Kostenlose Schutzmaske für alle Fanclub-Mitglieder
Wir möchten eigentlich alle nur Eines: Das wir alle unbeschadet durch diese für uns alle sehr schwierige und ungewöhnliche Zeit kommen und so schnell wie möglich wieder Normalität herrscht. Sowohl in unserem privaten Bereich als auch bei der schönsten Nebensache der Welt. Dazu möchte der... mehr
prev
next

Pressespiegel

13. Jun 2021

TV-Experte und Live-Kommentator: Schwieriger EM-Auftakt für Kramer und Straßburger

Borussias Christoph Kramer ist ZDF-Experte und hatte seinen Einstand beim Spiel Dänemark gegen Finnland. Zur Fortsetzung des Spiels nach dem Drama um Christian Eriksen hat er eine klare Meinung. Auch Gladbachs bisheriger Fanradio-Kommentator Christian Straßburger hatte mit diesem Spiel einen extrem schwierigen EM-Auftakt.

 


13. Jun 2021

Sonntag gegen Nordmazedonien: Die Borussen Lainer und Lazaro starten in ihre erste EM

Borussias Österreicher Stefan Lainer und Valentino Lazaro spielen ihre erste Europameisterschaft. Lainer dürfte am Sonntag gegen Nordmazedonien zur Startelf gehören. Lazaro hat einen Song zur EM herausgebracht.

 


13. Jun 2021

Embolos Tor reichte nicht: Die vier Schweizer EM-Borussen erleben Altbekanntes

Die vier Borussen im Schweizer Team erlebten beim EM-Auftakt gegen Wales, was sie aus Gladbach in der vergangenen Saison kennen: Sie führten, siegten aber nicht.

 


13. Jun 2021

EM-Historie mit Borussia-Faktor: Als Bierhoff zum Titel traf und Sverkos die EM eröffnete

Auch Spieler, die nur vor oder erst nach einer Europameisterschaft für die Borussia aktiv waren, schrieben Turniergeschichte. Eine Auswahl.

 


12. Jun 2021

Vertrag des Ex-Borussen aufgelöst: Das sagt Sinan Kurt zu seinem Aus beim FC Nitra

Der Ex-Borusse Sinan Kurt sagt, er habe den Vertrag beim slowakischen Erstligisten FC Nitra aufgelöst, weil keine Gehälter gezahlt und auch andere Vereinbarungen nicht eingehalten wurden. Der Klub behauptet allerdings, dass der Vertrag nicht beendet sei. Wir haben mit beiden Parteien gesprochen.

 


27. Mai 2021

Die Rosenkriege sind vorbei

Zum zehnten Mal in Folge schließt Borussia die Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz ab. Wer sich weiterhin daran orientiert, wo der Verein vor 2011 stand - wo er also vermeintlich herkommt - der wird auch die gerade abgelaufene Spielzeit als Erfolg werten. Allerdings tut das außerhalb der Geschäftsstelle im Borussia-Park vermutlich kaum jemand mehr und auch in den Büros von Max Eberl und Konsorten denkt man möglicherweise inzwischen anders, auch wenn man das nach wie vor nach außen anders kommuniziert. Für den überwiegenden Teil der Anhänger dürfte die Saison 2020/21, das zweite und letzte Rose-Jahr, unter dem Strich eine herbe Enttäuschung gewesen sein. Und das sicher nicht nur, weil die Fans kein einziges Spiel live im Stadion sehen konnten. Die Seitenwahl-Redaktion guckt kollektiv zurück auf wenig inspirierende zwölf Monate: Christian Spoo Selten habe ich das Ende einer Saison so herbeigesehnt, selten war ich nach einer Saison so abgetörnt, nicht nur vom Fußball im Allgemeinen sondern von meinem Verein im Besonderen. Warum das so ist? Wo fange ich an? Zum einen natürlich an enttäuschten Erwartungen. Vor der Saison wähnte ich Borussia auf einem guten Weg. Mit einem Kader, der gegenüber dem erfolgreichen der Vorsaison noch leicht verstärkt worden zu sein schien. Mit einem Trainergespann, dass in seiner ersten Saison zumindest erahnen ließ, warum man es installiert hatte und das angetreten war, in Mönchengladbach etwas zu schaffen. Was daraus wurde, muss ich niemandem erzählen. Es gab vermutlich keine einzige Erwartung, die erfüllt wurde, es sei denn man zieht sich am Einzug ins Champions-League-Achtelfinale hoch oder hatte schon vor der Saison die Ahnung, dass Castle Rose ein Luftschloss sein könnte. Neben den Enttäuschungen sportlicher Natur tritt die Desillusionierung in Sachen nachhaltige Planung, tritt das Gefühl, summa summarum in den beiden Rose-Jahren eher Rück- als Fortschritte gemacht zu haben und tritt in meinem Fall ein erstes leises Fremdeln mit der Haltung ein, die die Vereinsführung an den Tag legt. Nach der Demission von Marco Rose hat die Außendarstellung nicht gestimmt. Max Eberl hat sich deutlich zu einem Trainer bekannt, der sich seinerseits nicht zu Borussia bekennen wollte. Gleichzeitig hat er sich zum wiederholten Mal gegen die eigenen Anhänger gestellt und ich möchte nicht wissen, wie sich unser Sportdirektor beispielsweise zur Superleague positioniert hätte, wenn Bayern München und der Ballspielverein Dortmund dieses Konstrukt leidenschaftlicher mitbetrieben hätten. Das ist nach der internen Logik des modernen Fußballs alles irgendwo nachzuvollziehen. Borussia darf aber nicht vergessen, dass sie nach wie vor zum Großteil von der Sorte Anhänger lebt, die mit diesen Entwicklungen genauso fremdeln wie ich das tue. Borussias Kernanhängerschaft ist eher alt. Für junge Menschen außerhalb des eher kleinen regionalen Einzugsgebiets ist der Verein nicht sexy und wird es vermutlich auch nicht mehr werden. Freue ich mich auf die neue Saison? Im Moment nicht. Mir fehlt die Phantasie, wie man den Kader ohne personellen Cut und ohne große Investitionen so umstrukturieren kann, dass die zuletzt augenfälligen Probleme (die großenteils gar nicht neu sind) abgestellt werden. Ob der neue Trainer für einen „Mentalitätswechsel“ der richtige ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Grund zur Hoffnung macht die größere Erfahrung, die Adi Hütter im Vergleich zu Marco Rose mitbringt. Weniger gehypt, nicht der ganz „heiße Scheiß“, der den ganzen Markt wuschig macht - dafür vielleicht aber mehr Substanz als Blendwerk. Christian Grünewald Ja, es mag vorstellbar sein, dass Borussia mit den schmerzlich vermissten Fans den ein oder anderen Heimpunkt mehr geholt und erneut das internationale Geschäft erreicht hätte. Die Saison ist aber vor allem deshalb enttäuschend, weil eine individuell starke Mannschaft, die zum Vorjahr komplett zusammenblieb und sogar um zwei Wunschspieler des Trainers ergänzt wurde, sich in keinem Bereich weiterentwickeln konnte – im Gegenteil. In der Champions League und den Heimspielen gegen Bayern und den BVB zeigte sich zwar die vorhandene Qualität, konnte aber offenbar nur im Rahmen „großer“ Spiele abgerufen werden. So bleibt der Verdacht, dass der nun Ex-Trainer und seine hochgelobten Spielern das eigentliche Tagesgeschäft Bundesliga einigen effektreichen Highlights unterordneten. Dies lässt sich auch an der fehlenden „Griffigkeit“ nach Führungen und z.T. übertriebener Rotation festmachen. Der Leipziger war vornehmlich mit dem Ziel angetreten, mehr Aggressivität und Intensität einzubringen. Da davon auf dem Platz zuletzt nur noch sehr wenig zu sehen war, beginnt im Sommer nun ein erneuter Anlauf, Borussia eine neue fußballerische