt in der Europa-League bestätigte Lucien Favre das demonstrativ, in dem er 2012 in Limmasol eine B-Elf ein mühseliges 0:0 ergurken liess. Gerade diese jüngere Vergangenheit macht den Wandel der Borussia in diesem Herbst umso bemerkenswerter. Noch vor zwölf Monaten schien es, als solle sich Borussia Europapokal-Apathie auch unter Marco Rose fortsetzen, aber angesichts des zu vollziehenden Umbruchs kann man Gladbachs Trainer wohl verzeihen, damals der Liga den Vorrang gegeben zu haben. Dass er im Prinzip gänzlich andere Ansprüche hat, als die bescheidene Vereinskultur der Vorjahre vermuten lässt, hat sich in den letzten Wochen gezeigt. Marco Rose gibt der CL klare Priorität, wie man unschwer an den Mannschaftsaufstellungen ablesen kann. Rocco Reitz mal eine Chance geben und ein bisschen Dreierkette probieren? Das geht doch prima in Mainz. Dauerläufer Lainer schonen, Lazaro mal als Rechtsverteidiger ausprobieren und Zakaria Spielpraxis geben? Da kommt Schalke gerade zur rechten Zeit in den Borussia-Park. Womit wir dann auch beim Bundesligaspiel vom Samstag sind. Ein eher fahrige, unkonzentrierte erste halbe Stunde zeigte auf, dass Roses Kurs durchaus nicht risikolos ist. Schon in den acht Liga-Spielen zuvor hatte man Punkte verschenkt und eine Lücke zu den CL-Plätzen aufkommen lassen. Als man nun eine (zu dem Zeitpunkt glückliche) 1:0-Führung vergeben hatte und Marc Uth mit einem Freistoß an den Pfosten beinahe die Führung für die seit Monaten sieglosen Gelsenkirchener erzielt hätte, kamen schon so leise Zweifel auf, ob man sich da nicht so ein wenig verzockt hat. Dass Marco Rose sich der Gefahren komplett bewusst ist, zeigte seine Aussage nach dem Spiel, als er „nachvollziehbare Gründe“ für den Beginn seines Teams angab und einräumte, dass so was „auch mal nach hinten losgehen“ könne. Es ging aber nicht nach hinten los, sondern man erzielte nach einem schönen Konter durch Wendt die Führung noch vor der Halbzeit und der S04 tat dann das, was krisengeschüttelte Teams nach einem Rückstand eben so tun: man kollabierte, so dass Gladbach dann in der zweiten Halbzeit mit zwei weiteren Treffern alles klarmachte und mit fünf Wechseln gegen Ende auch noch Kräfte schonte. Was die Experimente angeht, so merkte man Denis Zakaria schon die fehlende Spielpraxis an, was aber nach acht Monaten Pause kein Wunder ist. Stefan Lainer muss kurzfristig wohl nicht um seine Position bangen, da Valentino Lazaro als Außenverteidiger nicht so richtig glücklich wirkte. Insgesamt hat die Borussia nun eine Bilanz von drei Siegen und einer Niederlage unmittelbar nach den bisherigen vier Champions-League-Partien, was zeigt, dass Marco Rose bei allem Risiko recht erfolgreich auf den Gebieten Rotation und Belastungsteuerung ist. Zur Belohnung sollte ihm jetzt gegen Inter Mailand eine halbwegs ausgeruhte nahezu Bestbesetzung zur Verfügung stehen. Neben Jonas Hofmann ist nur Ramy Bensebaini fraglich [Anmerkung der Redaktion: nach Veröffentlichung des Artikels erfuhren wir ob der Verletzung Elvedis, also von wegen Bestbesetzung!]