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Pressespiegel

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22. Okt 2020

2:2 bei Inter Mailand: Borussia verpasst Überraschungs-Coup in letzter Minute

Borussia Mönchengladbach hat beim Comeback in der Champions League den Traumstart knapp verpasst. Der Bundesligist kam am Dienstagabend beim italienischen Vizemeister Inter Mailand nach turbulenter Schlussphase zu einem 2:2.

 


21. Okt 2020

Liveticker zum Nachlesen: Gladbach startet mit Remis bei Inter Mailand

Borussia ist mit einem Remis in die Champions-League-Saison gestartet. Das Team von Trainer Marco Rose kam bei Inter Mailand zu einem 2:2. In unserem Liveticker können Sie die Höhepunkte des Spiels nachlesen.

 


21. Okt 2020

Borussias Startelf: Rose bringt zwei Neue gegen Inter Mailand

Trainer Marco Rose scheint gegen Inter Mailand doch auf eine Viererkette zu setzen. Insgesamt gibt es zwei Änderungen in der Startelf gegenüber dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg am Samstag.

 


21. Okt 2020

Bester Borussia-Torschütze: Stindl ist „Mr. Königsklasse“

Kein Gladbacher traf öfter in der Champions League als der Kapitän. In elf Spielen in der Königsklasse war Lars Stindl fünfmal erfolgreich.

 


21. Okt 2020

Positive Corona-Tests: Nach Vogel nun auch Spieler betroffen - U23 in Quarantäne

Neben Trainer Heiko Vogel sind fünf weitere Team-Mitglieder positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Bei zahlreichen Spielern stehen die Tests aber noch aus.

 


20. Okt 2020

Mailand oder Madrid? Egal, darf eh' keiner hin ...