Identität zu verschaffen. Uwe Pirl Als ich im letzten Sommer meinen Teil des Borussenchecks geschrieben habe, sah ich für Borussia Mönchengladbach eine Platzierung zwischen 1 und 3 vorher, begründet aus der gut verlaufenen Vorsaison, dem gut performenden Trainerteam, der komplett zusammengehaltenen Mannschaft und aus den Entwicklungen bei der Konkurrenz. Ein wenig Euphorie war sicher auch dabei. Dass es anders kam, wissen wir nach dem Ende dieser ernüchternden Saison 2020/21 alle. Warum lag ich dermaßen falsch? Ein von mir wie vermutlich vielen anderen auch unterschätzter Punkt war, wieviel Kraft, Substanz, Aufmerksamkeit und Konzentration die Teilnahme an der Champions League kostet. Die Teilnahme an diesem Wettbewerb mit der erstmaligen Teilnahme am Achtelfinale hat wahrscheinlich jedem Gladbachfan unendlich Freude bereitet. Sie hat aber eine Kehrseite: Schon im Herbst litt darunter das Kerngeschäft Bundesliga, wurden Vorsprünge hergegeben und gab es unbefriedigende Unentschieden. Zu diesem Zeitpunkt war das aber mit der Dreifachbelastung sowohl erklärbar als auch entschuldbar. Am Ende der Hinrunde stand zwar nur Platz 7, der Rückstand auf Platz 4 betrug aber nur einen Punkt, damit konnte man leben. Danach offenbarten sich jedoch drei Dinge: Das Trainerteam hatte taktisch keinerlei Plan B. Funktionierten Wucht und Pressing nicht, funktionierte gar nichts. Wucht und Pressing kamen aber im Lauf der Saison nahezu komplett abhanden, die dafür erforderlichen Sprints und intensiven Läufe konnte die Mannschaft (vermutlich mangels Fitness) nicht mehr leisten. In der Defensive war kein Konzept mehr erkennbar. Im Grunde genommen hat das Trainerteam damit belegt, dass die bei der Vertriebsabteilung eines Brauseimperiums favorisierte Spielanlage ohne spielerische Weiterentwicklung eine fußballerische Sackgasse ist. Für ein Trainerteam mit den Ambitionen der Herren Rose, Maric und Zickler ist das allerdings ein Armutszeugnis. Damit blieben als Motor für Erfolg nur noch die Motivationskünste der zukünftigen Dortmunder. Mit denen war es aber vorbei, als der Wechsel feststand. Der Bruch im Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft war nach der Bekanntgabe des Wechsels nach Dortmund unübersehbar, egal wie sehr sich die Beteiligten darum bemühten, diesen Aspekt kleinzureden. Der Trainer hat diesen Effekt meiner Meinung nach durch seine provokant lustlosen und patzigen Auftritte in Pressekonferenzen und vor diversen anderen Mikrofonen deutlich verstärkt. Das mag cool und lässig aussehen – jedoch sahen vermutlich auch die Spieler, welche Null-Bock-Haltung ihr Vorgesetzter da zelebrierte. Dass so etwas nicht leistungsfördernd war, liegt auf der Hand. Drittens hat auch das Team einen gewaltigen Anteil am Misserfolg. Auftritte wie die Heimspiele gegen Mainz, Köln und Stuttgart sowie die Spiele in Augsburg, Hoffenheim und München lassen sich nicht allein mit der Unfähigkeit oder der Unmotiviertheit des Trainerteams erklären. Hier hat auch das Team versagt. Jeder Einzelne muss sich fragen lassen, warum diese Ansammlung Hochbegabter es nicht schafft, in entscheidenden Situationen als motivierte Einheit aufzutreten. Alles in Allem bleibt vielleicht zum ersten Mal seit der Rettung vor 10 Jahren ein extrem enttäuschender Beigeschmack. Borussia Mönchengladbach hat sowohl in Bezug auf die harten Ergebnisse als auch in Bezug auf das Auftreten alle Ziele verfehlt. Das schmerzt. Claus-Dieter Mayer Dass dies eine sehr enttäuschende Saison für die Borussia war, ist eine wohl kaum umstrittene Feststellung. Aber ab wann es so richtig enttäuschend wurde, darüber lässt sich diskutieren. Denn auch schon vor der Bekanntgabe des Rose-Wechsels konnte die Borussia vor allem in der Liga oft nicht überzeugen. Man war weit entfernt von der Dynamik, die das Team vor allem im Herbst 2019 noch entfaltete (nur das lahme Werder Bremen hat in dieser Saison weniger Sprints zu verzeichnen als die Gladbacher) und verschenkte immer wieder Führungen. Aber zumindest konnte man noch gewisse Gründe dafür finden. Die psychische wie physische Zusatzbelastung durch die Champions-League, die damit verbundene Rotation und verringerte Anzahl an Trainingsmöglichkeiten schienen der Preis für einige spektakuläre internationale Auftritte und den erstmaligen Einzug in die KO-Runde der Champions-League zu sein. Und als nach kurzer Weihnachts-Pause und zunächst ohne CL-Zusatzbelastung der Spielbetrieb wiederaufgenommen wurde, schien die Borussia wirklich aufzudrehen. Bayern und Dortmund konnten in furiosen Spielen daheim besiegt werden und ohne den nicht regel-konformen VAR-Eingriff durch Bibiana Steinhaus in Stuttgart hätte man im Januar mit 5 Siegen in 5 Spielen eine makellose Bilanz aufweisen können. So lag man nach 19 Spieltagen punktgleich mit dem BVB mit lediglich 3 Saisonniederlagen