. Ob der Algerier nach Covid-Erkrankung ähnlich schnell wieder in den Kader rutschen wird wie Alassane Plea in der Vorwoche, ist noch unklar. Man kann auf jeden Fall damit rechnen, dass Lainer und Stindl ins Team zurückkehren, vermutlich auch Christoph Kramer angesichts der noch fehlenden Matchpraxis von Zakaria. Dass Inter Mailand am 5. Spieltag der Vorrunde als Gruppenletzter in den Borussiapark reisen würde, hätte man vor einigen Wochen kaum gedacht, aber man sollte die Milanesen deswegen keineswegs vorzeitig abschreiben. Mit einem Sieg morgen hat Inter immer noch alle Chancen sich für die K.o.-Phase der CL zu qualifizieren (falls Gladbach danach auch in Madrid verliert). In der Serie A lieferte man am Wochenende auch ohne den geschonten Lukaku einen starken Auftritt hin und gewann klar mit 3:0 beim vorher unbesiegten Überraschungsteam aus Sassuolo. Inter ist damit auf den zweiten Platz hinter dem Lokalrivalen AC gesprungen, also keineswegs ein Team außer Form, wie es die CL-Bilanz vielleicht nahelegt. Es wird also ein ganz schweres Spiel am morgigen Abend, wie auch ein ganz wichtiges. Der erstmalige Einzug ins Achtelfinale der Champions League, seit dieser Wettbewerb in dieser Form geschaffen wurde, wäre ein Meilenstein für die Borussia. Sollte Real Madrid im Spiel am frühen Abend zuvor nicht in Donezk verlieren, würde schon ein Unentschieden zum Weiterkommen reichen. Aber nicht nur sportlich wäre das bedeutsam, sondern auch finanziell käme CL-Fußball im Frühjahr 2021 höchst passend für den VfL. Der "kicker" beschreibt in einem Artikel heute, dass die bisherige Planung in Gladbach nur die Teilnahmeprämie von 25 Millionen Euro berücksichtigt hat, Siegesprämien (bislang 7,2 Millionen) und Einnahmen aus weiteren Runden somit das Corona-bedingte Minus im Geschäftsjahr 2020 bedeutend mildern könnten. Für Borussia selbst würde das vielleicht nur Schlimmeres verhindern, aber im Vergleich zu anderen Bundesliga-Vereinen, die solche Einnahmen nicht haben, bedeutet es faktisch einen Vorsprung, der auf Jahre von Vorteil sein sollte. Auch wenn möglich ist, dass Borussia das Spiel morgen verliert und eine Woche darauf das Weiterkommen gänzlich verpasst, so muss man sich diesmal zumindest nicht vorwerfen lassen, falsche Bescheidenheit an den Tag gelegt zu haben oder durch Bevorzugung des ehemaligen Kerngeschäfts BL seine Chancen vermindert zu haben. Dieses Gladbacher Team hat den Europapokal angenommen wie seit Jahrzehnten nicht mehr und allein das schon ist ein gewaltiger Fortschritt. Und wer weiß, vielleicht können wir die Frage “Can Mönchengladbach play in this competition every year, please?” bald mit einem emphatischem „YESSS!!!“ beantworten. Die Tipps der Redaktion Mike Lukanz : Gegen Schalke und Donezk zeigte Borussia zuletzt eine Eigenschaft, die ihr in den vielen ärgerlichen Spielen mit Punktverlusten noch teils grotesk abging: die eiskalte Chancenverwertung. In bislang keinem einzigen Pflichtspiel dieser Saison war die Mannschaft chancenlos, aber wegen absurder Fahrkarten vorne und gleichsam absurder Aussetzer hinten reicht es dann halt oft nicht. Nun also Inter Mailand, das sicher mit Schaum vorm Mund antreten wird, denn ein Aus in der Gruppenphase wäre für den einst so großen Klub eine Schande, wenn die Gruppengegner (aus Mailänder Sicht) nur Donezk und Mönchengladbach heißen. Ich erwarte daher einen heißen Tanz, aber Borussias bisheriges CL-Gesicht lässt mich optimistisch sein. Das 2:2 wird reichen, um das Achtelfinale zu erreichen. Was für ein Erfolg! Uwe Pirl : Mailand oder Madrid - egal, der Punkt muss her! Borussia holt ihn schon gegen Mailand. Inter gleicht