Bildquelle: pixabay Das dramatischste an der bevorstehenden Saison in der Champions League ist, was wir nicht erleben werden. Hatten wir uns vor einem Jahr noch ausgemalt, wohin wohl die Reisen führen könnten, wenn Borussia Mönchengladbach sich wieder für die Königsklasse des europäischen Fußballs qualifiziert, sieht die Realität trister aus: Ein Auswärtsspiel in Mailand, ein Auswärtsspiel in Madrid - und keiner darf hin. Dass die auch für einen Nicht-Auswärtsfahrer beeindruckenden Bilder Gladbacher Fans in Europa in diesem Jahr fehlen werden, drückt aufs Gemüt. Ungeachtet dessen ist es schön, sich wieder mit den großen Namen des europäischen Fußballs messen zu dürfen. Was also fällt einem zu Inter Mailand ein? Als Gladbach-Fan natürlich – der Büchsenwurf 1971 und Roberto Boninsegnas anschließende legendäre Schauspieleinlage, die zur Annullierung des 7:1-Sieges führte. Oder war das etwa gar keine Schauspieleinlage? Wer sich ein wenig mit dem Konzept der „alternative facts“ oder besser gesagt der unterschiedlichen kollektiven Erinnerung an denselben Vorgang beschäftigen möchte, mache sich die Mühe, sowohl die deutsche als auch die italienische Version auf Wikipedia nachzulesen. Danach steht fest: Es muss zwei Spiele gegeben haben … Über den Büchsenwurf hinaus kramte ich in meiner Erinnerung vergeblich nach Berührungspunkten zwischen Gladbach und Inter – tatsächlich gab es nur noch ein weiteres Aufeinandertreffen 1979 im damaligen Uefa-Cup, das Borussia in der Verlängerung des Rückspiels 3:2 gewann, nachdem in der regulären Spielzeit beide Spiele 1:1 ausgegangen waren (hier noch das Tor des Jahres 1979 von Harald Nickel). Das illustriert, wie selten früher solche Spiele gegen große Mannschaften aus anderen Ländern waren und warum diese Spiele damals (anders als heute das gefühlt 18. Aufeinandertreffen zwischen Bayern München und Real Madrid in den letzten 9 Jahren Champions League) Pflichtfernsehtermine weit über die Fanbase der jeweiligen Vereine hinaus waren. Weitere Assoziationen sind natürlich Catenaccio, Matthäus-Brehme-Klinsmann, Trappatoni, ein Triple-Gewinn 2010 mit dem Finalsieg in der Champions League gegen Bayern München sowie in jüngerer Vergangenheit mehrfach kurz aufeinanderfolgende Wechsel in der Anteilseignerstruktur, wobei diverse asiatische Investoren als Mehrheitsaktionäre fungierten. Sportlich machte Inter in den letzten Jahren eher wenig Schlagzeilen, in Erinnerung ist geblieben ist zuletzt eine verdiente Niederlage gegen den FC Sevilla im Finale der Europa League. Anders als Borussia Mönchengladbach ist Inter aber zunächst gut in die laufende Saison gestartet, nämlich mit 2 Siegen gegen Florenz und Benevento, ehe zuletzt allerdings ein Untentschieden gegen Lazio und eine Derbyniederlage gegen Milan am letzten Samstag folgte. Ein Blick auf den Kader zeigt die für heutige europäische Spitzenvereine typische beliebige Mischung aus bekannten Namen aus aller Herren Länder vor allem im Mittelfeld und Angriff, die alle auch schon an vielen anderen Orten aktiv waren: Namen wie Christian Eriksen, Radja Nainggolan, Arturo Vidal, Ashley Young, Ivan Perisic, Alexis Sanchez oder Romelu Lukaku kennt man in Europa. Das sind alles sehr gute Spieler, die aber mit Ausnahme von Lukaku und Eriksen zum Teil deutlich über 30 Jahre alt sind und möglicherweise die beste Phase in ihrer Karriere hinter sich haben (was natürlich nicht ausschließt, dass sie trotzdem noch zu großen Leistungen fähig sein können). Im Mailänder Derby am letzten Samstag (in der zweiten