MITGLIEDER KÖNNEN SICH FÜR RÜCKRUNDE ANMELDEN
Ab sofort können alle Fanclub-Mitglieder sich über das Buchungsportal für die Busfahrten zu den Heimspielen in der Rückrunde anmelden. Wir bitten darum, alle Anmeldungen bis zum 15.11.2019 zu tätigen. mehr
BUSFAHRT ZUM HEIMSPIEL GEGEN AUGSBURG
Am Sonntag, 06. Oktober 2019 erwartet Borussia Mönchengladbach um 13:30 Uhr den FC Augsburg im heimischen BORUSSIA-PARK. Die vom BORUSSIAFANCLUB KLEVE organisierte Busfahrt startet um 10:45 Uhr ab dem Vereinslokal Teamsports in Hasselt. Neben der Busfahrt können auch wieder Eintrittskarten für... mehr
FORTUNA-HEIMSPIEL: NOCH 2 FREIE BUSPLÄTZE
Die Busfahrt zum Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf (Sonntag, 22.09.2019 – Abfahrt: 12:45 Uhr) ist noch nicht ganz ausgebucht. Nach derzeitigem Stand haben wir noch 2 freie Busplätze. 1 Busplatz davon ist inkl. Sitzplatzkarte, zum anderen Busplatz kann noch ein Stehplatzticket hinzugebucht werden.... mehr
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Pressespiegel

23. Sep 2019

Mit viel Moral und Mentalität das Spiel gedreht

Der Tag danach: Erster Heimsieg seit acht Monaten, ein Joker als Doppel-Torschütze, ein glücklicher...


23. Sep 2019

Thuram: "Energieleistung der gesamten Mannschaft"

Im Interview spricht Marcus Thuram über die Mannschaftsleistung beim 2:1 im Niederrheinduell gegen...


22. Sep 2019

Thuram dreht Spieß gegen Düsseldorf um

Am fünften Bundesliga-Spieltag hat sich die FohlenElf im Niederrheinduell mit 2:1 (0:1) gegen...


22. Sep 2019

„Ein emotionaler Sieg“ - alle Stimmen zum Spiel

Nach dem 2:1-Sieg im Niederrheinduell gegen Fortuna Düsseldorf waren wir in beiden Lagern auf...


22. Sep 2019

U23 dreht Spiel und gewinnt in Düsseldorf

Borussias U23 hat am neunten Spieltag der Regionalliga West bei der U23 von Fortuna Düsseldorf 3:1...


23. Sep 2019

Nach Rambo-Szene gegen Fortuna: Gladbachs Routinier gibt Entwarnung

Verteidiger zeigt sich hart im Nehmen.


23. Sep 2019

Borussia-Stürmer: Note 5! Die Wende gegen Fortuna sah er von der Bank

Sein Landsmann erhielt dafür eine glatte Eins.


23. Sep 2019

Borussias seltener Dreier: Wer auf diese Ereignisse gewettet hat, hat richtig abgesahnt

Hier sind die Opta-Daten zum Fortuna-Spiel, präsentiert von DAZN.


23. Sep 2019

Borussia-Kommentar: Neuer Weg (noch) ein schmaler Grat

Gladbach erlebt die Woche der extremen Emotionen.


23. Sep 2019

GladbachLIVE Kabinenansprache: Abonnieren Sie unseren neuen kostenlosen Newsletter

Erhalten Sie einmal wöchentlich unsere „Kabinenansprache“.


23. Sep 2019

Verletzt raus, Chancen vergeben: Borussias Urgesteine hatten Glück im Unglück

Patrick Herrmann und Tony Jantschke standen gegen Fortuna erstmals in der Startelf, hatten aber unschöne Momente. Für beide war das Ende aber versöhnlich.

 


23. Sep 2019

2:1 gegen Fortuna: Welche Noten geben Sie den Borussen gegen Düsseldorf?

Kurz vor Schluss erzielte Marcus Thuram mit seinem zweiten Tor den Siegtreffer gegen Fortuna. Er war Borussias entscheidender Mann. An dieser Stelle haben Sie die Möglichkeit, ihn und seine Kollegen zu bewerten.

 


23. Sep 2019

Erster Borussia-Heimsieg seit Januar: Doppelpacker Thuram weist Heldenrolle von sich

Eine Leistungssteigerung nach der Pause und zwei Tore von Marcus Thuram brachten Borussia spät einen 2:1-Sieg über Fortuna Düsseldorf. Der Franzose bleibt dennoch bescheiden.

 


23. Sep 2019

Alles Wichtige über Borussia Mönchengladbach

Welcher Spieler geht? Wer spielt am Wochenende? Was sagt der Trainer? Im Fohlenfutter lesen Sie alle Informationen und Hintergründe zu Borussia Mönchengladbach.

 


22. Sep 2019

Fußball-Regionalliga: 3:1-Sieg – Borussias U23 dreht die Partie in Düsseldorf

Torwart Max Grün machte sein erstes Spiel für Borussias Zweitvertretung und hielt stark.

 