beim erneuten 2:2 in der 93. Minute aus. Christian Spoo : Ohne die Bewachung durch Nico Elvedi kann sich Lukaku frei entfalten, auch das Fehlen von Ramy Bensebaini kommt Inter entgegen. Nach dem 1:3 müssen wir beginnen, uns auf die Euro League einzustellen. Claus-Dieter Mayer : Es wird eng, aber diesmal schafft es die Borussia sich auch bis zur 95. Minute zu konzentrieren und bringt so das 1:1 über die Zeit. Thomas Häcki: Mit einem Sieg sieht die Welt für Mailand schon ganz anders aus. Leider gelingt es mit einem 2:1 in der Nachspielzeit. Die Borussia ist in Madrid nunmehr im Handlungszwang. Michael Heinen : Inter Mailand erweist sich als deutlich härteres Kaliber als zuletzt Donezk oder Schalke. Borussia hält zwar ordentlich mit, rennt aber dennoch lange einem 1:2-Rückstand hinterher. Als schon keiner (außer dem Spoorakel) mehr daran glaubt, bringt Igor de Thuram den Borussia-Park dann aber doch noch mit dem 2:2-Ausgleich in der 93. Minute zum (virtuellen) Beben.


26. Nov 2020

Erst 4:0, dann 04

“Schluck bloß nicht das Kaugummi runter, das verklebt den Magen!” Mit dieser Mahnung versah mich meine Mutter als ich noch klein war und so war ich dann verblüfft, dass jegliche negativen Effekte ausblieben, als ich es dann doch einmal heruntergeschluckt hatte. Irgendwie ähnlich müssen sich Borussias Spieler am Mittwochabend beim Spiel gegen Donezk gefühlt haben. "Schachtar wird völlig anders auftreten und versuchen, das Ganze wieder zu drehen" hatte Marco Rose vor dem Spiel gewarnt, Routinier Kramer hatte der Rheinischen Post verkündet „"Es sollte keiner meinen, dass das ein Spaziergang wird " und auch Kapitän Stindl hatte mit dem Satz „Es wird ein ganz anderes Spiel werden“ jeglichen Übermut drosseln wollen. Copyright: Ulrich Hufnagel/Hufnagel PR Nun, es war definitiv eine andere Donezk-Mannschaft, die im Borussia-Park anfing. Nur 5 Spieler der Startelf vom 0:6 vor 3 Wochen waren übriggeblieben, wobei Trainer Castro anscheinend mehr Erfahrung auf den Platz bringen wollte, z.B. indem er im Tor dem Routinier Pyatov den Vorzug vorm 19-jährigen Trubin gab. Der einzig erkennbare positive Effekt all dieser Wechsel war jedoch, dass die Ukrainer/Brasilianer diesmal nicht ganz so wirkten, als wollten sie jeden Moment Rotz und Wasser heulen, auch wenn es dafür erneut genug Grund gegeben hätte. Wie im Hinspiel war es lediglich die bedeutungslose Ballbesitzstatistik, welche die Gäste gewinnen konnten, ansonsten hatte Gladbach von Beginn an das Heft in der Hand. Dirigiert vom erneut starken Sechser-Duo Kramer-Neuhaus, spielte man eine fast fehlerlose erste Halbzeit. Einziger Wermutstropfen vielleicht, dass trotz vieler schöner Spielzüge alle Tore nach Standardsituationen fielen. Aber bekannter Weise werden solche Treffer zumindest offiziell auch gezählt und es ist beruhigend zu wissen, dass Marcus Thuram eigentlich jederzeit einen Elfmeter herausholen kann, wenn der Ball anders nicht ins Netz will. Copyright: Ulrich Hufnagel/Hufnagel PR So waren es dann Stindls Elfmeter und Elvedis unbedrängter Kopfball nach Ecke, die Borussia auf die Erfolgsstraße brachten. Kurz vor der Pause bekam dann Embolo im Anschluss an einen Freistoß endlich auch sein Tor und das dann gleich mit einem spektakulären Fallrückzieher. Man kann nur hoffen, dass der Schweizer daraus Selbstbewusstsein schöpfen kann, denn er