nur einen einzigen Punkt hinter Platz 4. Alles schien drin zu sein für die Fohlen, doch dann folgten 9 Pflichtspiele in Folge mit nur einem Unentschieden und 8 Niederlagen und die Saison war quasi gestorben (auch wenn es noch Möglichkeiten gab sie wiederzubeleben, die aber in Hoffenheim und gegen Stuttgart leichtfertig verschenkt wurden…natürlich wieder nach eigener Führung). Was ergibt nun das Post Mortem? Korrelation sei nicht gleichbedeutend mit Kausalität predigen Statistiker wie ich gern, aber das die Bekanntgabe des Trainerwechsels eine bedeutende Rolle gespielt haben wird, lässt sich vor allem mit Blick auf die ähnlichen Entwicklungen in Frankfurt und auch zum Teil in Leipzig kaum von der Hand weisen. Einzig und allein die böse Probstheider Ich-AG für das schwache Abschneiden verantwortlich zu machen, greift jedoch etwas kurz. Den fabelhaften Kapitän Lars Stindl mal ausgenommen (seine 14 Tore wurden zuletzt von Raffael 2014 übertroffen), konnte kaum ein Spieler über die gesamte Saison hinweg überzeugen. Gerade bei Florian Neuhaus schwankte es sehr zwischen Weltklasse und ganz schwach, Denis Zakaria blieb meist weit unter dem Niveau, dass er vor seiner Verletzung im letzten Frühjahr hatte, Alassane Plea (6 Tore in 29 Spielen) stand vielfach komplett neben sich, die nominell eigentlich gut besetzte Abwehr war nach Gegentoren gemessen die viertschlechteste der Liga. Am auffälligsten war jedoch, dass es mit der vor der Saison noch oft angesprochenen Breite im Kader nicht weit her war. Bei jeder Einwechslung von Hermann oder Wolff wäre ein kollektives Aufstöhnen durch die Ränge gegangen, wären denn Zuschauer erlaubt gewesen. Andere Spieler (Traore, Beyer, Reitz, Lang etc) wurden offensichtlich für noch schwächer eingestuft und durften noch nicht mal für Aufstöhnen sorgen. Die Saison wird Konsequenzen haben. Ein Bundesliga-Achter ist kein so attraktiver Arbeitgeber wie ein Champions League Teilnehmer, was sowohl für vermehrte Abgänge als auch Schwierigkeiten beim Anwerben Spieler sorgen wird. Gleichzeitig sind aber die Spieler eines Bundesliga-Achten auch nicht mehr so begehrenswert wie sie es noch im letzten Sommer zu sein schienen, sodass gerade in der Pandemiezeit der Geldsegen durch Verkäufe ein gutes Stück geringer sein könnte als man so erhofft. Einiges zu tun im Sommer also für die Herren Hütter und Eberl. Michael Heinen Es wäre nicht fair, die Bewertung der Gladbacher Saisonleistung allein davon abhängig zu machen, dass Union Berlin in der allerletzten Saisonminute noch einen glücklichen Treffer erzielt hat. Die Bewertung muss völlig unabhängig von dieser Aktion erfolgen und hätte somit in gleicher Weise gegolten, wenn Borussia als Tabellen-7. in den neugestalteten UI-Cup eingezogen wäre: Am langen Ende war diese Spielzeit mehr als nur ein Stück weit eine große Enttäuschung - und das in vielerlei Hinsicht. Ja, es gab die beeindruckenden Gala-Vorstellungen gegen Donezk. Zumindest die Hinspiele gegen Real und Inter sowie der Einzug ins Achtelfinale der Champions League fanden zurecht international Beachtung. Selbst in der Bundesliga gab es eine Handvoll toller Spiele, wie z. B. die Heimsiege über Dortmund und Bayern. Das alles wird aber überschattet davon, dass die Mannschaft über weite Strecken der Saison deutlich unter ihren Möglichkeiten geblieben und im Alltagsgeschäft gescheitert ist. Konnte man dem Team in den vergangenen Jahren zumeist einen starken Charakter unterstellen, so wirkten die Auftritte in diesem Jahr oft seltsam uninspiriert. Besonders in der Rückrunde war nichts mehr zu sehen von irgendwelchen taktischen Finessen, die dem hochgelobten Trainer und seinem Team in der Vergangenheit nachgesagt worden waren. Der neue Dortmunder Coach war nicht erst nach Verkündung seines Abschieds kaum noch in der Lage, seiner Mannschaft irgendeine nachvollziehbare oder gar durchdachte Spielidee zu vermitteln. Doch es wäre zu einfach, alles nur an dieser einen Person festzumachen - so unerfreulich die Umstände seines Wechsels gewesen sein mögen. Die Mannschaft hatte das viel größere Interesse, die Saison auf einem ihr angemessenen Platz zu beenden. 11 Borussen werden an der diesjährigen Europameisterschaft beteiligt sein - allein drei davon im deutschen Team. Die Qualität im Kader hätte mindestens für einen Platz in der Europa League ausreichen müssen - dazu hätte es nicht einmal eines guten Trainers bedurft. Die Chance darauf verspielte die Mannschaft in vielen Partien höchst fahrlässig. Die zwischenzeitlichen Skandale um Breel Embolo und Marcus Thuram rundeten dieses Bild ab von einer Mannschaft, die jegliche Verheißungen nach der erfolgreichen Vorsaison enttäuschte. Nicht nur Corona sorgte dafür, dass sich viele treue Fans in diesem Jahr von ihrem Team entfremdeten und dieses eine Menge Kredit verspielt hat.