23. Sep 2019

Erleichterung - nicht mehr

Wie schnelllebig der Fußball sein kann, wissen Borussen-Fans schon lange. Selten trat es aber so brutal auf wie in der vergangenen Woche: Zwischen dem umjubelten Derbysieg in Köln und der historischen Blamage gegen Wolfsberg lagen gerade einmal fünf Tage. Ein rabenschwarzer Tag reichte aus, damit beinahe alles schon wieder in Frage gestellt wurde, was kurz zuvor noch als vielversprechende Zukunftsperspektive galt. Diese manchmal arg übertriebenen Stimmungsschwankungen darf man kritisch sehen. Es ist aber gut und wichtig, nach einer solchen Un-Leistung der Mannschaft wie am Donnerstag nicht direkt zur Tagesordnung überzugehen, sondern die Ursachen genau zu analysieren. Der letztlich glückliche, aber verdiente 2:1-Sieg über Fortuna Düsseldorf war ein wichtiger Schritt zur Wiedergutmachung. Es war aber auch an diesem Nachmittag noch lange nicht alles gut, sodass Marco Rose und sein Team weiter viel Arbeit vor der Brust haben, um ihren Weg nachhaltig fortzusetzen. Das Wort „Mentalität“ ist bei einigen Fußballprofis dieser Tage zwar verpönt. Es steht aber außer Frage, dass die Einstellung der Borussen-Profis an diesem Abend nicht allzu professionell war. Der individuell zweitklassig besetzte Gegner wurde ganz offensichtlich unterschätzt. Es war vorher bekannt, dass die Österreicher sehr aggressiv spielen, dass sie ihre Gegenspieler ständig doppeln und bemüht sein werden, ihre schnellen Stürmer einzusetzen. Es war vorher bekannt, dass Wolfsberg keine Mannschaft hat, die sich nur hinten reinstellen kann. Es war vorher bekannt, dass die Mannschaft torgefährliche Stürmer hat und zudem bei Standards gefährlich ist. Es war vorher bekannt, dass z. B. Leitgeb bereits im Vorjahr 6 Tore vornehmlich über Standards markiert hatte. Es war vorher bekannt, dass der Trainer im bisherigen Verlauf der österreichischen Ligasaison fast durchgehend auf dieselbe Stammelf gesetzt hatte und diese sich als sehr homogen und eingespielt erwiesen hat. Es war vorher bekannt, dass selbst der Wolfsberger AC höchst respektabel kicken kann und ein ernstzunehmender Gegner ist, der zuletzt Red Bull Salzburg des Öfteren zugesetzt hat. Das alles konnten Borussias Spieler vergangene Woche bei ihren sicherlich regelmäßigen Besuchen auf der Seitenwahl-Website nachlesen. Es wird ihnen aber noch viel eindringlicher von Marco Rose und von ihrem Teamkollegen Stefan Lainer eingetrichtert worden sein. Umso erschreckender, wie einfach die vorher bekannte Spielidee der Gäste aufging und wie wenig Borussia dem entgegenzusetzen hatte. So spannend und hilfreich all die taktischen Analysen zur Spielverlagerung und zu abkippenden 9ern sind. Fußball wird sehr viel mit dem Kopf entschieden. Und im Hinterkopf waren die Spieler dann doch überrascht, wie forsch der vermeintlich kleine Gegner auftrat und sich dann auch noch herausnahm, das Tor zu treffen. Und das sogar mehrfach, nämlich immer genau dann, als man gerade wieder etwas Hoffnung hatte, Borussia könne vielleicht doch noch einmal ins Spiel zurückfinden. Die Chancen, die Blamage abzuwenden, waren nicht allzu zahlreich, wurden dann aber mal wieder durch die bewährte Ineffizienz zunichte gemacht. So fiel es mit zunehmendem Spielverlauf immer schwerer, den Schalter doch noch einmal umzulegen. Es gibt solche Tage, an denen bei der einen Mannschaft alles schiefgeht und der anderen alles gelingt. So extrem wie an diesem Abend ist es selbst in Borussias langer Geschichte selten aufgetreten. Aber entscheidend ist, wie eine Mannschaft damit umgeht. Wie schon in den beiden letzten Jahren folgte der jeweils schwächsten Saisonleistung (jeweils deftige Pleiten gegen Leverkusen) ein Aufeinandertreffen mit Fortuna Düsseldorf. Und wie schon in den beiden letzten Jahren erwies sich der Lokalrivale als dankbarer Aufbaugegner. Dabei sah es lange Zeit nicht danach aus. Wie nicht anders zu erwarten, stellte Friedhelm Funkel seine Mannen genauso forsch auf die Partie ein wie es Wolfsberg vorgemacht hatte. Die Aggressivität des Gegners war genau das richtige – oder je nach Sichtweise falsche – Mittel für die verständliche Verunsicherung der Borussen. In den ersten 10 Minuten knüpfte Gladbach daher an die „Leistung“ vom Donnerstag an und kassierte folgerichtig erneut das 0:1. Die Abwehr agierte in dieser Phase vogelwild, das Mittelfeld ideenlos, der Angriff ineffizient. Nach 10-15 Minuten kam die Mannschaft langsam besser ins Spiel und schüttelte so die Unsicherheit etwas ab. Dies ist aller Ehren wert und spricht dann doch wieder für die Einstellung oder auch Mentalität der Mannschaft. So richtig überzeugend war der Auftritt aber bis weit in die 2. Hälfte hinein nicht. Zwischenzeitlich bekam man das Gefühl, die Mannschaft könne fünf Stunden spielen, ohne das Tor zu treffen. Erst die Hereinnahme von Thuram verhinderte dies und sorgte für das wichtige Happy End. Der junge Franzose hatte in den letzten Wochen viele Einsätze, benötigt aber noch Pausen, sodass es plausibel war, ihn zunächst auf der Bank zu belassen. Welche Zukunft vor ihm liegen könnte, deuteten nicht nur seine beiden Treffer an, sondern auch diverse Dribblings, mit denen er die Düsseldorfer ziemlich alt aussehen ließ. Aber auch Benes und Neuhaus steigerten sich im Spielverlauf und boten beide eine gute Leistung auf den Halbpositionen. Breel Embolo war erneut kampfstark, wenngleich im Abschluss etwas unglücklich. Am zweiten Treffer war zudem Raffael beteiligt, den nicht wenige Fans gerne häufiger auf dem Feld sehen würden. Technisch ist er immer noch eine Augenweide und welcher Fußballliebhaber würde ihn nicht gerne möglichst immer Fußball zelebrieren sehen? Ein verantwortlicher Trainer kann sich solche Sentimentalitäten leider nicht leisten, sondern muss die Fakten betrachten. Und die besagen, dass Raffael inzwischen 34 Jahre alt ist und in den letzten Jahren oft verletzt war, sodass es bei ihm offensichtlich nur noch für eine Rolle als Edeljoker reicht. Dies hat er inzwischen sogar selbst eingesehen, wie er öffentlich kundgetan hat. Die Frage kann also lediglich sein, wie früh er eingewechselt werden sollte. Rose entscheidet sich hier meist für eine relativ späte Lösung, was an diesem Sonntag soeben noch einmal reichte. Es reichte u. a. deshalb, weil der so oft gescholtene VAR eingriff und das korrekt erzielte 2:1 rettete. Auch wenn gute VAR-Entscheidungen von der Öffentlichkeit meist als selbstverständlich angesehen werden, zeigte sich einmal mehr, wie unverzichtbar das System ist. Unverständlich war dagegen, warum es in Halbzeit 1 so lange dauerte, Embolos Abseitsstellung aufzuklären. Nach zwei Jahren VAR-Erfahrung muss so eine Szene innerhalb kürzester Zeit im Kölner Keller eindeutig entschieden werden. Aber bei allem berechtigten Ärger über solche Umsetzungsprobleme: Solange Menschen Entscheidungen treffen – ob auf dem Feld oder vor dem Fernseher, werden Fehler passieren. In dieser Szene agierte das Schiedsrichter-Team ähnlich schwach wie Borussia letzten Donnerstag. Beim 2:1 war der Einsatz der Technik dann allerdings vorbildlich und rettete die Schiedsrichter und Borussia vor einem folgenschweren Fehler. So wichtig dieser Sieg war: Er reicht lange nicht aus, um sich jetzt zurückzulehnen und zu glauben, dass damit alles wieder gut ist. Ein 5. Platz mit 10 Punkten kann trügerisch wirken. Die Mannschaft hat leider oft genug bewiesen, dass sie zur Selbstgefälligkeit neigt. Der Auftritt vom Donnerstag sollte zumindest so lange nachwirken, damit dies in den kommenden Wochen und Monaten nicht mehr Einzug hält. Wenn dies gelingt, dann ist übrigens selbst in der Europa League noch nichts verloren. Das Rückspiel in Wolfsberg wird gewonnen werden müssen und dann braucht die Mannschaft „nur noch“ einen weiteren Zähler mehr als die Österreicher. Ärgerlich ist, dass durch das Resultat vom Donnerstag eine Schonung einzelner Spiele in den nächsten Partien schwieriger wird. Rose wird klug rotieren müssen, um die Belastung gut zu steuern. Trotz der ersten englischen Woche und der schwierigen psychologischen Situation konnte die Mannschaft gegen Düsseldorf zum Ende noch zulegen, was dafür spricht, dass es in Sachen Fitness bergauf geht. Es wird aber schwer, diesen 100 % Volley-Fußball über die ganze Saison mit Dreifachbelastung durchzuhalten. Eine weitere Lehre aus der schwierigen Woche ist allerdings: Egal gegen welchen Gegner Borussia spielt: Sie kann nur gewinnen, wenn sie stets 100 % bringt. Es ist immer legitim, sich über die Spielweise und das System der Mannschaft Gedanken zu machen und ggf. kritisch zu äußern. Borussia hat in den letzten Jahren gewisse Leitplanken vorgegeben und stets beteuert, diese sollen das Basisgerüst für die Zukunft des Vereins sein – unabhängig von den handelnden Personen. Es darf schon kritisch hinterfragt werden, ob diese Leitplanken jetzt nicht doch allzu sehr einem Trainer angepasst wurden, der eine in den letzten Jahren aufgebaute Spielphilosophie innerhalb kurzer Zeit komplett umkrempelt. Von seinem Anspruch, sein System zu kombinieren mit den bisherigen Stärken, ist bislang noch wenig zu sehen. Borussia spielt überwiegend ihr neues kampf- und laufstarkes Pressingspiel und setzt sehr wenig auf einen spielerischen Plan B. Gerade in Spielen wie zuletzt, in denen sie klarer Favorit ist und der Gegner kompakt verteidigt, tut sie sich damit extrem schwer. Nur mit Kampf und Laufen wird es auf Dauer schwierig, in der Bundesliga auf ganz hohem Niveau mitzuhalten. Dies umso mehr, wenn die Stürmer weiter so schlampig mit ihren zahlreichen Torchancen umgehen. Aber es ist ebenfalls klar, dass sich Borussia bewusst für Marco Rose und damit auch für seine Art Fußball zu denken, entschieden hat. Max Eberl hat ein sehr dickes Fell – und dies in diesem Fall vollkommen zurecht – sodass er selbst kritische Stimmen im Umfeld gekonnt wird ignorieren können, wenn es nötig ist. Schon allein aufgrund der immensen Fallhöhe war es absehbar, dass Rose nicht ganz ohne solche Diskussionen durch seine erste Saison als Bundesliga-Trainer gehen würde. Es war aber von Anfang an ebenso klar, dass Eberl aus sportlichen Gründen in diesem Jahr niemals ernsthaft über den Trainer nachdenken würde. Das wäre extrem inkonsequent und würde seinem Credo von der Kontinuität widersprechen. Konstruktiv kritische Anmerkungen müssen dennoch erlaubt sein und es ist davon auszugehen, dass auch Rose selbst sich und die Entwicklungen der letzten Woche kritisch hinterfragen wird. Der 2:1-Erfolg bietet ihm immerhin etwas mehr Ruhe dazu und beendet zudem das leidige Thema der Heimschwäche, die sich zu weiten Teilen auf die desolate Rückrunde der Vorsaison bezieht. In dieser Saison ist die Mannschaft punktemäßig im Soll, wenngleich leistungsmäßig noch mit Steigerungsmöglichkeiten. Schon in der nächsten englischen Woche kann sich aber erneut zeigen, wie schnelllebig der Fußball sein kann. Wollen wir hoffen, dass schon nach der nächsten englischen Woche und den Spielen gegen Hoffenheim, Basaksehir und Augsburg die Peinlichkeit der vergangenen Woche nur noch die Geschichtsbücher belasten wird. Seitenwahl-Einschätzung Mike Lukanz: „Es gibt hier zwei Lesarten. Der Nörgler in mir denkt, dass es bedenklich ist, mit welch einfachen Mitteln ein Gegner Borussia nerven und beschäftigen kann. Der Optimist in mir sieht, dass die Klatsche gegen Wolfsberg Spuren hinterlassen hat, dass am Ende aber eine Willensleistung gereicht hat, das zweite Derby in Folge zu gewinnen und dass 10 Punkte sehr, sehr ordentlich sind.“ Christian Spoo: „Drei Halbzeiten in dieser Saison gaben einem eine Idee davon, was Marco Rose vorhaben könnte. Die beiden letzten Partien allerdings brachten die unerwünschte Renaissance von etwas, das böse Zungen wie meine eher Frontzeck-Fußball nennen würden: viel Unsicherheit, wenig Zugriff, geringes Selbstvertrauen. Schön, dass sie es trotzdem noch gedreht haben.“ Thomas Häcki: „Der Wille ist da, alleine die Leichtigkeit fehlt. 10 Punkte aus 5 Spielen sind zwar erfreulich, doch hat sich die Mannschaft bislang auch immer schwer getan. Effizienz und Kreativität vor dem Tor sind dringend gesucht.“ Claus-Dieter Mayer: „Eine Spitzenmannschaft gewinnt auch solche Spiele. Deshalb ist aber eine Mannschaft, die so gewinnt, noch lange keine Spitzenmannschaft (Logik für Anfänger mit Borussia, Teil 1). Wichtig war´s trotzdem.“