war auf dem besten Wege in Teilen der Fanszene unfairer Weise zum Sündenbock abgestempelt zu werden. Embolo wird nie ein Robert Lewandowski werden, aber seine Torquote der Vorsaison mit 8 Treffern in 28 Spielen war durchaus ordentlich. Auch muss man sich erstmal die Chancen erarbeiten, die man dann versemmelt und Embolos Läufe in die Tiefe rissen am Mittwoch immer wieder schmerzliche Löcher in die Donezker Abwehr. Sein Hauptproblem in Gladbach ist vielleicht, dass nicht so ganz klar was jetzt eigentlich die optimale Rolle für ihn ist. Als zentraler Stürmer kann er zwar seine Schnelligkeit und Körperlichkeit zur Geltung bringen, hat aber nicht die Technik und Torjägerqualität von Plea; als Mann hinter den Spitzen ist er gut im Pressing und im Festmachen von Bällen aus der Abwehr, aber kommt nicht an die Übersicht und das Spielverständnis von Stindl ran. Und trotzdem ist es in beiden Positionen gut, einen Embolo als Alternative zu haben und vielleicht kann er ja seine Torquote gegen seinen Ex-Verein (zu dem wir gleich noch kommen) am Samstag aufbessern. Copyright: Ulrich Hufnagel/Hufnagel PR Wenn man am Auftritt gegen Donezk irgendwas kritisieren will, dann vielleicht die 2. Halbzeit, in der man teilweise etwas zu passiv und unkonzentriert agierte, genau das, was man im Hinspiel so eindrucksvoll vermieden hatte. Eine bessere Mannschaft als Donezk an diesem Tage, hätte es vielleicht nochmal geschafft ins Spiel zurückzukommen, aber Schachtar war dazu anscheinend zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Copyright: Ulrich Hufnagel/Hufnagel PR Nun steht die Borussia also weiterhin an der Spitze der Championsleague-Gruppe B und kann nächste Woche gegen Inter den Einzug in die KO-Runde festmachen. Gehen wir kurz die Szenarien durch: Platz 3 in der Gruppe ist auf jeden Fall sicher, da Inter und Donezk noch gegeneinander spielen und somit nicht beide noch 6 Punkte erreichen können. Platz 2 ist sicher falls Borussia gegen Inter gewinnt oder aber in Madrid zumindest einen Punkt holt. Bei einem Unentschieden gegen Inter und einer Niederlage in Madrid, darf Donezk nicht beide Spiele noch gewinnen (was angesichts der Leistungen gegen Gladbach unwahrscheinlich wirkt). Selbst bei zwei Niederlagen kann es reichen, wenn z.B. Inter und Donezk sich am letzten Spieltag unentschieden trennen. Es sieht also durchaus gut aus, aber noch ist nichts sicher, außer dass Borussia 2021 mindestens in der EL weiterspielen darf. Vor dem wichtigen Spiel gegen Inter Mailand gibt es aber erst noch ein Bundesligaspiel gegen Schalke 04. Und dieser vorangegangene Satz umfasst vermutlich schon das größte Problem für die Borussia am Samstag: wie kann man sich auf ein Spiel gegen den Tabellenletzten konzentrieren, wenn man vier Tage später Vereinsgeschichte schreiben kann? Ich kann mich nicht erinnern, ob der S04 jemals als solch krasser Außenseiter an den Niederrhein angereist ist. Man hat die wenigsten Tore geschossen, die meisten Gegentore kassiert, hat so lange nicht gewonnen, dass inzwischen Kinder im Dezember für jedes sieglose Schalke-Spiel in der Bundesliga ein Türchen im Adventskalender aufmachen können. Zusätzlich zur sportlichen Krise gibt’s auch jede Menge Chaos im Umfeld: Kaderplaner Reschke wurde gefeuert, Ibisevics Vertrag zum Jahresende gekündigt, Harit und Bentaleb aus dem Kader geworfen und