20. Mai 2021

Warum eigentlich Schaaf?

Es ist fast geschafft. Nur noch 90 quälende Minuten und die unbefriedigendste Bundesliga-Saison seit dem Abstieg 2007 findet ihr verdientes Ende. Mit einem Sieg in Bremen bestünde für Borussia noch immer die Chance, mit der European Conference League einen internationalen Wettbewerb zu erreichen. Gleichzeitig droht aber die Gefahr, erstmals seit 2011 wieder in die zweite Hälfte der Tabelle abzurutschen. Spätestens dann gäbe es für wirklich niemanden mehr die Möglichkeit, diese Spielzeit noch in irgendeiner Weise ein Stück weit schönzureden. Aber selbst wenn es am langen Ende tatsächlich noch zu Platz 7 reichen sollte, kann niemand ernsthaft mit der Entwicklung der letzten Monate zufrieden sein. Finanziell wäre die Conference League ein hübsches Trostpflaster, das dem Verein gerade in diesen schwierigen Corona-Zeiten guttun würde. Sportlich wären nach aktuellem Stand immerhin Teams wie Tottenham, Villarreal und der AS Rom qualifiziert. Selbst der Wolfsberger AC hat noch eine Chance, sich für seinen letzten Auftritt im Borussia-Park zu rehabilitieren. Die Österreicher scheinen aber genau wie Borussia nur begrenzte Motivation für ein solches Wiedersehen aufbringen zu können. Im letzten Heimspiel setzte es ein 0:4 gegen den direkten Konkurrenten aus Linz, was die Chancen auf die einzig wahre CL erheblich reduziert hat. Borussia spielte zuletzt gegen Stuttgart einmal mehr so als habe sie die Saison bereits vor Monaten mit der Verkündung des Trainerwechsels beendet. Mit Ausnahme der berauschenden Siege über Frankfurt und Bielefeld zeigt die Elf vom Niederrhein im Grunde schon die gesamte Rückrunde ebenso wenig Leistung wie Charakter. Dies wird ihnen erfolgreich vorgelebt von ihrem Noch-Übungsleiter, der die monatelange Krise aufreizend lässig über sich ergehen lässt. Es gibt wenige Indizien, die darauf hindeuten, dass sich dies ausgerechnet im letzten Spiel der Saison ändern wird. Dort wartet mit dem SV Werder ein Verein, der froh wäre über die Sorgen der Borussia. Bei einer Niederlage zum Saisonfinale droht aller Voraussicht der direkte Abstieg. 40 Jahre nach der höchst erfolgreich verlaufenen Rückkehr in die 1. Bundesliga wären die Aussichten dann auch aus finanzieller Sicht trostlos. Nur so lässt sich die Verzweiflungstat erklären, mit der zu Wochenbeginn doch noch der lange hinausgezögerte Trainerwechsel vollzogen wurde. Florian Kohfeldt hatte sich nach anderthalb ordentlichen Jahren an der Seitenlinie und dank seines sympathischen Auftretens großen Kredit bei Fans und Vereinsführung erspielt. Dieser wurde seitdem aber – im zweiten trostlosen Jahr in Folge – mehr und mehr aufgebraucht, sodass die Ablösung nur noch eine Frage der Zeit war. Vor einigen Wochen hätte sie Sinn ergeben, um ggf. einen positiven Impuls für die letzten Wochen zu setzen, der in der kurzen Frist im statistischen Durchschnitt erwiesen ist. Ob dieser jetzt immer noch erfolgen kann und wird, erscheint dagegen fraglich. Bislang gibt es in der Bundesligahistorie eine Referenz bei Werders direktem Konkurrenten um den Abstieg. Arminia Bielefeld trennte sich 2009 vor dem letzten Spiel gegen Hannover 96 vom chronisch erfolglosen Michael Frontzeck, um sich von Edel-Feuerwehrmann Jörg Berger doch noch retten zu lassen. Damals ging das Experiment schief – Arminia stieg nach einem 2:2 als Tabellenletzter ab und musste 11 lange Jahre in der Zweit- und Drittklassigkeit verbringen ehe es im Vorjahr endlich wieder fürs Oberhaus reichte. Anders als Arminia damals vertraut Werder nicht auf einen etablierten Feuerwehrmann, sondern auf eine Vereinsikone, die sich im Abstiegskampf bislang eher schlecht als recht bewährt hat. Thomas Schaaf war im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends einer der erfolgreichsten Vereinstrainer. Schon beim sportlich durchaus erfolgreichen Wirken in Frankfurt 2014/15 offenbarten sich aber Generationenkonflikte mit den inzwischen relativ jünger gewordenen Spielern. Zudem sollen private Probleme den einstigen Erfolgscoach beeinflusst haben, was sich bei seinem nächsten Engagement in Hannover auch sportlich niederschlug. Seit dem desaströsen Gastspiel in Niedersachsen hat sich niemand mehr getraut, Schaaf auf den Cheftrainerstuhl zu befördern. Sein Ex-Verein lotste ihn 2018 zurück in die Heimat, wo er seitdem als Technischer Direktor fungiert. Für eine Partie rückt er am kommenden Wochenende noch einmal zurück ins Rampenlicht. Und das mit einer durchaus dankbaren Aufgabe – gilt es doch eigentlich nur, den Gast vom Niederrhein früh in Führung gehen zu lassen, um sich am Ende über sichere drei Punkte freuen zu dürfen. Was der neue, alte Trainer verändern wird, ist schwer vorherzusagen. Vermutlich gar nicht mal viel. Christian Groß wird nach seiner Gelb-Roten-Karte definitiv ersetzt werden müssen. Ansonsten kann Schaaf weitgehend aus dem Vollen schöpfen. Weniger wichtig als die Auf- wird aber die Einstellung sein, mit der Werder in dieses Finale geht: Im schlimmsten Fall betrachten sie es als eine Art Pokalspiel, wo sie traditionell stets die besten Leistungen abzurufen imstande sind. Sollten Sie ähnlich auftreten wie vor wenigen Wochen gegen RB Leipzig, dann dürfte es für Borussias Schönwetterfußballer und ihren lässigen Trainerdarsteller ein ziemlich bitteres Ende ihrer gemeinsamen Zeit geben. AUFSTELLUNGEN: Werder: Pavlenka – Selassie, Toprak, Moisander, Augustinsson – Möhwald – Eggestein, Bittencourt, Sargent – Selke, Rashica Borussia: Sommer – Lainer, Ginter, Elvedi, Bensebaini – Kramer, Neuhaus – Hofmann, Stindl, Thuram - Plea SEITENWAHL-TIPPS: Michael Heinen: „Borussia ist aktuell selbst zu schlecht, um den 1. FC Köln in die 2. Liga zu schießen. Durch ein trostloses 0:0 in Bremen reicht es zudem nicht einmal für den so begehrten Platz im runderneuerten UI-Cup.“ Christian Spoo: „Ein Spiel aus der Kategorie „untippbar“. Nutzt Bremen der Trainerwechsel etwas? Ist Thomas Schaaf der Typ der das Steuer herumreißt? Borussia wird ihren Stiefel runterspielen, das könnte genügen. Ich sag mal 1:1.“ Mike Lukanz: „Zum letzten Mal werde ich hier bei Seitenwahl einen Tipp abgeben, die Lust am Fußball und damit auch an Borussia hat ganz schwer nachgelassen durch Corona und Marco Rose. Sei es drum: Borussia beendet die Saison mit einem weiteren uninspirierten Auftritt in Bremen. Das 1:1 wird nicht reichen, um sich für diesen grotesken Wettbewerb namens Conference League zu qualifizieren, und das ist auch gut so. Vielleicht tut ein weiteres Jahr ohne Europa mal gut. Dass Borussia mit diesem Ergebnis irgendwie auch dem FC aus Köln hilft, passt zu dieser Saison. Ebenso, dass drei (!) Gladbacher nach eben dieser Saison von Jogi Löw für ein Großturnier wie der Europameisterschaft nominiert werden – bis auf den, der es verdient gehabt hätte aus dem Kader. Gehabt Euch wohl und bleibt gesund!“ Thomas Häcki: „Bremen ist heiß, die Rose-Elf allenfalls lauwarm. Nachdem Bremen die Führung gelungen ist, trabt ein Großteil der Fohlen dem Ende der Saison lustlos entgegen. Werder wird es bei ihrem 4:0-Erfolg nur recht sein.“ Claus-Dieter Mayer: „Der lustlose Auftritt der Borussia bei der 0:2 Niederlage in Bremen wird noch auf Jahre Kölner Verschwörungstheorien befeuern.“ Uwe Pirl: „Borussia kann oder will sich nicht mehr aufraffen. Das 1:2 gegen Bremen beschert den Werderanern den Klassenerhalt. Union Berlin hat die Conference League ohnehin mehr verdient.“ Christian Grünewald: „Laut PK vor dem Spiel ist die Saison ein Erfolg, wenn man mit Leipziger Schützenhilfe die Conference League erreicht. Da man selbst aber 1:2 verliert, kann man sich die Augenwischerei auch schenken."