21. Sep 2019

Das reine Klein-Derby

“Nach der Euro-Pleite ist vor dem Nachbarschaftsduell” könnte man frei nach Sepp Herberger die Situation bei der Borussia im Moment zusammenfassen. Wo Europleague-Teilnehmer sich typischerweise über den Nachteil der Mehrfachbelastung beschweren ist man diesmal bei der Borussia eher froh in zwei Tagen schon das nächste Spiel vor der Brust zu haben. Zum einen lenkt das die mediale Aufmerksamkeit vom desaströsen Auftritt gegen Wolfsberg ab, zum anderen erlaubt es auch den Spielern nicht sich allzu lang mit ihrem kläglichen Versagen zu beschäftigen und dadurch womöglich allzugrosse Selbstzweifel zu entwickeln. Und so geht es am Sonntag nun schon wieder in der Bundesliga gegen die Fortuna aus Düsseldorf. Legt man nur den geographischen Abstand beider Städte zu Grunde ist dies noch mehr Derby als gegen den FC Köln, was aber zumindest auf Mönchengladbacher Seite nicht so wahr genommen wird. Das mag unter anderem daran liegen, dass beide Mannschaften in den letzten Jahrzehnten nur selten in der gleichen Liga waren (die Kö-Kicker zogen es zeitweilig vor, heisse Derbys gegen Germania Ratingen in der Oberliga Nordrhein zu bestreiten) und die Fortuna in diesen Duellen zumindest im letzten halben Jahrhundert meist Aussenseiter war. Angesichts dessen muss man aber auch zugestehen, dass sich die Borussia oft schwer gegen die Fortuna tat, vor allem wenn man die Reise auf die andere Rheinseite wagte, denn in Düsseldorf gewann die Borussia zuletzt 1990 ein Ligaspiel, als Stefan Effenberg Jörg Schmadtke zum 1:0 überwinden konnte. Seit diesem Spiel gab es das kleine Derby noch 12 mal in der Bundesliga und kein einziges Mal konnte die Auswärtsmannschaft gewinnen (5 Heimsiege für den VFL, 4 für Fortuna, 3 Unentschieden). Man muss aber gar nicht soweit zurückblicken um feststellen zu könnnen, wie schnell sich die Zeiten doch ändern. Vor knapp einem Jahr begegneten sich beide Teams zum letzten in Mönchengladbach. Es war eines der vielen Spiele in jener Hinrunde in denen die Borussia erst in der zweiten Halbzeit klare Verhältnisse gegen einen schwächeren Gegner schaffte in diesem Fall sogar etwas glücklich, da ein umstrittenen Handelfmeter nötig war, um in Führung zu gehen. Der Trainer hiess Hecking, das System war ein 4-3-3 mit viel Ballbesitz mit dem man den Gegner zu Hause müde spielte bis sich dann irgendwann Lücken auftaten. Pikanterweise fand auch jenes Spiel unmittelbar nach einer peinlichen Heimpleite (das Pokal- 0:5 gegen Leverkusen) statt, was vielleicht ein bisschen Hoffnung macht. Die Herangehensweise unter Marco Rose ist nun eine gänzlich andere und wie man diese zu Hause gegen einen defensiv eingestellten Gegner umsetzt hätte eigentlich gegen Wolfsberg schon mal trainiert werden sollen. Das Spiel hat aber nur aufgezeigt, dass die Taktik irrelevant wird, wenn die Spieler nicht mit der nötigen Konzentration und Einstellung in ein Spiel gehen. Man kann davon ausgehen, dass Embolo wieder in die Startelf rückt. Ob Rose mit weiteren personellen Umstellungen Konsequenzen aus der Blamage gegen Wolfsberg zieht, bleibt abzuwarten Bei der Fortuna sind Trainer und Taktik ziemlich unverändert, lediglich beim Personal gab es einige Änderungen, dadurch dass mit Lukebakio oder auch Raman einige der Garanten der fantastischen Vorsaison (welche allerdings erst nach der Niederlage bei Borussia fantastisch wurde) die Fortuna verlassen haben. Ein weiterer Leistungstraeger befindet sich mit Kevin Stöger nach einem Kreuzbandriss gerade erst wieder im Aufbautraining, so dass vor Saisonbeginn manch einer in der Fortuna einen Top-Abstiegskandidaten gesehen hatte. Die Düsseldorfer beantworteten diese Zweifel auf ihre Art und Weise mit einem überraschenden Auftaktsieg in Bremen. Danach gab es dann zwar Niederlagen gegen Leverkusen und in Frankfurt, aber dass 1:1 gegen Wolfsburg in der Vorwoche deutete an, dass Friedhelm Funkels Team auch in diesem Jahr ein durchaus unangenehmer Gegner sein kann und wird. Der Borussia steht also ein echter Charaktertest vor, bei dem man nicht nur gegen einen hochmotivierten Gegner sondern auch mit sich selbst und den Nachwehen des Wolfsberg-Spiels kämpfen wird. Gelingt dies erfolgreich so könnte die Schmach vom Donnerstag angesichts des insgesamt gelungenen Ligastarts schnell als ein “Shit happens”-Ausreisser abgehakt werden. Wenn nicht, droht dem Projekt Rose schon in dieser frühen Phase einiges an Gegenwind ins Gesicht zu wehen. In diesem Fall wird auch die Sieglos-Serie daheim (bislang 10 Ligaspiele anhaltend) zu einem Thema werden, welches zukünftige Auftritte im Borussia-Park belasten wird. Seitenwahl-Tipps: Claus-Dieter Mayer: Eine sehr engagierte Borussia will mit aller Macht Wiedergutmachung für die EL-Pleite, wirkt dabei aber zuweilen verkrampft und muss sich am Ende gegen disziplinierte Fortunen mit einem 1:1 begnügen. Michael Heinen: In den letzten Jahren hat Borussia nach solch einen Debakel meist die richtige Reaktion gezeigt: 2017 folgte dem 1:5 gegen Leverkusen eine Serie mit 4 Siegen und 1 Remis - beginnend mit einen 1:0 über Düsseldorf. 2018 gewann Borussia nach dem 0:5 gegen Leverkusen 3 Spiele in Folge - beginnend mit einem 3:0 über Düsseldorf. Dementsprechend wird es auch jetzt wieder eine Positivserie geben - beginnend mit einem 2:1 über Düsseldorf. Mike Lukanz: Ein Gutes hat diese Blamage gegen Wolfsberg: Marco Rose hat schon früh auch die hässlich-arrogante Seite seiner hochveranlagten Spieler kennengelernt. Es wird spannend zu sehen sein, welche Reaktion die Mannschaft zeigt. Düsseldorf ist unangenehm zu spielen, daher wird aus der erhofften Trotzreaktion nur ein mageres 1:1. Christian Spoo: Trotzreaktion oder nachhaltige Verunsicherung? Viel wird am Sonntag davon abhängen, wie Borussia ins Spiel findet. Ich halte Krampf für wahrscheinlicher als Kampf und rechne mit einem unbefriedigenden 0:0. Uwe Pirl: Nach dem schwächsten Spiel, an das ich mich in meiner Zeit als Borussia-Fan erinnern kann und nach einem kompletten, totalen, schockierenden Ausfall aller Mannschaftsteile - ausgenommen vielleicht Yann Sommer - fällt das Tippen schwer. Optimismus will nicht aufkommen. Fortuna hat gesehen, wie man es gegen Borussia machen muss. Nach dem 1:2 wissen in Gladbach alle, dass es noch ein weiter Weg ist, bis zum Funktionieren aller Systeme. Thomas Häcki: Dann muß eben Düsseldorf für den ersten Heimsieg herhalten. 1:0