jetzt gibt’s auch noch einen Coronafall unter den Spielern. Das wirkt alles so dermaßen desolat, dass man selbst in Hamburg und Köln leise über Schalke kichert. Trotzdem tut man in Mönchengladbach gut daran sich von all diesen Nebengeschichten nicht ablenken zu lassen. Immerhin war die Borussia das letzte Team, gegen das Schalke in der Liga gewinnen konnte und Favorit war Gladbach auch in den Heimspielen gegen Union Berlin, Wolfsburg und dem FCA. Auch hat Schalke zumindest auf dem Papier durchaus ein paar Spieler von Format aufzubieten: Raman, Serdar oder Uth z. B. sind ja als solches keine schlechten Kicker, haben aber das Pech in einer momentan dysfunktionalen Mannschaft spielen zu müssen. Aber gerade für solche Mannschaften sind Spiele gegen „die Großen“ manchmal einfacher, da man sich erstmal nur aufs Verteidigen konzentrieren muss und nichts zu verlieren hat. Für die Borussia ist dieses Spiel auf jeden Fall ein absoluter Pflichtsieg. Fünf Punkte beträgt der Abstand auf die CL-Plätze bereits, fünf Punkte, die man bei den 3 Heim-Unentschieden und in Leverkusen leichtfertig hat liegen lassen. Mehr Geschenke wie gegen Augsburg am letzten Samstag, darf die Borussia nicht machen, wenn sie ihre Saisonziele in der Liga nicht frühzeitig aufgeben will. Wie so häufig in dieser Saison, wird Marco Rose die Balance zwischen Rotation und der bestmöglichen Elf finden müssen. Möglich, dass das zuletzt starke Duo Kramer-Neuhaus gesprengt wird und entweder Zakaria oder auch Benes mal in die Startelf wandern. Vorn könnte Plea auch wieder eine Option sein, es ist schwer vorherzusagen. Klar ist aber, dass wer auch immer dort spielt, haushoher Favorit ist, ein Punktverlust oder gar eine Niederlage gegen Schalke wäre zu diesem Zeitpunkt blamabel. Seitenwahl-Prognose: Claus-Dieter Mayer: Nein, es darf nicht wahr sein, aber es passiert trotzdem: In der 93. Minute des Spiels rutscht Yann Sommer beim Abwurf aus und wirft das Leder ins eigene Tor zu einem angesichts des Spielverlaufs (87% Ballbesitz, 71% Zweikampfquote, 23:0 Torschüsse für Borussia) absurden 1:1. Das Wort von den „Heimdeppen“ macht die Runde. Uwe Pirl: Es ist gefährlich, wenn vor einem Bundesligaspiel nur die Höhe des Sieges diskutiert wird. Und wir kennen ja die Qualitäten unserer Borussia als Aufbaugegner für Krisenvereine. Trotzdem: Gegen Schalke in der aktuellen Verfassung, gegen diese absurde Ansammlung von überbezahlten Unmotivierten, muss einfach gewonnen werden. Borussia macht das auch, selbst wenn das Spiel länger als 80 Minuten dauert: 2:0. Mike Lukanz: Ich habe meine Tipps in den letzten Spielen so zuverlässig danebengehauen wie Embolo seine Torchancen. Da Letztgenannter gegen Donezk aber hoffentlich den (nun ja, etwas komplizierten) Weg gefunden hat, bleibe ich mal optimistisch, dass ich mit meinem 3:1-Tipp für Borussia richtig liege. Michael Heinen: Wenn Borussia Normalform abruft, sollte es zu einem ungefährdeten Heimsieg kommen: Borussia gewinnt 4:1. Thomas Häcki: Bundesliga, Favoritenrolle, Theater beim Gegner.... Ooohoh. In der Vergangenheit war das immer eine Einladung zum Prädikat Aufbaugegner. Aber im Ernst, es ist Schalke. Wir gewinnen 2:0. Christian Spoo : Ein klassisches „Das kann man gar nicht verlieren und darum verlieren wir“-Spiel. Aber nein, diesmal ist Borussia nicht zu blöd und schlägt Schalke mit 3:1.