15. Mai 2021

Rätselraten mit Ansage

Trotz der vorherigen Bekundungen den Trostpreis Conference League unbedingt erreichen zu wollen, schenkt Borussia auch das Heimspiel gegen den VfB Stuttgart nach Führung noch her. Es war ein Auftritt, der fast noch mehr über den Charakter der Mannschaft, als den kaum noch wahrnehmbaren Einfluss ihres scheidenden Trainers verrät. Denn im Vorfeld hatte Marco Rose doch überraschend deutlich die Schwächen und Probleme angesprochen, mit denen sich Borussia seit Monaten herumplagt. Mit einer Mischung aus Eingeständnis eigener Ratlosigkeit und verklausulierter Generalkritik an der Mannschaft konstatierte er auf der PK vor dem Spiel, dass es zu oft in dieser Saison am nötigen Fokus und an Kommunikation gefehlt habe, um über 90 Minuten das (zweifellos vorhandene) Potenzial abzurufen. Stattdessen wurden unzählige Punkte nach Führung verschenkt und ganze Halbzeiten waren dominiert von allgemeiner Rat- und Hilflosigkeit. Fast wie angekündigt Gesagt – getan, könnte man sagen: Gegen den VfB war all das noch einmal für jeden offen zu beobachten. Von Beginn an versprühte die Mannschaft nicht den zuvor angekündigten unbedingten Siegeswillen, sondern versuchte es mit dem zuletzt gewohnt-bedächtigen Ballbesitzspiel. Gefahr kam wenig auf, nur gelegentliche Geistesblitze von Stindl sorgten für einige im Ansatz gefährliche Strafraumszenen. Trotz des gemächlichen Tempos kam es zu Lücken in der Rückwärtsbewegung, die der VfB jedoch nicht zu nutzen wusste. Die Schwaben spielten nach dem Erreichen des Saisonziels Klassenerhalt ihrerseits nicht am Limit und konnte zudem verletzungsbedingt nicht die erste Elf aufbieten, sodass auch Ergänzungsspieler wie Thommy eine Chance von Beginn an erhielten. Insgesamt kein besonders aufregendes Spiel – und doch gelang Borussia praktisch mit dem Halbzeitpfiff fast aus dem Nichts die Führung. Nach einem Zusammenprall nutzte Vorbereiter Kramer die entstandenen Räume und flankte überlegt zu Stindl, der den Ball aus zentraler Position technisch anspruchsvoll ins rechte Eck bugsierte. Eine nahezu perfekte Ausgangsposition zur Halbzeit also. Wieder mal. Wie man diese Führung noch verspielte, wurde direkt aus dem bereits bekannten Drehbuch der Saison übernommen. Bis zur 60. Minute war noch der Versuch zu erkennen, das Spiel durch aktiven Fußball zu kontrollieren und vielleicht sogar die Führung zu erhöhen, ohne allerdings die dafür nötige Konsequenz an den Tag zu legen. Und dann plätscherte es mal wieder dahin. Und der Gegner kam. Und kam. Und setzte die nun plötzlich wieder fußballerisch mittellos wirkenden Fohlen innerhalb weniger Minuten schachmatt. Mit Ausnahme einer Chance von Lazaro zwischen den Gegentoren kam bis Spielende von Borussia kaum noch was, die fünfte Heimniederlage der Saison war perfekt. Wie es sein kann, dass sich diese talentierte, teure und im Bundesligavergleich auch erfahrene Mannschaft zum x-ten Mal in kürzester Zeit die Butter derart leicht vom Brot nehmen lässt? Aus den Aussagen von Christoph Kramer nach dem Spiel lässt sich jedenfalls ohne viel Phantasie heraushören, dass einige Kollegen in diversen Spielsituationen offenbar mit den Gedanken woanders waren. Warum? Das bleibt ein großes Rätsel. Kein neues Gefühl Ein Rätsel, dass auch nicht allein mit den schon seit Monaten eher kraftlos wirkenden Appellen des baldigen Ex-Trainers erklärt werden kann. Und sich fast schon regelmäßig in der entscheidenden Saisonphase wiederholen zu scheint. Schon in den zweieinhalb Spielzeiten unter Hecking krochen die Fohlen eher über die Ziellinie, sodass in Umfeld und Verein Forderungen nach einem Neuanfang laut wurden. Ende mit dem ballbesitzorientierten Verwalterfußball, hin zu mehr Intensität, Sprints und Mentalität. Das versuchte Hecking 2018 mit dem 4-3-3, dafür trat Rose 2019 explizit an und gab es in seiner ersten PK als primäres Ziel aus. Jetzt, 2021, sehnt man sich nach dem nächsten neuen Besen. Aber auch Adi Hütter wird sich (unabhängig von dem eigenen Paket, das er aus Frankfurt mitbringt) mit dieser Mannschaft früher oder später wieder schwertun – wenn sich an der kollektiven Mentalität nicht etwas grundsätzlich verändert. Denn wir erinnern uns – der zuvor bereits teuerste Kader der Vereinsgeschichte und vielleicht beste seit den goldenen Siebzigern konnte vor der Saison komplett zusammengehalten und mit Lazaro und Wolf noch um zwei absolute Wunschspieler des Trainers erweitert werden. Das ist nicht mehr die Underdog-Borussia, die sich vor 10 Jahren geradezu heldenhaft gerettet und im Anschluss die Liga aufgewirbelt hat. Dank der großartigen Arbeit des Duos Eberl/Schippers verfügt man über ein finanzielles Budget und eine individuelle Klasse, die die Möglichkeiten von Konkurrenten wie Frankfurt, Stuttgart, Union oder Freiburg um ein Vielfaches übersteigt. Drei Wettbewerbe sind eine Belastung, aber der Kader wurde dafür gezielt aufgestellt und erlaubt auch durch die 5-Wechsel-Regelung mehr Möglichkeiten zur Belastungssteuerung. Was zudem mit Teamgeist und Erfolgswillen trotz höchster Belastung möglich ist, haben Hertha BSC und Holstein Kiel nach ihrer Zwangsquarantäne eindrucksvoll gezeigt. Diese Begründung reicht also insbesondere für die Schlussphase der Saison nicht aus. Die Mannschaft im Fokus Marco Rose mag als Trainer an den von ihm selbst und dem Verein gesetzten, fußballerisch-taktischen Zielen gescheitert sein (Borussia steht in den geforderten Kategorien heute da wie unter Hecking und hat sich beim Ballbesitz sogar verschlechtert), der Fokus muss nun aber auf der Analyse liegen, mit welchen Profifußballern Borussia die Ziele der Zukunft angehen möchte. Irgendwas ist faul im Staate Borussia-Park und es ist zu hoffen, dass Max Eberl diese Situation genauso knurrig und humorlos aufarbeiten wird, wie es sein Gesichtsausdruck nach den Spielen in München und gegen Stuttgart vermuten lässt. Eine Restchance auf das Trostpflaster Conference League bleibt, aber es würde nicht wundern, wenn man in dieser Verfassung eher den Bremern als den Kölnern am letzten Spieltag Schützenhilfe leisten wird. Eine Saison ohne internationalen Wettbewerb wäre für diese insgesamt so stark aufgestellte Borussia sicher eine Enttäuschung, ob es nun Platz 8, 9 oder 10 wird. Aber auch wenn es noch mit dem Minimalziel klappt: die sich wiederholenden Probleme im Auftreten und vielleicht auch innerhalb der Mannschaft müssen offensiv angegangen werden. Dann lässt sich das große Rätsel vielleicht doch noch lösen.


14. Mai 2021

Es plätschert dahin ...