20. Sep 2019

Historische Blamage gegen Wolfsberg

Seit Jahren diskutiert man, ob die Borussia nicht den Stadionnamen sponsern lassen sollte. An diesem Donnerstagabend hätte eine spontane Umbenennung in Debakelberg sowohl dem Vorgängerstadion Tribut gezollt, als auch das wohl schlechteste Spiel der Gladbacher Europapokalgeschichte entsprechend gewürdigt. Klar, eine 5:0 Niederlage bei Dundee United 1982 war auch blamabel, das 0:4 in Madrid 1985 schlimm, wie auch auch die Auftritte bei Manchester City oder in Barcelona 2016, aber was wir heute abend erlebt haben, hat es in seiner Peinlichkeit zumindest in unserer Erinnerung noch nicht gegeben. Es gibt eigentlich nur eine Erklärung für den Auftritt der Mannschaft, und zwar dass man den Gegner aus Kärnten komplett unterschätzt hat und das Spiel nicht mit der professionellen Einstellung angenommen hat, die in jedem Pflichtspiel selbstverständlich sein sollte. Schon in der Frühphase der Partie gab es symbolisch diese Versuche die Wolfsberger Abwehr mit eleganten Lupfern in den Strafraum auszuhebeln. Beim Stande von 5:0 durchaus einen Versuch wert, aber zu Beginn eines wichtigen Europapokalspiels ein fatales Zeichen von fehlender Ernsthaftigkeit. Wenn man dann auf der anderen Seite ein Wolfsberger Team hat, dass von vorne bis hinten mit nicht genialen aber kompetenten Fussballern ausgestattet ist, die hochmotiviert in die Partie gingen, dann passiert genau das was wir heute erlebt haben. Eigentlich hatte man gehofft, dass die Erfahrungen mit dem Gegner von Marco Rose, seinem Trainerstab und auch Steve Lainer reichen sollten um Wolfsberg nicht zu leicht zu nehmen, aber was immer in der Vorbereitung gesagt worden sein mag, es kam nicht in den Köpfen der Gladbacher Spieler an. Es gibt durchaus Spiele mit blamablen Ausgängen in denen man aber immerhin ein paar Knackpunkte finden kann, wo das Spielglück fehlte und dann alles gegen ein läuft, wo man selbst den Ball nur an die Latte schiesst, es dann auf der anderen Seite einen umstrittenen Elfer gibt usw… Aber nichts davon kann die Borussia an diesem Abend als mögliche Entschuldigung heranziehen. Ja, die Flanke vor dem 0:1 war abgefälscht und damit schwerer zu verteidigen, aber danach gab es noch 72 Minuten alles zu korrigieren. In der ersten Halbzeit hatte der VFL kaum eine nenneswerte eigene Torchance. Das Team wirkte nach dem Rückstand zwar durchaus bemüht, aber völlig kopflos, geschockt dass der Gegner eben nicht die erwartete Gurkentruppe war. Es liegt nahe nach solch einem Desaster die Schuld auch beim Trainer zu suchen. War es vielleicht das falsche Signal mit Embolo einen der besten Spieler der letzten Wochen auf der Bank zu lassen? Angesichts der Tatsache dass ein bisschen Rotation in den vielen englischen Wochen unausweichlich ist, Embolo als verletztungsanfällig gilt und ein besonders kraftraubendes Spiel betreibt, schien dies zumindes vor der Partie eine sehr verständliche Entscheidung. Und mit 10 von 11 Spielern aus der Derbysieger-Startelf kann man Marco Rose kaum übertriebene Rotation vorwerfen. Die Leistung des Teams (oder eher das Ausbleiben einer solchen) ist besonders deshalb so schwer zu begreifen, weil sie gänzlich dem Narrativ der bisherigen Saison widerspricht, nach dem sich die Fohlenelf von Spiel zu Spiel besser mit dem neuen System anfreundet. Alles was am Samstagabend noch so viel Hoffnung machte, scheint mit den 90 Horrorminuten am heutigen Abend auf einmal in Frage gestellt zu sein. Man kann nur hoffen, dass die Mannschaft es schafft die richtigen Lehren aus dieser Blamage zu ziehen. Bereits am Sonntag hat sie die Chance dies gegen den Lokalrivalen aus Düsseldorf zu beweisen.