Halbzeit ein grauenvolles Spiel) jedenfalls ging es phasenweise durchaus gemächlich zu und einige der Inter-Spieler hatten auffällige Geschwindigkeitsdefizite, wenn es Milan gelang, in Kontersituationen zu kommen. Prominent ist auch der Trainer, Antonio Conte, der seine Mannschaft in einem 3-5-2-System auflaufen lässt, bei dem um eine Achse aus Handanovic im Tor, Kolarov, de Vrij, Vidal und Lukaku munter rotiert wird. Zuletzt gegen Milan kamen Eriksen und Alexis Sanchez von der Bank, das muss aber für Mittwoch nichts heißen. Bei Borussia Mönchengladbach kursiert nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Wolfsburg schon das Wort „Fehlstart“, was nach 4 Spielen natürlich eindeutig zu früh ist. Richtig ist aber, dass die Mannschaft zuletzt nicht wirklich zu einer stringenten Leistung über 90 Minuten fähig war und dass dem Team die Konsequenz und Effizienz der Vorsaison derzeit ein bisschen abgeht. Dafür gibt es natürlich Erklärungen, so z.B. der Fakt, dass mit Embolo, Plea und Thuram die drei wichtigsten Stürmer allesamt mit Trainingsrückstand in die Saison gegangen sind und erst allmählich fitter werden. Von den Neuzugängen ist einer verletzt und der andere ohne Spielpraxis. Auch das Fehlen von Zakaria wirkt sich natürlich aus. So macht vieles im Moment den Eindruck von Stückwerk und dass das Team erst noch so richtig in die Saison hineinfinden muss. Das alles zählt aber nicht und interessiert auch niemanden mehr, wenn am Mittwoch der Anpfiff ertönt. In welcher personellen Besetzung man das Abenteuer Mailand angehen wird? Viel spricht dafür, Bensebaini und Plea in die Startelf zu rotieren, deren Ballsicherheit am Samstag gegen Wolfsburg spürbar gefehlt hat. Für ersteren müsste zweifelsfrei Wendt weichen, für letzteren entweder Stindl oder Embolo. Ganz klar: Inter Mailand in der Verfassung, wie es sich am letzten Samstag gegen Milan präsentiert hat, ist auch für Borussia alles andere als unschlagbar. Notwendige Voraussetzung dafür ist eine konzentrierte Defensivleistung, bei der es vor allem darauf ankommen wird, den robusten und stets gefährlichen Lukaku in den Griff zu bekommen, ohne dabei dessen Nebenleute zu vernachlässigen. Nach vorne empfiehlt sich schnelles Spiel, um der Ü30 von Inter ordentlich Beine zu machen. Der wichtigste Punkt aber ist – vielleicht am schwersten zu realisieren – dass man mit einem gesundem Selbstbewusstsein in die Partie geht und an sich glaubt. Deshalb ist es absolut zu begrüßen, wenn Marco Rose vor den prominenten Gruppengegnern nicht in Ehrfurcht erstarrt, sondern stattdessen klar formuliert, dass Borussia Mönchengladbach an der Champions League 2020/21 nicht nur teilnimmt, sondern teilnimmt um weiterzukommen. Der SEITENWAHL-Tipp Uwe Pirl: Borussia gelingt es nicht, Lukaku in den Griff zu bekommen. Inter hat Schwierigkeiten, wenn Gladbach schnell angreift. Das ergibt ein 1:1. Michael Heinen: Borussia schlägt Inter mit 7:1. Leider muss das Spiel aber wiederholt werden, nachdem ich aufgewacht bin. Anschließend kommt die Fohlenelf zu einem hart umkämpften 0:0. Mike Lukanz: Inter ist in der jetzigen Phase eine Nummer zu groß. Borussia verliert verdient mit 0:3 und sollte sich danach schnell auf Mainz konzentrieren. Christian Spoo: Borussia hat in der jetzigen Konstitution in der Champions League nichts verloren. Diesen Satz relativiert die Mannschaft durch einen überraschenden Punkt in Mailand. 1:1. Thomas Häcki: Die Borussia bleibt vorne ineffektiv und hinten anfällig. Inter nutzt dies für einen nie gefährdeten 2:0 Erfolg.