Mitte Mai, vorletztes Spiel der Saison und Borussia Mönchengladbach hat noch die Chance, sich für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren. Normalerweise wäre die Borussenwelt vor dem vorletzten Spieltag in der Situation einigermaßen in Ordnung und man würde den letzten beiden Spielen und den noch offenen Entscheidungen entgegen- und mit der Mannschaft mitfiebern. In diesem Jahr ist aber vieles anders. Das betrifft nicht nur die Abwesenheit von Zuschauern in den Stadien. Das betrifft auch nicht in erster Linie den Umstand, dass der internationale Wettbewerb, für den Borussia Mönchengladbach sich noch qualifizieren kann, nur die sogenannte Conference League ist, also die dritte Liga der europäischen Klubwettbewerbe. Auch damit könnte man wohl leben, hätte man das Gefühl, dass über den Verlauf der Saison hinweg alles für ein besseres Ergebnis getan worden wäre. Aber genau das ist der Punkt, warum in diesem Jahr die Saison seit einigen Wochen irgendwie ausplätschert – die Vielzahl an Enttäuschungen, die den Eindruck dieser Saison dominieren und dabei die herbstlichen Highlights wie Donezk, Mailand oder Madrid und die wenigen guten Spiele in der Bundesliga klar überdecken, die Art und Weise, wie manche Niederlage zustande gekommen ist, erwecken eben nicht den Eindruck, als habe sich jeder mit voller Energie auf ein gemeinsames Ziel fokussiert. Über viele Punkte – sei es das mangelnde kollektive Defensivverhalten, sei es die beängstigende Abwesenheit von Sprints und intensiven Läufen (also genau das, was der Trainer angeblich predigt), sei es die zeitweise Einfallslosigkeit, wenn Pressing im Spiel nach vorn nicht funktioniert, sei es die Emotionslosigkeit, fast schon Gleichgültigkeit, mit der das alles von Teilen der Protagonisten hingenommen wird – muss man nach der Saison reden (auch wenn den einen oder anderen Passanten das alles nicht mehr interessieren wird). Vorher steht aber erst einmal das Spiel gegen den VfB Stuttgart auf dem Programm. Dort ist die Stimmung anders. Als Aufsteiger in die Saison gestartet darf der aktuelle 10. Tabellenplatz durchaus als Erfolg gewertet werden und das wird er auch. Dem Verein kam für seinen fußballerischen Ansatz im Laufe der Saison die verdiente Anerkennung zu. Obwohl Pellegrino Materazzo sicherlich auch das eine oder andere Angebot oder wenigstens Anfragen erhalten haben dürfte, blieb dem Verein aufgrund der frühzeitigen Verlängerung ein Trainertheater erspart. Dem gegenüber dreht sich das Personalkarussell im Team recht munter – nach den feststehenden Abgängen von Gonzalo Castro und Kempf und der Vertragsverlängerung von Mangala ranken sich Gerüchte derzeit hauptsächlich um Kobel, dessen mögliche Nachfolger sowie Sasa Kalajdzic. Alles das wird vermutlich auf das Spiel am Samstag wenig bis keinen Einfluss haben. Stuttgart kann frei aufspielen und wird trotz einer langen Verletztenliste (u.a. Coulibaly, Klimowicz, Mangala und Wamangituka) eine konkurrenzfähige Mannschaft auf den Platz bringen, die bereits in der Hinrunde bewiesen hat, dass sie Borussia Mönchengladbach ärgern kann. Bei Borussia Mönchengladbach heißt es dagegen: Alle Mann an Bord! Zu rechnen ist damit, dass Lars Stindl wieder in die Startelf rückt. Ob das auch für Plea und Kramer gilt, wird man sehen, Prognosen sind hier schwierig, weil sie die Zukunft betreffen. Folgt die Mannschaft der Choreographie der letzten Wochen, wäre nach dem peinlichen Auftritt gegen Bayern München am Samstag mal wieder eine etwas bessere Leistung dran. Ob sich Trainerteam und Mannschaft dazu noch einmal aufraffen können oder wollen, wird man sehen. Der SEITENWAHL-Tipp: Uwe Pirl: Es wird besser als gegen Bayern. Borussia wird Tore schießen. Da man aber das Defensivverhalten auch in Bundesligaspiel 33 der Saison nicht in den Griff bekommt, werden auch Gegentore fallen. Das ergibt ein für neutrale Zuschauer unterhaltsames 2:2. Christian Spoo: Borussia geht das Spiel ernsthafter an als das letzte. Schon weil es gar nicht weniger ernsthaft geht. Stuttgart ist aber keine Laufkundschaft und gegen Kalajdzic kann auch Matthias Ginter mal schlecht aussehen. 2:2. Thomas Häcki : Am Samstag ist wieder Dr. Jekyll zu Gast im Borussia Park und die Fohlen erspielen sich einen blitzsauberen 3:0 Erfolg. Mr. Hyde ist dann für das Finale in Bremen vorgesehen. Michael Heinen : Sofern der Kölner Keller nicht wie im Hinspiel etwas dagegen hat wird sich Borussia für das Bayern-Debakel rehabilitieren und den VfB mit 2:1 schlagen. Claus-Dieter Mayer : Das 1:1 gegen Stuttgart wird so langweilig, dass Teile des Betreuerstabs das Stadion vorzeitig verlassen "um dem Verkehr zu entgehen". Christian Grünewald: Borussia hat noch Ziele ausgegeben, für den VfB geht es um nichts mehr. Das muss für einen Sieg reichen. 4:1.