17. Sep 2019

Der Wolfsberger AC im Seitenwahl-Check

Mit dem vermeintlich leichtesten Spiel starten die Gladbacher in die Europa League Gruppenphase, wenn am Donnerstag um 21 Uhr der Wolfsberger AC im Borussia-Park antritt. Die Fohlenelf ist haushoher Favorit gegen einen bestenfalls zweitklassigen Kontrahenten, der aber auf diesem überschaubaren Niveau über eine gut organisierte und eingespielte Mannschaft verfügt. Vorteil Borussia: Marco Rose kennt Österreichs derzeit drittbeste Mannschaft aus insgesamt acht Partien in den vergangenen zwei Jahren sehr gut. Zudem verbindet ihn mit dem Trainer der Gäste eine gemeinsame Geschichte. Beachtlicher Aufstieg in junger Geschichte Bis zum Anfang dieses Jahrzehnts spielten die Kärntner noch in der dritten Liga und somit keine bedeutende Rolle im österreichischen Fußball. Typisch Austria: Von 2007 bis 2012 agierte der Verein unter dem Namen Wolfsberger AC/St. Andrä, ehe die Fusion mit dem Nachbarverein nach dem Aufstieg in die Bundesliga beendet und der alte Name wieder angenommen wurde. Aktuell wird der Verein nach einem Hersteller für Holzpellets benannt und firmiert offiziell unter dem Kommerznamen RZ Pellets Wolfsberger Athletiksport Club. Ebenfalls typisch Österreich ist die Anekdote, die bereits ihren Weg durch den Boulevard gefunden hat. So wird das Rückspiel am 28. November nicht im deutlich größeren Stadion in Klagenfurt ausgetragen werden können, weil dort für das Kunstprojekt „For Forest“ 299 Bäume auf dem Spielfeld gepflanzt wurden. Da die Wolfsberger Lavanttal Arena nur 7.300 Plätze fasst, wird die Mannschaft ins rund 80 Kilometer entfernte Graz umziehen, wo immerhin 15.400 Zuschauer Platz finden. Um gegen die reiselustigen Borussen-Fans nicht allzu sehr in der Unterzahl zu sein, wird der Verein kostenlose Fanbusse anbieten. Doch zurück zur Historie: Innerhalb von zwei Jahren gelang nach 2010 der Durchmarsch von der 3. in die 1. Liga, wo man sich seitdem in der oberen Tabellenhälfte etabliert hat. Max Eberl höre und staune: Borussias Gegner blickt auf zuletzt 12 Jahre in der Einstelligkeit zurück, und das in drei verschiedenen Ligen. Im Vorjahr lieferte der Verein mit Platz 3 die erfolgreichste Spielzeit seiner Geschichte ab. Damit qualifizierte er sich erstmals direkt für die Gruppenphase der Europa League. 2015 hatte es immerhin schon einmal für die Qualifikation gereicht, wo zunächst der ukrainische Vertreter Schachzjor Luhansk überraschend glatt mit zwei Siegen (1:0, 2:0) ausgeschaltet wurde. Es folgte das bislang einzige Aufeinandertreffen mit einem deutschen Team in einem Pflichtspiel: Der BVB deklassierte die Wolfsberger im heimischen Signal-Iduna-Park mit 5:0, nachdem es im Hinspiel immerhin noch zu einem achtbaren 0:1 gereicht hatte. Aber Vorsicht: In den vergangenen vier Jahren haben die Wolfsberger enorm an Reife und Klasse zugelegt und u. a. die beiden Wiener Traditionsklubs Rapid und Austria sportlich überholt. Letztere wurden noch am vergangenen Sonntag mit 3:0 geschlagen. Es war der vierte Sieg in Serie, nachdem zuvor u. a. der Tabellenzweite Linzer ASK auswärts mit 1:0 besiegt werden konnte. Starke Saison, aber zu schwach für RB Die Bilanz gegen den Ligaprimus aus Salzburg fällt naturgemäß nicht so gut aus. In der Ära Marco Rose konnte RB sechs der acht Spiele siegreich bestreiten bei einem Remis. Die letzte Partie ging allerdings am 28. Spieltag der Vorsaison mit 2:1 an die Wolfsberger, die Rose damit eine von nur zwei Niederlagen in der gesamten Liga-Saison zufügten. Am dritten Spieltag dieser Saison blieben die Bullen im eigenen Stadion wieder siegreich. Das Endergebnis hört sich mit 5:2 deutlicher an als es der Spielverlauf hergab. Bis zur 89. Minute war die Partie beim Stande von 3:2 noch offen, ehe die Wolfsberger in der Schlussphase ins offene Messer und in zwei weitere Gegentore stürzten. Der unglücklichen Niederlage folgten zwei hohe Siege gegen Mattersburg (5:0) und Altach (5:2), was den Offensivdrang des Teams verdeutlicht. 19:8 Tore nach 7 Spielen sprechen eine deutliche Sprache, wo die Stärken des Teams liegen. So ist zu erwarten, dass sich die Wolfsberger auch in Gladbach nicht wehrlos in ihr Schicksal ergeben, sondern um eigene Offensivaktionen bemüht sein werden. Neuer Trainer setzt auf bewährte Stammelf und RB-Taktik Für Erfolgstrainer Christian Ilzer, der vor Saisonbeginn zum zahlungskräftigeren Konkurrenten Austria Wien wechselte, steht inzwischen Gerhard Struber an der Seitenlinie, der in dieser Saison bislang nahtlos an die guten Ergebnisse des Vorjahrs anknüpfen konnte und zuletzt seinen Vorgänger im direkten Duell besiegte. Struber ist ein guter Bekannter von Marco Rose, stammen beide doch aus der Trainerschmiede von Red Bull. Im Juli 2017 wurde Struber Roses direkter Nachfolger bei der Salzburger U19, nachdem er bereits im Juni 2016 die U16 übernommen hatte, die der Neu-Gladbach-Trainer ein Jahr zuvor abgegeben hatte. In der letzten Saison mühte sich Struber mehr schlecht als recht mit einem 12. Platz bei Red Bulls zweitklassigem Farmteam FC Liefering. Trotzdem wurde er von den Wolfsbergern verpflichtet und in Liefering durch einen gewissen Bo Svensson ersetzt. So klein ist die Borussen-Welt. Struber setzt in dieser Saison bislang auf eine eingespielte Mannschaft, die er weitgehend unverändert im 4-4-2-System durch die ersten Spiele jagte. Gegen Austria überraschte er zu Spielbeginn durch eine Umstellung auf ein 4-5-1, die er aber nach dem dürftigen 0:0 zur Halbzeit korrigierte, um zum alten Erfolgssystem zurückzukehren, mit dem das letztlich souveräne 3:0 eingefahren werden konnte. Die wendigen Angreifer eignen sich hervorragend für das schnelle Umschaltspiel, das Wolfsberg auszeichnet. Die vermutlich nicht allzu zahlreichen Angriffe im Borussia-Park werden am ehesten per Konter über die Außenbahnen zu erwarten sein. Nach guter alter Red-Bull-Schule pflegt die Elf zudem ein aggressives Spiel mit sehr hohem Pressing, bei dem der ballführende Gegner zumeist von zwei Spielern gleichzeitig attackiert wird. So bleibt diesem nur wenig Platz im Aufbau. Es könnte also nötig werden, dass Borussia die österreichischen Pressingreihen mit hohen Bällen auf die eigenen Sturmtanks wird überwinden müssen. Da es für die Wolfsberger am Donnerstag das historische Debüt auf europäischem Boden sein wird, darf davon ausgegangen werden, dass Struber auch dort seine beste Elf aufbieten wird, die sich im Einzelnen wie folgt darstellt. Schwankende Torwartleistungen Mit Alexander Kofler steht ein erfahrener Mann im Tor der Wolfsburger. Der 32jährige ist seit 2013 im Verein, stieg im April 2014 zum Stammtorhüter auf und absolvierte seitdem 146 Erstliga-Spiele. 46 Mal blieb er dabei ohne Gegentor. Mit seinen 194cm gilt er als mitspielender Torwart, der gerne ein gewisses Risiko eingeht. Seine Leistungen in den vergangenen Jahren waren oft schwankend, sodass er nie so wirklich unumstritten war, und sein Vertrag vor dieser Saison nur um ein Jahr verlängert wurde. Mit dem 25jährigen Manuel Kuttin wurde lediglich für den Notfall ein Ersatz geholt, der schon bei Admira Wacker keinen Stammplatz ergattern konnte und dort nach 10 Jahren aussortiert worden war. Viel Erfahrung in der Viererkette In der Abwehr befindet sich der einzige deutsche Akteur im Kader. Lukas Schmitz wurde in Hattingen geboren und war in der Zeit von 2009 bis 2013 immerhin für einige Jahre so etwas wie erweiterter Stamm bei Schalke 04 und Werder Bremen. Auf 104 Bundesliga- und 8 Champions League-Spiele brachte er es damals, ehe er 2013 seinen Stammplatz bei Werder verlor und zum Saisonende nach Düsseldorf in die 2. Bundesliga wechselte. Auch dort konnte er sich einige Jahre gut behaupten, bevor er in der Aufstiegssaison durch Nico Gießelmann verdrängt wurde und daher 2018 nach Österreich wechselte. In Wolfsberg ist der inzwischen 30jährige als Linksverteidiger wieder gesetzt und gehört mit seiner Erfahrung zu den wichtigsten und besten Spielern im Kader. Überhaupt zeichnet sich die Stamm-Viererkette bei einem Durchschnittsalter von über 30 Jahren durch sehr viel Erfahrung aus. Das gilt ganz besonders für den 34jährigen Innenverteidiger Nemanja Rnic , der bis 2008 bei Partizan Belgrad als hoffnungsvolles Talent