18. Okt 2020

Luft nach oben

Copyright: Ulrich Hufnagel/Hufnagel PR Noch vor vier Monaten hatte Borussia den VfL Wolfsburg überraschend deutlich mit 3:0 aus dem Borussia-Park gefegt und dabei einen Klassenunterschied offenbart. Am Samstagabend war von solch einer Überlegenheit nichts mehr zu sehen. Borussia war in Halbzeit 1 mit einer durchschnittlichen Leistung das etwas bessere Team. Diese Verhältnisse kehrten sich nach dem Seitenwechsel aber um, sodass am Ende ein verdientes 1:1-Unentschieden stand. Da sich die Elf von Marco Rose im ersten Heimspiel dieser Saison gegen Union Berlin mit demselben Resultat begnügen musste, tritt sie nicht nur tabellarisch auf der Stelle. Auch die Leistungen entsprechen bislang noch nicht dem, was die Mannschaft in der Vorsaison auf den Rasen gebracht hat. Die beiden Siege gegen die hoffnungslos unterlegenen unterklassigen Teams aus Köln und Oberneuland sind kein wirklicher Gradmesser. Aktuell befindet sich Borussia mit Vereinen wie Wolfsburg und Union auf Augenhöhe, weshalb sie völlig zurecht im Mittelfeld der Tabelle herumdümpelt. Nach vier Spieltagen ist dies allerdings noch nicht dramatisch. Lediglich zwei Zähler fehlen zum Champions-Rang 4. Es kann nicht jedes Jahr solch einen optimalen Saisonstart wie 2019 geben. Der Ausfall des wichtigsten Spielers Dennis Zakaria sowie die fehlende Saisonvorbereitung des nahezu kompletten Sturms sind Erklärungsansätze, warum es bislang noch nicht rund läuft. Sie dürfen aber nicht als permanente Ausrede herhalten, um unzureichende Leistungen zu rechtfertigen. Gerade die Routiniers und/oder Leistungsträger wie Stindl, Kramer oder Neuhaus sollten in dieser schwierigen Phase vorangehen. Copyright: Ulrich Hufnagel/Hufnagel PR Der einzige Borusse, der sich schon jetzt in Bestform präsentiert, ist Jonas Hofmann. Bei ihm zeigt sich, wie wichtig Selbstbewusstsein für das Leistungsvermögen eines Sportlers sein kann. Spätestens durch die Nominierung für das Nationalteam hat er davon mehr als genug und bemüht sich zunehmend um eine Führungsrolle im Team. Sein Wert für die Mannschaft wird von seinen Trainern regelmäßig geschätzt, von Außenstehenden dagegen oft unterschätzt. Zu augenscheinlich ist seine oftmals fahrlässige Chancenverwertung, die er verbessern sollte, um sich zu einem noch größeren Spieler zu entwickeln. Der Rest der Mannschaft hat allerdings noch dringlicheren Verbesserungsbedarf, damit sich Borussias Traum von der Champions League nicht in einen Alptraum verwandelt. In den kommenden drei Wochen stehen die Hinspiele gegen die allesamt hochkarätigen Gruppengegner an, gegen die Borussia in der aktuellen Form chancenlos wäre. Vielleicht bieten solche Spiele aber die Chance, dass die Mannschaft ohne den ganz großen Erwartungsdruck in die Saison findet. In den letzten Jahren hat sich Borussia gerade in solch schwierigen Spielen oftmals steigern können. Es wird nötig sein, denn auch in der Bundesliga warten demnächst mit Leipzig und Leverkusen anspruchsvolle Aufgaben. Christian Spoo: Mangelnde Konzentration, fehlende Zielstrebigkeit, wenn man ein 1:1 zuhause gegen Wolfsburg als leistungsgerecht wahrnimmt, zeigt das, das mit der Leistung etwas nicht in Ordnung war. Claus-Dieter Mayer: Man muss immer das Gute sehen: Keine Heimmannschaft in der Bundesliga war an diesem Wochenende erfolgreicher als die Borussia. Copyright: Ulrich Hufnagel/Hufnagel PR