24. Nov 2020

Zum Ruhigerwerden in die Champions League

Einen unruhigen Herbst bereitet uns das Jahr 2020, ob Anhänger von Borussia Mönchengladbach oder nur der Nationalmannschaft, immer noch im Zeichen der Pandemie, geprägt von vielen Spielen und wenig Fans. Unruhige Zeiten sind es auch, wenn die Borussia spielt und aus oft starken Leistungen nicht immer starke Ergebnisse holt; unruhige Zeiten kommen ausserdem fast immer um die 90. Minute auf. Am Mittwoche wäre ein Sieg jedenfalls hilfreich, um sich etwas mehr Ruhe für die nächsten Aufgaben zu verschaffen. Denn jetzt geht es wieder an die Belohnung für die letzte Saison, die Champions League. Und mit Schachtar Donezk gegen die Mannschaft, gegen die die Borussen beim Hinspiel vor drei Wochen eines ihrer besten Spiele in langer Zeit und einen ihrer bemerkenswertesten Siege in einem europäischen Pokalwetttbewerb überhaupt zustande brachten. Was der Endstand von 6:0 mit dem letzten Ergebnis in gleicher Höhe der Nationalmannschaft gemeinsam hatte: Er war keineswegs zu hoch. Aber anders als die Elf von Löw hatte Schachtar Donezk zuvor gegen zwei namhafte Gegner gut ausgesehen und so stellte sich nach dem glatten Sieg die Frage, was denn da genau geschehen war. Schließlich war es fast die gleiche Mannschaft, die Real Madrid beim 2:3 in Madrid überrascht hatte und anschließend Inter Mailand ein 0:0 abgerungen hatte. Nur der verletzte brasilianische Stürmer Dentinho wurde durch den fast gleichaltrigen und ähnlich lange im Verein spielenden brasilianischen Stürmer Taison ersetzt. Aber offenbar hatten Rose und sein Team sich den Gegner gut angesehen, so sprach Christoph Kramer schon vor dem Spiel davon, phyische Vorteile nutzen zu wollen. Und nach dem frühen 1:0 konnte man erkennen, dass dem jungen brasilianisch-ukrainischen Team doch noch etwas Erfahrung fehlte, um gegen einen so stürmischen und früh attackierenden Gegner wieder ins Spiel zu kommen. Das Spiel entglitt ihnen völlig und die Borussen bedienten sich nach Kräften. Nach dem Desaster gab es ein wenig Gemurre in ukrainischen Medien: Die Aufstellung in dieser jungen Formation sei schon gegen Real Madrid recht experimentell gewesen, Trainer Castro hätte auch mal die erfahreneren Stepanenko und Matvyienko einbauen können. Vielleicht war das Spiel doch gar nicht so ungewöhnlich, wenn man sich zum Vergleich mal ein Jahr zurück erinnert. Da trat eine individuell deutlich besser besetzte Mannschaft gegen ein eingespieltes und selbstbewusstes Team an, fand von Anfang an kein Mittel gegen die frühen Attacken und am Ende hatten die Borussen von Wolfsberg vier Tore eingeschenkt bekommen. Zumindest in der Höhe muss man den Sieg der Borussen in Kiew als einen ähnlichen Ausreisser einordnen. Und was bedeutet das Ergebnis von dort nun für das Rückspiel? Voraussichtlich wenig, alleine schon wegen der zwangsweise geänderten Aufstellung. Pléa und Bensebaini warten darauf, dass ihre Corona-Infektion vorübergeht, Hofmann kuriert eine Muskelverletzung aus. Kramer hat sich als Vertretung von Hofmann so ausgezeichnet in die Mannschaft gespielt, dass Zakaria sich gerne noch die Zeit nehmen darf, um völlig fit zu werden. Embolo als Ersatz für