10. Mai 2021

Geschenke für den Meister

Es gibt Ranglisten, mit denen man sich lieber beschäftigt als die der peinlichsten Auftritte des eigenen Vereins, aber aus gegebenem Anlass kommen wir da nicht so ganz drum herum. Bei mir persönlich steht da auf dem ersten Platz noch nicht mal eine Niederlage, sondern ein 0:0 in Uerdingen am letzten Spieltag der Saison 89/90, wobei beide Teams mit einem Nichtangriffspakt sich selbst den Klassenerhalt besorgten und den VFL Bochum in die Relegation gegen Saarbrücken schickten. Gleich dahinter kommt dann aber schon das 0:6 bei den Bayern. Nein, nicht das vom Samstag, sondern jene Klatsche am 34. Spieltag 85/86. Das deutsche Fußball-Bewusstsein erinnert sich vor allem an Kutzops verschossenen Elfmeter wenige Tage zuvor und hat weitestgehend vergessen, dass auch die Herren Bruns, Hannes, Rahn, Criens usw mit daran Schuld waren, dass Rudi Völler nie deutscher Meister werden durfte. Mit ihrem lustlosen Auftritt in München half die Borussia damals den Münchnern noch am letzten Spieltag an Werder Bremen vorbeizuziehen. Nun hat der VFL nach 35 Jahren wieder 6:0 beim Rekordmeister verloren und es gibt Parallelen. Wieder wurden die Bayern an diesem Tag deutscher Meister, wieder hatte man das Hinspiel gewonnen und wieder hätte man die Mannschaft vor dem Spiel nicht als komplett chancenlos eingestuft. Anders war, dass die Lederhosler diesmal schon vor dem Spiel den Titel sicher hatten und in vertauschten Rollen die Gladbacher waren, für die es noch um was ging in diesem Spiel. Das ließen sie sich aber zu keiner Phase anmerken, vielmehr ging man die Partie wie ein Freundschaftsspiel am Rande eines Stadtfestes an: Ziel war es das Publikum gut zu unterhalten, während man mit den Gedanken schon beim Grillhähnchen mit Bier danach war. Die Borussia ging offensiv in die Partie, versuchte die Bayern zu pressen und hatte schon in der ersten Minute nach einer Hereingabe von Embolo fast die erste Chance. Auch im weiteren Spiel zeigten sich die Bayern defensiv durchaus anfällig (40 Gegentore sind für einen Meister einiges), aber das machte nichts, denn zum einen gelang es der Borussia nie diese Unpässlichkeiten konsequent auszunutzen und zum anderen war Gladbach selbst in der Abwehr oft dermaßen entblößt, dass es den Bayern leichtfiel, ein Tor nach dem anderen zu schießen. Symbolisch für das Spiel war das Zustandekommen des 2:0. Ramy Bensebaini wurde auf der linken Seite schön freigespielt, läuft mit Tempo auf den Ball zu und man denkt für einen kurzen Moment, dass dies eine gute Gelegenheit werden könnte, aber dann schafft er es clownesk über den Ball zu stolpern und guckt sich danach auf dem Hintern sitzend an, wie die Bayern im Gegenzug die Gladbacher Abwehr mit klinischer Präzision ausspielen. Beim 4:0 wiederholte sich dieser Ablauf ähnlich auf dem anderen Flügel: Lainer versucht sich im Dribbling gegen Davies am gegnerischen Strafraum (Lainer? Dribbling??...Ja, genau), scheitert erwartungsgemäß und ab geht der Bayern-Express. Mehr Details wollen wir uns an dieser Stelle ersparen, es war ein Auftritt der in seiner Harmlosigkeit und Naivität beim Zusehen weh tat. Mag sein, dass auch die Aufstellung nicht optimal war: was (mit einem Wechsel: Hoffmann für Wolf) gegen Bielefeld so prima funktionierte, muss nicht zwangsläufig auch beim amtierenden Champions-League-Sieger klappen. Die Erfahrung von Stindl, Kramer oder Plea hätte vielleicht helfen können, das Ausmaß der Katastrophe etwas einzudämmen, vermutlich aber auch nicht mehr als das. Wenn die Blamage vom Samstag ein Gutes hat, dann vielleicht die Tatsache, dass man die Saison nun endgültig nicht mehr schön reden kann. Die Hoffnung auf die Europa-League ist bei 5 Punkten Rückstand auf den sechsten Platz nur noch theoretischer Natur und das Saisonziel damit verfehlt. Max Eberl mag in Interviews die Aussicht auf die Conference League anpreisen, aber echte Begeisterung dafür wird es im Verein kaum geben. Schon um keine Wettbewerbsverzerrung (vor allem beim letzten Spiel in Bremen) zu betreiben, mag es aber gerechtfertigt sein diesen Wettbewerb als Anreiz hochzureden. Selbst mit 2 Siegen kann die Borussia nun bestenfalls noch auf 24 Punkte in der Rückrunde kommen und wird damit die 35-30-28-Abwärts-Trajektorie unter Marco Rose auf jeden Fall untermauern. Das Saisonfazit wird ein ernüchterndes sein. Ja, es gab positive Ausrufezeichen aber gerade die Tatsache, dass man Real Madrid am Rande einer Blamage hatte, Donezk abschießen konnte, Bayern und Dortmund daheim besiegte, macht es so schwer verdaulich jetzt zu Saisonende mit Freiburg und Union Berlin um den 7. Platz zu spielen. Die krasse Diskrepanz zwischen Potenzial und Realität werden vom zweiten Jahr unter Marco Rose übrigbleiben.


11. Jun 2021

Fußball-EM: Nationalmannschaft trainiert ohne Hofmann

Die deutsche Nationalmannschaft muss auf den Gladbacher Jonas Hofmann verzichten. Der Spieler ist verletzt.


10. Jun 2021

Gerüchte, Leih-Wahnsinn und Abwehr-Baustelle: Diese Transferpläne haben Gladbach, Köln und Co.

Ob der Transfer-Sommer 2021 in der Bundesliga ein heißer wird, ist unklar. Klar ist allerdings, dass durch EM und Corona alle später dran sind. Das haben die Vereine vor.


06. Jun 2021

EM-Vorbereitung: Ist Mönchengladbachs Hofmann Löws Überraschungs-Coup?

Er bietet sich an und gibt sich gar nicht feige vor dem letzten Vorbereitungsspiel in Düsseldorf. Warum Gladbachs Jonas Hofmann in der Nationalmannschaft eine wichtige Rolle bei der EM spielen könnte.


06. Jun 2021

Borussia: Gladbachs Sportdirektor Eberl nennt diesen Preis für Hofmann

Nun hat Gladbachs umworbener Nationalspieler Jonas Hofmann ein Preisschild. Sportdirektor Max Eberl nannte eine Summe.


05. Jun 2021

Borussia Mönchengladbach: Thuram zu Spuckattacke: „Bin froh, dass so etwas passiert ist“

Der französische Nationalstürmer Marcus Thuram vom Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach sieht in seiner Spuckattacke gegen den Hoffenheimer Stefan Posch im Nachhinein eine wichtige Lektion.


Social Media

Infos zu Tickets

Ticketinfos

Saison 2019/2020

plakat busfahrten

© 2019 BORUSSIAFANCLUB KLEVE. All Rights Reserved.