16. Okt 2020

Möge die Wucht mit Euch sein!

Borussia Mönchengladbach trifft am Samstagabend auf den VfL Wolfsburg. Damit treffen zwei Mannschaften aufeinander, die die Saison auf unterschiedliche Art gleichmäßig begonnen haben: Wolfsburg startete mit drei Unentschieden und gehört mit einem Torverhältnis von 1:1 zu den absoluten Minimalisten der Liga in einer ansonsten eher torreichen Anfangsphase der Saison. Gladbach startete mit einer gleichmäßigen Verteilung der Ergebnisse auf Niederlage, Unentschieden und Derbysieg. In Zeiten der fast schon vergessenen Zwei-Punkte-Tabelle wären die Mannschaften punktgleich und damit Tabellennachbarn, heute zählt der Sieg mehr und verschafft den Borussen einen – natürlich noch nicht aussagekräftigen – Punkt Vorsprung. Nach einem überraschenden Meistertitel, den darauf folgenden Jahren des Größenwahns und Jahren des Abstiegskampfes hat sich in Wolfsburg zuletzt die Lage ein wenig beruhigt. Mit den Plätzen 6 und 7 belegte man in den beiden letzten Jahren in der Abschlusstabelle in etwa die Positionen, auf denen der Verein auch erwartet wurde. Den Nachteil der Verschlechterung auf Platz 7 – die Notwendigkeit einer zusätzlichen Qualifikationsrunde für die Europa League – durften die Wolfsburger dann am eigenen Leib erfahren, indem sie vor der Länderspielpause in Athen an der Qualifikation zur Europa League scheiterten. Ohne Zweifel eine bittere Pille. Personell sieht die Lage in Wolfsburg derzeit vor allem in der Defensive nicht rosig aus: Mit William, Mbabu, Pongracic und Paulo Otavio fällt eine komplette Abwehr aus. Bruma ist sowohl verletzt als auch auf dem Abstellgleis. So bieten sich recht wenige Variationsmöglichkeiten in der Abwehr, die mit einer Viererkette aus Neuzugang Baku, Lacroix, Brooks und Roussillon erwartet werden kann. Davor agiert ein vermutlich nicht zu offensiv ausgerichtetes Dreiermittelfeld aus Guilavogui, Gerhardt und Arnold hinter den einzigen drei echten Offensivspielern, vermutlich Steffen, Brekalo und Weghorst. Der aus Moskau nach Wolfsburg gewechselte Maximilian Philipp scheint noch nicht hinreichend fit für einen Startelfeinsatz zu sein. Bei Borussia Mönchengladbach sieht die Personalsituation deutlich entspannter aus. Soweit bekannt kam keiner der Nationalspieler verletzt (oder infiziert) von der Länderspielreise zurück, borussisch gedachte Szenarien wie „Ginter verletzt Sommer krankenhausreif, zur Rache bricht ihm Elvedi beide Beine und verletzt sich selbst dabei schwer; dann bricht das Dach über der deutschen Ersatzbank zusammen und verletzt Hofmann und Neuhaus am Kopf. Zuhause schlägt Embolo vor dem Fernseher die Hände über dem Kopf zusammen und reißt sich dabei alle Bänder in der Schulter.“ (©Spoo/Mayer) haben sich glücklicherweise nicht erfüllt. Insofern bleibt es bei den bekannten Rekonvaleszenten und der Aussicht, dass Thuram, Plea und Embolo die Pause für einen weiteren Formaufbau nutzen konnten. Sollte das gelungen sein, könnte die aus der Vorsaison bekannte Wucht des Gladbacher Angriffs zurück sein (wie man das gegen Köln schon ansatzweise erkennen konnte). Dann spricht bei einer konzentrierten Leistung nichts dagegen, der Wolfsburger Abwehr den Gegentorminimalismus bei gleichzeitiger Beibehaltung des Wolfsburger Angriffsminimalismus auszutreiben. Der SEITENWAHL-Tipp: Uwe Pirl: Plea, Thuram und Embolo treffen jeweils einmal, Gladbach schlägt Wolfsburg 3:0. Christian Spoo: Zwei Mannschaften, die noch nicht so recht wissen, wo sie stehen, treffen aufeinander und sind nach dem Spiel nicht viel schlauer. Das 2:2 ist für Wolfsburg das vierte Unentschieden im vierten Spiel und für Borussia zu wenig. Michael Heinen: Borussia rettet den Saisonstart mit einem hart umkämpften 2:1-Sieg über Wolfsburg. Mike Lukanz: Spiele mit Wolfsburg sind nie schön. Spiele gegen Wolfsburg erst recht nicht. Ein unangenehmer Gegner, dennoch reicht eine kämpferische Leistung, um ein knappes 1:0 einzufahren. Claus-Dieter Mayer: 4:1, die Borussia kommt ins Rollen.