galt mit bis dato immerhin drei Länderspielen für die serbische bzw. serbisch-montenegrische Nationalmannschaft. Nach seinem Wechsel zum RSC Anderlecht blieb ihm aber der Durchbruch versagt, sodass ihn 2013 die Wolfsberger aufnahmen. Zwei Jahre später verlängerte er seinen Vertrag nicht, fand aber keinen neuen Verein, sodass er kurze Zeit später reumütig zurückkehrte. Er ist ein ebenso heißblütiger wie kompromissloser Verteidiger, der nicht frei von Fehlern ist. Ihm zur Seite steht ein Wolfsberger Urgestein. Trotz seiner erst 29 Jahre geht Michael Sollbauer bereits in sein 10. Jahr beim WAC, wo er voriges Jahr zum Kapitän aufstieg. Auf rechts rundet Michael Novak das Bild ab, der mit seinen 28 Jahren das Küken der Viererkette darstellt. Bei aller Erfahrung und Übersicht: Gegen schnelle, hochklassige Angriffsreihen wird es für die alternde Abwehrreihe qualitativ schnell eng. Um sich defensiv etwas zu verjüngen, haben die Wolfsberger Anfang September mit Dominik Baumgartner einen 23jährigen Innenverteidiger vom VfL Bochum ausgeliehen, der perspektivisch am ehesten Rnic Konkurrenz machen dürfte, aber auch für Rechtsverteidiger Novak eine denkbare Alternative darstellt. Gute Mischung im Mittelfeld Die zentrale Achse im Kader der Wolfsberger bilden gemeinsam mit Sollbauer und Weissman die beiden erfahrenen Mittelfeldspieler Leitgeb und Liendl. Den defensiven Part füllt Mario Leitgeb aus, der mit seinen 31 Jahren für die nötige Stabilität sorgen soll. Gefährlich ist der 1,83 Meter große Leitwolf zudem bei Standards, durch die er im vergangenen Jahr zu sechs Treffern in 30 Spielen kam, darunter ein direkt verwandelter Freistoß. Michael Liendl wiederum ist das offensive Herzstück im Team. Der 33jährige hat vor gut ze hn Jahren schon einmal acht Europa-League-Spiele für Austria Wien absolviert, ehe er für Fortuna Düsseldorf und 1860 München 109 Zweitligaspiele bestritt und es 2014 immerhin auf 27 Länderspielminuten für Österreich brachte. Damit ist Liendl der einzige österreichische Nationalspieler im gesamten Team des Tabellen-Dritten. Er verfügt über einen starken linken Fuß, mit dem er auch gerne einmal aus der Distanz aufs Tor schießt. Im Vorjahr brachte er es so auf stolze 11 Tore und 12 Vorlagen. Höhepunkt war ein Treffer aus über 40 Metern beim 6:0-Sieg über Mattersburg – ein Spiel, das inzwischen allerdings unter Manipulationsverdacht steht. Liendl liebt das riskante Spiel, was ihn an schwächeren Tagen zu einigen Fehlpässen verleitet. Zwischen den beiden Routiniers stehen zwei jüngere Spieler, wobei Marcel Ritzmaier inzwischen bereits 26 Jahre alt ist. Er stammt aus der Jugend des PSV Eindhoven, wo er sich seit 2010 aber nie durchsetzen konnte und nur ein einziges Ligaspiel über 90 Minuten absolvierte. Erfolgreicher war er bei seinen zahlreichen Leihen innerhalb der niederländischen Eredivisie, wo er für den SC Cambuur, NEC Nijmegen und die Go Ahead Eagles ordentliche Leistungen in 86 Ligaspiel en brachte. Etwas offensiver ausgerichtet ist der talentierte Romano Schmid , den Werder Bremen im Januar 2 019 von RB Salzburg loseiste, um ihn zunächst einmal für 18 Monate in Wolfsberg zu parken. Der 1,68 Meter kleine Techniker sorgte im Juli 2017 das erste Mal für Aufsehen, als er mit 17 Jahren sein erstes Tor in Österreichs Bundesliga erzielte. In der vergangenen R ückrunde war er zwar nur Ergänzungsspieler, aber in dieser Saison scheint ihm jetzt der Durchbruch zu gelingen und er hat vorläufig den langjährigen Stammspieler Christopher Wernitznig verdrängt, der gegen Austria Wien sein Startelfdebüt in dieser Saison gab, dabei aber nicht überzeugen konnte und zur Halbzeit wieder ausgewechselt wurde. Jugend forsch im Angriff So wie sich die Wolfsberg Defensive durch Erfahrung und Alter auszeichnet, so steht der Sturm für die Jugend, die im bisherigen Saisonverlauf für Furore sorgte. Die 8 Tore des Israeli Shon Weissman in den ersten sieben Partien sind ein Ausrufezeichen, wobei speziell sein Viererpack gegen den SV Mattersburg hervorstach. Dabei gelang dem 23jährigen erst im letzten Jahr der Durchbruch bei seinem vorherigen Verein Maccabi Haifa, für den er in 25 Spielen 8 Tore erzielte, nachdem er in den Jahren zuvor dreimal verliehen worden war. Diese Leistungen animierten Israels Nationalcoach Andreas Herzog, ihn beim EM-Qualifikationsspiel in Slowenien am 9. September (2:3) erstmals in der Startelf einzusetzen. Größter Makel des talentierten Stürmers: Sein Lieblingsverein stammt aus Dortmund. Sogar noch vier Jahre jünger als Weissman ist sein neuer Sturmpartner Anderson Niangbo , der vom zweitklassigen RB-Farmteam aus Liefering für ein Jahr ausgeliehen wurde, um Spielpraxis auf höherem Niveau zu sammeln und somit nächstes Jahr vermutlich nach Salzburg und in einigen Jahren ggf. an die Zentrale in Markranstädt weitergeleitet zu werden. Schöne neue Fußballwelt. Gegen Austria wurde er zunächst eine Halbzeit lang geschont, damit er am Donnerstag erste Erfahrungen auf europäischem Parkett sammeln kann. Niangbo ist bislang die positivste Überraschung dieser Saison, verdrängte er doch im dritten Ligaspiel den etatmäßigen Stammstürmer Marc Andre Schmerböck (25), der sich nach seinem Kreuzbandriss zu Jahresbeginn gerade erst wieder in die Startelf zurückgekämpft hatte. Nachdem Niangbo im Vorjahr in Liga 2 auf je drei Tore und Vorlagen in 18 Spielen gekommen war, überraschte der ivorische Junioren-Nationalspieler in den ersten sieben Pflichtspielen dieser Saison mit bereits fünf Treffern und vier Assists. Genau wie sein Sturmkollege kann er ebenso zentral wie über die Außenbahnen kommen. Beide sind zudem mit 1,73 bzw. 1,74 Metern nahezu gleich klein und wendig, was gegen die gelegentlich nicht ganz so schnelle Borussen-Verteidigung gefährlich ausgehen könnte. Doch bei allem Respekt vor dem Gegner, der aus seinen bescheidenen finanziellen Mitteln das Optimum herausholt: Im Normalfall sollte Borussia seinen qualitativen Klassenunterschied nutzen, um von Beginn an keine Zweifel über den Sieger dieser Partie aufkommen zu lassen. Borussia: Sommer – Lainer, Beyer, Elvedi, Bensebaini – Zakaria, Kramer, Neuhaus, Benes – Embolo, Plea Wolfsberg: Kofler – Novak, Sollbauer, Rnic, Schmitz – Leitgeb – Schmid, Ritzmaier – Liendl – Weissman, Niangbo Seitenwahl-Tipps Michael Heinen: Unterschätzen sollte man die Österreicher nicht, für die es das Spiel des Jahres wird. Borussias individuelle Qualität sollte aber trotzdem für einen ungefährdeten 3:1-Sieg reichen. Christian Spoo: Ein Ergebnis gegen einen Gegner zu tippen, den ich nie habe spielen sehen, ist seriös kaum möglich. Aber ich habe Borussia in Köln gesehen, das reicht aus, um mich optimistisch zu stimmen. Der Euroleague-Auftakt sollte die Gelegenheit bieten, sich die Ineffizienz vor dem Tor abzutrainieren. Borussia gewinnt 4:1. Claus-Dieter Mayer: Dass wir Gladbach-Fans – den Verfasser dieses Vorberichts natürlich ausgenommen – nicht so richtig viel über den Wolfsberger AC wissen, ist kein Problem, da zumindest der Trainerstab der Borussia den RZ Pellets (ist Österreich, da gehört der Sponsorenname dazu!) gut kennen sollte. Insofern rechne ich mit einer gut eingestellten Gladbacher Elf, die am Ende einen schmucklosen, aber wichtigen 2:0-Sieg einfährt. Uwe Pirl: Wolfsberg, Wolfsberg, where the fuck …? Das haben sich vermutlich einige nach der Auslosung gefragt. Wie auch immer, wer in Österreich Dritter wird, ist vielleicht nicht allererste internationale Klasse, kann aber dennoch kicken. Übermut ist deshalb fehl am Platze. Übertriebene Demut allerdings auch. Borussia muss und wird aufgrund der überlegenen Qualität gewinnen. 2:0 wäre ein schönes Ergebnis. Thomas Häcki: Wolfsberg hat zwar keinen ICE-Bahnhof, dürfte dafür aber wesentlich attraktiver als Wolfsburg sein. Doch halt, die Österreicher spielen ja am Niederrhein. Die Borussia gewinnt nun auch ihr erstes Heimspiel unter Rose. Und wie das so ist, wenn der Knoten platzt, auch halbwegs souverän. 3:0 für die Fohlen. Mike Lukanz: Immer ruhig mit den jungen Fohlen. Ein Derbysieg tut zwar gut, löst aber nicht automatisch alle Fesseln. Beim 2:0 gegen Wolfsberg kommt zwar selten Gefahr auf, aber den nächsten Schritt macht man dann erst wirklich in ein paar Wochen.