Pléa zeigte gegen Augsburg einmal mehr sein Programm aus überragender Athletik und leicht verstelltem Visier. Überhaupt tut sich die Mannschaft seit dem glanzvollen Sieg von Kiew nicht leicht damit, auf hohem Niveau Konstanz zu zeigen. Obwohl die Borussen ihre beachtliche Stärke auch zumindest in einigen Bereichen auf den Platz bringen, ist das konstanteste immer noch das Gegentor ab der 89. Minute. Von den Alternativen im Kader zeigte sich Wolf gegen Augsburg leicht verbessert; Valentino Lazaro bringt, wenn er fit ist, viele gute Ansätze mit. Das spektakuläre Tor gegen Leverkusen ist eher keiner davon, mehr seine läuferische und Handlungsschnelligkeit, seine saubere Technik in engen Situationen. Sobald er Ausdauer für ein ganzes Spiel mitbringt, kann er den rechten Flügel offensiv beleben oder auch mal Laufmaschine Lainer zu einer Pause verhelfen. Bei Schachtar Donezk steht zu vermuten, dass die angesprochenen Spieler mit mehr Erfahrung in der Startelf stehen werden. Des weiteren, dass sie die Partie mit mehr Zurückhaltung als sonst angehen werden, eher auf Konter bedacht als auf ihr übliches ballhaltendes Kurzpassspiel. Wenn die Ukrainer ins Spiel finden, wird es wichtig sein, dass Wendt sich auf seine defensiven Aufgaben gegen Tete und Dodo konzentriert, ebenso dass er entsprechend unterstützt wird. Einen weiteren Kantersieg braucht keiner zu erhoffen, einen weiteren Infarktmoment in der 90. Minute will auch keiner erwarten. Ein Sieg, irgendwie, und SEITENWAHL bereitet sich erstmals auf die Möglichkeit vor, auch aus der K.O.-Phase der Champions League zu berichten. Die SEITENWAHL-Prognose Michael Heinen : Der klare Hinspielsieg darf nicht dazu verleiten, den Sieg daheim als selbstverständlich anzusehen. So perfekt wie vor drei Wochen wird es für Borussia nicht noch einmal laufen. Am Ende kann man froh sein über einen hart erkämpften 2:1-Erfolg. Mike Lukanz : Das 6:0 entwickelt sich mehr und mehr zum Ausreißer nach oben. Borussia ist noch nicht so weit und muss nach dem 1:2 gegen Donezk hoffen, dass Inter & Real auch weiterhin stolpern. Uwe Pirl : Borussia beantragt bei der UEFA, dass in Zukunft alle Spiele nach 80 Minuten abgepfiffen werden, sofern Borussia führt. Mehr Spielzeit ist einfach illegal und ungerecht. Die UEFA lehnt natürlich ab. So müssen die Gladbacher in den letzten 10 Minuten wieder zittern, retten aber das 2:1 über die Zeit. Langsam darf man sich an den Gedanken gewöhnen, dass Europa im Frühjahr mit Borussia stattfindet. Thomas Häcki : Ein Heimspiel? In der Champions League? Die Chance auf den großen Wurf? Das alles lässt ein ernüchterndes 0:2 erwarten. Claus-Dieter Mayer : Die Borussia zeigt wieder ihr Champions-League-Gesicht und obwohl der Gegner diesmal seriösere Gegenwehr liefert als noch beim Hinspiel, reichen eine konzentrierte Mannschaftsleistung und zwei Thuram-Tore zum 2:0-Sieg. Christian Spoo : Eine merkwürdige Mischung aus Nervenschwäche und Überheblichkeit kostet Borussia wertvolle Punkte. Donezk präsentiert sich völlig anders als im ersten Duel und gewinnt im Borussia-Park mit 2:1. Das Siegtor fällt natürlich kurz vor dem Abpfiff.


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