03. Okt 2020

Souverän aber gebremst

Copyright: Ulrich Hufnagel/Hufnagel PR Derbysiege ohne Publikum fühlen sich nicht an wie Derbysiege. Vor 300 zugelassenen Kölner Fans hat Borussia die obligatorischen drei Punkte in Müngersdorf geholt, war so überlegen, wie es angesichts der Kräfteverhältnisse angemessen scheint, hat aber doch das eine oder andere Fragezeichen hinterlassen. Der 1.FC Köln war auf ganzer Linie unterlegen, wurde nur gefährlich, wenn Borussia mal einen Bock schoss und hätte gegen konsequentere Gladbacher auch durchaus höher verlieren können. Copyright: Ulrich Hufnagel/Hufnagel PR Das Spiel begann aus Gladbacher Sicht sehr gut. Borussia startete druckvoll, kam umgehend zu guten Chancen und sorgte mit zwei Treffern durch Plea und Lainer innerhalb weniger Minuten dafür, dass die Partie im Grunde nach 16 Minuten entschieden war. Bis dahin war es ein perfekter Nachmittag. Danach kam der FC nach einem krassen Fehler des heute mehrfach unkonzentriert wirkenden Yann Sommer zu einer hundertprozentigen Chance. Sebastian Andersson brachte den Ball, den ihm von Sommer freundlich serviert worden war, aber nicht im leeren Tor unter. Danach war es ein anderes Spiel, was wohl weniger an dieser Situation lag, sondern an der Harmlosigkeit, die die Kölner ansonsten ausstrahlten. Bis zur Halbzeit agierte Borussia nurmehr mit angezogener Handbremse. Nach vorne tat das Team fast nichts mehr, überließ dem FC, das Spiel zu machen, erlaubte dem Gegner aber nicht, aus dieser optischen Überlegenheit etwas Zählbares zu machen. Zu Chancen kamen die Kölner nicht. Nach der Pause gaben die Gladbacher noch einmal Zwischengas und näherten sich wieder gefährlicher dem Kölner Tor. Nachdem Ehizibue Thuram im Strafraum am Fuß traf, verwandelte Lars Stindl den berechtigten Elfmeter zur endgültigen Entscheidung. Das Spiel war gelaufen, Borussia kam gelegentlich weiter zu Abschlüssen, Köln mühte sich, dagegenzuhalten. Dass es noch zum Anschlusstor reichte, kam überraschend. Rexhbecaj kam zentral vor dem Strafraum an den Ball, Spieler und Tor waren ungedeckt, Yann Sommer hätte den nicht sonderlich platzierten Schuss an einem anderen Tag vermutlich erwischt, heute streckte er sich vergeblich. Copyright: Ulrich Hufnagel/Hufnagel PR Der Sieg im zweiten Geisterderby geht völlig in Ordnung, fiel angesichts der Schwäche des Gegners eher zu niedrig als zu hoch aus. Köln war bemüht, brachte aber neben fehlender fußballerischer Qualität auch nicht den Biss auf, mit dem Union Berlin eine Woche vorher Borussia ärgern konnte. Es war ein Spiel, dass eine Mannschaft der Qualität, wie Gladbach sie derzeit hat, schlicht nicht nicht gewinnen konnte. Auffällig ist ein Spielstil, der in der vergangenen Saison für den einen oder anderen Tobsuchtsanfall bei Trainer Marco Rose gesorgt hätte. Borussia spielt derzeit wieder auffällig oft horizontal oder hintenrum. Mit dem, was wir in der letzten Spielzeit als "Rose-Fußball" kennen und schätzen gelernt haben, hat das im Moment nur zeitweise zu tun. Aktuell spielt Borussia weniger kraftaufwändig, wirkt aber auch weniger entschlossen. Ob das schon ein Vorab-Tribut an die Dreifachbelastung ist, oder ob das einfach eine Momentaufnahme ist, weil das Team noch nicht richtig in die Saison gefunden hat? Marco Rose jedenfalls sah recht gelassen dabei zu. Copyright: Ulrich Hufnagel/Hufnagel PR Jetzt ist erst einmal Pause. Die beiden potenziellen deutschen Neu-Nationalspieler in Reihen der Borussia machten ihre Sache gegen Köln ordentlich. Florian Neuhaus war im Vergleich zum Union-Spiel deutlich verbessert, Jonas Hofmann war Jonas Hofmann: Viele Ballkontakte, konstruktiv mit guter Bindung zum Spiel und zwei Torbeteiligungen - aber auch mit ausgelassenen Großchancen, unter anderem vor seinem Assist zum 1:0. Dass sie bei einem der drei Länderspiele, die es bis zur nächsten Borussen-Partie gegen Wolfsburg gibt, ihr Debüt feiern werden, sollte man als gegeben nehmen. Fast wichtiger ist aus Gladbacher sicht, dass sie von den Spielen der Überflüssig-League gesund zurückkommen, wie auch die Teamkollegen aus Österreich und der Schweiz. Zumal es drei Tage vor dem Wolfsburg-Spiel erneut zum Duell Deutschland-Schweiz kommt. Breel Embolo meldete sich gegen Köln übrigens mit einem Kurzeinsatz zurück, bei der "Nati" ist er diesmal dankenswerterweise nicht dabei. Copyright: Ulrich Hufnagel/Hufnagel PR Das Resumee der anderen SEITENWAHL-Redakteure Mike Lukanz : Ich habe nichts sehen können, dafür richtig getippt und freue mich über den nächsten Derbysieg. Michael Heinen : Es war ein souveräner Pflichtsieg gegen einen hoffnungslos unterlegenen Gegner. Zu Beginn beider Halbzeiten näherte sich Borussia ihrer Bestform wieder an. Hätte sie das über 90 Minuten durchgezogenm wäre ein weiteres historisches Derbydebakel für den effzeh unvermeidlich gewesen. Claus-Dieter Mayer: „Schaut euch dieses Kölner Stadion an, es wird für lange Zeit das letzte Mal, dass ihr hier spielen müsst“. So oder ähnlich hätte Berti Vogts dieses Spiel wohl zusammengefasst, wenn er noch Kapitän der Borussia wäre. Ansonsten gilt „Pflicht erfüllt, jetzt fängts richtig an!“


02. Okt 2020

Können wir dann jetzt anfangen?