16. Sep 2019

Das Fohlen-Lebensgefühl feiert sich selbst: Betrachtungen zu Günter Netzer

Glückskindern scheint die Sonne, und so hat Günter Netzer in diesen Tagen gleich mehrfach Anlaß zum Feiern. Punktgenau zu seinem 75. Geburtstag am vorigen Samstag schenkten ihm seine Nachfolger im Borussen-Trikot einen Derbysieg, der über das Ergebnis hinaus die Vorherrschaft der Fohlenelf am Niederrhein weiter festigte. Zudem sind Leben und Werk des wohl ersten Fußball-Popstars Thema einer neuen Sonderausstellung in der FohlenWelt. Der Jubilar staunte nicht schlecht, als er sich selbst am 05. September anläßlich der Eröffnung der Sonderausstellung „Günter Netzer – Aus der Tiefe des Raumes“ gleich mehrfach begegnete: als Adressat eines fast zweistündigen Reigens von Lobreden, als Mittelpunkt einer Reunion von Ehemaligen, als Thema diverser Formen bildender Kunst und als Raumgestalter von Teilen der ihm gewidmeten Sonderausstellung, die neben dem nachgebauten Tresen seiner früheren Diskothek „Lovers‘ Lane“ noch weitere Erinnerungsstücke versammelt, die bis dato ein eher verstaubtes Leben auf dem Speicher der Wohnung des Neu-Schweizers führen mußten. Es kann kaum verwundern, daß es Netzer ob so viel Huldigung beinahe die Sprache verschlug, und im Angesicht von Rührung und authentischer Bescheidenheit vermochte er nur noch den Ansatz einer Rede hervorzubringen. Andere Weggefährten sprachen hingegen genug, und vereinzelte Schützenhilfe von Altersgenossen mag des Guten zu viel gewesen sein, doch konzentrieren wir uns auf das Wesentliche: Allein die Anwesenheit des „Boss“ (so mehr als ein früherer Mannschaftskamerad) brachte den Borussia-Park zum Leuchten. Ein Leuchten, das für jeden Besucher der FohlenWelt noch bis zum 15. März 2020 anhalten wird. Ob Günter Netzer als bester Borusse aller Zeiten angesehen werden sollte (eher nein) oder ob er vor allem eine skandalfreie Ikone, ein begabter Jongleur von spielerischer Leichtigkeit auf dem Feld und treffsicherem unternehmerischem Gespür außerhalb davon ist (eher ja), liegt im Auge des Betrachters. Wichtiger ist, daß Borussia mit dem ehrenvollen Erinnern an den blonden Pokalhelden von 1973 etwas Größeres gelungen ist: ein gleichermaßen subtiles wie treffsicheres Feierns des Vereins als Ganzem. Netzer, das Zentrum der ersten beiden Meistermannschaften, ist tatsächlich ein pars pro toto für den niederrheinischen Way of Life. Mit Günter Netzer feiert Borussia sich selbst und seine Tugenden. Man vergleiche nur das – willkürlich gewählte – Triumvirat Netzer-Heynckes-Bonhof mit dem süddeutschen Gegenstück Hoeneß-Rummenigge-Beckenbauer und lege Kriterien wie Integrität, Skandalfreiheit und Bescheidenheit bei zugleich enormem sportlichem Erfolg zugrunde, und dieser Vergleich wird zu einem Home Run für den Niederrhein. Tatsächlich war Günter Netzer zwar in vielen Dingen seiner Zeit voraus, und teils ist er es bis heute – wer kann sich seinen 70er-Jahre-Lebenswandel in Zeiten sozialer Medien und gleichgeschalteter Verhaltenskontrolle in den Top-Vereinen heute ernsthaft vorstellen? Zugleich jedoch ist er gelebtes Borussentum, das auch ein halbes Jahrhundert nach dem blechernen Jahrzehnt authentisch und sympathisch bleibt; zeitlos. Sportlich mag der blonde Fußball-Ästhet in einer Reihe mit Heynckes, Bonhof, Vogts und wie sie alle heißen stehen. Als menschgewordene Fohlen-Philosophie reiht er sich (übrigens genau wie die soeben Genannten) gleichzeitig ein in die ebenso eindrucksvolle Reihe von Vorbildern auf und außerhalb des Rasenvierecks, die Martin Schneiders, Eberls, Korells, Jantschkes und Herrmanns, die immer wußten, daß die Summe stets schwerer wiegt als der Einzelne, und die erkannten, daß ein Verein als Kollektiv wichtiger ist als der kurzfristige Glanz persönlicher Triumphe. Die kürzlich eröffnete FohlenWelt verleiht diesem zeitlosen Mythos Raum und Gestalt. Man kann kaum überbewerten, welch Glücksfall diese borussianische Welt ist – so viel mehr als ein Museum und ebensowenig nur eine Erlebniswelt, wie Präsident Königs sie so gerne nennt. Natürlich ist sie auch das, aber noch so viel mehr. Erlebniswelt, das klingt nach Spaßbad, und auf der glanzvollen Oberfläche mag sie dies sein. In Wahrheit jedoch ist die FohlenWelt die atmende Seele des Organismus Borussia. Sie ist ein vielschichtiges Ganzes, das eine Symbiose schafft zwischen über hundert Jahren Geschichte und den Möglichkeiten der digitalen Welt. Gleichzeitig ist sie ein Paradies, das bei jedem Besuch neue Erkenntnisse eröffnet, wenn man nur seine Sinne beisammen sowie den Mut hat, auch einmal in die Details abzutauchen (und dann sieht man auch auf mißglückte Bestandteile wie die in ihrer räumlichen Eingequetschtheit völlig verschenkte Bökelberg-Anzeigetafel gerne hinweg). Die FohlenWelt-Sonderausstellung zu Günter Netzer erweist sich diesem Niveau gewachsen, und die Leistung des gesamten Teams – exemplarisch seien Markus Aretz und Elmar Kreuels als treibende Kräfte gewürdigt – entspricht im übertragenen Sinne dem, was Netzer vor 50 Jahren auf den Platz zauberte. Es ist zu hoffen, daß besonders die anläßlich dieser Sonderschau in Auftrag gegebenen Gemälde und Kunstwerke, die Borussias Spielmacher thematisieren, erhalten bleiben und organisch in die bestehende Dauerausstellung eingefügt werden können. Auftragskunst klingt zunächst einmal grauenerregend, aber die hier in Auftrag gegebenen Werke stellen in der Tat eine Bereicherung dar und eröffnen neue Perspektiven. Damit war nicht zu rechnen. Beispielsweise findet sich Instruktives zum Thema Weisweiler und Netzer, das die Beziehung der beiden in ihrer Tiefe und Komplexität abbildet und damit das – inzwischen nur noch anödende – Trugbild aus dem 1973er Pokalfinale korrigiert. Die große flämische Billard-Legende Raymond Ceulemans sagte unlängst in einem Interview mit dem Sportmagazine , ein Mensch gelte nach seinem 75. Geburtstag in der heutigen Gesellschaft nichts mehr. Der 35-fache Weltmeister – inzwischen 82-jährig – führt dieses Diktum jedoch selbst ad absurdum, denn noch immer spielt er Mannschaftwettkämpfe auf höchstem Niveau. Auf sein Erfolgsgeheimnis angesprochen, entgegnete er augenzwinkernd: „Viel rauchen, viel saufen, viel Sex.“ Wir lassen an dieser Stelle höflich offen, welche dieser Basisfertigkeiten auf den in diesem Beitrag gewürdigten Jubilar zu übertragen sind; einigen wir uns einfach auf „schnelle Autos“. Unzweifelhaft allerdings wird Günter Netzer auch weit über seinen aktuellen Geburtstag hinaus noch Wirkung entfalten, allein schon in den Momenten, in denen er sich, wie kurz auch immer, öffentlich äußern wird und dabei Borussias beste Tugenden versinnbildlicht. Er lebe hoch, und mit jedem Glückwunsch feiern wir Borussen zugleich uns selbst!


23. Sep 2019

»Dann fängt es in der Birne an zu rattern«

Die Erleichterung war greifbar bei den Gladbacher Borussen, nachdem das Spiel gegen Düsseldorf mit viel Einsatz und Moral noch gedreht werden konnte. Die Auswirkungen der Wolfsberg-Klatsche waren gegen die Fortuna 45 Minuten lang deutlich zu spüren.


22. Sep 2019

2:1! Joker Thuram sticht gegen Düsseldorf

Mit 2:1 (0:1) besiegte Borussia Mönchengladbach am Sonntag Fortuna Düsseldorf und sicherte sich damit den ersten Heimsieg der Saison. Nach schwacher erster Halbzeit sorgte der eingewechselte Marcus Thuram mit einem Doppelpack für das Happy-End.


21. Sep 2019

»Alle wissen, dass wir anders auftreten müssen«

Borussia Mönchengladbach empfängt am Sonntagnachmittag Fortuna Düsseldorf zum kleinen Derby in Borussia-Park (15.30 Uhr). Die Vorzeichen für das Nachbarschaftsduell habe sich seit Donnerstag extrem verändert.


20. Sep 2019

Albtraum statt magischer Europapokal-Nacht

Die Rückkehr auf die europäische Bühne wurde für Borussia Mönchengladbach zum Desaster. Beim 0:4 gegen den Underdog aus Wolfsberg kam kein Gladbacher in die Nähe seiner Normalform. Die Einzelkritik fällt entsprechend deutlich aus.


20. Sep 2019

Jetzt kennt Rose auch das andere Gesicht der Borussia

Das 0:4 gegen den Wolfsberger AC wird als peinliche Blamage in die Geschichtsbücher von Borussia Mönchengladbach eingehen. Marco Rose lernte das andere Gesicht seiner Mannschaft kennen, bemühte sich aber dennoch um nüchterne Sachlichkeit.


23. Sep 2019

Die Suche nach der richtigen Balance: Bei Gladbach ist bei weitem noch nicht alles Gold was glänzt

Borussia Mönchengladbach ringt dank Einwechselspieler Marcus Thuram Fortuna Düsseldorf nieder, sucht aber weiter ihren wahren Weg.


23. Sep 2019

Erster Heimsieg seit Januar: Kapitän Yann Sommer kritisiert: „Uns hat jegliches Selbstvertrauen gefehlt"

Der junge Franzose kam von der Bank, sah und traf doppelt. Doch die Zweifel an Gladbachs Stärke bleiben.


23. Sep 2019

Analyse: Gladbach gegen Fortuna - Eine Achterbahnfahrt der Emotionen

Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach hat binnen acht Tagen das zweite Derby gewinnen können. Die Elf vom Niederrhein setzte sich am Sonntag im Heim-Duell gegen Nachbar Fortuna Düsseldorf mit 2:1 (0:1) durch.


23. Sep 2019

Nach dem Heimsieg: Gladbachs Spieler in der Einzelkritik

Thuram wird zum Held aus Gladbacher Sicht und schießt mit seinem Joker-Doppelpack Borussia noch auf die Siegesstraße.


23. Sep 2019

Wiedergutmachung: Nach Roses bislang wichtigstem Sieg: Eberl lobt Arbeit des Trainers

Richtige Wechsel, richtige Ansprache: Die erste große Herausforderung als Borussen-Coach hat Marco Rose bewältigt. Das 2:1 gegen Nachbar Fortuna Düsseldorf war auch ein Sieg des Gladbacher Trainers und vor allem eine Wiedergutmachung für die Europa-League-Schmach.


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