Lassen wir Milde walten. So eine Sommerpause ist lang, die Erwartungen erfahrungsgemäß hoch, Corona & Trump trüben die Stimmung, da fallen die Reaktionen bisweilen heftiger aus. Nähme man einiges ernst, was so an Reaktionen nach den ersten beiden Spieltagen zu lesen war, wird Borussia Mühe haben, einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen, der FC Schalke ohnehin bald Drittligist sein, der BVB mit diesem Trainer sowieso nie mehr Deutscher Meister und der FC Bayern München bleibt zumindest in dieser Saison ohne Titel. Der geschätzte SEITENWAHL-Leser hat sich an den Defätismus zumindest dieser Redaktion ja bereits gewöhnt, das geht schließlich schon seit 1997 in wechselnder personeller Besetzung so. Insofern wird es in dieser Saison die Aufgabe des Autors, mindestens im Versuch die depressive Grundstimmung der Kollegen mit sachlich (in den Worten der Kollegen: mit an Naivität grenzendem Optimismus) auszugleichen. Keine Frage, der Saisonstart Borussias war holprig. Die Niederlage in Dortmund zwar zu hoch, aber durchaus verdient, das Remis gegen Union Berlin durchzogen von Ungenauigkeiten, fehlender Zielstrebigkeit in der Offensive und Schlafmützigkeit in der Defensive. Da kommt das Derby in der Domstadt gerade recht, möge man denken. Nun, eine gewisse Brisanz liegt durchaus in dieser Partie, denn so sicher die drei Punkte gegen den lieben Erzfeind in der Vergangenheit oft waren, eine Niederlage im Derby würde den Fehlstart – auch mit Blick auf die darauffolgende Länderspielpause – auch formaljuristisch perfekt machen. Damit das nicht so kommt, muss Borussia in ihrem Spiel tatsächlich einige Hebel gleichzeitig umlegen. Das Fehlen der fitten Leistungsträger Plea, Thuram, Embolo, Zakaria und wahrscheinlich auch Lazaro kann die Mannschaft noch nicht kompensieren. Die Wucht in der Offensive fehlt, die leider ein wesentliches Merkmal des Rose-Fußballs ist. In den letzten Rückrundenspielen der abgelaufenen Saison wurden signifikante Ausfälle durch eine nicht möglich gehaltene Leistungsexplosion von Jonas Hofmann oder Florian Neuhaus aufgefangen. Da gerade Letztgenannter im Verbund mit Christoph Kramer im Heimspiel gegen Union Berlin eine seiner schlechtesten Leistungen im Gladbacher Trikot abgerufen hat, reicht es dann eben auch nicht mehr gegen einen Aufsteiger des Vorjahres. Die Liga ist zu ausgeglichen, als dass 50% des möglichen Leistungsvermögens ausreichten. In Dortmund oder München werden sie dies nach dem 2. Spieltag bestätigen. Doch das sind alles Luxusprobleme beim kommenden Gegner, unseren Freunden aus der Domstadt. Der FC wartet seit zwölf Bundesligaspielen auf einen Sieg und steht auch in der laufenden Saison dort, wo er sich naturgemäß am wohlsten fühlt: im Tabellenkeller. Ein 2:3 im Auftakt gegen Hoffenheim folgte ein 0:1 beim Aufsteiger aus Bielefeld. Trainer Markus Gisdol hatte den Klub erst im November 2019 von Achim Beierlorzer übernommen (der, der inzwischen auch in Mainz gehen musste), als der FC abgeschlagen im, richtig, Tabellenkeller stand. Ein starkes Zwischenhoch von sieben Siegen in neun Spielen im Winter genügte dann, um den Abstieg zu vermeiden und damit unserer Borussia auch für die Spielzeit 2020/21 sechs Punkte zu garantieren. Dafür vielen Dank, Markus Gisdol. Die Corona-Pause hat auch die Kölner finanziell getroffen, große Transfers waren in der Sommerpause nicht möglich. Der prominenteste Zugang ist Sebastian Andersson, der von Union Berlin an den Rhein gewechselt ist und für die Berliner zumindest zwölf Saisontreffer erzielen konnte. Andersson hat ohne Zweifel gehobenes Bundesligaformat. Dafür musste der FC im Gegenzug seinen besten Stürmer der vergangenen Saison, John Córdoba, ziehen lassen, der den umgekehrten Weg vom Rhein an die Spree ging, allerdings zur Windhorst-gepamperten Hertha aus Charlottenburg. Ohne die Tore Córdobas, der neun seiner 13 Saisontore in der Rückrunde schoss, wäre es für die Kölner wahrscheinlich eng geworden mit dem Klassenverbleib. Insgesamt strahlt der Kader nicht viel Angsteinflößendes aus. Torwart Timo Horn ist seit einigen Jahren kein sicherer Rückhalt mehr, aber offenbar immer noch stärker eingeschätzt als Ron-Robert Zieler, der nach Köln gewechselt ist. Kapitän Jonas Hector spielt inzwischen auf der Sechser-Position, konnte aber nicht mehr an seine Leistungen anknüpfen, die ihn einst als linken Verteidiger zum Nationalspieler machten. Sein Einsatz ist aufgrund von Nackenproblemen ohnehin fraglich. In der Abwehr sollten Rafael Czichos und Sebastiaan Bornauw auflaufen, beides solide Innenverteidiger, die jedoch einem Stürmer im Format Pleas oder Embolos keine Angst machen sollten. Auch sollte Marcus Thuram auf dem linken Flügel mit einem Marco Höger einen machbaren, direkten Gegenspieler erhalten. Spielmacher Ondrej Duda hat an guten Tagen (und im Trikot der Hertha) auch Borussia schon wehgetan, Potenzial hat der technisch beschlagene Slowake ohne Zweifel, gilt allerdings als sehr launisch. Dennoch gilt es für Borussia aufzupassen, die Zentrale um Duda, in Teilen Drexler und Mittelstürmer Andersson zu kontrollieren. Wenn das gelingt, sollte der Qualitätsunterschied zwischen beiden Teams zu groß sein und ein weiterer Derbysieg in der Statistik auftauchen. Mögliche Aufstellung: Borussia : Sommer - Lainer, Ginter, Elvedi, Bensebaini - Kramer, Neuhaus, Stindl - Plea, Thuram 1.FC Köln : Horn - Höger, Bornauw, Czichos, J. Horn - Skhiri, Hector - Limnios, Duda, Drexler - Andersson SEITENWAHL-Prognose: Christian Spoo : Der Motor stottert weiter. Für Köln reicht es aber trotzdem. 1:0. Claus-Dieter Mayer : Weder Fisch noch Fleisch. Eine vegetarische Borussia ergattert am Ende ein 1:1 beim Erzfeind. Thomas Häcki : Kein gutes Spiel. Nach dem 0:0 ist der Fehlstart perfekt. Die Borussia ist um Ruhe bemüht. Michael Heinen : Wo könnte ein Knoten besser platzen als in Köln? Borussia gewinnt mit 5:1 und zerstört damit jegliche Gedanken an einen Fehlstart. Uwe Pirl: Wenn man so die leeren Stadien und die damit verbundene Stimmung betrachtet, kann man sich fast die Irren in den Maleranzügen zurückwünschen... Nein, so groß ist die Not nun auch nicht und Borussia lässt in Köln nichts anbrennen (außer der Bahnhofskapelle) - damit gar keine Serie erst aufkommt, machen wir es abwechslungsreich. Auf Niederlage und Unentschieden folgt Sieg: Borussia gewinnt 2:0 und hat die Lage jederzeit im Griff. Derbystimmung kommt da gar nicht erst auf.... Mike Lukanz : Was für ein schönes Wochenende! Borussia freut sich auf Real Madrid und Inter Mailand in der Champions League und besiegt den alten Rivalen standesgemäß mit 3:1. Die Saison kann losgehen.


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20. Okt 2020

Borussia Mönchengladbach: U23-Trainer Vogel positiv auf Corona getestet

Heiko Vogel, Trainer der U23 von Borussia Mönchengladbach ist positiv auf das Corona-Virus getestet worden.


20. Okt 2020

Borussia Mönchengladbach: Norbert Ringels: „Dann habe ich den Ball einfach in den Winkel gehauen“

Am 7. November 1979 gelang Borussia Mönchengladbach ein grandioser Erfolg bei Inter Mailand.


20. Okt 2020

Vor Auftritt bei Inter Mailand: Marco Rose: „Wir wollen mutig sein“

Mit Torjäger Alassane Plea, der nach seiner Babypause wieder dabei ist, und einer mutigen Einstellung startet Borussia Mönchengladbach in das erste Champions-League-Spiel der Saison bei Inter Mailand am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN).


20. Okt 2020

Borussia Mönchengladbach im Europapokal: Das Spiel mit der Dose

18 Europapokalspiele hat Borussia Mönchengladbach bereits gegen italienische Mannschaften bestritten - das beste ist allerdings aus der Statistik gestrichen.


20. Okt 2020

Borussia startet in die Champions League: Wendts sechste Europapokal-Tour

Am Dienstag startet die Champions League in die Saison, mit vier Mannschaften aus der Bundesliga. Darunter ist auch Borussia Mönchengladbach.


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